Gesundheitstelegramm: Selbstmord

News zu Selbstmord

Riskanter Rauchstopp mit Champix

Das Medikament Champix zur Entwöhnung vom Nikotin ist seit 2007 auf dem Markt. Es enthält den Wirkstoff Vareniclin. Eine neue Studie warnt jetzt vor schweren Nebenwirkungen: Das Mittel kann depressiv machen bis hin zum Selbstmord. Das Risiko übersteige den Nutzen, sagt einer der beteiligten Forscher dazu. [2973]

3. November 2011  –  Spiegel

Suizid: Mehr Hilfe als Gefahr aus dem Internet

Für die meisten Experten nicht typisch ist der gemeinsame Selbstmord von drei Mädchen, die sich im Internet dazu verabredet hatten. Eher gilt das Gegenteil: Soziale Kontakte, selbst wenn sie nur online stattfinden, wirken vorbeugend. Die meisten Webseiten zum Thema bieten Hilfe und Unterstützung. Anleitungen zur Selbsttötung sind nur sehr selten zu finden. [2926]

23. August 2011  –  Ärztezeitung

Bessere Stimmung mit Lithium im Trinkwasser

Wasser, das Spuren des Minerals Lithium enthält, hebt statistisch gesehen die Stimmung der Menschen, die es trinken. Die Wirkung lässt sich an einer geringeren Selbstmordrate ablesen, wie eine Studie der Universität Wien zeigt. Schon werden Stimmen laut, die einen künstlichen Zusatz von Lithium fordern. Die natürlichen Vorkommen im Wasser sind etwa hundertmal geringer als die Lithium-Dosen als Medikament gegen Depressionen. [2881]

6. Juni 2011  –  Welt

Intelligenz senkt Risiko für Selbstmord

Bei Männern, die gemessen am Intelligenzquotient (IQ) zu den oberen zehn Prozent gehören, ist das Risiko, sich selbst umzubringen, neunmal kleiner als bei den Männern in den untersten zehn Prozent. Das zeigt eine Studie an schwedischen Rekruten. Dieser deutliche Unterschied hat vermutlich mehrere Ursachen. Sie reichen von wirtschaftlichem Stress bis zu den Fertigkeiten, Krisen zu bewältigen. [2634]

7. Juni 2010  –  Ärzteblatt

Modekrankheit Sexsucht

Seit der Golfprofi Tiger Woods seine Affären öffentlich gestanden und mit Sexsucht erklärt bzw. entschuldigt hat, glauben zahlreiche Briten, auch daran zu leiden. Die wenigen Kliniken, die eine Behandlung dagegen anbieten, können den Ansturm neuer Patienten kaum mehr bewältigen. Um die neue Krankheit streiten sich inzwischen auch Experten. Sex-Therapeut Steve Pope meint, die Diagnose könne Leben retten, da Sexsüchtige oft depressiv und selbstmordgefährdet seien. Doch sein Kollege Glen Wilson zweifelt daran, ob Sexsucht überhaupt als Krankheit einzustufen sei. [2513]

6. April 2010  –  Ärztezeitung

Selbstmord-Gen gefunden

Ob ein Mensch sich selbst umbringen wird, hängt von vielen Faktoren ab - offenbar auch von seinen Genen. Das zeigen zwei Studien mit insgesamt über zweitausend Personen in Deutschland und den USA. Sind drei Gene für Stoffe, die Nerven ernähren, auf eine bestimmte Weise verändert, steigt das Risiko für Selbstmordversuche um das Vier- bis Fünffache an. Die Entdeckung könnte der Pharmaindustrie helfen, neue Medikamente für Selbstmordgefährdete zu entwickeln. [2376]

4. Februar 2010  –  Ärzteblatt

HIV: Bessere Behandlung, weniger Selbstmorde

Menschen mit HIV neigen mehr als der Durchschnitt zum Selbstmord. Bis vor wenigen Jahren waren vor allem die geringen Heilungschancen und die soziale Ausgrenzung daran schuld. Seit es die hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART) gibt, sind die Selbstmorde bei den Betroffenen in der Schweiz deutlich zurückgegangen. Noch immer liegen sie aber über dem Durchschnitt der Bevölkerung. [2208]

16. Dezember 2009  –  NZZ

Auch zu tiefes Cholesterin kann schaden

Zu hohe Werte von Cholesterin im Blut gelten als Risiko für Herz und Kreislauf. Doch zu tiefe Werte steigern auf der anderen Seite das Risiko für Selbstmord, aggressives und gewalttätiges Verhalten, Persönlichkeitsstörungen, Depression und Demenz. Dies ist in zahlreichen Studien bestätigt worden. Es lässt sich dadurch erklären, dass Cholesterin ein wichtiger Stoff für das Hirn ist. Um etwas Gutes für das Herz zu tun, ist viel Bewegung wahrscheinlich wichtiger als den Cholesterinspiegel zu senken. [2058]

10. März 2009  –  PubMed PMID: 19263395

Depression: Frauen suchen Hilfe, Männer sterben

Depression komme bei Frauen zwei- bis dreimal häufiger vor als bei Männern, sagt die Statistik. Nun kommen österreichische Psychiater zum Schluss, dies liege bloss daran, dass Frauen eher als Männer Hilfe suchen. Bei Männern ist nämlich Selbstmord deutlich häufiger als Frauen. Auch neigen Männer eher als Frauen dazu, das Leiden durch Sucht- und riskantes Verhalten zu überspielen. [1842]

10. April 2008  –  PubMed PMID: 18381057

Heisse Tage verschärfen Krisen

Psychosen, aggressve Handlungen und Selbstmorde nehmen zu, wenn die Temperaturen steigen und die Sonne am meisten scheint. Feuchtes Wetter dagegen dämpft die Psychosen. Diese Beobachtung haben Psychiater in Brasilien gemacht. [1750]

29. November 2007  –  PubMed PMID: 18029026

Je mehr Kilos, desto weniger Selbstmorde

Menschen mit einem hohen Body Mass Index (BMI) neigen weniger zu Selbstmord als Schlanke oder Untergewichtige: Nimmt der BMI um 5 Punkte zu, sinkt das Risiko für Selbstmord um 15 Prozent. Das zeigt eine Studie an über einer Million schwedischer Männer. [1209]

2. Januar 2006  –  Am J Epidemiology 2006;163:1

Boomt Wirtschaft, sinkt Lebenserwartung

In den neunziger Jahren ist die Lebenserwartung in den USA gesunken, parallel zum wirtschaftlichen Aufschwung. In der Rezession zuvor hatte man noch beobachtet, dass die Menschen im Durchschnitt älter werden. Gründe sind wahrscheinlich mehr Unfälle durch Verkehr, mehr Stress bei der Arbeit, weniger Zeit für soziale Kontakte, mehr Suchtmittel und ungesünderes Essen. In einer Rezession dagegen entwickeln sich außer den Selbstmorden die meisten Faktoren in eine positive Richtung. [1208]

30. Dezember 2005  –  Int J Epidemiology 2005;34:1194

Große hängen mehr am Leben

Große Menschen sind weniger gefährdet durch Selbstmord als kleine. Das zeigt die Auswertung der Daten von über einer Million Schweden: Pro fünf zusätzliche Zentimeter Körpergröße soll das Risiko für Suizid um 9 Prozent abnehmen. [1097]

28. Juli 2005  –  Am J Psychiatry 2005;162:1373

Selbstverletzung bedeutet höchste Gefahr für Selbstmord

Wer sich selbst eine Verletzung zufügt, ist etwa dreißig Mal stärker durch Selbstmord gefährdet als eine Person aus dem Durchschnitt der Bevölkerung. Besonders groß ist die Gefahr bei Frauen und in den ersten sechs Monaten nach einer Selbstverletzung. [988]

25. Februar 2005  –  Am J Psychiatry 2005;162:297

Selbstmord: Weichen schon im Mutterleib gestellt

Ob sich ein Mensch umbringen wird, hängt unter anderem auch davon ab, ob sein Wachstum im Mutterleib ohne Probleme verlaufen ist. Das Risiko steigt, wenn das Wachstum gestört und das Kind zu leicht auf die Welt gekommen ist. Das zeigt eine Studie an über einer halben Million Personen in Schweden. [881]

29. September 2004  –  Lancet 2004;364;1135

Einsame sterben früher

Das Risiko, an Krankheit, Unfall oder Selbstmord zu sterben, ist für einsame Menschen bis zu viermal höher als für sozial integrierte. Das zeigt eine Studie an über zehntausend Angestellten in Frankreich. [724]

27. Februar 2004  –  Am J Epidemiology 2004;159:167

Lebenserwartung in Russland sinkt weiter

In Russland werden Männer im Durchschnitt nur noch 59 Jahre alt, Frauen 72 Jahre. Die wichtigsten Gründe für den frühen Tod sind Herzkrankheiten, Selbstmorde, Tötungen, Vergiftung und Unfälle. Oft ist Alkohol mit im Spiel. [623]

25. Oktober 2003  –  British Medical Journal 2003;327:964

Israel: Terror wirkt nur mäßig

Wenn die Selbstmord-Bomber planen, die Israeli vor Angst krank zu machen, verfehlen sie ihr Ziel: Eine repräsentative Umfrage hat gezeigt, dass die große Mehrheit sich wohl weniger sicher fühlt, doch kaum psychiatrische Stress-Symptome zeigt. [550]

6. August 2003  –  JAMA 2003;290:612

Medikamente gegen Selbstmord

Antidepressiva können Selbstmorde verhindern. In Australien werden älteren Menschen häufiger als früher Medikamente gegen Depression verschrieben. Die Selbstmorde bei älteren Menschen sind seither deutlich zurückgegangen. [465]

12. Mai 2003  –  British Medical Journal 2003;326:1008

Brust vergrößert, Leben verkürzt

Frauen, die sich ihre Brüste kosmetisch vergrößern lassen, sterben öfter früh: Sie begehen öfter Selbstmord und rauchen mehr als Frauen, die mit ihrem Aussehen zufrieden sind. [411]

10. März 2003  –  British Medical Journal 2003;326:527

Mehr Drogen und Selbstmorde bei adoptierten Ausländern

Kinder aus dem Ausland, die von schwedischen Eltern adoptiert werden, nehmen fünfmal häufiger Drogen und bringen sich dreimal häufiger um als Kinder, die in Schweden geboren worden sind. [219]

13. August 2002  –  Lancet 2002;360:443

Risikofaktoren für Selbstmorde bei Jugendlichen

Psychische Krankheit der Jugendlichen; Selbstmord bei den Eltern, psychische Krankheiten in der Familie, Arbeitslosigkeit, tiefes Einkommen und schlechte Schulbildung der Eltern. [196]

19. Juli 2002  –  British Medical Journal 2002;325:74

Ledige Mütter leben kürzer

Sie sterben häufiger an Lungenkrebs, Selbstmord, Gewalt und Verkehrsunfällen. [171]

24. Juni 2002  –  Int J Epidemiology 2002;31:573

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Rückenschmerzen sind sehr unangenehm, dazu noch häufig. Vier von fünf Personen leiden irgendwann im Leben daran, eine sogar dauernd.

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