
News zu Süchtig
Zigaretten: Warum Schockbilder nicht wirken
Schockbilder von verrussten Lungen und ausfallenden Zähnen auf Zigarettenpackungen halten Raucher nicht vom Rauchen ab. Jetzt haben Forscher der Universität Bonn und der Berliner Charité einen Grund gefunden: Nikotin-Abstinenz schaltet bei süchtigen Rauchern das Angstzentrum im Gehirn aus. [2905]
13. Juli 2011 – Ärzteblatt
Kalorien können süchtig machen
Wer viel Schokolade, Kuchen und andere Kalorienbomben isst, bekommt mit der Zeit genug davon und hört auf. Doch wer immer wieder sehr viel Fettes und Süsses isst, wird davon süchtig ähnlich wie auf Alkohol, Nikotin oder andere Drogen. Nicht mehr der Genuss steht dann im Vordergrund, sondern das ständige Verlangen nach mehr. Suchtfördernd ist aber nicht nur übertriebener Konsum, sondern auch der völlige Verzicht auf Süsses im Rahmen einer Diät. [2781]
28. Dezember 2010 – Focus
Chronische Schmerzen wirken ähnlich wie Chili
Bei Menschen, die chronische Schmerzen leiden, zirkulieren im Blut ähnliche Moleküle wie das Capsaicin aus den kleinen scharfen Chili-Schoten. Der Wirkstoff erzeugt schmerzhaftes Brennen und Hitzewallungen. Dank der Ähnlichkeit können Forscher jetzt den Chili-Wirkstoff dazu benutzen, um neue Medikamente gegen chronische Schmerzen zu testen. Diese setzen genau dort an, wo die Schmerzen entstehen. Im Gegensatz zu Opiaten, die im Hirn wirken, machen sie auch nicht süchtig. [2556]
28. April 2010 – Welt
Wer sich regelmässig in einem Sonnenstudio bräunen lässt, könnte süchtig sein. Das vermuten amerikanische Forscher. Sie hatten über vierhundert Studentinnen und Studenten befragt, die regelmässig Solarien besuchen. Fast die Hälfte zeigten Anzeichen von Sucht - Entzugssymptome und eine Neigung zu Depression und Angst, wie dies auch bei Abhängigkeit von Alkohol, Nikotin und anderen Drogen bekannt ist. [2543]
22. April 2010 – Stern
Frauen, im Laborversuch künstlich eifersüchtig gemacht, finden bestimmte Objekte in Fotos deutlich weniger gut als nicht beeinflusste Frauen. Zu diesem Schluss kommt ein Experiment von Psychologen in Delaware, USA: Im selben Raum, aber an verschiedenen Computern, bekamen heterosexuelle Paare Landschaftsbilder zu sehen. Die Frauen hatten dabei Zielobjekte zu entdecken, während Männer die Schönheit der Landschaften beurteilen mussten. Machte man die Frauen aber glauben, ihre Partner würden die Schönheit anderer Frauen beurteilen, sank ihr Sehvermögen deutlich. Ein Versuch mit vertauschten Rollen ist geplant. [2531]
15. April 2010 – Standard
Seit der Golfprofi Tiger Woods seine Affären öffentlich gestanden und mit Sexsucht erklärt bzw. entschuldigt hat, glauben zahlreiche Briten, auch daran zu leiden. Die wenigen Kliniken, die eine Behandlung dagegen anbieten, können den Ansturm neuer Patienten kaum mehr bewältigen. Um die neue Krankheit streiten sich inzwischen auch Experten. Sex-Therapeut Steve Pope meint, die Diagnose könne Leben retten, da Sexsüchtige oft depressiv und selbstmordgefährdet seien. Doch sein Kollege Glen Wilson zweifelt daran, ob Sexsucht überhaupt als Krankheit einzustufen sei. [2513]
6. April 2010 – Ärztezeitung
Ratten kann man wie Menschen mit Heroin oder Kokain süchtig machen. Das gelingt auch mit Junk Food, reich an Fett und Zucker. Laborversuche zeigen, dass die Kalorienbomben im Belohnungszentrum des Hirns ähnlich wirken wie Drogen. Sind Ratten erst einmal von menschlichem Junk Food abhängig geworden, fressen sie unter Stress mehr davon, während gesunde Ratten aufhören zu fressen. Zwar lassen sich diese Ergebnisse nicht direkt auf den Menschen übertragen. Doch erklären sie wahrscheinlich, warum Konsumenten von Fast Food oft übergewichtig sind. [2503]
29. März 2010 – CNN International
Schlafmittel machen ähnlich süchtig wie Heroin
Schlaf- und Beruhigungsmittel wirken ähnlich wie Heroin und Cannabis auf die Belohnungszentren im Hirn. Mit der Zeit gewöhnt sich das Hirn an die Droge. Diese Wirkung von Benzodiazepinen (Valium, Xanax) ist von Schweizer und amerikanischen Forschern entdeckt worden. Mit Hilfe der dabei gefundenen Details hofft jetzt die Pharmaindustrie, bald neue Mittel zu entwickeln, die wohl beruhigen, aber nicht süchtig machen. [2407]
12. Februar 2010 – Daily Mail
Internet-Süchtige eher depressiv
Menschen, die zwanghaft viel Zeit auf Websites mit Chat, virtuellen Gemeinschaften, Sex und Spielen verbringen, sind fünfmal eher depressiv als durchschnittliche Nutzer des Internet. Das zeigt eine Online-Umfrage bei über tausend Nutzern von sozialen Netzwerken. Die Umfrage ist allerdings nicht repräsentativ. Schon frühere Studien haben einen Zusammenhang zwischen Internetsucht und Depression ermittelt. Das Web macht aber kaum depressiv, sondern zieht einfach Depressive und Ängstliche besonders an. [2378]
4. Februar 2010 – Standard
Immer mehr Magersüchtige sind männlich
Fast jede dritte magersüchtige Person unter 21 Jahren ist ein Mann. Bei den älteren Jahrgängen liegt der Männeranteil noch unter zehn Prozent. Dies zeigt eine Auswertung einer kassenärztlichen Vereinigung in Deutschland. Dazu kommt wohl noch eine Dunkelziffer, denn nach wie vor gelten Magersucht und Bulimie mit krankhaftem Erbrechen als typisch weibliche Probleme. [2275]
9. Januar 2010 – Ärzteblatt
Magersüchtige haben Zerrspiegel im Hirn
Magersüchtige Frauen sehen sich im Spiegel als dick, obwohl sie tatsächlich mager sind. Solche Frauen haben in zwei bestimmten Regionen des Gehirns weniger graue Zellen als gesunde Frauen. Dies haben Untersuchungen mit Kernspintomografen (MRI) in Bochum gezeigt. Beide betroffenen Hirnregionen sind für das Erkennen von menschlichen Körperformen zuständig. Die Veränderungen am Hirn können sowohl ein Grund als auch eine Folge der Essstörung sein. [2261]
6. Januar 2010 – Ärztezeitung
Auch Passivrauchen kann nikotinsüchtig machen
Ratten, die länger in verqualmter Luft leben, werden mit der Zeit süchtig nach Nikotin. Dies zeigt ein Experiment an der Uni Florida. Die dem Rauch ausgesetzten Nager reagieren gestresst und versuchen mehr Nikotin zu bekommen. Die Veränderungen finden in jenen alten Teilen des Gehirns statt, die bei Ratte und Mensch sehr ähnlich sind. Deshalb ist zu vermuten, dass ähnliches auch bei menschlichen Passivrauchern geschieht. [2187]
11. Dezember 2009 – Medical Tribune
Testosteron, das missverstandene Hormon
Das männliche Sexualhormon macht nicht aggressiv und selbstsüchtig, wie die meisten Menschen denken und behaupten. Im Gegenteil fördert es Fairness, verbunden allerdings mit einem scharfen Bewusstsein für sozialen Status. Zu diesem Schluss kommt ein psychologisches Experiment mit Frauen an der Uni Zürich. In einem Spiel ging es darum, über die Aufteilung eines Geldbetrags zu verhandeln. Ergebnis: Frauen, denen Testosteron verabreicht wurde, verhandelten fairer als jene, die das Hormon nur zum Schein bekamen. [2181]
10. Dezember 2009 – Tages-Anzeiger
Gute Nachrichten für alle Kaffeesüchtigen: Das schwarzbraune Getränk aus der Tasse schadet weder dem Herzen noch fördert es Krebs. Ganz im Gegenteil, wie zahlreiche Studien zeigen. Verschiedene Krebsarten treten bei Kaffeetrinkern seltener auf, und Herzanfälle verlaufen milder. Auch für den Geist ist Kaffee gut: Das Risiko für Alzheimer sinkt. Am besten sind diese Wirkungen, wenn man Kaffee mit möglichst wenig Rahm und Zucker trinkt. [2111]
17. Juni 2009 – PubMed PMID: 19496470
Lust auf Alkohol beginnt schon im Mutterleib
Kinder von Alkoholikerinnen neigen mehr als andere dazu, später als Erwachsene ebenfalls süchtig nach Alkohol zu werden. Eine mögliche Ursache hat man jetzt im Versuch an Ratten erforscht. Füttert man trächtige Rättinnen mit viel Alkohol, konsumiert der Nachwuchs später ebenfalls mehr davon: In exakten Wahlversuchen hat sich gezeigt, dass den Ratten Alkohol besser schmeckt, wenn sie sich im Mutterleib daran gewöhnt haben. Dieser Befund lässt sich zwar nicht ohne weiteres auf den Menschen übertragen, liefert jedoch eine mögliche Erklärung und einen weiteren Grund, in der Schwangerschaft abstinent zu bleiben. Alkohol schädigt die Entwicklung zahlreicher Organe und Organsysteme beim Fetus. [2064]
18. März 2009 – PubMed PMID: 19273846
Neben Tabak, Alkohol, legalen und und illegalen Drogen haben jetzt Mediziner aus Houston, Texas, einen weiteren Suchtstoff identifiziert: industriell produzierte Lebensmitel mit einem hohen Gehalt an Zucker, Salz und Fett. Denn in Umfragen bei starken Konsumenten dieser Lebensmittel zeigen sich offenbar Verhaltensmuster, die auch für den Konsum von Suchtdrogen typisch sind. Die Mediziner schlagen deshalb vor, Junkfood in die Liste der Suchtmittel aufzunehmen. [2048]
24. Februar 2009 – PubMed PMID: 19223127
Impulsive Menschen stärker süchtig nach Tabak
Menschen, die in psychologischen Tests als impulsiv beurteilt werden, haben mehr Mühe als andere, mit dem Rauchen aufzuhören, selbst wenn sie dies eigentlich möchten. Sie leiden deutlich stärker unter Symptomen des Entzugs und bringen es weniger gut fertig, Ersatz für die Zigarette zu finden. Dies zeigt eine Umfrage bei fünfzig Rauchern in Texas. [1930]
3. September 2008 – PubMed PMID: 18686188
Vierzig Prozent der Kunden von Fitness-Studios sind sportsüchtig. Das hat eine Erhebung in Paris an den Tag gebracht. Sportsucht führt, ähnlich wie andere Süchte, zu Entzugserscheinungen. Sportsüchtige rauchen weniger als andere, trinken etwa gleichviel Alkohol, neigen aber deutlich mehr zu Kaufsucht und zu gestörtem Essverhalten. [1895]
25. Juni 2008 – PubMed PMID: 18555055
Gen für bitteren Geschmack prägt Nikotinsucht
Ob ein Mensch süchtig nach Zigaretten wird, liegt zum Teil auch in den Genen. Wichtig ist unter anderem ein Gen, das bestimmt, wie intensiv jemand bittere Stoffe auf der Zunge spürt. Wer sie nicht oder nur wenig spürt, empfindet offenbar auch das Rauchen als weniger abstossend und wird daher eher süchtig. Zu diesem Schluss kommt eine genetische Studie an über zweitausend Personen in den USA. [1884]
10. Juni 2008 – PubMed PMID: 18524836
Stärker süchtig mit Zigarren plus Zigaretten
Jugendliche, die sowohl Zigaretten als auch Zigarren konsumieren, sind stärker abhängig vom Tabak als jene, die nur eines dieser Produkte rauchen. Das zeigt eine Studie an über viertausend amerikanischen Studenten. [1862]
8. Mai 2008 – PubMed PMID: 18442343
Schon eine einzige Zigarette kann süchtig machen
Mehr als ein Viertel der Jugendlichen, die nur eine einzige Zigarette geraucht haben, zeigen danach deutliche Zeichen einer Abhängigkeit. Zu diesem Schluss kommt eine Umfrage bei über neunzigtausend Schülern in Neuseeland. [1790]
28. Januar 2008 – PubMed PMID: 18207651
Frauen neigen mehr zu Alkoholismus
Schon mit einem bis sieben Glas Alkohol pro Woche ist das Risiko, süchtig zu werden, für Frauen doppelt so hoch wie bei Abstinenz. Bei Männern liegt diese Schwelle bei über zwanzig Glas pro Woche. Zu diesem Schluss kommt eine Studie an rund zwanzigtausend Personen in Dänemark. [1613]
18. Mai 2007 – PubMed PMID: 17491106
USA: Mehr als jede zwanzigste Person ist kaufsüchtig
Kaufsucht (compulsive buying) gilt als Krankheit. In den USA haben Psychiater ihre Häufigkeit ermittelt. Danach sind 6 Prozent der Frauen und 5,5 Prozent der Männer betroffen. Der Unterschied zwischen den Geschlechtern scheint also nicht so groß zu sein, wie oft vermutet wurde. [1447]
25. Oktober 2006 – Am J Psychiatry 2006;163:1806
Raucher: Je jünger, desto süchtiger
Je früher ein Mensch mit dem Rauchen anfängt, desto schwerer kommt er wieder davon los. Auch Depression und Alkohol erschweren den Ausstieg. [572]
3. September 2003 – Stroke 2003;34:1859
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