
News zu Psychose
Schneller geisteskrank mit Cannabis
Wer die Hanfdroge Cannabis konsumiert, erkrankt im Durchschnitt etwa drei Jahre früher an Schizophrenie oder einer anderen Psychose als ein Nicht-Konsument. Das zeigt sich nach einer Analyse von 83 Studien mit fast zwanzigtausend Patienten. Die Experten schliessen daraus, dass Cannabis Psychosen fördert. Je früher im Leben eine Psychose auftritt, desto schwerer ist sie zu heilen. [2807]
11. Februar 2011 – Ärzteblatt
Fischöl mit Omega-3 gegen Schizophrenie
Omega-3 Fettsäuren können Schizophrenie zwar nicht bessern, wohl aber vorbeugen helfen. Das zeigt eine Studie in Wien an über achtzig jungen Patienten am Rand einer Psychose. Nach zwölf Wochen mit Fischölkapseln erkrankten nur 4,5 Prozent, mit Scheinkapseln (Placebo) jedoch 27,5 Prozent an Schizophrenie. Nach vorläufiger Berechnung braucht man nur vier Patienten mit Fischöl zu behandeln, um einen Fall von Schizophrenie zu verhindern. Das ist vielversprechend, muss nun aber durch grössere Fallzahlen bestätigt werden. [2372]
3. Februar 2010 – Ärzteblatt
Schlaf- und Beruhigungsmittel, Medikamente gegen Depression und Psychosen schwächen die geistigen Leistungen bei älteren Menschen, insbesondere die Aufmerksamkeit, das Planen, Setzen von Zielen, die Beurteilung des eigenen Handelns und die Fähigkeit, dieses auf intelligente Weise zu steuern. Sie fördern damit die Neigung zu Demenz. Zu diesem Schluss kommen Tests an über zweihundert Betagten mit Demenz in Holland: Je höher der Konsum an Psychopharmaka, desto schlechter die Leistung in den Intelligenztests. Am wahrscheinlichsten ist die Erklärung, dass die Mittel Demenz fördern. Es könnte aber auch sein, dass dementen Personen mehr Mittel verschrieben werden. Um dies zu klären, sind weitere Studien nötig. [2055]
5. März 2009 – PubMed PMID: 19243660
Zweifel am Nutzen von Psychopharmaka bei Betagten
Hochbetagte, die starke Medikamente gegen Psychosen, Depression oder Angst einnehmen, leiden deutlich öfter an Demenz als ihre Altersgenossen, die solche Medikamente nicht nehmen. Fachleute äussern Zweifel am Nutzen dieser Mittel bei Senioren und weisen auf das Risiko schwerer Nebenwirkungen hin. [1846]
16. April 2008 – PubMed PMID: 18398935
Heisse Tage verschärfen Krisen
Psychosen, aggressve Handlungen und Selbstmorde nehmen zu, wenn die Temperaturen steigen und die Sonne am meisten scheint. Feuchtes Wetter dagegen dämpft die Psychosen. Diese Beobachtung haben Psychiater in Brasilien gemacht. [1750]
29. November 2007 – PubMed PMID: 18029026
Psychopharmaka der zweiten Generation nicht bei Alzheimer
Moderne Psychopharmaka sollen Psychosen, Aggression und Erregung bekämpfen, ohne aber zu stark dämpfend zu wirken. Bei Alzheimer funktioniert dies allerdings nicht, wie eine Studie an über vierhundert Patienten in den USA zeigt. Die Medikamente schaden mehr als sie nützen und mussten in den meisten Fällen wieder abgesetzt werden. [1440]
16. Oktober 2006 – N Engl J Medicine 2006;355:1525
Not macht Kinder psychisch krank
Kinder, die in Armut und Unsicherheit aufwachsen müssen, sind später deutlich mehr von Schizophrenie und anderen Psychosen betroffen als Kinder aus gut situierten Familien. Das zeigt eine Statistik aller Kinder, die von 1963 bis 1983 in Schweden geboren wurden. [1128]
9. September 2005 – Am J Psychiatry 2005;162:1652
Zusammenhang zwischen Epilepsie und Schizophrenie
Epileptiker haben ein zwei- bis dreimal höheres Risiko für Schizophrenie und für andere Psychosen als Personen ohne Epilepsie. Das zeigt eine Auswertung von über zwei Millionen Patientendaten. Man vermutet, dass beide Krankheiten zum Teil die gleichen Ursachen in der Umwelt oder in den Genen haben könnten. [1080]
5. Juli 2005 – British Medical Journal 2005;331:23
Junge Menschen, die kiffen, haben ein deutlich höheres Risiko für psychische Krankheit als solche, die kein Cannabis nehmen. Das zeigt eine Studie an über zweitausend Jugendlichen in Deutschland. [951]
5. Januar 2005 – British Medical Journal 2005;330:11
Personen, die Cannabis konsumieren, haben ein höheres Risiko, an einer Psychose zu erkranken, sagt eine holländische Studie. [230]
24. August 2002 – Am J Epidemiology 2002;156:319
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