
Laktose-Intoleranz und Zöliakie - Betroffene erzählen von ihrem Leben mit Unverträglichkeit, Experten informieren über die Hintergründe.
Was ist Gluten?
Das Gluten (Betonung auf der zweiten Silbe), deutsch der Weizenkleber, ist ein Gemisch aus Eiweissen im Getreide.
Verursacht Zöliakie mit Entzündungen der Darmschleimhaut bei Personen, die es nicht vertragen.
Mehr über Zöliakie
Wer ist betroffen?
Menschen, die Gluten nicht vertragen: bis zu 1 Prozent der Bevölkerung in Europa.
Ursache
Das Immunsystem reagiert falsch auf bestimmte Teile des Glutens und greift die Schleimhaut des Darms an.
Folgen
Die Entzündung zerstört die Zotten in der Schleimhaut des Dünndarms. Der Darm nimmt zu wenig Nahrung auf. Das führt zu Mangel und Beschwerden.
Behandlung
Mit glutenfreier Ernährung kann man ohne Beschwerden leben.
Krankheitstyp
Nahrungsallergie, Autoimmunkrankheit.
News zu Gluten
Habe ich Zöliakie?
Verdacht
Je mehr typische Zeichen (siehe links), desto dringender der Verdacht; ärztlich untersuchen lassen.
Zöliakie-Test
Bei ausreichendem Verdacht lässt der Arzt im Labor das Blut auf typische Antikörper und Enzyme untersuchen. Darmspiegelung bestätigt den Befund.
Ich vertrage kein Gluten. Was darf ich essen?
Jede Person mit Zöliakie kann ohne Beschwerden leben, wenn sie sich selber zum Gluten-Detektiv ausbildet und stets genau informiert ist, was sie essen darf und was nicht.
Guten Appetit:
Getreide: Mais, Reis, Wildreis, Hirse, Quinoa, Buchweizen, Amaranth.
Naturprodukte: Kartoffeln, alles Gemüse, alles Obst, Soja, Nüsse, Milch, Eier, Fleisch, Fisch, Geflügel, Öle und Fette.
Milchprodukte: Butter, Joghurt, Quark, Käse, Hüttenkäse usw.
Backwaren: Alle mit dem Glutenfrei-Logo oder selber glutenfrei zubereitet.
Genau hinschauen:
Fertignahrung: Das Kleingedruckte lesen! Verdächtig sind alle Produkte mit Verdickungsmitteln: Suppen, Saucen, Fruchtjoghurt, Glace, Gummibärchen usw.
Meiden:
Getreide: Weizen, Gerste, Roggen, *Hafer, Triticale (Kreuzung aus Weizen und Roggen).
Weizenarten: Dinkel, Einkorn, Emmer, Grünkern, Kamut.
Getreideprodukte: Alle Pasta und Backwaren aus glutenhaltigem Getreide. Panierte Fleischwaren.
*) Verträglichkeit von Hafer ist umstritten. Enthält nur wenig Gluten und in anderer Form als Weizen. Trotzdem für die meisten Betroffenen nicht ratsam.
Fragen und Antworten
Ist Zöliakie heilbar?
Ja - die Zöliakie als Darmkrankheit ist reversibel, d.h. die Schleimhaut erholt sich vollständig, wenn man sich glutenfrei ernährt.
Nein - die Unverträglichkeit gegen Gluten lässt sich nicht heilen, sie bleibt ein Leben lang bestehen.
Kann ich kleine Mengen Gluten vertragen?
Wahrscheinlich nicht. Es gibt aber individuelle Unterschiede. Reden Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Weizenallergie und Zöliakie - was ist der Unterschied?
Bei Weizenallergie reagiert das Immunsystem übermässig auf bestimmte Eiweisse in Weizen, jedoch nicht in anderem Getreide, und erzeugt Reaktionen in der Haut und Schleimhäuten, unter anderem auch im Darm.
Bei Zöliakie reagiert das Immunsystem übermässig auf Gluten und greift dabei ausschliesslich die Darmschleimhaut an.
Wie sag ich's meinen Mitmenschen?
«Warum isst du kein Brot, keine Pasta, keine Gerstensuppe?»
«Weil ich kein Gluten vertrage.» (Betonung auf dem e.)
«Was ist Gluten?»
«Kleber-Eiweiss in Weizen und verwandten Getreidesorten.»
«Bist du krank?»
«Nein. Ich bin gesund, aber allergisch gegen Gluten.»
Typische Zeichen
Verdauung
Allgemeinbefinden
Differentialdiagnose
Viele typische Zeichen der Zöliakie können andere Ursachen haben.
Nahrungsallergien
Darmentzündungen
Ernährung
Tagesbedarf an Vitaminen, Flüssigkeitt, Energie, Fett, Salz usw. Bausteine und ihre Wirkungen.
News zu Ernährung
Links
Selbsthilfe
Kontakte, Foren, Tipps von Betroffenen für Betroffene, Info über Gluten und Zöliakie.
Wikipedia