Schmerzen: Wann selber bekämpfen? Wann zum Arzt?
Schmerzen

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Was ist Schmerz?

Schmerz kann sein:

  • Warnsignal vor Verletzung (physiologischer Schmerz)
  • Warnsignal bei Krankheit (Krankheitssymptom, sekundärer Schmerz)
  • eine Krankheit ohne bekannte Ursachen (Schmerzkrankheit, primärer Schmerz)

Bekannte Ursachen

  • mechanische Verletzung (Druck, Schnitt usw.)
  • Hitze oder Kälte
  • chemische Verletzung (Verätzung, Vergiftung)
  • Infektion, Entzündung
  • Überbeanspruchung von Organen (Muskelkater, Gelenkschmerz, Blähung, Geburtsschmerz, Fehlhaltungen, Verspannungen usw.)
  • innere Krankheiten (Herzinfarkt, Magengeschwür, Krebs usw.)

Verlauf

  • plötzlich, vorübergehend (akut), meist mit bekannter Ursache
  • lange anhaltend (chronisch), oft mit unklarer Ursache
  • chronifizierend mit akutem Beginn und chronischem Ende

Formen, Qualität

  • stechend
  • brennend
  • ziehend
  • dumpf drückend

Schmerzskala

Subjektiv verschieden je nach Person, Kultur und Situation (z.B. Stress):

0 schmerzfrei
1 sehr gering
2 gering
3 erträglich
4 mässig
5 störend
6 stark
7 sehr stark, erschöpfend
8 sehr stark, unbändiger Wunsch nach Linderung
9 kaum auszuhalten
10 unerträglich, Todeswunsch

schmerzskala.de

Schmerzen bekämpfen

Die folgende Tabelle ist nur ein grober Anhaltspunkt und kann nicht alle möglichen Fälle behandeln. Die Entscheidung hängt stets von den individuellen Symptomen und dem Befinden ab. In Zweifelsfällen ist es ratsam, einen Arzt, eine Ärztin oder einen telefonischen medizinischen Auskunftsdienst zu fragen.

Wann selber behandeln?

Wann zum Arzt?

Plötzlich auftretende Schmerzen mit bekannter, nicht bedrohlicher Ursache und ohne weitere Komplikationen.

Plötzlich auftretende Schmerzen unbekannter Herkunft, vor allem im Bereich von Brust, Schultern, Hals oder Bauch, verbunden mit

  • Schwitzen
  • Atemnot
  • Angstgefühlen
  • Müdigkeit
  • usw.

Schmerzen, die sich mit Selbstbehandlung bessern und nach spätestens zwei Wochen verschwunden sind.

Schmerzen, die länger als zwei Wochen anhalten und nicht auf Selbstbehandlung ansprechen.

Selbsthilfe

Medizinische Methoden

  • menschliche Anteilnahme
  • Körperkontakt
  • Hand auflegen
  • trösten (v.a. Kinder)
  • ablenken
  • ruhigstellen (verletzter Körperteil)
  • Wärme (bei Krämpfen, Verspannungen usw.)
  • Kälte (bei Verbrennungen, Prellungen, Verstauchungen, Entzündungen usw.)
  • Aktivität (bei Schmerz mit Depression)
  • Ruhe (bei Schmerz mit Reizbarkeit, Überempfindlichkeit, Stress)
  • Entspannungstechniken
  • rezeptfreie Medikamente
  • Behandlung der zugrundeliegenden Krankheit
  • Physiotherapie
  • Ergotherapie
  • Massagen
  • Biofeedback
  • Akupunktur
  • Medikamente (Analgetika)
  • Anästhesie
  • Narkose

Schmerzmedikamente

Gewöhnungseffekt: Es braucht stets höhere Dosen, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Bei jahrelanger Einnahme droht Abhängigkeit mit Entzugserscheinungen.

Rezeptpflicht bzw. Verschreibungspflicht ist in der Schweiz, in Deutschland und Österreich unterschiedlich geregelt.

teilweise rezeptfrei

rezeptpflichtig

NSAR
  • Aspirin
  • Ibuprofen
  • Diclofenac
  • Indometacin
  • Fenaminsäuren
  • Oxicame
  • usw.
Aminophenole
  • Paracetamol
Pyrazolone
Opiate
  • Morphin
  • Codein
  • usw.
Opioide
  • Pethidin
  • Buprenorphin
  • Sulfentanil
  • usw.
COX-2-Hemmer
  • Celecoxib
  • Etoricoxib
  • Parecoxib
  • usw.

Links

Organisationen

Nationale Ligen und Gesellschaften, die Betroffene und Fachleute beraten und Hilfe anbieten.

Selbsthilfegruppen

Erfahrungsaustausch, Kurse, Beratung.

Medizinerlatein

-algie: -Schmerz

akut: schnell, plötzlich, heftig (nicht chronisch)

Analgetikum: (Mz. Analgetika) Schmerzmittel

Anästhesie: Betäubung

Anästhetikum: (Mz. Anästhetika) Betäubungsmittel

Cephalgie: Kopfschmerz

chronisch: langsam, anhaltend, schleichend (nicht akut)

Dolor: Schmerz

Myalgie: Muskelschmerz

Narkose: in bewusstlosen Zustand versetzen

Narkotikum: (Mz. Narkotika) Starkes Betäubungsmittel

Neuralgie: Nervenschmerz

Nozizeptor: schmerzempfindliche Nervenendigung

NSAR: nicht steroidales (nicht mit Cortison verwandtes) Antirheumatikum

Opiat: von Opium abgeleiteter Wirkstoff

Opioid: mit Opium verwandter Wirkstoff

Steroid: mit Cholesterin verwandter Wirkstoff

Trigeminus: dreifach verzweigter Gesichtsnerv

Wikipedia

Schmerzformen

Behandlung