
News zu Viren
Erste wirksame Impfung gegen Malaria
Ein neuer Impfstoff, an Tropeninstituten unter anderem in der Schweiz und in Deutschland entwickelt, kann das Risiko, an Malaria zu erkranken, um die Hälfte senken. Der Erreger von Malaria ist ein Parasit, der rote Blutkörperchen befällt. Weil komplizierter als Bakterien oder Viren, ist er für das Immunsystem schwieriger zu bekämpfen. Eine fünfzigprozentige Wirkung gilt vor diesem Hintergrund als grosser Erfolg für den neuen Impfstoff. Er könnte in den nächsten Jahren Millionen von Menschenleben retten. [2965]
21. Oktober 2011 – Süddeutsche Zeitung
Weisser Hautkrebs durch Viren und UV
Nur wenn Viren die Zellen der Haut geschädigt haben, kann UV-Strahlung weissen Hautkrebs auslösen. Das vermuten Krebsforscher nach Versuchen an Labormäusen. Die Hautkrebs-Viren sind verwandt mit solchen, die Warzen oder Gebärmutterhalskrebs auslösen. Jetzt wollen Forscher einen Impfstoff gegen weissen Hautkrebs entwickeln. [2910]
20. Juli 2011 – Welt
Impfung gegen Genital-Viren schützt auch Männer
Bei Frauen hat kann eine Impfung gegen das Humane Papilloma-Virus HPV vor Genitalwarzen und -krebs schützen. Dass die Impfung auch Männer schützt, zeigt eine Studie an über viertausend männlichen Personen zwischen 16 und 26 Jahren in den USA. Gegen Krebsvorstufen schützt die Impfung fast zu hundert Prozent. [2806]
10. Februar 2011 – Ärztezeitung
Erkältet: Küssen erlaubt, Hand schütteln verboten
Viren, die man beim Küssen aufgelesen hat, gelangen über den Speichel in den Magen und gehen dort in der Magensäure zugrunde. Wenn schon ein Verbot aus Vorsicht, dann müsste es das Händeschütteln betreffen: Reibt man sich die juckende Nase oder die brennenden Augen, gelangen die Viren in die Schleimhäute und von dort in den ganzen Körper. Deshalb ist es wichtig, sich nach Körperkontakt mit Erkälteten die Hände zu waschen. [2796]
21. Januar 2011 – Ärztezeitung
Tägliche Pendler erkälten sich weniger
Wer täglich mit Tram, Bus oder Bahn unterwegs ist, dem können Grippeviren oder andere Erreger von Erkältungskrankheiten weniger anhaben. Für seltene Nutzer erhöht sich das Risiko, angesteckt zu werden, um das Fünf- bis Sechsfache, nachdem sie ein öffentliches Verkehrsmittel benutzt haben. Bei häufiger Nutzung entwickelt der Körper stärkere Abwehrkräfte. Zu diesem Schluss kommt eine britische Studie an über hundert Personen. [2795]
20. Januar 2011 – UPI Health News
Neuer Medikament-Typ gegen Aids
Ein neu entdecktes Eiweiss (VIR-576) verhindert, dass HI-Viren in menschliche Immunzellen eindringen und diese zerstören können. An der medizinischen Hochschule Hannover sind achtzehn HIV-Positive erfolgreich damit behandelt worden. Anders als bei den bisher üblichen hochwirksamen Anti-Virus-Medikamenten treten dabei nur wenige negative Nebenwirkungen auf. Für den praktischen Einsatz taugt das neue Mittel noch nicht, da es nur durch Infusion verabreicht werden kann. Es wird noch Jahre dauern, bis es als Tablette auf den Markt kommt. [2778]
23. Dezember 2010 – Ärztezeitung
Auch Tiere werden immer dicker
Nicht nur Menschen, sondern auch Hunde, Katzen, Mäuse, Affen und Ratten sind in den letzten Jahrzehnten im Durchschnitt immer dicker geworden. Das zeigt eine Studie der Universität von Alabama. Die Forscher hatten Daten von über zwanzigtausend Tieren aus 24 Populationen mit acht verschiedenen Arten von Säugetieren ausgewertet - darunter auch freilebende. Für die Gewichtszunahme gibt es noch keine Erklärung. Mögliche Ursachen sind unter anderem Infektionen mit Viren, Schadstoffe in der Umwelt, Lichtverschmutzung, zunehmender Stress und der Klimawandel. [2760]
29. November 2010 – Berliner Zeitung
Bald bessere Nasensprays gegen Erkältung?
Eine neue Art von Immunabwehr ist von britischen Forschern entdeckt worden. Sie beruht auf Antikörpern, die Viren auch dann noch bekämpfen, wenn sie bereits in die Zellen der Schleimhaut eingedrungen sind. Nach bisheriger Meinung wären Antikörper nur ausserhalb von Zellen wirksam gewesen. Nun hofft man, mit Hilfe der neuen Antikörper künftig bessere Nasensprays gegen Erkältungen zu entwickeln. [2745]
3. November 2010 – Daily Mirror
Chronische Erschöpfung: Viren im Verdacht
Das Chronische Erschöpfungs- oder Fatigue-Syndrom (CFS) lässt die Betroffenen an allgemeiner körperlicher, geistiger und psychischer Schwäche leiden. In der Schweiz sind schätzungsweise fünfzehn- bis dreissigtausend Menschen davon betroffen, in Deutschland bis zu dreihunderttausend. Jetzt haben Forscher im Blut von CFS-Patienten Spuren von Retroviren entdeckt. Dieser Virustyp baut seine Gensubstanz in die menschliche Erbmasse ein. Was er dort genau bewirkt, ist noch unbekannt und soll in weiteren Studien untersucht werden. [2697]
26. August 2010 – Spiegel
Vuvuzela ist auch Virenschleuder
Die südafrikanische Fan-Tröte schadet nicht nur den Ohren, sondern hilft auch Grippe- und andere Viren verbreiten. Durch die Plastikröhre verbreitet sich die Atemluft eines kranken Menschen viel weiter als durch Husten und Schreien. Auf diese Gefahr weist das Londoner Institut für Hygiene und Tropenmedizin hin. Die Tröpfchen aus der Vuvuzela sind kleiner als beim Husten und bleiben deshalb länger in der Luft. In Südafrika ist zur Zeit Grippesaison. [2644]
15. Juni 2010 – Focus
Hilft Pockenimpfung auch gegen Aids?
Bis in die 1950er Jahre ist die Bevölkerung fast weltweit gegen Pocken geimpft worden. Der Kampf gegen die Pockenviren war so erfolgreich, dass die Pocken als ausgerottet galten und die Impfung überflüssig wurde. Kurze Zeit später begann sich ein anderes Virus weltweit auszubreiten: HIV und die Krankheit Aids. Nun vermuten US-Forscher, die Impfung gegen Pocken habe auch die Verbreitung des HI-Virus verhindert. Diese Vermutung muss aber erst noch genauer untersucht werden, bevor man allenfalls Pockenimpfungen gegen HIV empfehlen könnte. [2598]
19. Mai 2010 – Süddeutsche Zeitung
Die meisten Menschen sind dem HI-Virus schutzlos ausgeliefert. Doch unter zweihundert Infizierten gibt es im Durchschnitt einen, der nur sehr langsam oder überhaupt nicht an Aids erkrankt - selbst wenn er nicht mit antiviralen Medikamenten behandelt wird. Diese Menschen tragen ein bestimmtes Gen, dessen Wirkung nun genauer erforscht werden konnte. Es befähigt Killerzellen des Immunsystems, die HI-Viren gezielt aufzuspüren und zu vernichten. Mit Hilfe dieses Gens hoffen Forscher, künftig einen wirksamen Impfstoff gegen Aids entwickeln zu können. [2580]
9. Mai 2010 – Süddeutsche Zeitung
Stillen kann Baby das Leben retten
Würden 90 Prozent der Mütter ihre Babys sechs Monate lang stillen, könnte das zum Beispiel in den USA jedes Jahr 900 Kindern das Leben retten. Daneben würde es Kosten in Milliardenhöhe einsparen. Zu diesem Schluss kommt eine im Fachblatt Pediatrics veröffentliche Studie. Stillen stärkt die Abwehr des Babys gegen Viren und Bakterien und senkt das Risiko für viele gefährliche Krankheiten im Kindesalter - von Asthma über plötzlichen Kindstod bis zu Leukämie. In den USA liegt die Stillquote knapp über 40 Prozent; in der Schweiz und in Deutschland ist sie um etwa die Hälfte höher. [2511]
6. April 2010 – Spiegel
Die natürliche Müllabfuhr des Immunsystems
Antikörper bildet das Immunsystem nicht nur gegen Viren, Bakterien und andere gefährliche Eindringlinge von aussen. Von Geburt an produziert es auch die natürlichen Antikörper (NAK). Diese spüren im Körper alles auf, was verschlissen ist und daher entsorgt werden muss. Mangel an Bewegung und ungesunde Ernährung fördern den Verschleiss, was die NAK überfordert. Die NAK-Forschung hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen: Man hofft, auf dieser Grundlage bessere Medikamente gegen Krebs und Alzheimer entwickeln zu können. [2483]
18. März 2010 – NZZ
Aids-Erreger versteckt sich im Knochenmark
HI-Viren, Erreger von Aids, nisten sich im Knochenmark der infizierten Menschen ein und überstehen dort alle Angriffe von Medikamenten. Diese sind inzwischen so wirksam, dass sie den Ausbruch der Krankheit um Jahre verzögern können. Das Versteckspiel des Erregers ist mit ein Grund dafür, dass Betroffene die Medikamente ein Leben lang einnehmen müssen und es keine dauerhafte Heilung gibt. Zudem haben in den Ländern des Südens, wo Aids am stärksten wütet, viele Menschen nach wie vor keinen Zugang zu hochwirksamen Medikamenten. [2464]
10. März 2010 – Spiegel
Vitamin D aktiviert Immunzellen
Wer sich im Freien aufhält und die Sonne auf seine Haut scheinen lässt, aktiviert das Immunsystem. Um nämlich die Armee der Killerzellen im Kampf gegen Viren und Bakterien mobil zu machen, ist Vitamin D nötig. Dieses bildet sich in der von Sonne beschienenen Haut. Die immunsteigernde Wirkung des Vitamins haben dänische Forscher kürzlich entdeckt. [2461]
9. März 2010 – Spiegel
Grippetod meist durch Bakterien, nicht Viren
Am gefährlichsten bei einer Grippe sind nicht die Viren, die sie verursacht haben, sondern Bakterien: Als lachende Dritte profitieren sie davon, dass das Immunsystem durch den Kampf gegen die Viren geschwächt ist. Dabei spielen Stresshormone eine wichtige Rolle. Sie dämpfen das Immunsystem und hindern es so daran, allzu heftig zu reagieren und das empfindliche Gewebe der Lunge zu zerstören. Die Kehrseite: Bakterien erhalten so ihrerseits eine Chance, die Lunge zu befallen. [2424]
19. Februar 2010 – Welt
Optimisten sind weniger oft erkältet
Wer sich selbst als optimistisch einstuft, ist bei Kälte und Stress besser vor Viren geschützt als jemand, der sich als Pessimist sieht. Das zeigt eine Studie an achtzig Studentinnen und Studenten während und nach einer Prüfung. Optimismus scheint im Stress die Immun-Abwehr gegen Viren zu stärken. Ob das auch ohne Stress der Fall ist, lässt sich anhand dieser Studie nicht beurteilen. [2413]
15. Februar 2010 – Focus
Weltkrebstag: Risiko lässt sich um 40 % senken
Der heutige Weltkrebstag steht unter dem Motto «Auch Krebs lässt sich vermeiden». Die internationale Vereinigung gegen Krebs (UICC) weist darauf hin, dass 40 Prozent der Krebsfälle vermeidbar wären: Durch regelmässige Bewegung, gesunde Ernährung, Nichtrauchen und Impfung gegen krebserregende Viren. [2374]
4. Februar 2010 – Ärztezeitung
Forscher verwandeln Hautzellen in Nervenzellen
Mittels Viren haben Gen-Techniker die Erbmasse von Hautzellen bei Mäusen so verändert, dass sie sich innerhalb nur einer Woche in Nervenzellen verwandelt haben. Diese haben untereinander mittels von Synapsen Verbindung aufgenommen wie in einem normalen Hirn. Dass es bei Mäusen funktioniert, ist ein zwar wichtiger, aber bloss erster Schritt. Bevor man die Technik bei Menschen anwenden kann, muss man sicher sein, dass die eingeschleusten Gene die Hautzellen nicht in bösartige Krebszellen verwandeln. [2356]
29. Januar 2010 – Spiegel
Hunger stärkt Abwehr gegen Bakterien und Viren
Statt teure Joghurts zu kaufen, die laut Werbung die Abwehrkräfte fördern sollen, könnte man auch einfach weniger essen. Bei Mangel an Kalorien und sinkendem Insulinspiegel produziert nämlich der Körper mehr Killerstoffe gegen Bakterien und Viren, vor allem in der Haut und in der Lunge. Diese Abwehrstrategie haben Forscher der Uni Bonn entdeckt. Ist ein Schnupfen oder eine Grippe im Anzug, könnte es sich also lohnen, eine Weile lang nichts zu essen und stattdessen mehr Tee zu trinken. [2327]
22. Januar 2010 – Spiegel
Tamiflu-Resistenz jetzt auch in der Schweiz
Bei zwei Patienten mit Schweinegrippe in der Schweiz hat man H1N1-Viren entdeckt, die gegen das Medikament Tamiflu weniger empfindlich reagieren als die bisher bekannten Viren. Dies war zu erwarten, nachdem solche Fälle schon in Deutschland und anderen europäischen Ländern aufgetreten sind. Gefährlich seien die resistenten Viren nur für Patienten mit einem schon geschwächten Immunsystem, nicht aber für die breite Bevölkerung, sagt das Bundesamt für Gesundheit (BAG). [2231]
23. Dezember 2009 – NZZ
Bei zwei Patienten mit Schweinegrippe in Deutschland lässt sich die Krankheit nicht mit Tamiflu behandeln, weil die Viren gegen das Mittel unempfindlich sind. Die Resistenz von H1N1-Viren gegen Tamiflu ist zuerst in Norwegen und Grossbritannien entdeckt worden. Sie breitet sich offenbar nach Süden aus und dürfte wohl auch die Schweiz erreichen. [2220]
19. Dezember 2009 – Berliner Zeitung
Wann kommt der Super-Impfstoff gegen Grippe?
Jedes Jahr lassen sich weltweit über dreihundert Millionen Menschen gegen Grippe impfen. Der Impfstoff wird seit sechzig Jahren nach der gleichen Methode hergestellt. Pro Impfdosis braucht es ein Hühnerei, in dem die Viren gezüchtet und dann abgetötet werden. Die Forschung nach wirksameren Methoden läuft auf Hochtouren. Am vielversprechendsten ist der Plan, eine Impfung gegen alle Varianten des sehr wandelbaren Grippevirus zu entwickeln. Im Visier der Forscher steht ein Protein im Innern des Virus, das bei allen Viren gleich ist. Bis zu einer Anwendung dürften aber noch viele Jahre vergehen. [2211]
17. Dezember 2009 – NZZ
Schnupfen und Rauchen die grössten Risiken für Asthma
Das Risiko, als Erwachsene Asthma zu bekommen, wird vor allem von zwei Faktoren bestimmt: Gefährdet ist vor allem, wer häufig Schnupfen hat und wer Tabak raucht. Zu diesem Schluss kommt eine Studie an über fünfzehnhundert Personen in Australien. Gegen dieses Risiko kann man also einiges selber tun, indem man sich im Frühling und Sommer gegen Pollen und im Winter gegen Viren schützt, und indem man nicht raucht. [2132]
14. September 2009 – PubMed PMID: 19703063
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