Gesundheitstelegramm: Sozial

News zu Sozial

Mangel an Natur macht Kinder krank und dumm

Gefahren des Strassenverkehrs, Ängste der Eltern und immer mehr Bildschirme und andere technische Spielereien in Kinderzimmern entfremden Kinder von der Natur. Die Zahl der Kinder, die noch draussen spielen können, habe in den vergangenen dreissig Jahren um 90 Prozent abgenommen. Dies habe dramatische Folgen für die Gesundheit und die geistige und soziale Entwicklung, warnen britische Experten. [3077]

30. März 2012  –  BBC

Suizid: Mehr Hilfe als Gefahr aus dem Internet

Für die meisten Experten nicht typisch ist der gemeinsame Selbstmord von drei Mädchen, die sich im Internet dazu verabredet hatten. Eher gilt das Gegenteil: Soziale Kontakte, selbst wenn sie nur online stattfinden, wirken vorbeugend. Die meisten Webseiten zum Thema bieten Hilfe und Unterstützung. Anleitungen zur Selbsttötung sind nur sehr selten zu finden. [2926]

23. August 2011  –  Ärztezeitung

Kinder und Facebook: Nicht kontrollieren, sondern zuhören

Besorgte Eltern sollten nicht versuchen, ihre Kinder in den sozialen Medien zu überwachen oder sogar den Zugang zu verbieten. Besser ist es, sich mit den Kindern darüber auszutauschen und dabei eine zentrale Regel zu beachten: Eine Minute reden, fünf Minuten zuhören. Zu diesem Schluss kommen amerikanische Psychologen an einem Kongress. [2918]

9. August 2011  –  Ärzteblatt

Alzheimer: Sozialer Stress verstärkt Gen-Risiko

Wer an schlechter Wohnlage lebt, etwa in Armenvierteln mit hoher Kriminalität, hat ein höheres Risiko für Alzheimer: Genetische Anlagen wie die Epsilon-4-Variante des Apo-E-Gens führen dann viel eher zum Ausbruch der Krankheit als in guter Wohnlage. Dies zeigt eine Studie bei über tausend Personen in Baltimore. [2824]

10. März 2011  –  Medpage Today

Fördert Religion das Wohlbefinden?

Am wohlsten fühlen sich die Juden, gefolgt von den Atheisten. Ein mittleres Wohlbefinden geben Katholiken und Mormonen an. Am unwohlsten fühlen sich Muslime und Protestanten. Das zeigt eine Umfrage des Instituts Gallup bei mehr als dreihunderttausend Personen in den USA. Innerhalb der Religionsgruppen fühlen sich jene am wohlsten, die am häufigsten in die Synagoge, Kirche oder Moschee gehen. Dabei spiele wohl der soziale Aspekt, das Aufgehobensein in der Gemeinschaft, die grösste Rolle, vermuten die Gallup-Forscher. [2789]

10. Januar 2011  –  UPI Health News

Depressionen fördern Demenz

Depressionen erhöhen das Risiko für Alzheimer und andere Formen von Demenz um 70 Prozent. Das zeigt eine Langzeitstudie an fast tausend Personen in den USA. Die Forscher vermuten direkte und indirekte Ursachen für diesen Zusammenhang: Einerseits kann Depression bestimmte Zellen im Hirn schwächen, andererseits fallen durch den Rückzug aus einem aktivem Sozialleben wichtige Anregungen weg. [2660]

7. Juli 2010  –  Welt

Krebsgen hängt mit Wohlstand zusammen

Brustkrebs hat unter anderem auch genetische Ursachen. Eines der bekannten Krebsgene ist bei armen Frauen deutlich häufiger als bei reichen. Das ist in einer Studie in Grossbritannien entdeckt worden, wo Arm und Reich sich anhand der Wohngegend besonders deutlich unterscheiden lassen. Als Ursache vermutet man den ungesünderen Lebensstil bei sozial benachteiligten Menschen. Das Krebsgen führt zudem bei armen Frauen deutlich schneller zum Tod als bei reichen. Dieser Unterschied könnte auf schlechtere Behandlung oder stärkere Abneigung gegen Arztbesuche zurückgehen. [2420]

17. Februar 2010  –  Ärzteblatt

Bindungshormon macht Autisten sozialer

Das Hormon Oxytocin, als Nasenspray verabreicht, verbessert die soziale Kompetenz von Autisten: Sie werden fähig, anderen Menschen in die Augen zu schauen, was sie sonst stets vermeiden. Das zeigt ein Experiment mit dreizehn Autisten in Frankreich. Oxytocin wird vom Gehirn ausgeschüttet, besonders in vertrauten Situationen wie beim Stillen oder in einer engen Liebesbeziehung. Es fördert Vertrauen und soziale Bindung und reduziert den Stress. [2417]

16. Februar 2010  –  Focus

Internet-Süchtige eher depressiv

Menschen, die zwanghaft viel Zeit auf Websites mit Chat, virtuellen Gemeinschaften, Sex und Spielen verbringen, sind fünfmal eher depressiv als durchschnittliche Nutzer des Internet. Das zeigt eine Online-Umfrage bei über tausend Nutzern von sozialen Netzwerken. Die Umfrage ist allerdings nicht repräsentativ. Schon frühere Studien haben einen Zusammenhang zwischen Internetsucht und Depression ermittelt. Das Web macht aber kaum depressiv, sondern zieht einfach Depressive und Ängstliche besonders an. [2378]

4. Februar 2010  –  Standard

HIV: Bessere Behandlung, weniger Selbstmorde

Menschen mit HIV neigen mehr als der Durchschnitt zum Selbstmord. Bis vor wenigen Jahren waren vor allem die geringen Heilungschancen und die soziale Ausgrenzung daran schuld. Seit es die hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART) gibt, sind die Selbstmorde bei den Betroffenen in der Schweiz deutlich zurückgegangen. Noch immer liegen sie aber über dem Durchschnitt der Bevölkerung. [2208]

16. Dezember 2009  –  NZZ

Kommt nach dem Lügendetektor jetzt der Betrugsdetektor?

Forscher der Universitäten Zürich und Konstanz haben Personen in einem sozialen Versuch an einem Spiel um Geld teilnehmen lassen und dabei ihr Hirn mit einem Scanner überwacht. Bei jenen Personen, die ihr Wort gebrochen haben, konnten sie in bestimmten Regionen des Gehirns eine höhere Aktivität feststellen. Die verräterischen Muster gingen der Tat sogar schon voraus. Die Ergebnisse sind aber noch vorläufig, und bis zu einer eventuellen polizeilichen Anwendung ist noch ein weiter Weg. [2193]

13. Dezember 2009  –  NZZ

Bewegung kann gegen Depressionen helfen

Eine häufige Ursache von Depressionen ist Bewegungsmangel, vermutet die Wiener Psychiaterin Liane Saxer-Novotny. Sie rät zu weniger Internet und Fernsehen, mehr sozialen Kontakten und regelmässiger Bewegung an der frischen Luft. Wichtig ist aiuch ein regelmässiger Tag-Nacht-Rhythmus. Gefährlich ist die Flucht in Süchte oder in die Arbeit. Hält eine depressive Phase länger als 14 Tage an, spricht man von einer Depression. Bessert sie sich trotz Selbsthilfe nicht, sollte man den Gang zu einer Fachperson nicht scheuen. [2182]

10. Dezember 2009  –  Standard

Testosteron, das missverstandene Hormon

Das männliche Sexualhormon macht nicht aggressiv und selbstsüchtig, wie die meisten Menschen denken und behaupten. Im Gegenteil fördert es Fairness, verbunden allerdings mit einem scharfen Bewusstsein für sozialen Status. Zu diesem Schluss kommt ein psychologisches Experiment mit Frauen an der Uni Zürich. In einem Spiel ging es darum, über die Aufteilung eines Geldbetrags zu verhandeln. Ergebnis: Frauen, denen Testosteron verabreicht wurde, verhandelten fairer als jene, die das Hormon nur zum Schein bekamen. [2181]

10. Dezember 2009  –  Tages-Anzeiger

Soziales Umfeld verbessert Gedächtnis im Alter

Jüngere Menschen sind oft besser als ältere in der Lage, sich an künftige Termine zu erinnern oder geplante Vorhaben rechtzeitig zu erledigen. Das so genannte prospektive Gedächtnis ist aber bei Senioren oft besser als bei den Jungen, wenn es um sozial wichtige Dinge geht. Dies zeigt eine Studie an je vierzig jüngeren und älteren Erwachsenen in Dresden. [2157]

24. November 2009  –  PubMed PMID: 19882417

Handbewegung schauen hilft gegen Demenz

Soziale Kontakte gelten als ein wichtiger Faktor, der bis zu einem gewissen Grad vor Demenz schützen und deren Fortschreiten bremsen kann. Sie aktivieren das Hirn auf vielfältige Weise. Ein überraschendes Detail hat man nun in Holland entdeckt: Menschen mit Alzheimer, die eine halbe Stunde pro Tag anderen Menschen dabei zuzuschauen, wie sie ihre Hände bewegen, können sich Gesichter von Menschen besser merken als Patienten, die eine halbe Stunde pro Tag Naturfilme anschauen. Man vermutet, dass das Anschauen von Handbewegungen bestimmte Nervenzellen aktiviert, so genannte Spiegelneurone. Diese befinden sich in Regionen des Hirns, die von Alzheimer besonders stark betroffen sind. [2076]

3. April 2009  –  PubMed PMID: 19321984

Fitness fördert Selbstachtung

Wer sich oft und gerne bewegt und Sport treibt, hat bis ins hohe Alter bessere soziale Kontakte und ist geistig rüstiger als eine Person, die meistens nur herumsitzt. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Umstand, dass fitte Personen besser mit Stress umgehen können als unfitte. Dies wiederum liegt in erster Linie an einer besseren Selbstachtung und erst in zweiter Linie an einer besseren körperlichen Gesundheit dank Sport. Zu diesem Schluss kommt eine Langzeitstudie an über tausend Senioren in Kanada. [2074]

1. April 2009  –  PubMed PMID: 19321020

Liebevoll meditieren macht sozialer

Soziale Verbundenheit zu den Mitmenschen lässt sich trainieren. Es genügt, sich nur wenige Minuten pro Tag intensiv in ein Gefühl der Liebe und Verbundenheit zu versetzen. Dies erzeugt positivere Gefühle gegenüber fremden Menschen und baut Angst und Misstrauen ab. Zu diesem Schluss kommt eine Studie an der Abteilung für Psychologie der Stanford-Universität in den USA. [1981]

13. November 2008  –  PubMed PMID: 18837623

Soziales Netz verringert Risiko für Demenz

Betagte Frauen, die in ein breites soziales Netz integriert sind, haben ein deutlich geringeres Risiko, an Demenz zu erkranken als Frauen mit einem kleinen sozialen Netz. Das zeigt eine Studie an über zweitausend Seniorinnen in den USA. [1885]

11. Juni 2008  –  PubMed PMID: 18511731

Stress erhöht Risiko für Krebs

Anfänglich gesunde Menschen laufen ein höheres Risiko, später an Krebs zu erkranken, wenn sie psychischem und sozialem Stress ausgesetzt sind. Hinzu kommt, dass sie als Patienten geringere Überlebenschancen haben. Wie gross diese Wirkung ist, bleibt nach wie vor umstritten. Doch es lohnt sich bestimmt, etwas gegen den Stress zu tun. [1877]

30. Mai 2008  –  PubMed PMID: 18493231

Soziale Kontakte sind das beste Hirn-Jogging

Menschen jeden Alters, die regelmässig Kontakte mit anderen Menschen pflegen, sind geistig fitter als solche, die sich eher zurückziehen. Schon nur zehn Minuten Kontakt pro Tag haben einen messbaren Einfluss auf die Leistung des Hirns. Zu diesem Schluss kommen Versuche mit Freiwilligen verschiedenen Alters in den USA. [1793]

31. Januar 2008  –  PubMed PMID: 18212333

Chronisch Kranke: Internet gegen Einsamkeit

Älteren Menschen, die chronisch krank und gebrechlich sind, kann das Internet zu Hause das Gefühl der Einsamkeit vermindern. E-Mail fördert soziale Kontakte im Alter, und das Surfen im Netz lenkt von einsamen Grübeleien ab. Auch das Selbstvertrauen nimmt zu. Das zeigt ein Versuch mit einer Gruppe von holländischen Senioren. [1704]

25. September 2007  –  PubMed PMID: 17882587

Schichtarbeit schadet dem Herzen nicht

Die Tatsache, dass Schichtarbeiter häufiger als andere am Herzen erkranken, lässt sich nicht durch die Schichtarbeit erklären. Entscheidend sind vielmehr ungesunde Faktoren wie Rauchen, Bewegungsmangel und Übergewicht, die in den sozialen Klassen, die oft Schicht arbeiten, eher ausgeprägt sind. Zu diesem Schluss kommt eine Studie an mehr als tausend Personen in England. [1605]

8. Mai 2007  –  PubMed PMID: 17478574

Viel Meeresfische für Schwangere

Schwangere Frauen tun gut daran, viel Meeresfische und Meeresfrüchte zu essen. Am besten für das werdende Kind sind mehr als 340 Gramm pro Woche. Dann können sich die Nerven und Muskeln des Babys am besten entwickeln; sie werden einen höheren IQ und bessere soziale Fähigkeiten entwickeln. Bei geringeren Mengen ist dies nicht der Fall. Zu diesem Schluss kommt eine Studie an über elftausend Schwangeren und ihren Kindern in den USA. Die zahlreichen nützlichen Stoffe in der Nahrung aus dem Meer sind also weit wichtiger als die wenigen Schadstoffe, mit denen sie belastet ist. [1536]

18. Februar 2007  –  Lancet 2007;369:578

Brustkrebs: Mehr Lebensqualität durch Krafttraining

Bei Frauen, die Brustkrebs überlebt haben, wirkt sich Krafttraining zweimal pro Woche positiv auf das Wohlbefinden aus, sowohl körperlich als auch psychisch und sozial. Zu diesem Schluss kommt eine Studie an über achtzig Frauen in den USA. [1329]

1. Juni 2006  –  Brain 2006;129:1240

Depression zu 60 bis 70 Prozent umweltbedingt

Die Ursachen einer schweren Depression liegen bei Frauen im Durchschnitt zu 60 Prozent in der sozialen Umwelt, bei Männern sogar zu 70 Prozent. Der Rest gilt als erblich bedingt, unabhängig von der Umwelt. Diese Zahlen stützen sich auf die größte Studie an Zwillingen, die je durchgeführt worden ist. Sie umfasst über 15000 Zwillingspaare in Schweden. [1227]

26. Januar 2006  –  Am J Psychiatry 2006;163:109

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