

Ionisierenden Strahlen sind wir immer ausgesetzt. Wie gefährlich sie sind, hängt von ihrer Art und ihrer Dosis ab. Thomas Bethge - Fotolia.com
Ionisierende Strahlung
Physik
Elektromagnetische Wellen mit einer Länge von weniger als 200 nm (Nanometer, milliardstel Meter).
Wirkung
Zerstört biologisch wichtige Substanzen.
Natürliche Quellen
Künstliche Quellen
Strahlenschäden
News zu Strahlung
Strahlenrisiko
Natürliche Dosis
Ein Mensch nimmt durchschnittlich pro Jahr eine Strahlendosis von etwa 1,3 Millisievert (mSv) aus natürlichen Quellen auf, was sich im Lauf eines Lebens zu etwa 100 mSv summiert. Dabei sind keine Schäden zu erwarten. Die natürliche Dosisleistung (Dosis pro Zeit) ist 0,0002 mSv pro Stunde. Hinzu kommen weitere 2–3 mSv pro Jahr, vor allem durch Röntgenstrahlen.
Fukushima
Auf dem Gelände des havarierten Atomkraftwerks ist zeitweise eine Dosisleistung von 400–1000 Millisievert pro Stunde gemessen worden, also zwei bis fünf Millionen mal höher als der natürliche Wert.
Tschernobyl
Etwa tausend Aufräumarbeiter (Liquidatoren) bekamen in einem Tag Einsatz eine Strahlendosis von etwa 2 bis 20 Sievert (Sv) – das 200- bis 2000-fache der natürlichen Lebenszeitdosis. Im ersten Jahr nach dem Unglück sind 28 Liquidatoren an der Strahlenkrankheit gestorben, weitere 19 später bis 2004, eventuell auch an anderen Ursachen. Laut inoffiziellen Schätzungen sind über zehntausend Liquidatoren vorzeitig an Strahlenschäden gestorben.
Die Bevölkerung in der Umgebung von Tschernobyl ist seit der Katastrophe im Durchschnitt etwa 1 mSv pro Jahr zusätzlich ausgesetzt, was einer Verdoppelung der natürlichen Belastung entspricht. Je nach Schätzung hat die Katastrophe in ganz Europa 16'000 bis 60'000 zusätzliche Todesfälle an Krebs verursacht.
Dosis und Wirkung
Die Wirkung hängt von der Dosis und von der Dosisleistung (Dosis pro Zeit) ab. Deshalb ist es wichtig, ob die Dosis kurz (Sekunden bis Stunden) oder über längere Zeit (Stunden bis Jahre) aufgenommen worden ist:
| Dosis (lang) | Wirkung | |||
| 1 | Sv | um 5 Prozent erhöhtes Krebsrisiko, Veränderungen am Erbgut | ||
| Dosis (kurz) | ||||
| 0,5 | – | 1 | Sv | Strahlenkater, Kopfschmerzen, verändertes Blutbild, Immunschwäche, erhöhtes Infektionsrisiko. |
| 1 | – | 2 | Sv | Leichte Strahlenkrankheit: zusätzlich Übelkeit, Erbrechen, Appetitloskeit, Ermüdung, zeitweise Sterilität. 10 % Sterblichkeit in einem Monat. |
| 2 | – | 6 | Sv | Schwere Strahlenkrankheit: zusätzlich Haarausfall, dauernde Sterilität, Durchfall, innere Blutungen schwere Infektionen. 35 % Sterblichkeit in einem Monat. |
| > | 6 | Sv | Strahlentod spätestens nach 14 Tagen. Je höher die Dosis, desto schneller tritt der Tod ein, bei > 50 Sv innerhalb weniger Stunden. | |
Wikipedia: Strahlenrisiko, Strahlenkrankheit
Strahlenschutz
Grenzwert
Die Strahlenbelastung aus künstlichen Quellen oder an besonders exponierten Lagen (grosse Höhe, Radon) sollte 1 mSv pro Jahr nicht überschreiten. Problematisch können vor allem unnötige medizinische Untersuchungen sein.
| Dosis | Strahlenbelastung durch: | |||
| 0,05 | – | 0,1 | mSv | Langstreckenflug (kosmische Strahlung) |
| < | 0,01 | mSv | Zahnröntgen | |
| < | 0,1 | mSv | Röntgen Brustkorb (Thorax), Arm, Bein, Schädel | |
| < | 1 | mSv | Mammografie, Röntgen Hüfte, Becken | |
| < | 2 | mSv | Röntgen Bauchraum (Abdomen), Wirbelsäule | |
| 1 | – | 8 | mSv | Röntgen Harn- und Gallenwege |
| 6 | – | 12 | mSv | Röntgen Magen |
| 10 | – | 18 | mSv | Röntgen Darm |
| 2 | – | 4 | mSv | Computertomographie (CT) Schädel |
| 2 | – | 11 | mSv | CT Wirbelsäule |
| 6 | – | 10 | mSv | CT Brustkorb (Thorax) |
| 10 | – | 25 | mSv | CT Bauchraum (Abdomen) |
Radon
Ein radioaktives Gas, das aus dem Gestein dringt. Radon macht in der Schweiz und in Deutschland den Hauptanteil der natürlichen Strahlung aus. Das Einatmen belastet die Lungen und erhöht die Krebsgefahr. Die Belastung ist von Ort zu Ort sehr verschieden. Bei Wohnlage in Gebiet mit hoher Belastung (Radonkarte) lohnt sich eine Messung. Überschreitet die Belastung den Grenzwert von 1000 Becquerel (Bq) pro Kubikmeter, ist eine bauliche Sanierung zu empfehlen. Empfohlen ist ein Wert von unter 400 Bq/m3
Jodtabletten?
Nur sinnvoll nach Belastung in der Nähe eines AKW-Unfalls. Sie verhindern dann, dass die Schilddrüse radioaktives Jod aufnimmt. Die Bewohner von Pripjat bei Tschernobyl sind so erfolgreich geschützt worden. Auf keinen Fall vorbeugend einnehmen!
Mundschutz, Duschen, Kleider waschen
Sinnvoll und wirksam gegen radioaktiven Niederschlag nach einem AKW-Unfall. Verhindert, dass radioaktiver Staub in den Körper gelangt.
Lebenserwartung
Wagen Sie einen Blick in Ihre Zukunft – rechnen Sie aus, wie lange Sie etwa noch zu leben haben …
News zu Lebenserwartung
Wikipedia
Strahlenarten
Messgrössen (Einheit)
Katastrophen