
News zu Psychisch
Ein Drittel der Europäer psychisch krank
Mehr als 160 Millionen Europäer, 38 Prozent der Bevölkerung, sind psychisch krank. Dieses alarmierende Fazit zieht eine Studie aus Statistiken in dreissig Ländern. Am häufigsten sind Angststörungen, gefolgt von Schlaflosigkeit, schwerer Depression, Alkoholismus und Drogensucht. Nur ein Drittel der Betroffenen wird behandelt, und dies oft mit veralteten oder unwirksamen Methoden. Die volkswirtschaftlichen Kosten betragen jährlich mehr als 300 Milliarden Euro. [2936]
6. September 2011 – Spiegel
Hilfe aus dem Internet bei Psycho-Problemen
Selbsthilfegruppen für Menschen mit schweren psychischen Leiden wie Depression, bipolarer Störung oder Schizophrenie können für Betroffene eine wichtige Stütze sein. Sie können dann wesentlich besser mit ihrer Krankheit leben, auch wenn, rein statistisch betrachtet, keine Besserung zu erkennen ist. Zu diesem Schluss kommt eine Studie mit dreihundert Patienten in Philadelphia. [2816]
25. Februar 2011 – UPI Health News
Wer draussen Sport treibt, fühlt sich besser
Sich in freier Natur bewegen fördert das psychische Wohlbefinden, baut Stress und Ärger ab und hilft gegen Depression - und zwar deutlich besser als bei gleicher sportlicher Leistung in den eigenen vier Wänden oder im Fitnessstudio. Zu diesem Schluss kommt die Auswertung von elf Studien an insgesamt über achthundert Personen. [2804]
8. Februar 2011 – UPI Health News
Stehen Nervenzellen im Gehirn unter Stress, brauchen sie ein bestimmtes Eiweiss auf, das die Zellen vor Stress schützt. Ist der Schutzstoff aufgebraucht, beginnt die Zerstörung der Hirnzellen. Diesen Mechanismus haben japanische Forscher entdeckt. Er zeigt möglicherweise eine Ursache von Alzheimer und anderen nervenzerstörenden Krankheiten auf. Auf der Ebene der Zellen bedeutet Stress nicht nur psychische Spannungen, sondern auch Belastung durch Schadstoffe in der Umwelt. [2771]
14. Dezember 2010 – Ärzteblatt
Persönlichkeit: Typ D dreimal häufiger herzkrank
Menschen, die oft nach innen gekehrt sind, wenig Selbstvertrauen und viel Kummer haben, leicht zu irritieren und zu ärgern sind und daher Kontakte mit anderen Menschen meiden - solche Persönlichkeiten bezeichnet man an der Universität von Tilburg, Holland, als Typ D. Verglichen mit psychisch stabilen Personen haben sie ein dreifach höheres Risiko, an einem Herzinfarkt zu sterben. Der Buchstabe D steht für Distress, also negativen Stress. [2712]
16. September 2010 – Ärzteblatt
Chronische Erschöpfung: Viren im Verdacht
Das Chronische Erschöpfungs- oder Fatigue-Syndrom (CFS) lässt die Betroffenen an allgemeiner körperlicher, geistiger und psychischer Schwäche leiden. In der Schweiz sind schätzungsweise fünfzehn- bis dreissigtausend Menschen davon betroffen, in Deutschland bis zu dreihunderttausend. Jetzt haben Forscher im Blut von CFS-Patienten Spuren von Retroviren entdeckt. Dieser Virustyp baut seine Gensubstanz in die menschliche Erbmasse ein. Was er dort genau bewirkt, ist noch unbekannt und soll in weiteren Studien untersucht werden. [2697]
26. August 2010 – Spiegel
Mädchen immer früher geschlechtsreif
Schon mit neun Jahren treten Mädchen heute in die Pubertät ein - im Durchschnitt ein Jahr früher als noch 1991 und mehr als fünf Jahre früher als noch vor hundertfünfzig Jahren. Das berichten Forscher der Uniklinik Kopenhagen. Sie schlagen Alarm, weil eine sehr frühe sexuelle Entwicklung die Mädchen psychisch überfordern kann. Auch die Risiken für Brustkrebs und Herzkrankheiten nehmen zu. Als Ursachen für die frühe Reife gelten eine bessere Ernährung und ein hoher Fleischkonsum. Aber auch Umweltchemikalien mit hormonähnlichen Eigenschaften, etwa Bisphenol A, kommen in Frage. [2646]
17. Juni 2010 – Welt
Bewegung im Grünen hebt die Stimmung
Schon nach fünf Minuten Bewegung in der freien Natur hebt sich die Stimmung und mindern sich die Folgen von Stress. Das zeigt eine britische Studie an über tausend Personen. Besonders gut sprechen junge Menschen auf das Grün an, aber auch ältere mit psychischen Problemen. Gewässer verstärken die Wirkung. [2567]
3. Mai 2010 – Welt
Als Gesundheitssport bringt Fussball mehr Vorteile als Joggen. Zu diesem Fazit kommen Vergleichsstudien in sieben europäischen Ländern. Das Spiel mit dem Ball wirkt am positivsten auf Herz und Kreislauf, verbessert daneben vor allem auch das psychische Wohlbefinden. Während Jogger im Wald sich vor allem auf ihre Gesundheit und ihren Körper konzentrieren, geht es beim Fussball um Spass und Teamgeist. Deshalb bleiben die meisten Fussballer ihrem Hobby länger treu als die meisten Jogger. [2520]
9. April 2010 – Standard
Aus beliebten Kinder werden gesündere Erwachsene
Kinder, die in der Schulzeit viele Freunde haben und in ihren Cliquen beliebt sind, leiden als Erwachsene deutlich weniger an wichtigen Krankheiten als jene Kinder, die keine oder nur wenige Freunde haben: Neunmal seltener an Herzkrankheiten, viermal seltener an Diabetes und nur halb so oft an psychischen Störungen. Das zeigt eine Studie an etwa viertausend Schülern in Schweden, die 1966 befragt und dreissig Jahre später medizinisch untersucht worden sind. [2320]
20. Januar 2010 – Welt
Sport hilft graue Zellen erhalten
Wer sich durch regelmässiges Training fit hält, behält im Lauf der Jahre die meisten grauen Zellen im Hirn, während deren Zahl bei Sportmuffeln abnimmt. Der Unterschied zeigt sich vor allem in einer Region des Hirns, die für Gefühle, Selbstvertrauen und Offenheit für Sinneseindrücke verantwortlich ist. Dies zeigt eine Studie an dreissig jungen Erwachsenen in Japan. Dies könnte mit erklären, warum körperlich fitte Menschen sich auch psychisch besser fühlen. [2114]
23. Juni 2009 – PubMed PMID: 19528889
Bei depressiven Menschen nimmt die Dichte der Knochen im Alter schneller ab als bei Menschen mit einer positiven psychischen Grundstimmung. Dies zeigt eine Studie in Baltimore. Schädlich auf die Knochen wirken sich sowohl die Depression aus als auch die Antidepressiva, die der Arzt dagegen verschreibt. Die Wirkung lässt sich nur zum Teil damit erklären, dass sich Depressive weniger bewegen als andere. [2026]
23. Januar 2009 – PubMed PMID: 19126857
Mit virtueller Realität psychische Probleme überwinden
Um krankhafte Ängste zu überwinden, hat es sich oft als nützlich erwiesen, Patienten in jene Situationen zu bringen, die Angst auslösen. In einer solchen Verhaltenstherapie erleben dann, dass die Situation gar nicht gefährlich und die Angst somit unbegründet ist. Zu diesem Zweck eignen sich nicht nur wirkliche Situationen, sondern auch virtuelle am Bildschirm. Dank dem Computer ist es möglich, exakt auf die Bedürfnisse der Patienten abgestimmt zu erzeugen. Eine Reihe von Studien zeigt, dass sich so mit einem geringeren Aufwand ebenso gute Ergebnisse erzielen lassen wie mit klassischer Verhaltenstherapie. [2017]
12. Januar 2009 – PubMed PMID: 19117268
Das zweitausendste Gesundheitstelegramm
In den letzten sieben Jahren sind an dieser Stelle 2000 Kurzartikel veröffentlicht worden. Die häufigsten Themen sind Ernährung, Bewegung und Fitness, Herz und Kreislauf, Risikofaktoren wie Rauchen und Passivrauchen, Alzheimer und andere Formen der Demenz, das psychische Wohlbefinden und ein gesundes Alter. Alle Artikel basieren auf Studien, die in medizinischen Fachzeitschriften veröffentlicht worden sind. [2000]
10. Dezember 2008 – PubMed
Selbsthilfegruppen gegen psychische Probleme
Eines der grössten Probleme bei psychischen Krankheiten ist die Stigmatisierung und damit verbunden ein Verlust des Selbstwertgefühls. Unter den vielen Versuchen, damit klar zu kommen, hat sich die Unterstützung durch Leidensgenossen am wirksamsten erwiesen. Dies zeigt eine Studie der Universität Gent an über fünfhundert Patienten in der psychiatrischen Rehabilitation. [1899]
1. Juli 2008 – PubMed PMID: 18575376
Stress erhöht Risiko für Krebs
Anfänglich gesunde Menschen laufen ein höheres Risiko, später an Krebs zu erkranken, wenn sie psychischem und sozialem Stress ausgesetzt sind. Hinzu kommt, dass sie als Patienten geringere Überlebenschancen haben. Wie gross diese Wirkung ist, bleibt nach wie vor umstritten. Doch es lohnt sich bestimmt, etwas gegen den Stress zu tun. [1877]
30. Mai 2008 – PubMed PMID: 18493231
Neigung zu Angst fördert Tabaksucht
Von allen untersuchten psychischen Faktoren, die von der Zigarette abhängig machen, hat die Neigung zu Angst den stärksten negativen Einfluss. Das zeigt eine Befragung von über hundertachzig regelmässigen Raucherinnen und Rauchern in den USA. [1853]
25. April 2008 – PubMed PMID: 18417153
Pflegende bei Alzheimer besser unterstützen
Wer Angehörige mit Demenz pflegt, steht unter starkem psychischem Stress und leidet oft an Angst und Depressionen. In England hat man verschiedene Strategien getestet, um die Pflegenden besser zu unterstützen. Lernen sie, besser mit den eigenen Gefühlen umzugehen, nimmt der Stress deutlich ab. Dieser Erfolg bleibt aus, wenn man sich nur auf die Lösung von konkreten Problemen konzentriert. [1840]
8. April 2008 – PubMed PMID: 18383189
Meditation kann Stress reduzieren
Ein auf Meditation beruhendes Programm zur Bekämpfung von Stress hat sich in einem Versuch bei vierundvierzig Patienten an der Universität von Massachusetts gut bewährt: Die Symptome von psychischem Stress, aber auch von körperlichen Störungen nahmen deutlich ab. [1839]
7. April 2008 – PubMed PMID: 18374738
Wer leichter atmet, fühlt sich besser
Patienten, die schwach sind auf den Lungen, fühlen sich oft auch psychisch schwach, neigen zu Depressionen und haben das Gefühl, ihr Leben nicht selbst bestimmen zu können. Das ist in einer repräsentativen Studie an US-Bürgern ermittelt worden. [1534]
16. Februar 2007 – Am J Epidemiology 2007;165:383
Depression fördert Schlaganfall
Das Risiko für einen Schlaganfall ist bei depressiven Personen mittleren Alters viermal höher als bei gleichaltrigen, die sich psychisch wohl fühlen. Ab 65 Jahren ist kein solcher Unterschied mehr festzustellen. Medikamente gegen Depression verändern das Risiko für Hirnschlag nicht. Das hat man bei mehr als viertausend Teilnehmern der Framingham-Studie festgestellt. [1508]
18. Januar 2007 – Stroke 2007;38:16
Brustkrebs: Mehr Lebensqualität durch Krafttraining
Bei Frauen, die Brustkrebs überlebt haben, wirkt sich Krafttraining zweimal pro Woche positiv auf das Wohlbefinden aus, sowohl körperlich als auch psychisch und sozial. Zu diesem Schluss kommt eine Studie an über achtzig Frauen in den USA. [1329]
1. Juni 2006 – Brain 2006;129:1240
Depressiv nach Infarkt: ein Risiko
Wer sich nach einem Herzinfarkt auch psychisch gut erholt, hat die besten Chancen, noch lange und ohne Behinderung zu leben. Depression ist dagegen ein Risikofaktor, ganz unabhängig vom Erfolg der Behandlung am Herzen. Das zeigt eine Studie an über 400 Herzpatienten in Holland. [1215]
10. Januar 2006 – Heart 2006;92:32
Not macht Kinder psychisch krank
Kinder, die in Armut und Unsicherheit aufwachsen müssen, sind später deutlich mehr von Schizophrenie und anderen Psychosen betroffen als Kinder aus gut situierten Familien. Das zeigt eine Statistik aller Kinder, die von 1963 bis 1983 in Schweden geboren wurden. [1128]
9. September 2005 – Am J Psychiatry 2005;162:1652
Reizdarm: Ursache im Hirn suchen
Neuerdings suchen Forscher die Ursache von Verdauungsstörungen wie Reizdarm nicht mehr nur im Unterleib. Sie untersuchen den Kopf des Patienten mit dem Tomografen und fahnden nach Strukturen, die auf Stress und andere psychische Probleme hinweisen. Diese könnte man dann mit Medikamenten behandeln oder psychologisch angehen. [1061]
8. Juni 2005 – Gut 2005;54:569
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