Gesundheitstelegramm: Unfälle

News zu Unfälle

Wer Schlafmittel nimmt, stirbt früher

Schlafmittel auf ärztliches Rezept vervierfachen das Risiko, in den nächsten zwei bis drei Jahren zu sterben. Das zeigt eine Studie mit über dreissigtausend Personen in den USA. So deutlich der Zusammenhang, so unklar bleibt seine Ursache: Sind die Mittel an sich schädlich, oder erhöht Schlafmangel das Risiko, zum Beispiel durch Unfälle im Strassenverkehr? Wie auch immer - es lohnt sich, zuerst abends weniger fernzusehen, zu essen, Alkohol zu trinken und über Probleme zu grübeln, bevor man Tabletten einwirft. [3054]

28. Februar 2012  –  Süddeutsche Zeitung

Cannabis am Steuer ähnlich wie Alkohol

Das Risiko für einen Verkehrsunfall verdoppelt sich nach dem Konsum von Cannabis, was etwa der Wirkung von 0,8 Promille Alkohol im Blut entspricht. Besonders markant ist die Zunahme der tödlichen Unfälle. Das hat die Auswertung von neun Studien mit fast fünfzigtausend Personen ergeben. [3045]

15. Februar 2012  –  Ärzteblatt

Verpasster Schlaf lässt sich nachholen

Schlafmangel verringert Konzentration und Reaktionszeiten, macht müde und fördert Unfälle. Nach ein paar Nächten mit zehn Stunden Schlaf ist auch ein grösseres Defizit wieder ausgeglichen, für ein kleineres genügt schon eine einzige lange Nachtruhe. Das zeigen Experimente an der Uni Philadelphia. Menschen mit chronischem Schlafmangel leben gefährlich: Das Herz leidet, Diabetes droht, und das Immunsystem vermag Krankheiten weniger gut zu bekämpfen. [2681]

4. August 2010  –  Spiegel

Immer mehr Kinder leiden an Diabetes

Es gab noch Zeiten, als man Diabetes vom Typ 2 «Altersdiabetes» nannte. Tempi passati: Heute tritt die Krankheit immer häufiger schon bei Kindern auf. In Deutschland erkranken jedes Jahr 200 Kinder daran. Grund: Sie bewegen sich zu wenig, essen ungesund und werden zu dick. Viele Eltern haben Angst vor Unfällen und bringen ihre Kinder per Auto zur Schule. Zu Hause sitzen sie vor dem Computer, statt draussen zu spielen. [2589]

13. Mai 2010  –  Welt

Mit leichter Demenz noch fahrtüchtig

Drei Viertel der Menschen im Frühstadium einer Demenz würden die praktische Fahrprüfung noch bestehen. Zu diesem Schluss kommen Ärzte der amerikanischen Akademie für Neurologie. Sie raten davon ab, feste Vorgaben für ein Fahrverbot aufzustellen. Der richtige Zeitpunkt, mit dem Fahren aufzuhören, hänge von vielen Faktoren ab: Wichtige Hinweise seien etwa ein Rückgang der gefahrenen Kilometer, Unsicherheit bei Fahrten in der Nacht oder bei Regen, zunehmende Verstösse gegen Verkehrsregeln oder gar leichte Unfälle. [2530]

15. April 2010  –  Ärzteblatt

Vorsicht Pollen am Steuer

Allergiker müssen in diesen Tagen am Steuer besonders gut aufpassen: Niesen, Schnupfen und tränende Augen können zu Unfällen führen. Geschlossene Türen und Fenster und eine eigeschaltete Klimaanlage (mit Pollenfilter) bieten den besten Schutz dagegen. Am intensivsten ist der Pollenflug in den Zeiten des morgendlichen und abendlichen Berufsverkehrs. [2499]

26. März 2010  –  Welt

Lawinen: Schutzgeräte sind lebenswichtig

Wer im Hochgebirge Schneetouren unternimmt, braucht erstens einen Airbag und zweitens einen Ortungssender. Der Airbag senkt das Risiko, in einer Lawine umzukommen, von 19 auf 3 Prozent. Bei Personen, die völlig verschüttet werden, senkt ein Ortungssender die Dauer der Verschüttung im Durchschnitt von 125 auf 25 Minuten und verdoppelt die Chance des Überlebens. Dies ist das Fazit einer Studie, die über 1500 Unfälle bei Lawinen im Alpenraum ausgewertet hat. [1676]

16. August 2007  –  PubMed PMID: 17689170

Bluterkrankheit betrifft auch Frauen

An Bluterkrankheit (Hämophilie) leiden fast nur Männer. Das Leiden, ein Ausfall der Blutgerinnung, ist erblich und wird per X-Chromosom von Müttern auf ihre Söhne übertragen. Die Trägerinnen sind von der Krankheit ebenfalls betroffen, wie neue Untersuchungen in den Niederlanden zeigen: Die Blutgerinnung ist etwa um die Hälfte vermindert. Das kann zu übermäßigen Blutungen führen, etwa nach Unfällen oder Operationen. [1382]

26. Juli 2006  –  Blood 2006;108:52

Hoher IQ schützt vor frühem Tod

In Schweden müssen alle Rekruten einen IQ-Test absolvieren. Nach den Jahrgängen von 1949 bis 1951 hat man dreißig Jahre später in den Sterberegistern gesucht. Dabei hat sich gezeigt, dass jene mit einem hohen IQ deutlich seltener verstorben sind als jene mit einem niedrigen IQ. Das gilt für alle bekannten Ursachen, von Herzinfarkt über verschiedene andere Krankheiten bis zu Unfällen, Mord und Totschlag. [1339]

11. Juni 2006  –  Int J Epidemiology 2006;35:665

Boomt Wirtschaft, sinkt Lebenserwartung

In den neunziger Jahren ist die Lebenserwartung in den USA gesunken, parallel zum wirtschaftlichen Aufschwung. In der Rezession zuvor hatte man noch beobachtet, dass die Menschen im Durchschnitt älter werden. Gründe sind wahrscheinlich mehr Unfälle durch Verkehr, mehr Stress bei der Arbeit, weniger Zeit für soziale Kontakte, mehr Suchtmittel und ungesünderes Essen. In einer Rezession dagegen entwickeln sich außer den Selbstmorden die meisten Faktoren in eine positive Richtung. [1208]

30. Dezember 2005  –  Int J Epidemiology 2005;34:1194

Handy am Steuer: 4-mal mehr Unfälle

Wer am Steuer telefoniert, egal ob mit oder ohne Freisprechgarnitur, erhöht sei Risiko für einen Unfall um das Vierfache. Das zeigt eine Statistik an über 400 Unfallfahrern in Australien. [1114]

22. August 2005  –  British Medical Journal 2005;331:428

Unter 15 immer auf den Rücksitz!

Airbags schützen bei einem Unfall nur Personen, die mindestens 15 Jahre alt sind. Jüngere Menschen kann der Airbag schwer verletzen. Das zeigt die Auswertung von über dreitausend Unfällen mit ausgelösten Airbags in den USA. Die Altersgrenze von 12 Jahren in den bisherigen Empfehlungen ist also nach oben zu korrigieren. [1083]

8. Juli 2005  –  Pediatrics 2005;115:1579

Von Mitfahrer erschlagen

Jede fünfte Person, die trotz Gurt in einem Unfall stirbt, wird von einem Passagier erschlagen, der hinten im Auto sitzt und nicht angegurtet ist. Das zeigt eine Auswertung aller Verkehrsunfälle aus den letzten zehn Jahren in den USA. Wer sicher sein will, sollte also unbedingt alle Mitfahrer dazu anhalten, sich anzuschnallen. [697]

23. Januar 2004  –  JAMA 2004;291:343

Lebenserwartung in Russland sinkt weiter

In Russland werden Männer im Durchschnitt nur noch 59 Jahre alt, Frauen 72 Jahre. Die wichtigsten Gründe für den frühen Tod sind Herzkrankheiten, Selbstmorde, Tötungen, Vergiftung und Unfälle. Oft ist Alkohol mit im Spiel. [623]

25. Oktober 2003  –  British Medical Journal 2003;327:964

Kindersitz bis 7 Jahre

Kinder im Alter zwischen 4 und 7 Jahren sind bei Unfällen in einer an den Gurten befestigten Sitzschale doppelt so gut geschützt wie von den Gurten allein. Die Schale verhindert vor allem Verletzungen von Hals, Rücken, inneren Organen und Beinen. Das zeigt eine US-Studie. [489]

5. Juni 2003  –  JAMA 2003;289:2835

Weniger Unfälle nach Staroperation

Personen über 65, die an grauem Star leiden, haben ein höheres Risiko für Unfälle im Straßenverkehr. Nach einer Staroperation sinkt dieses Risiko auf die Hälfte. [228]

22. August 2002  –  JAMA 2002;288:841

Ledige Mütter leben kürzer

Sie sterben häufiger an Lungenkrebs, Selbstmord, Gewalt und Verkehrsunfällen. [171]

24. Juni 2002  –  Int J Epidemiology 2002;31:573

Gurt schützt viel besser als Airbag

Ein Sicherheitsgurt verhindert im Schnitt 65 Prozent der möglichen Todesfälle bei Autounfällen, ein Airbag nur gerade 8 Prozent. [130]

14. Mai 2002  –  British Medical Journal 2002;324:1119

Mehr Unfälle mit Kindern aus armen Familien

Dabei verunfallen 5- bis 19jährige häufiger mit dem Velo, 15- bis 19jährige auch häufiger als Lenker oder Mitfahrer in Autos. [46]

19. Februar 2002  –  British Medical Journal 2002;324:393

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