Gesundheitstelegramm | Stress
Weniger Krebs dank Stress?
12. Juli 2010 - Bei Mäusen, die ständig unter leichtem Stress leben, wachsen Krebsgeschwüre langsamer als bei ruhig gehaltenen Tieren. Zum Teil bilden sich die Tumore sogar zurück. Stress drosselt bei Mäusen das Hormon Leptin, das auch bei Menschen als Appetitzügler bekannt ist. Ob Stress auch menschliche Krebszellen bremst, ist damit aber noch nicht bewiesen. [2663]
Quelle: Süddeutsche Zeitung
Grosse haben weniger Herzprobleme
09. Juni 2010 - Frauen über 1,64 und Männer über 1,74 Meter haben das geringste Risiko, herzkrank zu werden oder an einem Herzinfarkt zu sterben. Kleine Menschen, also Frauen unter 1,53 und Männer unter 1,65 Meter haben vergleichsweise ein um die Hälfte höheres Risiko. Das haben finnische Wissenschaftler aus 52 Studien mit insgesamt drei Millionen Personen berechnet. Die Ursachen für diesen Unterschied sind unklar. Eventuell sind bei kleinen Menschen auch die Blutgefässe enger, wodurch sie schneller verstopfen könnten. Viel wichtiger als die Grösse sind jedoch Faktoren, die man beeinflussen kann: Bewegung, gesundes Essen und wenig Stress. [2638]
Quelle: Focus
Intelligenz senkt Risiko für Selbstmord
07. Juni 2010 - Bei Männern, die gemessen am Intelligenzquotient (IQ) zu den oberen zehn Prozent gehören, ist das Risiko, sich selbst umzubringen, neunmal kleiner als bei den Männern in den untersten zehn Prozent. Das zeigt eine Studie an schwedischen Rekruten. Dieser deutliche Unterschied hat vermutlich mehrere Ursachen. Sie reichen von wirtschaftlichem Stress bis zu den Fertigkeiten, Krisen zu bewältigen. [2634]
Quelle: Ärzteblatt
Höheres Alzheimer-Risiko bei pflegenden Angehörigen
25. Mai 2010 - Menschen, die ihren an Alzheimer erkrankten Ehepartner pflegen, haben ein um das Sechsfache erhöhtes Risiko, die Krankheit selber zu bekommen. Das haben Ärzte in Utah herausgefunden. Die Ursachen sind noch unklar. Die Forscher vermuten, es könnte am Stress liegen, denn die Pflege eines dementen Menschen ist viel belastender als die Pflege eines körperlich behinderten Menschen. Deshalb lohnt es sich, die Angebote zur Entlastung zu nutzen, wie sie etwa die Schweizerische Alzheimervereinigung anbietet - auch im Interesse der eigenen Gesundheit. [2611]
Quelle: Ärztezeitung
Überstunden können dem Herzen schaden
12. Mai 2010 - Täglich drei Überstunden können das Risiko für Herzkrankheiten um 60 Prozent ansteigen lassen. Zu diesem Schluss kommt eine finnisch-britische Studie an etwa sechstausend Angestellten. Allerdings kommt es auf die Art der Überstunden an: Wer selber entscheiden darf, gefährdet sein Herz nicht stärker als mit regulärer Arbeitszeit. Gefährlich wird es nur für Angestellte in unteren Chargen. Die Forscher sehen dafür eine Reihe von möglichen Gründen: Stress, Mobbing, Ängste, Depression, Schlaflosigkeit und die Neigung, trotz Fieber zur Arbeit zu gehen. [2587]
Quelle: Focus
Mamas Stimme wirkt wie eine Umarmung
12. Mai 2010 - Die Umarmung einer vertrauten Person lässt den Spiegel des «Kuschelhormons» Oxytocin im Blut ansteigen. Dasselbe geschieht auch, wenn diese Person bloss anruft. Das hat ein Versuch mit über sechzig Mädchen unter Stress gezeigt. Egal ob mit Umarmung oder Mamas Stimme am Telefon: Der Oxytocin-Spiegel stieg gleichermassen, ebenso sank der Spiegel des Stresshormons Cortisol. [2588]
Quelle: Ärztezeitung
Stress im Job belastet Frauenherzen
07. Mai 2010 - Frauen, die am Arbeitsplatz hohem Stress ausgesetzt sind, erkranken um mehr als ein Drittel häufiger am Herzen als solche, die einen ruhigen Job haben. Das zeigt eine Studie an zwölftausend Krankenschwestern in Dänemark. Besonders stark unter dem Stress leiden Frauen unter fünfzig Jahren. Dies könnte aber daran liegen, dass stressempfindliche Frauen es weniger lang als andere im Berufsleben aushalten. Wer bis zur Pensionierung tätig ist, konnte offenbar schon in jungen Jahren besser mit Stress umgehen. [2577]
Quelle: Focus
Bewegung im Grünen hebt die Stimmung
03. Mai 2010 - Schon nach fünf Minuten Bewegung in der freien Natur hebt sich die Stimmung und mindern sich die Folgen von Stress. Das zeigt eine britische Studie an über tausend Personen. Besonders gut sprechen junge Menschen auf das Grün an, aber auch ältere mit psychischen Problemen. Gewässer verstärken die Wirkung. [2567]
Quelle: Welt
Arbeitsstress erleichtert Rauchstopp
13. April 2010 - Gestresste am Arbeitsplatz greifen seltener zur Zigarette als Mitarbeiter ohne Zeit- und Leistungsdruck. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommt eine Kölner Rauchstudie. Neben dem banalen Grund, dass im Stress oft die Zeit für eine Rauchpause fehlt, haben die Kölner Forscher auch festgestellt, dass mit zunehmendem Stress der Grad der Nikotinsucht sinkt. Dies erleichtert den Ausstieg, aber nur dann, wenn man nicht in der Freizeit umso öfter raucht. [2525]
Quelle: Focus
Junk Food macht süchtig
29. März 2010 - Ratten kann man wie Menschen mit Heroin oder Kokain süchtig machen. Das gelingt auch mit Junk Food, reich an Fett und Zucker. Laborversuche zeigen, dass die Kalorienbomben im Belohnungszentrum des Hirns ähnlich wirken wie Drogen. Sind Ratten erst einmal von menschlichem Junk Food abhängig geworden, fressen sie unter Stress mehr davon, während gesunde Ratten aufhören zu fressen. Zwar lassen sich diese Ergebnisse nicht direkt auf den Menschen übertragen. Doch erklären sie wahrscheinlich, warum Konsumenten von Fast Food oft übergewichtig sind. [2503]
Quelle: CNN International
Stress beeinflusst Partnerwahl
10. März 2010 - Unter Stress finden Männer eher Frauen attraktiv, die ganz anders aussehen als sie selbst. Entspannte Männer bevorzugen dagegen eher Frauen, die ihnen äusserlich gleichen. Das zeigt ein Experiment an der Uni Trier. Offenbar handelt es sich um eine instinktive Reaktion, die auch schon bei Tieren beobachtet worden ist. Ihr biologischer Sinn liegt darin, dass die Nachkommen unähnlicher Partner aus genetischer Sicht robuster und daher besser für schwierige Zeiten gerüstet sind. In ruhigen Zeiten ist dies weniger wichtig, so dass es mehr auf die Harmonie des Zusammenlebens ankommt. Diese ist wahrscheinlicher mit einem ähnlichen Partner. [2466]
Quelle: Berliner Zeitung
Bewegung ja, Sport na ja
01. März 2010 - Bewegung ist die beste vorbeugende Medizin, um gesund zu bleiben. Doch es muss nicht unbedingt Sport sein, sagt der deutsche Sportmediziner Hans Bloss. Wer im Alltag für genug Bewegung sorgt, zum Beispiel durch Treppensteigen statt Lift und durch Einkaufsbummel zu Fuss, tut unter Umständen seiner Gesundheit mehr Gutes als durch häufiges Joggen oder Besuche im Kraftstudio. Wer Sport zu Wettkampfzwecken betreibe, schaffe zusätzlichen Stress, statt ihn abzubauen, meint Bloss. Zuviel und einseitiges Training sei schlechter als gar kein Training. [2446]
Quelle: Focus
Grippetod meist durch Bakterien, nicht Viren
19. Februar 2010 - Am gefährlichsten bei einer Grippe sind nicht die Viren, die sie verursacht haben, sondern Bakterien: Als lachende Dritte profitieren sie davon, dass das Immunsystem durch den Kampf gegen die Viren geschwächt ist. Dabei spielen Stresshormone eine wichtige Rolle. Sie dämpfen das Immunsystem und hindern es so daran, allzu heftig zu reagieren und das empfindliche Gewebe der Lunge zu zerstören. Die Kehrseite: Bakterien erhalten so ihrerseits eine Chance, die Lunge zu befallen. [2424]
Quelle: Welt
Glücklichsein hält Herz gesünder
18. Februar 2010 - Auf der 5-stufigen Skala der Zufriedenheit (sehr glücklich, glücklich, neutral, unglücklich, sehr unglücklich) bedeutet jeder Anstieg um einen Punkt ein 22 Prozent tieferes Risiko, herzkrank zu werden. Das zeigt eine US-Studie an 1700 Personen. Der Grund liegt wahrscheinlich darin, dass glückliche Menschen weniger unter Stress leiden und sich Glückshormone positiv auswirken. [2422]
Quelle: BBC
Bindungshormon macht Autisten sozialer
16. Februar 2010 - Das Hormon Oxytocin, als Nasenspray verabreicht, verbessert die soziale Kompetenz von Autisten: Sie werden fähig, anderen Menschen in die Augen zu schauen, was sie sonst stets vermeiden. Das zeigt ein Experiment mit dreizehn Autisten in Frankreich. Oxytocin wird vom Gehirn ausgeschüttet, besonders in vertrauten Situationen wie beim Stillen oder in einer engen Liebesbeziehung. Es fördert Vertrauen und soziale Bindung und reduziert den Stress. [2417]
Quelle: Focus
Optimisten sind weniger oft erkältet
15. Februar 2010 - Wer sich selbst als optimistisch einstuft, ist bei Kälte und Stress besser vor Viren geschützt als jemand, der sich als Pessimist sieht. Das zeigt eine Studie an achtzig Studentinnen und Studenten während und nach einer Prüfung. Optimismus scheint im Stress die Immun-Abwehr gegen Viren zu stärken. Ob das auch ohne Stress der Fall ist, lässt sich anhand dieser Studie nicht beurteilen. [2413]
Quelle: Focus
Plötzlicher Kindstod hat immer drei Ursachen
05. Februar 2010 - Erstens das Alter: Nur im ersten Lebensjahr sterben Babys plötzlich und ohne erkennbare Ursache in ihren Bettchen. Zweitens Stressfaktoren wie Bauchlage oder rauchende Eltern. Drittens eine genetisch bedingte Anfälligkeit: Babys, die plötzlich verstorben sind, haben in der Hirnregion, wo sich das Atemzentrum befindet, einen Mangel an Serotonin. Das zeigen 35 Obduktionen an der Kinderklink Boston. [2382]
Quelle: Ärzteblatt
Dem Chef die Meinung sagen ist gesund
20. Januar 2010 - Angestellte, die ihrem Chef regelmässig die Meinung sagen und ihn auch kritisieren dürfen, leiden weniger unter hohem Blutdruck, Stress, Depressionen und Ängsten. Daneben verbessert sich auch das Betriebsklima und damit die Leistung des Unternehmens. Zu diesem Ergebnis kommt eine britische Studie. Auch für die Chefs ist die Bilanz positiv. Zwar müssen sie mit Kritik klarkommen, doch können sie daraus lernen, ihre Führungsqualitäten verbessern und so mehr Selbstvertrauen gewinnen. [2316]
Quelle: Standard
Kann Stress Krebs auslösen?
14. Januar 2010 - Die Frage ist und bleibt umstritten. Zur Zeit geht eine Meldung durch die Weltpresse, wonach Stress eine Schleuse öffnet, durch die zwei verschiedene schädliche Veränderungen in verschiedenen Zellen zusammenkommen. Jede Änderung für sich bleibt harmlos, nur die Kombination beider lässt Krebs entstehen. Die gute Nachricht: Amerikanische und chinesische Forscher haben diese Wirkung des Stress bei Fruchtfliegen entdeckt und nicht beim Menschen. Die schlechte Nachricht: Die selben schädlichen Änderungen kommen auch beim Menschen vor. Ob Stress wirklich Krebs fördert, werden also künftige Studien zeigen müssen. [2297]
Quelle: Telegraph
Extrem arm, extrem reich, extrem krank
13. Januar 2010 - Je grösser die Unterschiede zwischen den ärmsten und den reichsten Menschen in einem Land, desto kränker fühlen sich dessen Einwohner. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage bei jeweils tausend repräsentativ ausgesuchten Personen in 21 Ländern auf allen fünf Kontinenten. Der Zusammenhang ist statistisch deutlich erhärtet. Er lässt sich auf zwei Arten erklären: Armut und der damit verbundene Stress machen krank, und Krankheit und der damit verbundene Leistungsverlust machen arm. Um die Situation zu bessern, müsste die Politik wohl an beiden Enden den Hebel ansetzen. [2292]
Quelle: Ärztezeitung
Meditation halbiert Depression
05. Januar 2010 - Eine Behandlung mit Meditation, kognitiver Verhaltenstherapie und Yoga, speziell für Depressive entwickelt, kann die Zahl und Dauer künftiger depressiver Phasen um die Hälfte senken. Zu diesem Schluss kommt die britische Mental Health Foundation. Die Vereinigung beklagt, das Angebot für diese Behandlung sei zu gering, obwohl sie besser wirke als Antidepressiva. Sie zielt darauf ab, die Patienten einerseits zu entspannen, Stress abzubauen und sie andererseits zu ermuntern, ihre eigenen Gefühle und Gedanken besser zu akzeptieren. [2258]
Quelle: BBC
Tango ist die beste Medizin
30. Dezember 2009 - Argentinischer Tango hat sich gegen Depression, Stress und Eheprobleme, aber auch gegen Parkinson als wirksam gezeigt, wie mehrere Studien belegen. Um zu entschlüsseln, warum Tango, nicht aber Walzer und Foxtrott so günstig auf die Gesundheit wirkt, haben Forscher der Uni Frankfurt in Speichelproben der Tänzer die Konzentration der Hormone vor und nach dem Tanz gemessen. Fazit: Tango regt einerseits, durch die erotische Nähe zum Partner, das Testosteron an. Andererseits senkt die rhythmische Musik das Stresshormon Cortisol. Die Bewegung steigert zudem die Fitness. [2243]
Quelle: Focus
Auch Passivrauchen kann nikotinsüchtig machen
11. Dezember 2009 - Ratten, die länger in verqualmter Luft leben, werden mit der Zeit süchtig nach Nikotin. Dies zeigt ein Experiment an der Uni Florida. Die dem Rauch ausgesetzten Nager reagieren gestresst und versuchen mehr Nikotin zu bekommen. Die Veränderungen finden in jenen alten Teilen des Gehirns statt, die bei Ratte und Mensch sehr ähnlich sind. Deshalb ist zu vermuten, dass ähnliches auch bei menschlichen Passivrauchern geschieht. [2187]
Quelle: Medical Tribune
Eltern-Stress macht Babys schwierig
09. Dezember 2009 - Die Eltern von Babys, die beim Waschen und Windelwechsel besonders oft und laut schreien, haben mit hoher Wahrscheinlichkeit Eltern, die nur wenig verdienen und öfter als andere allein erziehen. Zu diesem Schluss kommt eine Doktorarbeit in Holland. Die Forscherin vermutet, dass eine wirtschaftlich schwierige Lage Stress erzeugt, der sich von den Eltern auf das Kind überträgt. [2177]
Quelle: Berliner Zeitung
Alkohol: Wann ist es Genuss, wann Sucht?
30. November 2009 - Ob Alkohol zum Problem wird, hängt neben der Menge vor allem davon ab, aus welchen Gründen man trinkt. Genusstrinker greifen zum Glas, weil sie das Getränk gern riechen und schmecken - nicht weil sie damit ihre Stimmung oder gar ihr Verhalten ändern wollen. Der Übergang zur Sucht ist fliessend. Problematisch wird das Trinken aus den folgenden Gründen: Ärger herunterspülen, Schüchternheit überwinden, Stress abbauen, Langeweile überbrücken, Trauer erträglicher machen. Die Gefahr, in Sucht abzugleiten, ist besonders hoch bei Übergängen und Brüchen im Leben: Erwachsen werden, Berufseinstieg, Pensionierung, Kinder bekommen, Trennung, Scheidung, Tod von Angehörigen. [2158]
Quelle: Beobachter
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