Gesundheitstelegramm: Sauerstoff

News zu Sauerstoff

Boden-Keim soll neue Waffe gegen Krebs werden

Eine Bakterie der Gattung Clostridium gedeiht nur tief im Boden, wo kein Sauerstoff hinkommt. Die gleichen Bedingungen herrschen im Innern von festen Tumoren wie Brustkrebs, Prostatakrebs oder Hirntumor. Das wollen Forscher der Universität Nottingham jetzt nutzen, um mittels Clostridium-Keimen zelltötende Medikamente in den Krebs zu schleusen. Im gesunden Gewebe, wo stets Sauerstoff vorhanden ist, könnten die Keime nicht überleben und würden die Zellen von einem Angriff verschonen. Erste Versuche mit Krebspatienten sind 2013 geplant. [2935]

5. September 2011  –  BBC

Höhenlage gesund für das Herz

Wer in einem Ort auf 2000 Meter über Meereshöhe wohnt, lebt im Durchschnitt ein bis drei Jahre länger als im Flachland. Als Vorteil erweist sich der niedrigere Sauerstoffgehalt der Höhenluft, wodurch sich mehr Herzkranzgefässe bilden. Die geringere Anfälligkeit für Herzinfarkt ist der Hauptgrund für die höhere Lebenserwartung in der Höhe. Jedoch führt die Lungenkrankheit COPD in der Höhe schneller zum Tod als im Flachland. Diese Zusammenhänge zwischen Höhenlage und Sterblichkeit sind in einer amerikanischen Studie entdeckt worden. [2836]

29. März 2011  –  Ärzteblatt

Schutzgas macht Fleisch fad und schneller ranzig

Frischfleisch in Folienpackungen unter Schutzgas bleibt zwar länger haltbar, doch der hohe Sauerstoffgehalt von 60 bis 85 Prozent des Gases zerstört einen Teil des Aromas, macht das Fleisch zäher und trockener, und die Fettmasse wird schneller ranzig. Das zeigen Untersuchungen des deutschen Bundesforschungsinstituts für Ernährung und Lebensmittel. Die Organisation Foodwatch kritisiert, der Sauerstoff diene vor allem dazu, dem Fleisch eine schön frisch wirkende rote Farbe zu verleihen. [2680]

3. August 2010  –  Ärztezeitung

Hirntumor löst spirituelle Erfahrungen aus

Hirntumore, die an einer bestimmten Hirnwindung unterhalb der rechten Schläfe wachsen, haben bei vielen Patienten in Udine spirituelle Erfahrungen ausgelöst: Sie hatten das Gefühl, Raum, Zeit und Körpergrenzen würden sich auflösen zu einer Einheit des Selbst mit der Natur. Die vom Tumor zerstörte Hirnregion ist für das Bewusstsein über den eigenen Körper zuständig. Sie lässt sich offenbar auch durch Meditation, Drogen oder Sauerstoffmangel auf hohen Bergen zeitweise ausschalten. [2408]

12. Februar 2010  –  Ärzteblatt

Rote Blutkörperchen aus dem Nano-Labor

Amerikanische Forscher haben im Labor künstliche rote Blutkörperchen hergestellt. Sie sehen den natürlichen täuschend ähnlich, enthalten wie diese den roten Blutfarbstoff Hämoglobin, können Sauerstoff aufnehmen und wieder abgeben, verformen sich gummiartig und können sich durch engste Blutgefässe zwängen. Ob dies ein erster Schritt zum künstlichen Blut ist, wird die weitere Forschung zeigen müssen. [2221]

19. Dezember 2009  –  FAZ

Wer fit ist, kommt beruflich weiter

Eine Studie an über einer Million jungen Männern in Schweden zeigt: Männer mit starken Leistungen von Herz und Lunge sind in der Regel intelligenter, erreichen höhere Positionen im Beruf und verdienen besser als der Durchschnitt. Keine Rolle spielt dagegen die Stärke der Muskeln. Forscher vermuten, dass ein fitter Kreislauf wichtig ist, um das Hirn mit reichlich Sauerstoff zu versorgen. Dadurch vermag es mehr zu leisten. Die Fitness ist sogar noch wichtiger als die Erbanlagen, was Vergleiche an über dreitausend Zwillingspaaren zeigen. [2170]

8. Dezember 2009  –  Standard

Training schafft Gefäss-Reserve gegen Alzheimer

Dass regelmässiger Sport das Risiko für Alzheimer senkt und sogar bei schon erkrankten Personen den Verlauf der Krankheit bremst, ist durch zahlreiche Studien belegt. Neue Forschung zeigt nun, dass sich dank Sport im Gehirn neue Blutgefässe bilden, so die grauen Zellen besser mit Energie und Sauerstoff versorgen und sie fitter machen gegen den Abbau durch die Krankheit.
 [1868]

19. Mai 2008  –  PubMed PMID: 18474414

Zuviel Zucker kann altes Herz angreifen

Alte Menschen tun gut daran, nicht zu schnell zu viel Zucker zu sich zu nehmen. In einem solchen Fall wird nämlich das Herz eine Weile lang weniger gut mit Sauerstoff versorgt. Diese Gefahr droht vor allem mit Süssgetränken. Zu diesem Schluss kommt ein Versuch mit neunzehn Senioren in Kanada. [1686]

30. August 2007  –  PubMed PMID: 17716550

Auch Silizium ist ein Spurenelement

Es taucht zwar auf keiner Liste der lebenswichtigen Minerale auf, doch ein Mangel an Silizium führt zu ernsten Beschwerden, vor allem an Knochen, Sehnen und Gelenken. Der Grund, warum Silizium so stiefmütterlich behandelt wird, liegt wohl darin, dass es nach Sauerstoff das zweithäufigste Element in der Natur ist. [1595]

24. April 2007  –  PubMed PMID: 17435951

Keine Eile beim Abklemmen der Nabelschnur

Wartet man nach der Geburt eine bis anderthalb Minuten mit dem Abklemmen der Nabelschnur, wird das Hirn des Babys besser mit Sauerstoff versorgt als mit der üblichen Methode, die Nabelschnur sofort abzuklemmen. Das zeigt ein Versuch bei 39 Frühgeburten am Unispital Zürich. [1569]

23. März 2007  –  Pediatrics 2007;119:455

Schnarchen kann Hirnmasse zerstören

Bei Personen, die durch starkes Schnarchen nachts an Atemnot leiden (Schlaf-Apneu), hat man in Japan ein deutlich höheres Risiko für stillen Hirninfarkt gefunden - einen Schlaganfall, der nicht als solcher in Erscheinung tritt, sondern graue Zellen absterben lässt. Das Hirn funktioniert zwar weiter, aber mit eingeschränkter Leistung und weniger Reserven. Ursache dafür ist ein Mangel an Sauerstoff. Diese Gefahr lässt sich durch ein Beatmungsgerät (CPAP) verringern. [1568]

22. März 2007  –  Respiratory + Critical Care 2007;175:612

Warum Thrombosen nach langen Flügen?

Flüge, die acht Stunden dauern, führen oft zu Thrombosen in den tiefen Venen der Beine. Bislang hat man das lange Sitzen ohne Bewegung dafür verantwortlich gemacht. Doch jetzt zeigt sich, dass auch der tiefere Druck und Sauerstoffgehalt der Luft während des Fluges eine wichtige Rolle spielt. Denn nur bei einem Flug, nicht aber bei einer gleich langen Kinovorführung steigt die Blutgerinnung an. Das hat ein Experiment an gesunden Freiwilligen in Holland gezeigt. [1260]

14. März 2006  –  Lancet 2006;367:832

Schlechter Schlaf macht vergesslich

Wer nachts im Schlaf schlecht atmet oder schnarcht, kann sich deutlich weniger gut an frühere Ereignisse erinnern als Personen mit einem gesunden Schlaf. Das zeigt ein Versuch von 16 Patienten mit Schlaf-Apneu und 16 gesunden Personen in den USA. Ob die ständige Unterbrechung des Schlafs oder ein Mangel an Sauerstoff das Erinnern stört, bleibt unklar. [1079]

4. Juli 2005  –  British Medical Journal 2005;331:23

Sauerstoffmangel könnte Diabetes fördern

In einem Versuch hat man gesunde Freiwillige Luft mit weniger Sauerstoff atmen lassen und dabei ihren Blutzucker überwacht. Es hat sich gezeigt, dass sie auf Blutzucker ähnlich reagiert haben wie Personen, die an Diabetes leiden. Sobald der Sauerstoffmangel wieder behoben war, hat sich auch diese Reaktion wieder normalisiert. [818]

2. Juli 2004  –  Respiratory + Critical Care 2004;169:1231

Schnarchen schlecht für das Herz

Wer nachts im Bett schnarcht, leidet Mangel an Sauerstoff im Blut. Das Herz bekommt auch zu wenig davon, und die Kranzgefäße verengen sich. Die Gefahr eines Infarkts nimmt zu. Das zeigt eine Studie in Japan. [593]

26. September 2003  –  Chest 2003;124:936

Schnarchen zerstört graue Zellen

Menschen, die so stark schnarchen, dass die Atmung zeitweise stillsteht (Schlaf-Apneu), haben weniger graue Zellen im Hirn als Menschen mit einem gesunden Schlaf. Man nimmt an, dass Sauerstoffmangel die Zellen zerstört. Umgekehrt könnte die schlechte Atmung auch durch Schäden im Hirn verursacht sein. [311]

17. November 2002  –  Respiratory + Critical Care 2002;166:1382

Nachtlicht für Diabetiker

Um bei Diabetikern einer Erkrankung der Netzhaut vorzubeugen, empfehlen Forscher, bei Licht zu schlafen. Dadurch soll die Netzhaut besser mit Sauerstoff versorgt werden. [179]

2. Juli 2002  –  Lancet 2002;359:2251

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Im Alter steigt das Risiko für Depression. Ihre Symptome werden oft einfach dem «Alter» zugeschrieben und bleiben so unerkannt.

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