
News zu Umwelt
Gen-Analyse kann Krebs nicht vorhersagen
Immer mehr Menschen lassen sich ihr Genom analysieren und hoffen dann, aus den gelieferten Daten die Risiken für verschiedene Krankheiten erfahren zu können. Bei vielen Krebsarten, obwohl in der Analyse aufgelistet, versagt die Methode allerdings: Der grösste Teil des Risikos komme nicht aus den Genen, sondern aus der Umwelt, sagen amerikanische Gen- und Krebsforscher. [3081]
5. April 2012 – Ärzteblatt
Muskeln sind wichtig für die Bewegung und auch für den Stoffwechsel. Sie enthalten zahlreiche Gene, die aber bei Bewegungsmangel «einrosten». Schon nach einem einzigen Training beginnen sie wieder zu arbeiten, allerdings nur für kurze Zeit. Das zeigt ein Experiment mit vierzehn Personen in Stockholm. Dass die Gene so schnell auf Umwelteinflüsse reagieren, hatten die Forscher nicht erwartet. So schnell die positive Wirkung des Sports, so kurzfristig ist sie allerdings. Dies bestätigt eine alte Regel: Mässig, aber regelmässig ist am besten. [3060]
7. März 2012 – Welt
Mehr Asthma wegen Elektrosmog?
Wenn schwangere Frauen elektromagnetischen Feldern - Strahlung von Haushaltgeräten - ausgesetzt sind, steigt das Risiko für Asthma bei ihren Kindern. Das zeigt eine Studie an 130 Kindern in den USA. Doch die meisten Forscher zweifeln daran, dass «Elektrosmog» als Ursache in Frage kommt. Viel eher steigt mit der Zahl von Elektrogeräten im Haushalt auch die Belastung der Luft mit Staub und Umweltchemikalien. [2916]
4. August 2011 – Ärzteblatt
Wie lange bleibt radioaktive Strahlung gefährlich?
In den ersten vier Tagen nach dem Atomunfall sind aus dem Reaktor von Fukushima im Vergleich zur Gesamtmenge aus Tschernobyl etwa halb so viel radioaktives Cäsium und etwa ein Fünftel so viel radioaktives Jod in die Umwelt gelangt. Jod zerfällt schnell: Bei einer Halbwertszeit von wenigen Tagen ist es nach drei Monaten vollständig abgebaut. Cäsium hingegen hat eine Halbwertszeit von 30 Jahren. Es gelangt über die Nahrung (z.B. Blattgemüse, Milch) in den Organismus. Besonders gefährlich ist Strontium, das an Stelle von Kalzium in die Knochen eingebaut wird. [2832]
23. März 2011 – NZZ
Strahlung: Wie hoch das Krebsrisiko steigt
Durchschnittlich erkranken 40 von 100 Menschen im Lauf ihres Lebens an Krebs. Nach einer Strahlendosis von 100 Millisievert steigt diese Zahl um eine Person auf 41, schätzt Albrecht Kellerer von der deutschen Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung. 100 Millisievert ist die Dosis, die ein Mensch normalerweise aus natürlichen Quellen und Röntgenaufnahmen in 25 Jahren aufnimmt – oder der ein Arbeiter auf dem Katastrophengelände von Fukushima zeitweise innerhalb von fünf bis zehn Minuten ausgesetzt war. [2828]
17. März 2011 – FAZ
Der Clean Air Act, das amerikanische Gesetz zum Schutz der Luft gegen Schadstoffe, verhindert pro Jahr 160'000 vorzeitige Todesfälle, 130'000 Herzinfarkte, 1,7 Millionen Asthmaanfälle und 3,2 Millionen Tage Schulabsenzen. Diese Bilanz zieht die amerikanische Umweltbehörde EPA. Sie warnt davor, die Umweltauflagen aus wirtschaftlichen Überlegungen zu lockern. [2823]
8. März 2011 – UPI Health News
Stehen Nervenzellen im Gehirn unter Stress, brauchen sie ein bestimmtes Eiweiss auf, das die Zellen vor Stress schützt. Ist der Schutzstoff aufgebraucht, beginnt die Zerstörung der Hirnzellen. Diesen Mechanismus haben japanische Forscher entdeckt. Er zeigt möglicherweise eine Ursache von Alzheimer und anderen nervenzerstörenden Krankheiten auf. Auf der Ebene der Zellen bedeutet Stress nicht nur psychische Spannungen, sondern auch Belastung durch Schadstoffe in der Umwelt. [2771]
14. Dezember 2010 – Ärzteblatt
Auch Tiere werden immer dicker
Nicht nur Menschen, sondern auch Hunde, Katzen, Mäuse, Affen und Ratten sind in den letzten Jahrzehnten im Durchschnitt immer dicker geworden. Das zeigt eine Studie der Universität von Alabama. Die Forscher hatten Daten von über zwanzigtausend Tieren aus 24 Populationen mit acht verschiedenen Arten von Säugetieren ausgewertet - darunter auch freilebende. Für die Gewichtszunahme gibt es noch keine Erklärung. Mögliche Ursachen sind unter anderem Infektionen mit Viren, Schadstoffe in der Umwelt, Lichtverschmutzung, zunehmender Stress und der Klimawandel. [2760]
29. November 2010 – Berliner Zeitung
Alte Ägypter hatten kaum Krebs
Krebsspezialisten der Universität Manchester in England haben zahlreiche altägyptische Mumien mit modernsten Scannern untersucht und dabei nur sehr selten Krebsknoten gefunden. Wenn sie welche fanden, dann waren sie durch die Konservierung sogar noch besser erhalten geblieben als das gesunde Gewebe. Daraus schliessen die Forscher, dass Krebs erst durch die moderne Industriegesellschaft entstanden sei. Sie vermuten vor allem Umweltverschmutzung und veränderte Nahrungsmittel als Ursachen. [2737]
21. Oktober 2010 – Medical News Today
Warum Homöopathie ein so gutes Geschäft ist
Hunderte von Millionen Euro Umsatz pro Jahr machen Hersteller von homöopathischen Präparaten allein in Europa - obwohl die stark verdünnten Mittel nachweislich keinen Wirkstoff enthalten und keine einzige Studie eine Wirkung belegen kann, die besser ist als ein Placebo. Eine Theorie britischer und amerikanischer Psychologen versucht jetzt zu erklären, wie dieser Erfolg zustande gekommen sein kann, ebenso wie der weit verbreitete Glaube an Übernatürliches (Psi, Esoterik, Religion): Der Urmensch konnte in einer chaotischen und gefährlichen Umwelt am besten überleben, wenn er zwischen gleichzeitigen Vorgängen blitzschnell einen Zusammenhang oder eine gemeinsame Ursache vermutet hat - etwa einen Löwen hinter einer plötzlichen Bewegung von Steppengras. Das uralte Überlebensprogramm hat zur Entstehung von Hirnstrukturen geführt, die heute noch funktionieren und das Denken der Menschen mitbestimmen: Fast reflexartig nehmen sie zwischen einem vorausgehenden und einem nachfolgenden Ereignis einen Zusammenhang an - etwa zwischen der Futterbox-Wahl des Kraken Paul und dem Ausgang von Fussballspielen. [2668]
19. Juli 2010 – Spiegel
Mädchen immer früher geschlechtsreif
Schon mit neun Jahren treten Mädchen heute in die Pubertät ein - im Durchschnitt ein Jahr früher als noch 1991 und mehr als fünf Jahre früher als noch vor hundertfünfzig Jahren. Das berichten Forscher der Uniklinik Kopenhagen. Sie schlagen Alarm, weil eine sehr frühe sexuelle Entwicklung die Mädchen psychisch überfordern kann. Auch die Risiken für Brustkrebs und Herzkrankheiten nehmen zu. Als Ursachen für die frühe Reife gelten eine bessere Ernährung und ein hoher Fleischkonsum. Aber auch Umweltchemikalien mit hormonähnlichen Eigenschaften, etwa Bisphenol A, kommen in Frage. [2646]
17. Juni 2010 – Welt
Jahr für Jahr leiden immer mehr Menschen an Heuschnupfen und anderen Allergien. Schuld daran sei unter anderem eine übertriebene Hygiene, behauptet Duy Delespesse von der Uni Montreal. Der kanadische Mediziner kritisiert, dass moderne Kinder immer weniger mit Bakterien in Berührung kommen. Das unterfordere ihr Immunsystem, das dann übertrieben auf Pollen und andere Reizstoffe in der Umwelt reagiere. [2565]
1. Mai 2010 – Standard
Vulkanasche keine Gefahr für Gesundheit
Die Asche aus der Vulkaneruption in Island sei keine Gefahr für die Gesundheit, weil sie sich in höheren Luftschichten befinde und weil sie natürlichen Ursprungs sei, anders als der Feinstaub aus dem Strassenverkehr. Zu diesem Schluss kommt das deutsche Umweltbundesamt. [2538]
19. April 2010 – Welt
Schmutzige Luft verkürzt das Leben
Um bis zu neun Jahre verkürzt schmutzige Luft das Leben von Menschen, die in stark durch Abgase belasteten Gebieten in der Nähe viel befahrener Verkehrsadern wohnen. Das hat die Umweltkommission des britischen Unterhauses herausgefunden. Zu den grössten Umweltverschmutzern in der Nähe von Wohngebieten gehört der Güterverkehr auf den Strassen. Zu den gefährlichsten Verschmutzungen gehören Feinstaub, schwefelhaltige Dämpfe und Russ, gefolgt von Stickoxid und Ozon. [2509]
31. März 2010 – Standard
Lebenserwartung: Drei Viertel sind beeinflussbar
Wie alt ein Mensch wird, liegt nur zu einem Viertel in den Genen, aber zu drei Vierteln in seinem Verhalten und in der Umwelt. In den Ländern mit der höchsten Lebenserwartung hat diese jeweils alle zehn Jahre um zweieinhalb Jahre zugenommen. Dieser Trend läuft seit 170 Jahren. Zugenommen hat nur die gesunde Lebensspanne, deshalb sind sehr alte Menschen nicht länger pflegebedürftig als jüngere Senioren. Ein sehr hohes Alter erreichen mehr Frauen als Männer. Doch der Anteil von Gesunden ist bei den hochbetagten Männern grösser als bei den Frauen. [2498]
25. März 2010 – Süddeutsche Zeitung
Tofu statt Fleisch schadet der Umwelt
Wer statt einheimischem Rind oder Schwein das rein vegetarische Produkt Tofu auf den Teller bringt, isst nicht etwa ökologischer. Ganz im Gegenteil, denn für Soja-Plantagen wird in der Dritten Welt oft Urwald gerodet, und die Herstellung von Tofu verschlingt viel Energie. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Uni Cranfield. Nach Ansicht der britischen Forscher nützen Vegetarier der Umwelt nur, wenn sie das Fleisch durch Brot, Pasta, Kartoffeln und Gemüse ersetzen. [2409]
13. Februar 2010 – Daily Mail
Abgase machen ein Drittel der Amerikaner krank
Weniger als dreihundert Meter von einer stark befahrenen Strasse leben 30 Prozent der Amerikaner. Sie alle werden durch die Abgase kränker. Vor allem Kinder leiden an Asthma und anderen Krankheiten der Atemwege. Die Erwachsenen erleiden mehr Herzinfarkte und Schlaganfälle. Neben den Abgasen sind vermutlich auch der Lärm und die oft schlechteren Wohnungen an den exponierten Lagen für die gesundheitlichen Nachteile verantwortlich. Wer dort lebt, gehört meist zur Unterschicht und lebt weniger gesund als der besser verdienende Teil der Bevölkerung. Es ist die Mischung aus schlechter Umwelt und ungesundem Lebensstil, die Menschen an Verkehrsadern krank macht. [2299]
15. Januar 2010 – Ärzteblatt
Rauchen verdoppelt Risiko für Schuppenflechte
Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine nicht ansteckende, schuppende Entzündung der Haut. Die Neigung dazu ist zwar zum grossen Teil angeboren. Doch ob die Psoriasis dann auch ausbricht, hängt unter anderem von der Umwelt und vom Lebensstil ab. Unter Rauchern ist Psoriasis doppelt so häufig wie bei Menschen, die nie geraucht haben. Dies zeigt eine Studie an mehr als 18'000 Personen in Norwegen. [2291]
13. Januar 2010 – Ärztezeitung
Fisch essen: Nutzen größer als Risiko
Fisch gilt als gesund wegen seines hohen Anteils an Omega-3-Fetten. Fisch gilt aber auch als problematisch, weil er mit Giften verunreinigt sein kann. Nach einer Auswertung zahlreicher Studien kommt jetzt Entwarnung: Fisch ist gesund, man sollte ihn regelmäßig essen, denn der Nutzen für Herz und Kreislauf ist gut nachgewiesen. Eine mögliche Belastung durch Umweltgifte ist unerheblich. [1445]
23. Oktober 2006 – JAMA 2006;296:1885
Ob ein Mensch je an Nierensteinen leidet, ist zu etwa 90 Prozent durch die Gene bestimmt und nur zu etwa 10 Prozent durch die Umwelt. Das zeigt eine Studie an zwölf eineiigen Zwillingspaaren in den USA. [1357]
29. Juni 2006 – J Urology 2006;175:2125
Hoher Wuchs, tiefes Herzrisiko
Groß gewachsene Menschen haben ein tieferes Risiko für Herzinfarkt. Das liegt hauptsächlich an der Umwelt und nur zum kleineren Teil an den Genen, wie eine Studie an über dreißigtausend Zwillingspaaren in Dänemark, Finnland und Schweden zeigt. Am stärksten ist nämlich der Unterschied im Herzrisiko bei verschieden großen eineiigen Zwillingen, obwohl sie identische Gene haben. [1298]
1. Mai 2006 – Am J Epidemiology 2006;163:615
Depression zu 60 bis 70 Prozent umweltbedingt
Die Ursachen einer schweren Depression liegen bei Frauen im Durchschnitt zu 60 Prozent in der sozialen Umwelt, bei Männern sogar zu 70 Prozent. Der Rest gilt als erblich bedingt, unabhängig von der Umwelt. Diese Zahlen stützen sich auf die größte Studie an Zwillingen, die je durchgeführt worden ist. Sie umfasst über 15000 Zwillingspaare in Schweden. [1227]
26. Januar 2006 – Am J Psychiatry 2006;163:109
Personen mit Uni-Abschluss sind im Durchschnitt rund 30 Prozent weniger von Rheuma betroffen als Personen, die nicht studiert haben. Dieser Unterschied ist bei Frauen stärker als bei Männern. Das zeigt eine Studie an über zweitausend Schwedinnen und Schweden. Die Studie lässt offen, ob das Ergebnis auf den Lebensstil oder die Umwelt oder beides zurückzuführen ist. [1186]
30. November 2005 – Ann Rheumatic Diseases 2005;64;1588
Zusammenhang zwischen Epilepsie und Schizophrenie
Epileptiker haben ein zwei- bis dreimal höheres Risiko für Schizophrenie und für andere Psychosen als Personen ohne Epilepsie. Das zeigt eine Auswertung von über zwei Millionen Patientendaten. Man vermutet, dass beide Krankheiten zum Teil die gleichen Ursachen in der Umwelt oder in den Genen haben könnten. [1080]
5. Juli 2005 – British Medical Journal 2005;331:23
Parkinson: Ursachen wahrscheinlich in der Umwelt
Wie und warum entsteht Parkinson? Die Krankheit ist kaum erblich bedingt, denn sie kommt bei Personen, die einen erkrankten Zwilling haben, nicht häufiger vor als bei anderen. Das zeigt eine Studie an über zehntausend Zwillingspaaren in Schweden. Die Suche nach den Ursachen wird sich also auf die Umwelt konzentrieren müssen. [853]
20. August 2004 – Neurology 2004;63:305
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