
News zu Rheuma
Entzündungen in den Gelenken sind die Ursache für rheumatische Schmerzen. Daneben droht die Gefahr, dass sich die Entzündungen auch in die Blutgefässe ausbreiten, dort die Innenwände der Arterien schädigen und so die Verkalkung fördern. Besonders gefährdet sind die Herzkranzgefässe, was zum Herzinfarkt führen kann, und die Arterien, die das Gehirn versorgen, was einen Schlaganfall fördert. Deshalb empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie, Gelenkbeschwerden früh zu behandeln. Das lindert Beschwerden, schützt aber auch den Kreislauf. [2710]
14. September 2010 – Welt
Rheuma kann vor Alzheimer schützen
Rheumatoide Arthritis setzt im Körper ein Eiweiss namens GM-CSF frei. Dieses baut im Gehirn die für Alzheimer typischen Ablagerungen ab, die Amyloid-Plaques. Das haben Forscher in Florida bei Mäusen entdeckt. Es erklärt die Tatsache, dass Rheumapatienten deutlich seltener als andere an Alzheimer erkranken. Das Eiweiss GM-CSF wird schon als Medikament gegen Krebs eingesetzt. Die Forscher schlagen vor, es nun auch bei Alzheimer-Patienten zu testen. [2695]
24. August 2010 – Focus
Wer täglich ein Glas Alkoholisches trinkt, leidet statistisch gesehen weniger unter rheumatischer Arthritis als Abstinenten oder Quartalstrinker. Zu diesem Schluss kommt eine britische Studie an über achthundert Patienten und tausend gesunden Personen. Keine der untersuchten Personen hat mehr getrunken als die empfohlene Höchstmenge von zehn Alkoholeinheiten pro Woche. Mehr zu trinken schadet der Gesundheit und hilft nicht zusätzlich gegen Arthritis. [2676]
29. Juli 2010 – BBC
Patienten mit Herzproblemen, Krebs, Rheuma und anderen chronischen Krankheiten leiden oft an Ängsten. Mit regelmässigem halbstündigem Training lässt sich diese Angst deutlich reduzieren. Ob Walking, Aerobic oder Krafttraining spielt keine Rolle. Zu diesem Schluss kommt eine neue Auswertung von ingesamt 40 Studien mit etwa 3000 Patienten. [2563]
30. April 2010 – Ärztezeitung
Rheumatiker: Besuch beim Zahnarzt kann sich lohnen
Doppelt bis dreimal so hoch ist das Risiko einer rheumatischen Arthritis bei Patienten mit Entzündungen des Zahnbettes (Paradontitis), verglichen mit zahngesunden Menschen. Auch Rauchen erhöht das Risiko für Rheuma: Ohne Tabakkonsum und mit gesunden Zähnen lässt sich das Rheuma-Risiko gar auf ein Neuntel senken. Immer mehr Fakten sprechen dafür, dass Entzündungen, ausgehend von den Zähnen, sich im ganzen Körper ausbreiten können. [2510]
31. März 2010 – Ärztezeitung
Langsames Atmen mindert den Schmerz
Wer chronische Schmerzen leidet, etwa durch Fibromyalgie oder andere Formen von Rheuma, kann sich durch einen einfachen Trick Linderung verschaffen: langsam und ruhig ein- und ausatmen. Dass es wirkt, zeigt ein Experiment mit Frauen mittleren Alters in Arizona. Gesunde Frauen spüren allein schon durch ruhigeres Atmen weniger Schmerz. Bei Frauen mit Rheuma funktioniert dies aber nur, wenn sie dabei positive Gefühle aktivieren. [2342]
26. Januar 2010 – Science Daily
Gute Zahnpflege nützt auch den Gelenken
Wenn Bakterien das Zahnfleisch angreifen und die Zähne lockern, steigt auch das Risiko einer rheumatischen Arthritis. Umgekehrt leiden Rheumatiker bis zu siebenmal häufiger als andere an Paradontitis, einer Entzündung des Zahnhalteapparates. Über Ursachen und Wirkungen sind sich die Experten zwar noch nicht einig. Doch zwei Vermutungen sind recht plausibel. Zum einen scheiden Bakterien Enzyme aus, die die Gelenke angreifen können. Zum anderen lösen sie eine übermässige Reaktion des Immunsystems aus, die sich auch gegen das körpereigene Gewebe in den Gelenken richtet. Es lohnt sich also doppelt, die Zähne gut zu putzen. [2238]
28. Dezember 2009 – Ärztezeitung
Fördert Maser-Virus Arthritis?
Eine mögliche Spätfolge der Masern ist an der Harvard-Universität in Boston entdeckt worden: rheumatische Arthritis. Die Ursache dieser Krankheit ist seit langem unklar. Bei der Untersuchung von erkranktem Gewebe aus Kniegelenken, die ersetzt werden mussten, hat man nun des öfteren Masern-Viren gefunden. Sollte sich dieser Befund erhärten lassen, wäre er ein weiterer Grund, Kinder gegen Masern impfen zu lassen. [2066]
20. März 2009 – PubMed PMID: 19273454
Intensives Training auch mit Arthritis
Auch wer an rheumatischer Entzündung der Gelenke, also an Arthritis leidet, sollte sich so viel als möglich bewegen. Schonung ist nicht angesagt, im Gegenteil: Intensives Training stärkt die Muskeln, und starke Muskeln entlasten wiederum die Gelenke. Zu diesem Schluss kommt eine Studie an siebzig Rheumatikern in Holland. Die sportlichen unter ihnen fühlten sich deutlich weniger behindert von der Arthritis als jene, die nur wenig oder gar keinen Sport trieben. Auch nach intensivem Sport waren keine stärkeren Schmerzen oder gar Schäden im Röntgenbild zu beobachten. [2060]
12. März 2009 – PubMed PMID: 19247575
Gesunde Zähne, weniger Arthritis
Rheumatische Arthritis ist zwei- bis viermal häufiger bei Menschen, denen alle Zähne fehlen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie an über viertausend Amerikanern. Offenbar hängen Entzündungen an den Zähnen und in den Gelenken miteinander zusammen. [1760]
13. Dezember 2007 – PubMed PMID: 18050377
Bei Personen mit rheumatischer Arthritis neigt das Auge zu schlechter Blutversorgung, weil der Fluss des Blutes in den Augen-Arterien vermindert ist. Rheumatiker tun also gut daran, gut auf Sehstörungen zu achten und bei Bedarf den Augenarzt zu konsultieren. [1603]
4. Mai 2007 – PubMed PMID: 17471579
Blutfette können Rheuma fördern
Erhöhte Werte von Blutfetten und schädlichem Cholesterin sowie niedrige Werte des nützlichen HDL-Cholesterins fördern nicht nur Herz- und Kreislaufkrankheiten, sondern auch rheumatische Arthritis. Bei der Entzündung der Gelenke spielen das Fett im Blut offenbar eine wichtige Rolle. Das ist in Holland entdeckt worden, als man gefrorene Blutproben von Blutspendern nach Jahren wieder aufgetaut, analysiert und mit dem Zustand der Gelenke verglichen hat. [1540]
22. Februar 2007 – Ann Rheumatic Diseases 2007;66:184
Bei Rheumatikern, die im Knie an Arthritis leiden, zerstört die Entzündung nach und nach den Knorpel. Dieser Schwund schreitet bei Rauchern etwa doppelt so schnell voran wie bei Personen, die zur Zeit nicht rauchen. Raucher leiden auch deutlich schlimmere Schmerzen, wie eine Studie in den USA zeigt. [1496]
2. Januar 2007 – Ann Rheumatic Diseases 2007;66:18
Rheuma: Lebens-Uhr tickt schneller
Bei Patienten mit Arthritis (rheumatischer Gelenksentzündung) schreitet die Alterung der Zellen schneller voran als bei Menschen ohne Rheuma. Das hat sich in einer Untersuchung an über tausend Personen in England gezeigt. Die Alterung lässt sich an der Länge der Telomere, einer bestimmten Struktur der Zelle, ablesen. Man vermutet, dass Alterung und Rheuma zum Teil die gleichen Ursachen haben und dass freie Radikale und chronische Entzündungen eine Rolle spielen. [1464]
17. November 2006 – Ann Rheumatic Diseases 2006;65:1444
Verbindung zwischen Darm und Rheuma
Rheuma-Patienten spüren oft, wie ihre Krankheit besser oder schlimmer wird, je nachdem was sie gerade gegessen haben. Das ist nun in Schweden durch Labor-Untersuchungen an mehr als einem Dutzend Patienten erhärtet worden. Die Patienten sind oft auch gegen Nahrungsmittel allergisch entwickeln, was sich dann auch negativ auf die Gelenke auswirkt. [1428]
28. September 2006 – Gut 2006;55:1240
Mehr Rheumaknoten bei Rauchern
Rauchen ist erstens ein starker Risikofaktor für rheumatische Arthritis. Und zweitens verläuft die Krankheit bei Rauchern auch ungünstiger: Das Risiko, an schmerzhaften Schwellungen in den Gelenken (Rheumaknoten) zu leiden, ist um das Siebenfache erhöht. Keinen Einfluss auf den Verlauf von Rheuma hat der Konsum von rauchlosem Tabak. Das zeigt eine Studie an über zweihundert Patienten in Schweden. [1333]
5. Juni 2006 – Ann Rheumatic Diseases 2006;65:601
Rheuma ein Risiko für Schizophrenie
Das Risiko für Schizophrenie ist annähernd um die Hälfte größer bei Personen, die an einer Auto-Immun-Krankheit leiden. Zu diesen zählen rheumatische Arthritis, Zöliakie und eine Reihe anderer, oft entzündlicher Krankheiten. Es spielt auch eine Rolle, ob die Eltern an diesen Krankheiten leiden. Das deutet auf eine starke erbliche Komponente hin. Das zeigt eine Studie an über 7000 Patienten, ihren Eltern und gesunden Vergleichspersonen in Dänemark. [1285]
18. April 2006 – Am J Psychiatry 2006;163:521
Personen mit Uni-Abschluss sind im Durchschnitt rund 30 Prozent weniger von Rheuma betroffen als Personen, die nicht studiert haben. Dieser Unterschied ist bei Frauen stärker als bei Männern. Das zeigt eine Studie an über zweitausend Schwedinnen und Schweden. Die Studie lässt offen, ob das Ergebnis auf den Lebensstil oder die Umwelt oder beides zurückzuführen ist. [1186]
30. November 2005 – Ann Rheumatic Diseases 2005;64;1588
Schwanger: Rheuma bessert sich
Entzündliche rheumatische Gelenkschmerzen (Arthritis) lindern sich bei Frauen, wenn diese schwanger werden. Das ist schon lange bekannt. Nun zeigt eine genauere Untersuchung am Unispital Bern, dass der Körper im letzten Drittel der Schwangerschaft bestimmte Stoffe bildet, die die Reaktion des Immunsystems bremsen und so die Entzündungen in den Gelenken dämpfen. [1071]
22. Juni 2005 – Ann Rheumatic Diseases 2005;64:839
Knie trainieren gegen Arthritis
Wenn das Knie wegen Arthritis schmerzt, sollte man es trainieren. Die Schmerzen gehen dann zurück, die Behinderung schwindet. Die Art des Trainings ist egal: Sowohl Walking als auch Krafttraining wirken gleich gut. Das zeigt eine Studie an Rheumapatienten in England. [1018]
8. April 2005 – Ann Rheumatic Diseases 2005;64:544
Zwar können starke Knochen nicht vor Rheuma schützen. Doch immerhin tragen sie dazu bei, die Schmerzen und Beschwerden etwas erträglicher zu machen. [938]
17. Dezember 2004 – Ann Rheumatic Diseases 2004;63:1576
Knie: Arthritis liegt in der Familie
Hat ein Geschwister Rheuma im Knie, dann ist das Risiko dreimal höher als normal, die Krankheit selber zu bekommen. [885]
5. Oktober 2004 – Ann Rheumatic Diseases 2004;63:1022
Trotz Rheuma intensiv trainieren
Bei rheumatischer Arthritis, einer entzündlichen Erkrankung der Gelenke, soll man möglichst intensiv trainieren, denn das hat eine positive Wirkung und schadet den Gelenken nicht. Die meisten Patienten und Therapeuten trauen der Sache aber nicht so recht, was die Chance auf Besserung mindert. [850]
17. August 2004 – Ann Rheumatic Diseases 2004;63:804
Rheuma teurer als hoher Blutdruck
Wegen Rheuma entstehen in Kanada bis zu fünfmal mehr direkte und indirekte Kosten als wegen zu hohem Blutdruck. [771]
28. April 2004 – Ann Rheumatic Diseases 2004;63:395
Bei Menschen mit Arthritis (Entzündungen der Gelenke) beobachtet man mehr Schäden an den Innenwänden der Blutgefäße. Solche Schäden gelten als Vorstufe einer Verkalkung oder Arteriosklerose. [686]
9. Januar 2004 – Ann Rheumatic Diseases 2004;63:31
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