
News zu Verdauung
Lunge: Besser Kiffen statt Rauchen?
Jahrelanges regelmässiges Kiffen von Cannabis (Marihuana, Haschisch) schade der Lunge nicht - ganz im Gegensatz zum Rauchen von Tabak. Das will eine Studie mit über fünftausend jüngeren Personen in den USA herausgefunden haben. Ob der Rauch aus Haschisch harmloser sei als jener aus Tabak, ist damit aber nicht bewiesen: Kiffer konsumieren im Durchschnitt drei Joints pro Monat, Raucher dagegen dreihundert Zigaretten. Seit Paracelsus ist bekannt: Die Menge macht das Gift. Zudem steht Cannabis im Verdacht, dem Gehirn und der Verdauung zu schaden. [3021]
12. Januar 2012 – Ärzteblatt
Darmflora beeinflusst Stimmung
Gute Laune und die Fähigkeit, mit Stress zu leben, hängen offenbar auch von Bakterien im Darm ab: Labormäuse werden ängstlich, wenn man ihre Darmflora zerstört. Menschen mit Verdauungsstörungen leiden oft an Angst, Depressionen und Autismus. [2871]
20. Mai 2011 – Ärztezeitung
Bakterien im Darm können dick machen
Hunderte von Millionen Bakterien bilden die Darmflora des Menschen. Sie hilft bei der Verdauung mit. Forscher haben nun herausgefunden, dass es drei verschiedene Typen von Darmflora gibt. Sie unterscheiden sich unter anderem darin, wie wirksam sie dem Darm helfen, Nährstoffe aufzunehmen. Menschen mit einer gut verwertenden Darmflora neigen zu Übergewicht. Dieses hofft man mit den neuen Erkenntnissen über Darmtypen künftig besser behandeln zu können. [2854]
27. April 2011 – Welt
Zum Fondue besser Tee als Wein
Wer den traditionellen Weisswein zum Fondue trinkt, dem liegt die Käsespeise deutlich länger im Magen als mit Schwarztee oder Wasser. Auch ein Gläschen Schnaps danach hilft nicht beim Verdauen - ganz im Gegenteil. Alkohol in jeder Form ist also schlecht für die Verdauung. Zu diesem Schluss kommt ein Experiment mit zwanzig Freiwilligen an der Universität Zürich. [2773]
16. Dezember 2010 – Ärztezeitung
Gelbwurz könnte der Leber gut tun
Das asiatische Gewürz Kurkuma, Gelbwurz, macht die Leber von genetisch veränderten Mäusen widerstandsfähiger gegen Entzündung und Gallenstau. Vieles spricht dafür, dass das in der asiatischen Küche beliebte gelbe Pulver auch gut für die menschliche Leber sein könnte. In China und Indien schätzt man die verdauungsfördernde und entzündungshemmende Wirkung von Kurkuma schon seit langem. [2497]
25. März 2010 – Welt
Fitness senkt Risiko für Krebs im Verdauungstrakt
Fitte Personen haben ein um zwei Drittel niedrigeres Risiko für Leberkrebs als unfitte. Beim Krebs des Enddarmes (colorectal) senkt sich das Risiko um fast die Hälfte, beim Dickdarm insgesamt noch immer um mehr als ein Drittel. Zu diesem Ergebnis kommt eine Langzeitstudie an über dreissigtausend Männern zwischen 20 und 88 Jahren in den USA. Dies ist bisher die grösste Studie zu diesem Thema. Sie zeigt erstmals, dass ausser dem Dickdarm auch andere Organe des Verdauungstrakts von der schützenden Wirkung der Fitness profitieren. [2067]
23. März 2009 – PubMed PMID: 19293313
Überall dort, wo sich oft parasitische Würmer im Verdauungstrakt der Menschen breit machen, sind Asthma und andere allergische Krankheiten selten. Auf Grund von mehreren Studien vermutet man, dass die Abwehr gegen Würmer bestimmte Zellen des Immunsystems so trainiert, dass diese weniger empfindlich auf ungefährliche Reize wie etwa Pollen oder Milbenkot reagieren. Seit einigen Jahren macht man sich diese Wirkung bei der Wurmtherapie gegen Allergien zu Nutze, indem man die Patienten gezielt mit schwachen, ungefährlichen Würmern oder Wurmeiern infiziert. [2022]
19. Januar 2009 – PubMed PMID: 19128351
Passivrauchen fördert Durchfall bei Baby
Wenn Mütter rauchen, setzt dies ihre Babys vielen Gefahren für die Gesundheit aus. Besonders stark betroffen sind natürlich die Atemwege. Doch das Passivrauchen kann auch die Verdauung angreifen, wie eine türkische Studie an über zweihundert Säuglingen und Kleinkindern zeigt: Das Risiko für Durchfall steigt um mehr als das Doppelte an. [1946]
25. September 2008 – PubMed PMID: 18661811
Gesunde Zähne senken das Risiko für Krebs, vor allem im Mund und im Verdauungstrakt, im Pankreas und in den Lungen. Als Ursache hat man vor allem das Rauchen vermutet, das sowohl Krebs fördert als auch die Zähne schädigt. Doch neue Studien zeigen, dass das Rauchen allein den Zusammenhang nicht erklären kann. Auch die Entzündungen der kranken Zähne könnten eine wichtige Rolle spielen. [1872]
23. Mai 2008 – PubMed PMID: 18478344
Lösliche Fasern verbessern Cholesterinwerte
Pektin, Guar, Psyllium und Beta-Glukan sind in Wasser lösliche, aber unverdauliche Bestandteile der Nahrung. Sie binden Gallensäuren und fördern so die Verdauung. Das regt die Leber an, mehr Gallensäure zu bilden. Als Baustein dient vor allem das LDL-Cholesterin. Die sinnvolle Verwendung dieses Cholesterins verhindert, dass es sich an den Wänden der Arterien ablagern und so Herz und Kreislauf gefährden kann. [1816]
4. März 2008 – PubMed PMID: 18302966
Hafer und Haferkleie sind besonders reich an der löslichen Faser Beta-Glukan. Diese regelt die Verdauung, gleicht Schwankungen des Blutzuckers aus, senkt den Spiegel des ungesunden LDL-Cholesterins und aktiviert die Funktion der Galle. Hafer enthält zudem zahlreiche wichtige Vitamine, Mineralien, Fette und Einweisse. [1815]
3. März 2008 – PubMed PMID: 18301937
Muttermilch enthält vier Arten von Bifidus-Bakterien, die für eine gesunde Darmflora des Menschen wichtig sind. Babys, die mit der Brust gestillt werden, haben deshalb deutlich weniger Probleme mit der Verdauung als Flaschenkinder. [1645]
3. Juli 2007 – PubMed PMID: 17596738
Lebensqualität beeinflusst Verdauung
Menschen, die mit ihrem Leben zufrieden sind, leiden zwei- bis dreimal seltener an Magen- und Darmbeschwerden als Personen mit einer schlechten Lebensqualität. Das zeigt eine Studie an über dreitausend Personen in Leeds. [1578]
1. April 2007 – Gut 2007;56:321
Reizdarm: Ursache im Hirn suchen
Neuerdings suchen Forscher die Ursache von Verdauungsstörungen wie Reizdarm nicht mehr nur im Unterleib. Sie untersuchen den Kopf des Patienten mit dem Tomografen und fahnden nach Strukturen, die auf Stress und andere psychische Probleme hinweisen. Diese könnte man dann mit Medikamenten behandeln oder psychologisch angehen. [1061]
8. Juni 2005 – Gut 2005;54:569
Baby: Getreidebrei erst ab dem vierten Monat
Wer seinem Baby schon in den ersten drei Monaten des Lebens Weizen, Gerste oder Roggen gibt, macht es anfällig auf Allergie gegen Gluten (Kleber) mit ernsten Problemen der Verdauung (Zöliakie). Ideal ist der erste Brei zwischen dem vierten und dem sechsten Monat. Bei einem späteren Erstkontakt steigt das Risiko wieder. Zu diesem Schluss kommt eine Studie an über tausend Babys in Denver. [1049]
23. Mai 2005 – JAMA 2005;293:2343
Crohn: Fischöl und Antioxidantien könnten helfen
Die Crohn-Krankheit, eine Entzündung des Darmes, schadet auch außerhalb der Verdauung. Unter anderem schwächt sie die Knochen. Fischöl und die Vitamine A, C und E können dem entgegenwirken. Das hat eine Studie an 31 Patienten gezeigt, bei denen sich die Blutwerte günstig entwickelt haben. [928]
3. Dezember 2004 – Am J Clin Nutrition 2004;80:1137
Sternanis: Vorsicht bei Kindern!
Sternanis ist ein beliebtes Gewürz in Weihnachtsgebäck. Doch die japanische Sorte von Sternanis kann bei kleinen Kindern Beschwerden der Verdauung und des Nervensystems auslösen. Chinesischer Sternanis ist besser verträglich. [919]
22. November 2004 – Pediatrics 2004;114:e653
Faserreich essen ist offenbar nicht nur gut für die Verdauung, sondern auch für die Atemwege: Schleimiger Husten tritt seltener auf. Das zeigt eine Studie an über sechzigtausend Menschen in Singapur. [868]
10. September 2004 – Respiratory + Critical Care 2004;170:279
Auch die Idee von «Fett» liegt schwer auf dem Magen
Wer glaubt, fett zu essen, fühlt sich danach voller und hat mehr Blähungen - auch wenn die Mahlzeit gar nicht fett war. Das hat ein Blindversuch an 15 Patienten mit Verdauungsbeschwerden gezeigt. [598]
1. Oktober 2003 – Gut 2003;52:1414
Langes Stillen bringt Vorteile
Babys, die sechs Monate lang ausschließlich Muttermilch bekommen, sind im Alter von einem Jahr größer und haben einen größeren Kopfumfang als Babys, die nur drei Monate lang gestillt werden. Stillen zwischen dem dritten und dem sechsten Monat reduziert auch markant das Risiko für Verdauungsstörungen. [548]
4. August 2003 – Am J Clin Nutrition 2003;78:291
Simpel, aber wirksam: Wer sich täglich die Hände mit Seife wäscht, erkrankt seltener an Durchfall. Im menschlichen Darm siedeln mindestens 20 Arten von Erregern, die Durchfall verursachen, wenn sie über den Mund in den Verdauungstrakt gelangen. [464]
11. Mai 2003 – British Medical Journal 2003;326:1008
Übergewicht erhöht das Risiko für Krebs, insbesondere im Verdauungstrakt. Nach neuster Schätzung ist Übergewicht verantwortlich für 14 Prozent der Krebstoten bei Männern und für 20 Prozent bei Frauen in den USA. [448]
24. April 2003 – N Engl J Medicine 2003;348:1625
Eier als Hauptquelle von Salmonellen
Rohe und halbgekochte und gebratene Eier, z.B. Spiegeleier, oder selbst gemachte Desserts und Eiscremes, die Eier enthalten, sind die wichtigste Quelle von Salmonellen. Diese Erreger verursachen Entzündungen der Verdauungswege. Das Risiko steigt durch den Eikonsum um das Doppelte bis Vierfache. Das zeigt eine Untersuchung in Dänemark. [266]
29. September 2002 – Am J Epidemiology 2002;156:654
Bei Verdauungsbeschwerden hat der Arzt bisher ein Instrument (Endoskop) durch den After eingeführt, um nach den Ursachen zu suchen. Jetzt zeigt sich, dass ein einfacher Atemtest, der eine Entzündung der Darmschleimhaut nachweist, ebenso gut und sicher ist. [116]
30. April 2002 – British Medical Journal 2002;324:999
Reizdarm schlimmer während der Periode
Bei Frauen, die an Reizdarm (Reizkolon) leiden, reagiert der Darm empfindlicher während der Menstruation. Bei Frauen mit gesunder Verdauung wirkt die Periode nicht negativ. [88]
2. April 2002 – Gut 2002;50:471
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Zu dieser Sendung
Verdauung und Darmflora
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