Gesundheitstelegramm: Stillen

News zu Stillen

Entwarnung: Glutamat schadet nicht

Der Geschmacksverstärker Glutamat ist für die Gesundheit unbedenklich, sagen deutsche Experten. Glutamat kommt von Natur aus in vielen schmackhaften Lebensmitteln vor, so etwa in Milch, Fleisch, Fisch und Gemüse. Im Verhältnis zu ihrer Grösse nehmen Babys beim Stillen mehr Glutamat auf als jemals später in ihrem Leben. [2978]

10. November 2011  –  Welt

Stillen halbiert Diabetes-Risiko

Mütter, die ihren Babys die Brust geben, haben ein halb so hohes Risiko, später an Diabetes vom Typ 2 zu erkranken als Mütter, die nicht stillen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie an über zweitausend Frauen in den USA. [2699]

30. August 2010  –  Ärztezeitung

Neue Regeln für Baby-Ernährung

Bis zum fünften Monat ausschliesslich Stillen (oder Säuglingsnahrung «Pre-» oder «1-»). Ab dem fünften bis siebten Monat zusätzlich als Beikost erster Brei mit Gemüse, Kartoffeln und Fleisch oder Fisch, später auch zweiter Brei mit Getreide und Milch. Ab dem sechsten bis achten Monat dritter Brei mit Getreide und Obst. Ab dem zehnten Monat schrittweise Familienkost einführen, beginnend etwa mit weichem Brot. Ab Ende des ersten Lebensjahres Kuhmilch zum Trinken. Auf diese gemeinsamen Empfehlungen haben sich jetzt deutsche Experten und Organisationen für Ernährung und Kindergesundheit geeinigt. [2665]

14. Juli 2010  –  Ärztezeitung

Stillen kann Baby das Leben retten

Würden 90 Prozent der Mütter ihre Babys sechs Monate lang stillen, könnte das zum Beispiel in den USA jedes Jahr 900 Kindern das Leben retten. Daneben würde es Kosten in Milliardenhöhe einsparen. Zu diesem Schluss kommt eine im Fachblatt Pediatrics veröffentliche Studie. Stillen stärkt die Abwehr des Babys gegen Viren und Bakterien und senkt das Risiko für viele gefährliche Krankheiten im Kindesalter - von Asthma über plötzlichen Kindstod bis zu Leukämie. In den USA liegt die Stillquote knapp über 40 Prozent; in der Schweiz und in Deutschland ist sie um etwa die Hälfte höher. [2511]

6. April 2010  –  Spiegel

Stillen schützt vor Brustkrebs

Frauen, die ihr Baby stillen, erkranken seltener an Brustkrebs. Günstig ist auch, früh ein Kind zu bekommen. Dies sind die beiden Hauptgründe, dass Brustkrebs in westlichen Industrieländern sechsmal häufiger vorkommt als in ländlichen Regionen Asiens und Afrikas. Doch auch mit einem westlichen Lebensstil können Frauen ihr Risiko senken: Nicht zuviel zunehmen, nur wenig Alkohol trinken, in den Wechseljahren keine Hormone nehmen. [2494]

24. März 2010  –  Ärztezeitung

Bindungshormon macht Autisten sozialer

Das Hormon Oxytocin, als Nasenspray verabreicht, verbessert die soziale Kompetenz von Autisten: Sie werden fähig, anderen Menschen in die Augen zu schauen, was sie sonst stets vermeiden. Das zeigt ein Experiment mit dreizehn Autisten in Frankreich. Oxytocin wird vom Gehirn ausgeschüttet, besonders in vertrauten Situationen wie beim Stillen oder in einer engen Liebesbeziehung. Es fördert Vertrauen und soziale Bindung und reduziert den Stress. [2417]

16. Februar 2010  –  Focus

Keine Abmagerungskur in der Stillzeit

Wer hungert, baut Fettreserven ab. Das Körperfett enthält aber viele Schadstoffe, die sich im Lauf der Jahre dort abgelagert haben. Beim Hungern gelangen sie ins Blut und bei einer stillenden Frau auch in die Muttermilch. Stillende Mütter benötigen pro Tag etwa 500 bis 700 zusätzliche Kalorien. Baut sich das Gewicht innerhalb von sechs Monaten nicht von selbst auf den Wert vor der Schwangerschaft ab, sollten Abnehmversuche bis nach der Stillzeit warten, meint Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes deutscher Frauenärzte. [2332]

23. Januar 2010  –  Standard

Gestillte Babys klüger, aber nicht durch das Stillen

Frauen mit einem hohen IQ geben ihren Babys eher die Brust als weniger intelligente Frauen. Das und nicht etwa das Stillen mache den Unterschied aus. Auch Omega-3-Präparate seien wirkungslos. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie der Uni Southampton. Intelligenz ist zu einem guten Teil vererbt. Dennoch sei Stillen bis zu einem Alter von sechs Monaten sehr zu empfehlen, meinen Experten. Es fördert die Entwicklung des Babys und dessen Gesundheit optimal.  [2324]

21. Januar 2010  –  Telegraph

Nano-Plättchen lassen das Blut künstlich gerinnen

Schon in wenigen Jahren könnten weniger Unfallopfer an ihren Verletzungen verbluten als heute. Dies jedenfalls hoffen Forscher, die mittels Nanotechnik künstliche Blutplättchen entwickelt haben. Diese stillen das Blut viel wirksamer als die natürlichen Blutplättchen im menschlichen Blut. An Ratten werden die Nano-Plättchen zur Zeit getestet. Langzeitversuche sollen zeigen, ob sie auch für den Menschen unbedenklich sind. [2218]

18. Dezember 2009  –  Spiegel

Grippe: Hausmittel nur für Junge und sonst Gesunde

Egal ob Schweine- oder saisonale Grippe - für Kinder, Schwangere, Senioren über 65, chronisch Kranke (Niere, Atemorgane, Herz), Immunschwache (nach Transplantation, mit HIV) ist es ratsam, zum Arzt zu gehen. Auch junge und sonst gesunde Erwachsene sollten zum Arzt, wenn das Fieber über 40 Grad steigt, wenn Entzündungen in der Lunge, im Mittelohr oder in den Nasennebenhöhlen auftreten oder der Kopf stark schmerzt. Bewährte Hausmittel sind Essigsocken gegen hohes Fieber, Inhalation, Gurgeln, Lutschpastillen, heisser Kräutertee (mindestens zwei Liter täglich). Kein Alkohol, kein Kaffee, kein Schwarztee. [2161]

3. Dezember 2009  –  Gesundheit-Sprechstunde

Passivraucherinnen stillen weniger

Frauen, die in der Schwangerschaft passiv dem Rauch von Tabak ausgesetzt sind, stillen ihr Baby in den ersten sechs Monaten nach der Geburt deutlich weniger als Frauen, die in rauchfreier Umgebung leben. Das zeigt eine Studie an über vierhundert nicht rauchenden Polinnen. [1821]

11. März 2008  –  PubMed PMID: 18317783

Mutter raucht, Kind allergisch

Ist ein Baby im ersten Jahr seines Lebens dem Rauch seiner Mutter ausgesetzt, steigt sein Risiko für allergische Leiden in den ersten fünf Jahren auf mehr als das Doppelte. Umgekehrt senkt Stillen dieses Risiko, aber nur wenn die Mutter nicht raucht. Durch Stillen lassen sich die Schäden des Rauchs nicht verringern. [1794]

1. Februar 2008  –  PubMed PMID: 18208466

Stillen bringt Eltern mehr Schlaf

Eltern von Babys, die voll gestillt werden, schlafen im Durchschnitt pro Nacht etwa vierzig Minuten länger als Babys, die am Abend oder nachts zusätzlich die Flasche bekommen. Dies ist das Ergebnis einer kalifornischen Studie an über hundert Eltern und ihrem ersten Baby. [1679]

21. August 2007  –  PubMed PMID: 17700096

Gestillte Babys werden weniger dick

Babys, die sechs Monate oder länger gestillt werden, setzen bis zum Alter von neun oder zehn Jahren deutlich weniger Fett an als Kinder, die in den ersten Monaten mit der Flasche aufgezogen worden sind. Laut einer Studie an über dreitausend Kindern in London liegt das zum Teil auch daran, dass Mütter, die stillen, auch sonst besser auf die Gesundheit ihrer Kinder achten. Doch die genaue Analyse zeigt, dass auch das Stillen selbst positiv wirken könnte. [1639]

25. Juni 2007  –  PubMed PMID: 17556696

Schnarchen kann Hirnmasse zerstören

Bei Personen, die durch starkes Schnarchen nachts an Atemnot leiden (Schlaf-Apneu), hat man in Japan ein deutlich höheres Risiko für stillen Hirninfarkt gefunden - einen Schlaganfall, der nicht als solcher in Erscheinung tritt, sondern graue Zellen absterben lässt. Das Hirn funktioniert zwar weiter, aber mit eingeschränkter Leistung und weniger Reserven. Ursache dafür ist ein Mangel an Sauerstoff. Diese Gefahr lässt sich durch ein Beatmungsgerät (CPAP) verringern. [1568]

22. März 2007  –  Respiratory + Critical Care 2007;175:612

Stillen auch für die Mutter gesund

Die Muttermilch und der enge Kontakt beim Stillen sind gesund für das Baby. Doch auch für die Mutter ist das Stillen gesund: Stillende Mütter erleiden zu 19 Prozent weniger einen Herzinfarkt als Mütter, die ihrem Baby die Flasche geben. Das zeigt eine Studie an fast hunderttausend Frauen in den USA. Man nimmt an, dass eine Schwangerschaft den Körper einer Frau stark belastet, unter anderem durch das Speichern von Fett. Stillen hilft der Frau, sich wieder auf den Zustand vor der Schwangerschaft umzustellen. [1538]

20. Februar 2007  –  Ann Rheumatic Diseases 2007;66:158

Stillen macht gesünder, aber nicht intelligenter

Dass Stillen gesund ist für das Baby, zeigen viele Studien. Doch es hat auch seine Grenzen. Zwar sind gestillte Babys, statistisch gesehen, intelligenter als solche, die mit der Flasche aufgezogen werden. Doch das liegt vor allem daran, dass Mütter mit einem hohen IQ eher stillen als solche mit einem niedrigen IQ. Die höhere Intelligenz der gestillten Kinder kommt also eher von den Genen als von der Muttermilch. [1456]

7. November 2006  –  British Medical Journal 2006;333:945

Stillen verstärkt Muttergefühle

Mütter, die ihr Baby mit der Brust stillen, reden mehr mit ihm, haben eher das Gefühl, es zu verstehen, finden es öfter schöner als andere Babys und genießen es mehr, mit ihm zusammenzusein als Mütter, die ihrem Kind die Flasche geben. Das zeigt eine Studie an mehreren hundert Müttern und ihren Babys in Stockholm. [1414]

8. September 2006  –  Pediatrics 2006;118:e309

Stillen könnte Eintritte ins Spital verhindern

Würden in Spanien alle Babys vier Monate lang gestillt, könnte mehr als die Hälfte der Eintritte ins Spital wegen Infektionen im ersten Lebensjahr verhindert werden. Würden alle nur einen Monat länger gestillt, nähmen die Spital-Eintritte um dreißig Prozent ab. Diese Schätzung basiert auf einer Studie an über tausend Babys. [1388]

3. August 2006  –  Pediatrics 2006;118:e92

Stillen: Kein Einfluss auf Asthma

Kinder, die gestillt worden sind, leiden nicht häufiger als andere an Asthma. Ein solcher Zusammenhang, den eine sehr umstrittene Studie gefunden hatte, ist in einer neuen Studie an über siebentausend Müttern und ihren Babys nicht bestätigt worden. Auf der anderen Seite schützt Stillen auch nicht vor Asthma. Doch es ist aus vielen anderen Gründen gesund für das Baby. [1316]

19. Mai 2006  –  Pediatrics 2006;117:e787

Sechs Monate lang stillen

Babys, die sechs Monate oder länger an der Brust gestillt werden, sind deutlich weniger oft und weniger schwer erkältet als Babys, die nur vier Monate lang Muttermilch bekommen haben. Zu diesem Schluss kommt eine Studie an über zweitausend Kindern in den USA. Die Ärzte empfehlen, Babys im ersten Halbjahr zu stillen wenn immer möglich. [1262]

16. März 2006  –  Pediatrics 2006;117:425

Baby-Kolik: Es kommt darauf an, was Mama isst

Meidet eine stillende Mutter Kuhmilch, Eier, Erdnüsse, Weizen, Soja und Fisch, dann leidet das Baby weniger unter Kolik. Das zeigt eine Studie an über hundert Babys in Australien. Die erwähnten Nahrungsmittel können bei empfindlichen Menschen Allergie auslösen, die sich über die Muttermilch auf das Baby überträgt. [1197]

15. Dezember 2005  –  Pediatrics 2005;116:e709

Stillen gegen Diabetes

Frauen, die ihr Baby stillen, sind weniger in Gefahr, an Diabetes vom Typ 2 zu erkranken. Mit jedem Monat des Stillens sinkt das Risiko von Diabetes um mehr als ein Prozent. Das zeigt eine Studie an über 150'000 Frauen in den USA. [1184]

28. November 2005  –  JAMA 2005;294:2601

Stillen macht schlank

Kinder, die mit der Brust gestillt worden sind, haben ein deutlich kleineres Risiko, später zu dick zu werden. Zu diesem Schluss kommen inzwischen nicht weniger als 17 Studien. Je länger ein Baby gestillt worden ist, desto kleiner ist das Risiko für Übergewicht, verglichen mit Babys, die Milch aus der Flasche bekommen haben. Pro Monat des Stillens sinkt das Risiko um rund 4 Prozent. [1127]

8. September 2005  –  Am J Epidemiology 2005;162:397

Gestillt: Blutdruck tiefer

Babys, die an der Brust gestillt werden, haben später einen tieferen Blutdruck als Babys, die die Flasche bekommen. Das hat eine Studie an über zweitausend Schulkindern in Estland und Dänemark gezeigt. Die Experten schätzen die positive Wirkung des Stillens auf den Blutdruck ähnlich hoch wie salzarmes Essen und Sport. [1072]

23. Juni 2005  –  Arch Dis Childhood 2005;90:582

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