
News zu Schizophrenie
Hilfe aus dem Internet bei Psycho-Problemen
Selbsthilfegruppen für Menschen mit schweren psychischen Leiden wie Depression, bipolarer Störung oder Schizophrenie können für Betroffene eine wichtige Stütze sein. Sie können dann wesentlich besser mit ihrer Krankheit leben, auch wenn, rein statistisch betrachtet, keine Besserung zu erkennen ist. Zu diesem Schluss kommt eine Studie mit dreihundert Patienten in Philadelphia. [2816]
25. Februar 2011 – UPI Health News
Schneller geisteskrank mit Cannabis
Wer die Hanfdroge Cannabis konsumiert, erkrankt im Durchschnitt etwa drei Jahre früher an Schizophrenie oder einer anderen Psychose als ein Nicht-Konsument. Das zeigt sich nach einer Analyse von 83 Studien mit fast zwanzigtausend Patienten. Die Experten schliessen daraus, dass Cannabis Psychosen fördert. Je früher im Leben eine Psychose auftritt, desto schwerer ist sie zu heilen. [2807]
11. Februar 2011 – Ärzteblatt
Ähnliche Hirnstrukturen bei Kreativen und Schizophrenen
Die Fähigkeit zu ungewöhnlichen Einfällen, Querdenken und blühender Fantasie lässt sich an bestimmten Strukturen im Thalamus ablesen. Dieser Teil des Hirns filtert die Sinneseindrücke und gilt als «Tor zum Bewusstsein». Bei kreativen Menschen ist dieser Filter durchlässiger als bei anderen. Als negative Kehrseite steigt dadurch auch das Risiko für Schizophrenie und starke (bipolare) Stimmungsschwankungen. [2633]
4. Juni 2010 – Ärztezeitung
Fischöl mit Omega-3 gegen Schizophrenie
Omega-3 Fettsäuren können Schizophrenie zwar nicht bessern, wohl aber vorbeugen helfen. Das zeigt eine Studie in Wien an über achtzig jungen Patienten am Rand einer Psychose. Nach zwölf Wochen mit Fischölkapseln erkrankten nur 4,5 Prozent, mit Scheinkapseln (Placebo) jedoch 27,5 Prozent an Schizophrenie. Nach vorläufiger Berechnung braucht man nur vier Patienten mit Fischöl zu behandeln, um einen Fall von Schizophrenie zu verhindern. Das ist vielversprechend, muss nun aber durch grössere Fallzahlen bestätigt werden. [2372]
3. Februar 2010 – Ärzteblatt
Schizophrenie zeigt sich im Hirnscanner
Schizophrenie ist eine Krankheit des Gehirns, die sich im Magnetresonanz-Scanner (MRI) erkennen lässt. Während Menschen nachdenken oder Probleme lösen, zeigen sich im MRI-Bild typische Muster in den verschiedenen Regionen des Gehirns. Bei Schizophrenen funktionieren die grauen Zellen in den Bereichen der Stirn, der Schläfen und in tieferen Regionen nicht so wie bei Gesunden. Solche Veränderungen zeigen sich schon Jahre bevor die Krankheit ausbricht. Vergleiche bei Zwillingen zeigen, dass die Schizophrenie nicht angeboren ist, sondern im Lauf des Lebens entsteht. Die Neigung dazu kann aber auch genetisch bedingt sein. [2212]
17. Dezember 2009 – Basler Zeitung
Der Schweizer Psychiater Eugen Bleuler hat den Begriff Schizophrenie 1908 eingeführt. Er bezeichnet eine «gespaltene Persönlichkeit», was dem damaligen Zeitgeist im Sinne von Freud entsprach. Im Licht der neusten Erkenntnisse gilt diese Sicht als überholt, und immer mehr Psychiater diskutieren darüber, ob die Bezeichnung heute noch sinnvoll sei. [1779]
12. Januar 2008 – PubMed PMID: 18175290
Patienten, die wegen Schizophrenie und ähnlichen Störungen in Behandlung sind, haben bessere Chancen, geheilt zu werden, wenn sie eine gute Nase haben. Zu diesem Schluss kommt ein Riech-Test mit über fünfzig Patienten in Kanada: Je besser sie verschiedene Düfte erkennen und benennen können, desto besser sind ihre Symptome nach einem Jahr Behandlung. [1334]
6. Juni 2006 – Am J Psychiatry 2006;163:932
Rheuma ein Risiko für Schizophrenie
Das Risiko für Schizophrenie ist annähernd um die Hälfte größer bei Personen, die an einer Auto-Immun-Krankheit leiden. Zu diesen zählen rheumatische Arthritis, Zöliakie und eine Reihe anderer, oft entzündlicher Krankheiten. Es spielt auch eine Rolle, ob die Eltern an diesen Krankheiten leiden. Das deutet auf eine starke erbliche Komponente hin. Das zeigt eine Studie an über 7000 Patienten, ihren Eltern und gesunden Vergleichspersonen in Dänemark. [1285]
18. April 2006 – Am J Psychiatry 2006;163:521
Not macht Kinder psychisch krank
Kinder, die in Armut und Unsicherheit aufwachsen müssen, sind später deutlich mehr von Schizophrenie und anderen Psychosen betroffen als Kinder aus gut situierten Familien. Das zeigt eine Statistik aller Kinder, die von 1963 bis 1983 in Schweden geboren wurden. [1128]
9. September 2005 – Am J Psychiatry 2005;162:1652
Zusammenhang zwischen Epilepsie und Schizophrenie
Epileptiker haben ein zwei- bis dreimal höheres Risiko für Schizophrenie und für andere Psychosen als Personen ohne Epilepsie. Das zeigt eine Auswertung von über zwei Millionen Patientendaten. Man vermutet, dass beide Krankheiten zum Teil die gleichen Ursachen in der Umwelt oder in den Genen haben könnten. [1080]
5. Juli 2005 – British Medical Journal 2005;331:23
Schizophrenie schwächt Knochen
Männer mit Schizophrenie haben schwächere Knochen als gesunde Männer. Bei Frauen gibt es diesen Zusammenhang nicht. [953]
7. Januar 2005 – Am J Psychiatry 2005;162:162
Schizophrenie: Altersunterschied zum Vater ist wichtig
Je kleiner der Altersunterschied zwischen Vater und Kind, desto unwahrscheinlicher ist es, dass das Kind später einmal schizophren wird. Das gilt jedoch nur, wenn die Krankheit in der Familie noch nicht aufgetreten ist. [909]
8. November 2004 – British Medical Journal 2004;329:1070
Hoch gewachsen, psychisch gesund
Schweden, die hoch gewachsen sind, leiden weniger an Schizophrenie als ihre kürzeren Landsleute. Am höchsten ist das Risiko für Männer, die klein geboren und klein geblieben sind. Das niedrigste Risiko haben Männer, die bei der Geburt relativ klein waren, dann aber stark aufgeholt haben. [577]
9. September 2003 – Am J Epidemiology 2003;158:291
Schizophrenie stört Bewegungsgefühl
Schizophrene haben mehr Mühe als gesunde Personen, den Zeitpunkt, die Reihenfolge und die Stärke von Bewegungen genau zu kontrollieren. [346]
31. Dezember 2002 – Am J Psychiatry 2003;160:134
Alte Väter, schizophrene Kinder
Kinder von Vätern, die bei der Zeugung schon ein fortgeschrittenes Alter erreicht haben, haben als Erwachsene ein etwas höheres Risiko für Schizophrenie. Der Effekt ist zwar statistisch nachweisbar, doch zum Glück nicht sehr stark. [252]
15. September 2002 – Am J Psychiatry 2002;159:1528
Schizophrenie: Hirn hat Mühe mit der Sprache
Es scheint, dass das Hirn von schizophrenen Patienten die Klänge der Sprache weniger gut verarbeiten kann.
[114]
28. April 2002 – Am J Psychiatry 2002;159:546
Schizophrenie zerstört graue Zellen
Schizophrene Menschen haben deutlich weniger graue Hirnmasse als vergleichbare gesunde Personen. [43]
16. Februar 2002 – Am J Psychiatry 2002;159:244
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