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WHtR statt BMI: Vergessen Sie den Body Mass Index!

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WHtR   -Body Mass Index (BMI)  

WHtR-Rechner

- Taille in cm:
- Höhe in cm:
- Alter in Jahren: 
- WHtR:
- Bauchstufe:
 
Bedeutung der Bauchstufen siehe unten.

 


 

Was bedeutet WHtR?

Das Waist-to-Height Ratio (Taille-zu-Höhe-Verhältnis) ist die Dicke eines Menschen, gemessen an seiner Körpergrösse. Es sagt mehr über die gesunde Statur aus als der Body Mass Index BMI.
 

-Wie messen?
Knapp über dem Bauchnabel. Das Band muss satt anliegen, darf aber nicht spannen.
Wann messen?
Am Morgen, nüchtern.
Foto: gesundheit.ch

Hüftmessung
 

Bedeutung der Bauchstufen

S Eher zu mager; nicht weiter abnehmen!
M Idealbereich, alles bestens! Figur halten.
L Eher zu dick; übergewichtig nach WHO; nicht weiter zunehmen; -Abnehmen kann ratsam sein!
XL  Zu dick; fettleibig (adipös) nach WHO; auf keinen Fall weiter zunehmen; -Abnehmen sehr empfohlen!

 

Stufe mit Fragezeichen: Zwischen 11 und 16 Jahren, weil bei Jugendlichen in der Pubertät individuell starke Abweichungen auftreten können; unter 6 Jahren, weil für dieses Alter zu wenig verlässliche Statistiken bekannt sind. Die Bedeutung des WHtR ändert sich mit dem Alter, aber nicht mit dem Geschlecht.

 

WHtR: Bedeutung je nach Alter

Die folgenden Tabellen sind im WHtR-Rechner integriert; sie geben die verschiedenen Grade von Unter- und Übergewicht nach Definition der Weltgesundheitsorganisation WHO an. Diese Definitionen sind anhand des Body Mass Index BMI erarbeitet worden. Hier sind sie umgerechnet auf die WHtR-Werte mit der gleichen Bedeutung für die Gesundheit.

Bis 40-Jährige

 < 0,40 Untergewicht
0,40 - 0,50 Normalgewicht
0,51 - 0,56 Übergewicht
0,57 - 0,68 Fettleibigkeit (Adipositas)
 > 0,68 Schwere Adipositas

Quellen: siehe Forschung zum WHtR
 

Für Frauen und Männer gelten die gleichen Werte.

Zwischen 40 und 50 Jahren

Für jedes zusätzliche Lebensjahr dürfen Sie 0,01 Punkte addieren. Beispiel: Die Grenze zum Übergewicht ist für eine 47-jährige Frau 0,50 + 0,07 = 0,57 Punkte.

Über 50-Jährige

 < 0,40 Untergewicht
0,40 - 0,60 Normalgewicht
0,61 - 0,66 Übergewicht
0,67 - 0,78 Fettleibigkeit (Adipositas)
 > 0,78 Schwere Adipositas

Jugendliche (15J)

 < 0,34 Untergewicht
0,34 - 0,45 Normalgewicht
0,46 - 0,51 Übergewicht
0,52 - 0,63 Fettleibigkeit (Adipositas)
 > 0,63 Schwere Adipositas

-BMC Public Health 22.9.2008

WHtR und Wachstum: Das WHtR ändert sich sehr stark mit dem Alter; in der Kindheit und Jugend nimmt es schubweise ab bis zu einem Minimum um das 14. bis 15. Altersjahr; danach nimmt es bis zum Erwachsenenalter im Durchschnitt um etwa 0,1 Punkte pro Jahr wieder zu. Das WHtR ist also je nach Wachstumsphase unterschiedlich zu interpretieren.

 

BMI-Paradox: Dicke leben länger 

Unter dem Schlagwort Obesity Paradox diskutiert die Fachwelt seit Jahren heftig über einen Zusammenhang, der den Nutzen des BMI in Frage stellt: Menschen mit einem BMI über 25 leben oft länger als solche mit einem sogenannt normalen BMI. Hier eine kleine Auswahl aus vielen Studien, die das belegen.

Unfitte untergewichtige Männer haben ein 4- bis 5-mal höheres Risiko, früh zu sterben. Bei fitten Übergewichtigen ist dieses Risiko weniger als halb so hoch - im Vergleich mit fitten normalgewichtigen Männern. -mehr

Bei Patienten mit Herzschwäche (heart failure) ist die Sterblichkeit mit 55 % am höchsten bei einem BMI unter 20, nimmt dann mit steigendem BMI ab bis zu einem Bestwert von nur noch 17 % bei BMI 36-40, Erst ab BMI 45+ nimmt die Sterblichkeit wieder zu. -mehr

Gemessen am BMI übergewichtige Patienten überleben Operationen um 25 % besser als normal- und untergewichtige. -mehr

Das geringste Risiko für Alzheimer und andere Formen von Demenz haben ältere Personen mit einem BMI über 30, am höchsten ist es mit einem BMI unter 20. -mehr

 

Forschung zum WHtR

WHtR als Mass für gesunden Stoffwechsel

Bei über 1600 chinesischen Jugendlichen zwischen 13 und 15 Jahren mit WHtR über 0,46 ist das Risiko für erhöhte Blutzucker- und Cholesterinwerte sechs- bis siebenfach höher als bei jenen mit einem WHtR im grünen Bereich.

-Indian J. Pediatr 31.3.2010

Vergleich WHtR und BMI in Deutschland

Bei über zehntausend Personen ist das gesundheitliche Wohlergehen drei bis neun Jahre lang verfolgt worden, nachdem man sie mit vier verschiedenen Indexwerten vermessen hat: BMI, Bauchumfang, WHtR und WHR (Waist to Hip Ratio, Verhältnis Bauch- zu Hüftumfang). Von allen Faktoren zeigt nur das WHtR einen deutlichen Zusammenhang mit Krankheiten von Herz und Kreislauf: Fast dreimal höher ist die Sterblichkeit im Viertel mit den höchsten WHtR-Werten als im Viertel mit den geringsten Werten. Beim Body Mass Index ist die Sterblichkeit im höchsten Viertel sogar etwas geringer als im niedrigsten Viertel.

-J Endocrinol Metab 3.2.2010

WHtR näher bei Diabetes als beim BMI

Bei fast viertausend Frauen in Grossbritannien hat sich gezeigt, dass der Zusammenhang zwischen einem hohen WHtR und dem Risiko für Diabetes stärker ist als zwischen WHtR und BMI. In dieser und drei weiteren Studien mit insgesamt etwas weniger als zehntausend Personen hat der BMI zwar nicht wesentlich schlechter abgeschnitten als das WHtR. Skeptische Anmerkung: Für diese Analyse sind Daten aus Studien mit sehr unterschiedlichen Fallzahlen und Fragestellungen zusammengewürfelt worden.

-Am J Clin Nutr 20.1.2010

Vergleich WHtR und BMI in Brasilien

Bei über 500 Frauen und fast 400 Männern sind alle wichtigen Risikofaktoren für Herz und Kreislauf erfasst worden: Blutdruck, Cholesterin, Rauchen und Diabetes. Zur Frage nach Übergewicht sind bei den Personen fünf verschiedene Indexwerte gemessen bzw. berechnet worden: BMI, Bauchumfang, WHtR, WHR und den C-Index (eine Kombination aus WHtR und Gewicht). Fazit: Das Waist-to-Height Ratio WHtR hat einen deutlich besseren Zusammenhang mit dem Herzrisiko als der Body Mass Index - bei Männern ebenso wie bei Frauen. (Für technisch Interessierte: Die Daten sind mit der ROC-Kurven-Methode analysiert worden.)

-Rev Assoc Med Bras 2009;6:705

 
 
 

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WHtR und BMI: Fragen und Antworten

Wie messen?

Richtig: Am Morgen, mit nüchternem Magen, stehend, mit nacktem Oberkörper; Massband knapp oberhalb des Bauchnabels waagrecht um den Bauch legen, d.h. bei Bauchansatz an der dicksten Stelle; Bauchmuskeln entspannen, Luft passiv aus der Lunge strömen lassen. Angebrochene Zentimeter aufrunden.
Vermeiden: Tagsüber, vor allem nach dem Essen, liegt der Bauchumfang zwei oder mehr Zentimeter über dem Nüchternwert. Bauch nicht einziehen. Nicht forciert ausatmen. Nicht oberhalb des Bauchs direkt unter dem Rippenbogen messen. Durch falsche Messung kann man leicht um mehrere Zentimeter «betrügen», was das Ganze wertlos macht.

Muss man 5 Tausendstel addieren?

Nein. Die Formel lautet: Bauchumfang, geteilt durch Körpergrösse. Zwar geistert seit Mitte März 2010 eine scheingenaue Formel durchs Netz, wonach man 0,005 addieren müsse. Eine Fachquelle ist nirgends zu finden. Alle hier zitierten Studien verwenden das logische einfache Verhältnis - wie der Rechner auf dieser Seite. Die Korrektur kann schon darum nicht sinnvoll sein, weil sie im Streubereich der Messgenauigkeit liegt. Fazit: «+0,005» ist der Hoax eines Pseudo-Experten. Genau messen, einfach rechnen, das wars.

Welches WHtR entspricht welchem BMI?

In seiner Bedeutung für die Gesundheit entspricht das Waist-to-Height Ratio 0,51 einem Body Mass Index 25 und WHtR 0,57 einem BMI 30. Am unteren Ende der Skala, bei den Supermodels, entspricht WHtR 0,35 einem BMI 16. Pro 5 Punkte auf der BMI-Skala ändert sich das WHtR also um 0,06 im mittleren und oberen Bereich bzw. um 0,09 im unteren Bereich der Kurve. Bei den tatsächlich gemessenen Werten gibt es aber grosse Abweichungen von Mensch zu Mensch - je nachdem, wo er Fett oder Muskeln angesetzt hat.

WHtR besser als BMI - warum?

Nur das Fett am Bauch beeinflusst das WHtR und schadet der Gesundheit. Dagegen misst der BMI alles Fett (auch das gesunde) und dazu noch die Muskelmasse. Immer mehr Studien kommen zum Schluss, dass der BMI für die Gesundheit unerheblich ist.

WHtR einfacher als BMI - warum?

Weil sowohl für Frauen als auch für Männer dieselben Formeln gelten. Auch das Berechnen mit dem Taschenrechner ist einfacher.

WHtR und WHR - was ist der Unterschied?

Das Waist-to-Height Ratio (WHtR) vergleicht den Bauchumfang mit der Körpergrösse (Höhe). Das Waist-to-Hip Ratio (WHR) vergleicht den Bauchumfang mit dem Hüftumfang. Die Vorteile des WHtR gegenüber dem WHR: Die Körpergrösse ist allen bekannt und ändert sich kaum, also braucht man nur den Bauchumfang zu messen; Umfangmessungen sind heikler und daher oft ungenauer als Längenmessungen, also hat das WHtR eine Fehlerquelle weniger als das WHR. Wenn exakt gemessen, sagt übrigens auch das WHR wesentlich mehr über die Gesundheit aus als der BMI.

Warum spielt das Alter eine Rolle?

Zwischen 40 und 50 verändert sich die Statur der meisten Menschen; sie werden etwas korpulenter. Das ist eine natürliche Entwicklung und keineswegs krankhaft. Die WHtR-Tabellen berücksichtigen dies: Pro Jahr verschiebt sich der Wert um ein Hundertstel nach oben. Ab fünfzig sollte sich ein stabiles neues Gewicht einpendeln.

Jugendliche mit WHtR 0,48 übergewichtig - warum?

Weil junge Menschen, vor allem in der Streckphase des Wachstums, eine schlankere Statur haben als Erwachsene. Deshalb gelten übrigens auch beim BMI andere Werte für Personen unter und über 18 Jahren.

Fett am Bauch - warum ist es schädlich?

Die Fettzellen am Bauch sondern andere Stoffe ab als die Fettzellen in anderen Regionen des Körpers. Diese Stoffe fördern die Verkalkung der Arterien und bremsen die Wirkung des Insulins. Somit steigen die Risiken für Herzinfarkt, Schlaganfall und Diabetes vom Typ 2.

Woher kommt das BMI-Paradox?

Dicksein gilt zwar als ungesund. Doch wenn man es am BMI misst, leben Dicke oft länger als Normalgewichtige. In den letzten Jahren sind Hunderte von Studien darüber publiziert worden, und die Fachwelt diskutiert noch immer heftig über die Ursachen. Es gibt zwei mögliche Erklärungen. Erstens ist der BMI ein ungeeignetes Mass. Zweitens ist Körpermasse in Form von Muskeln, vielleicht aber auch von gewissen Fettpolstern gesund. Fett ist eine natürliche Energiereserve des Körpers. Auf sie greift er in Notlagen zurück. Dazu gehören auch Krankheiten. Dies könnte erklären, warum ausgerechnet Herzkranke und Patienten nach Operationen besser überleben, wenn sie dick sind. -mehr dazu in der linken Spalte...