Gesundheitstelegramm: Schleimhaut

News zu Schleimhaut

Jeder sechste Krebsfall ist Folge einer Infektion

Der Magenkeim Helicobacter pylori, Hepatitis-Viren (Erreger von Gelbsucht) und Papilloma-Viren in der weiblichen Gebärmutterschleimhaut sind die Keime, die weltweit am häufigsten Krebs erzeugen. Alle Keime zusammen verursachen etwa 16 Prozent aller Krebserkrankungen. Am meisten Menschen sterben daran in den Entwicklungsländern, wie die Internationale Agentur für Krebsforschung IARC mitteilt. [3102]

9. Mai 2012  –  Ärzteblatt

So wirken Laktobazillen gegen Durchfall

Gegen akuten Durchfall wirken Präparate mit gefriergetrockneten Laktobazillen. Forscher haben vier Gründe dafür gefunden: Erstens kleiden Laktobazillen die Darmschleimhaut mit einem Biofilm aus, der das Eindringen der krankmachenden Keime hemmt. Zweitens erzeugen sie Antibiotika gegen die Keime. Drittens regen sie das körpereigene Immunsystem zur Abwehr an. Und viertens fördern sie das Wachstum der gesunden Darmflora. [3086]

16. April 2012  –  Ärztezeitung

Gluten: Beschwerden durch Einbildung?

Nicht alle Menschen, die glauben, kein Gluten zu vertragen, leiden an einer Zöliakie. Diese Darmkrankheit schädigt die Schleimhaut im Dünndarm und verändert das Blutbild. Fehlen diese Befunde, dann könnte die Krankheit auf Einbildung beruhen, warnen jetzt italienische Forscher. Eine solche Wirkung ist als Nocebo-Effekt bekannt: Allein das Essen von Nahrung, die man für unverträglich hält, kann Verdauungsbeschwerden erzeugen. Die Angst vor Gluten hat sich in den letzten Jahren stark verbreitet, vor allem über das Internet. [3053]

27. Februar 2012  –  Ärztezeitung

Keine Antibiotika bei Erkältung

Gegen akute Entzündungen der Nasenschleimhaut und der Nebenhöhlen (Rhinosinusitis) nützen Antibiotika meist nichts - nicht einmal dann, wenn Bakterien die Ursache sind: Mit oder ohne Antibiotika heilt die Krankheit in einigen Wochen aus. Das zeigt eine US-Studie mit 166 Patienten. Antibiotika sind nur gegen chronische Rhinosinusitis zu empfehlen, die länger als etwa zwei Monate dauert. [3049]

21. Februar 2012  –  Ärztezeitung

Steaks vom Grill fördern Darmpolypen

Rotes Fleisch, z.B. vom Rind oder Lamm, erhöht das Risiko für Darmpolypen, falls es stark erhitzt wird. Weisses Fleisch, z.B. vom Huhn oder Fisch, belastet die Darmschleimhaut nicht, ebenso wenig wie schonend gegartes rotes Fleisch. Zu diesem Schluss kommt eine Studie mit über sechstausend Personen in den USA. Polypen können eine Vorstufe zu Darmkrebs sein. [2984]

18. November 2011  –  Ärztezeitung

Lust auf Fett beginnt im Darm

Es ist fast unmöglich, nur ein Stück Chips zu essen. Die Lust auf mehr kommt aus dem Darm. Das haben amerikanische Forscher bei Ratten gefunden. Zellen der Darmschleimhaut sondern einen dem Cannabis ähnlichen Stoff ab, sobald die Tiere Fett nur schon riechen. Die drogenähnliche Wirkung von Fett ist auch bei Menschen zu beobachten. Sie hat sich in Urzeiten entwickelt, als Fett noch ein eher seltener Energieträger war. [2900]

6. Juli 2011  –  Focus

Schützt Mageninfektion vor Asthma?

Die Magenbakterie Helicobacter pylori führt zwar zu Entzündungen der Magenschleimhaut und zu Magengeschwüren, schützt aber wahrscheinlich vor allergischem Asthma. Das zeigen Versuche an Mäusen an den Universitäten von Zürich und Mainz. Sie liefern eine weitere Bestätigung der Hypothese, dass zuviel Hygiene für die Zunahme von Allergien in modernen Industrieländern verantwortlich ist. [2898]

4. Juli 2011  –  Ärztezeitung

Würmer gegen Darmentzündung

Colitis ulcerosa, eine Entzündung des Dickdarms, lässt sich mit Eiern des Peitschenwurms Trichuris bekämpfen. Diese Wurmkur mit umgekehrten Vorzeichen regt den Darm an, mehr Schleim zu bilden, um die Parasiten abzuwehren. Dieser Schleim lindert die Entzündung der Darmschleimhaut. Auch gegen Morbus Crohn, eine andere chronische Darmkrankheit, haben sich Würmer als günstig erwiesen. [2764]

3. Dezember 2010  –  Focus

Bald bessere Nasensprays gegen Erkältung?

Eine neue Art von Immunabwehr ist von britischen Forschern entdeckt worden. Sie beruht auf Antikörpern, die Viren auch dann noch bekämpfen, wenn sie bereits in die Zellen der Schleimhaut eingedrungen sind. Nach bisheriger Meinung wären Antikörper nur ausserhalb von Zellen wirksam gewesen. Nun hofft man, mit Hilfe der neuen Antikörper künftig bessere Nasensprays gegen Erkältungen zu entwickeln. [2745]

3. November 2010  –  Daily Mirror

Bakterien verraten Gefahr von Darmkrebs

Die Zusammensetzung der Darmflora ändert sich, wenn sich in der Schleimhaut des Darms Polypen bilden, die als Vorstufen zum Darmkrebs gelten. Bisher konnte man die Krebsgefahr nur durch Darmspiegelung erkennen, eine unangenehme Prozedur, bei der eine Sonde in den Darm eingeführt wird. Die Analyse der Bakterien im Stuhl ist bei über neunzig Patienten mit Erfolg erprobt worden Sie könnte eine billigere und zugleich schonendere Methode der Früherkennung werden. Dazu muss sie sich aber bei einer grösseren Zahl von Patienten in der Praxis bewähren. [2615]

27. Mai 2010  –  Spiegel

Nasensprays können abhängig machen

Nasensprays helfen oft schnell bei Heuschnupfen, und das verführt dazu, sie dauernd zu verwenden. Doch wenn sie die Schleimhaut abschwellende Wirkstoffe enthalten, sollte man sie nie länger als eine Woche verwenden. Denn die Wirkstoffe können abhängig machen: Mit der Zeit schwellen die Schleimhäute nur noch ab, wenn sie das Medikament bekommen. Unbedenklich sind dagegen Nasensprays mit Meersalz. [2582]

10. Mai 2010  –  20 Minuten

Nasenspülungen fördern Infektionen

Menschen, die täglich ihre Nase mit Salzlösung spülen, leiden im Durchschnitt 50 Prozent öfter an Entzündungen der Nasenschleimhaut und der Nebenhöhlen als jene, die ihre Nase in Ruhe lassen. Zu diesem Ergebnis kommen zwei Studien an insgesamt über neunzig Personen. Nach Ansicht deutscher Lungenärzte wäscht die Nasendusche wichtige Immunzellen aus der Schleimhaut und schwächt so die Abwehr. Nur bei einer akuten Nebenhöhlenentzündung sei die Nasendusche höchstens eine Woche lang sinnvoll, weil sie den Schleimfluss anregt. [2367]

2. Februar 2010  –  Ärztezeitung

Erkältet? Nicht räuspern, sondern husten!

Ist bei Erkältung oder Grippe die Stimme belegt, sollte man die Stimmbänder durch Husten oder Hüsteln, aber nicht durch Räuspern vom Schleim befreien. Leises Summen oder Brummen vor dem Husten eignet sich gut, um zähen Schleim zu lockern, ohne die Stimmbänder zu belasten. Räuspern schadet den Stimmbändern, weil sie sich zu heftig aneinander reiben. Das entzündet die Schleimhaut und kann auf Dauer heiser machen. [2166]

7. Dezember 2009  –  20 Minuten

Crohn: Angeborene Immunschwäche als Ursache?

Dank Fortschritten in der Genetik kommt man nun offenbar der rätselhaften Darm-Entzündung Crohn mehr und mehr auf die Spur: Vieles deutet darauf hin, dass eine genetisch bedingte Schwäche der Abwehr in der Schleimhaut des Darmes die Ursache sein könnte. [1498]

4. Januar 2007  –  Gut 2007;56:2

Stress fördert Entzündung im Darm

Freiwillige, gesunde Personen sind in einem Versuch gestresst worden. Dabei hat man die Blutwerte und die Werte von entzündlicher Reaktionen in der Schleimhaut des Darms untersucht. Fazit: Mit dem Stress nimmt auch die Neigung zu Entzündungen zu. [1408]

31. August 2006  –  Gastroenterology 2006;131:410

Kampf dem Magenkrebs

Ist die Schleimhaut des Magens entzündet, nimmt die Gefahr zu, dass sich dort ein Krebs bildet. Fast immer ist die Bakterie Helicobacter pylori mit im Spiel. Seit Jahren bekämpft man sie mit Medikamenten. Nun hat eine Langzeitstudie an über 700 Patienten gezeigt, dass Vorformen von Magenkrebs um so besser ausheilen, je länger es gelingt, den Magen von den Bakterien zu befreien. [1187]

1. Dezember 2005  –  Gut 2005;54:1536

Darm: Krebs früher erkennen

Eine neue Methode untersucht, wie stark die Enden der Chromosomen in den Zellen der Darmschleimhaut leuchten. Zellen, die krebsig werden, leuchten schwächer. [597]

30. September 2003  –  Gut 2003;52:1304

Hasch-ähnliche Stoffe schützen Darm vor Krebs

Die Schleimhaut des Darms bildet Stoffe, die verwandt sind mit THC, dem Wirkstoff aus Hanf. Diese so genannten Endocannabinoide helfen Darmkrebs verhüten. [596]

29. September 2003  –  Gastroenterology 2003;125:677

Neues Schlank-Hormon aus Darm

Hoffnung für Dicke: Das Hormon PYY aus Zellen der Darmschleimhaut bremst den Appetit auch bei übergewichtigen Menschen. Das schon länger bekannte Hormon Leptin aus Fettzellen wirkt dagegen nur bei schlanken Menschen. Ob sich aus dem neuen Hormon ein Medikament entwickeln lässt, bleibt abzuwarten. [582]

15. September 2003  –  N Engl J Medicine 2003;349:941

Rinderwahn in der Nase

In der Nasenschleimhaut von Patienten mit Creutzfeldt-Jakob (verwandt mit Rinderwahnsinn) hat man die Erreger (Prionen) gefunden. Das eröffnet neue Chancen für die Diagnose. Ob sich Menschen über die Nase infizieren, ist noch offen. [394]

21. Februar 2003  –  N Engl J Medicine 2003;348:711

Atemtest statt Darmspiegelung

Bei Verdauungsbeschwerden hat der Arzt bisher ein Instrument (Endoskop) durch den After eingeführt, um nach den Ursachen zu suchen. Jetzt zeigt sich, dass ein einfacher Atemtest, der eine Entzündung der Darmschleimhaut nachweist, ebenso gut und sicher ist. [116]

30. April 2002  –  British Medical Journal 2002;324:999

Mehr Lymphkrebs bei Darmpatienten

Patienten, die an Zöliakie leiden, einer chronischen Entzündung der Schleimhaut des Dünndarms, haben ein dreifach höheres Risiko für Lymphkrebs. [77]

21. März 2002  –  JAMA 2002;287:1413

Nase hilft Nerven heilen

Zellen aus der Nasenschleimhaut, in die Wirbelsäule verpflanzt, fördern die Heilung zerstörter Nervenzellen. [38]

10. Februar 2002  –  Brain 2002;125:14

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