Gesundheitstelegramm: Pille

News zu Pille

Säureblocker fördert Durchfall

Pillen gegen Magensäure (Protonenpumpenhemmer, PPI) können dazu führen, dass schädliche Keime im Magen besser überleben und im Darm zu Infektionen führen. Gefährlich werden kann vor allem der Durchfall-Erreger Clostridium difficile. Das Risiko solcher Infektionen ist mit PPI ungefähr doppelt so hoch wie ohne dieses Medikament. Das teilt die amerikanische Nahrungs- und Arzneimittelbehörde FDA mit, nachdem sie ihre Datenbanken über unerwünschte Nebenwirkungen neu ausgewertet hat. PPI sind auch rezeptfrei erhältlich. [3043]

13. Februar 2012  –  Ärzteblatt

Pille gegen Magensäure schwächt Knochen

Medikamente, die im Magen die Bildung von Säure hemmen, können bei Frauen das Risiko für Knochenbrüche am Hüftgelenk um etwa ein Drittel steigern. Das zeigt eine Studie mit achtzigtausend Frauen ab den Wechseljahren. Sie hatten die Medikamente jahrelang genommen. Wie stark Männer von einer schnelleren Osteoporose betroffen sind, ist bisher nicht untersucht worden. Die Medikamente gegen Magensäure, Protonenpumpenhemmer, kenntlich an der Endung -prazol des Präparatnamens, werden meist gegen Sodbrennen, sauren Reflux und Magengeschwüre verschrieben. Sie sind teilweise auch rezeptfrei erhältlich. [3035]

1. Februar 2012  –  Telegraph

Pupillentest misst Müdigkeit

Der Pupillograf misst elf Minuten lang die Weite der Pupille und zeichnet Veränderungen auf. Je mehr die Pupillenweite schwankt, desto müder ist eine Person. Das zeigen Tests von Tübinger Schlafforschern. Der Test ist geeicht und könnte künftig der Polizei helfen, übermüdete Autofahrer aus dem Verkehr zu ziehen. [3001]

13. Dezember 2011  –  Ärztezeitung

Gesund essen, zwanzig Jahre länger leben

Viel Obst und Gemüse, viel Fisch, wenig Fleisch, besonders wenig rotes Fleisch, wenig Kalorien, kein oder nur wenig Alkohol - wer sich nach dieser Formel ernährt, kann die Zahl seiner gesunden Lebensjahre um bis zu zwanzig vermehren. Zu diesem Schluss kommt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung DGE. Vitaminpillen und andere Nahrungszusätze bringen dagegen keinen Nutzen, können sogar eher schaden, warnt die DGE. [2877]

30. Mai 2011  –  Welt

Placebo hilft auch ohne Glaube

Scheinmedikamente (Placebos) wirken auch dann, wenn der Patient weiss, dass er nur Zuckerpillen ohne Wirkstoffe schluckt. Das zeigt eine Studie amerikanischer und britischer Forscher mit achtzig Patienten. Sie weckt Zweifel an der bisherigen Erklärung, wonach der Glaube, ein echtes Medikament zu schlucken, für die Placebowirkung wesentlich sei. Offenbar reicht auch das blosse Ritual des Pillenschluckens. [2779]

24. Dezember 2010  –  Ärzteblatt

Keine Lustpille für die Frau

Das Präparat mit dem Wirkstoff Flibanserin hatte schon einen Namen: «Girosa». Doch der Hersteller Boehringer Ingelheim stoppte die rosa Lustpille, die vermindertes sexuelles Verlangen von Frauen hätte ankurbeln sollen. Kalte Füsse hatte das Unternehmen bekommen, nachdem Experten der amerikanischen Nahrungs- und Arzneimittlbehörde FDA Zweifel an der Wirksamkeit angemeldet und die Zulassung für den amerikanischen Markt nicht empfohlen hatten. [2729]

11. Oktober 2010  –  Welt

Vitamin B gegen Alzheimer?

Mit Vitaminpillen lässt sich Demenz bestimmt nicht heilen, aber vielleicht vorbeugen und verlangsamen. Vitamin B kann die Zellen des Gehirns gegen Abbau widerstandsfähiger machen. Dies zeigen Studien in England und Norwegen. Vitamine wirken allerdings nur solange die Krankheit in ihren Anfängen steckt. Vitamin B kommt natürlich in Reis, grünem Gemüse, Eiern, Fisch und Fleisch vor. Bei Vitaminpräparaten ist Vorsicht geboten, da zu hohe Vitamindosen andere Krankheiten fördern können, zum Beispiel Krebs. [2708]

10. September 2010  –  Spiegel

Schlankheitspillen wirken nicht

Neun verschiedene Pillen und Nahrungsergänzungsmittel, die angeblich gegen Übergewicht helfen, sind in Göttingen an fast zweihundert Personen doppelblind getestet worden: Die einen nahmen echte Pillen, die anderen Placebo ohne Wirkstoffe. Fazit nach acht Wochen: Alle Personen nahmen im Durchschnitt um etwa ein Kilo ab. Auch keine einzige andere Studie kann bisher belegen, dass die Mittel besser wirken als Placebo. Trotzdem sind sie für die Hersteller ein riesiges Geschäft mit weltweit über zehn Milliarden Euro Umsatz pro Jahr. [2664]

13. Juli 2010  –  Standard

Ultraschall statt «Pille für den Mann»?

Eine einzige Behandlung der Hoden mit Ultraschall soll genügen, Männer für ein halbes Jahr unfruchtbar zu machen. Davon sind Forscher der Uni von North Carolina überzeugt. Mit einem Stipendium der Bill und Melinda Gates-Stiftung wollen sie die Methode praxisreif machen. Falls dies gelingt, wäre es die wohl kostengünstigste und, da hormonfrei, auch schonendste Art der Empfängnisverhütung. Anders als die Vasektomie ist wäre sie auch nicht endgültig. [2591]

14. Mai 2010  –  BBC

Jubiläum: 50 Jahre die Pille

Im Sommer 1960 ist unter dem Namen Enovid in den USA die erste Antibabypille auf den Markt gekommen. Das Präparat war damals schon drei Jahre auf dem Markt, allerdings erst gegen Menstruationsbeschwerden zugelassen. Von vielen Frauen als Befreiung gefeiert, stand die Pille wegen Nebenwirkungen in der Kritik. Zunächst ging es um Moral, danach um Thrombosen. Die Hormondosis ist im Lauf der Jahre massiv reduziert worden. Die Pille gilt heute als gut verträglich, bequem und sicher. [2579]

8. Mai 2010  –  Focus

Mit der Pille weniger Freude am Sex

Zwar befreit die Pille den weiblichen Sex vor der Angst, ungewollt schwanger zu werden. Doch viele Frauen haben trotz Pille weniger Lust auf Sex oder leiden gar an Beschwerden beim Verkehr. Solche Sexualstörungen sind am häufigsten bei Frauen, die hormonelle Präparate nehmen, also die Pille oder eine Hormonspirale. Am seltensten sind sie bei Frauen, die anders oder gar nicht verhüten. Das zeigt eine Studie an über tausend Studentinnen in Deutschland. [2573]

5. Mai 2010  –  Focus

Die Pille langfristig kein Risiko für Frauen

Frauen über 45, die in jungen Jahren eine Antibaby-Pille mit hoher Hormondosis eingenommen haben, können aufatmen: Ihr Sterberisiko ist nicht höher als bei Frauen, die nie die Pille genommen haben. Das zeigt eine schottische Studie mit mehr als vierzigtausend Frauen, die bis zu 39 Jahre lang beobachtet worden sind. Moderne Pillen enthalten weniger Hormone als früher, um das Risiko für Herz und Kreislauf zu senken. [2504]

29. März 2010  –  Ärztezeitung

Deutsche Statistik: Wie Frauen verhüten

Von den 17 Millionen deutschen Frauen im gebärfähigen Alter verhüten 39 Prozent mit der Pille, 28 Prozent mit Kondomen, 12 Prozent mit Spirale (je zur Hälfte Kupfer- und Hormonspirale), je 8 Prozent durch «natürliche» Methoden und durch Sterilisation; 24 Prozent verhüten gar nicht, und 12 Prozent verzichten auf Geschlechtsverkehr. Schätzungsweise zehntausend Mädchen unter 18 werden jährlich schwanger. Von den Männern lassen sich 2 Prozent sterilisieren. [2362]

1. Februar 2010  –  Welt

Neue Pille danach wirkt bis 5 Tage

Früher nannte man sie «morning after pill». Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Die neuste Pille zur nachträglichen Empfängnisverhütung kann eine Frau bis zu fünf Tage nach dem ungeschützten Sex einnehmen. Sie enthält den Wirkstoff Ulipristal und hat in einer schottischen Studie bei allen untersuchten Frauen später als drei Tage danach eine Schwangerschaft verhindert. Nach anderen Pillen wurden drei Frauen schwanger. Zu lange warten lohnt sich aber nicht: Die neue Pille ist wesentlich teurer und weniger leicht erhältlich als die klassische «Pille danach». [2354]

29. Januar 2010  –  BBC

Anti-Fett-Pille in Sicht, aber erst bei Mäusen

Einfach täglich eine Pille schlucken, und schon löst sich der Speck am Bauch in Nichts auf? Das geht (noch) nicht beim Menschen, wohl aber ansatzweise schon bei Mäusen. Denen haben Forscher zwar keine Pillen verfüttert, wohl aber gezielt ein Gen verändert. Dieses unterdrückt die Bildung von weissen Fettzellen, nicht aber von braunen. Aus weissem Fett besteht der Energiespeicher für Zeiten des Hungers, aus braunem Fett der lebenswichtige Wärmeschutz des Körpers. Bei Menschen würde man natürlich nicht Gene verändern, sondern ein Medikament entwickeln, das den gleichen Zweck erfüllt. Die Versuche bei Mäusen liefern dazu eine vielversprechende Grundlage. [2274]

8. Januar 2010  –  Süddeutsche Zeitung

Mit Schallwellen gegen Impotenz

Nur wenige Minuten dauert die Behandlung mit dem kleinen Handgerät im Genitalbereich. Sie sendet schmerzfrei Schallwellen ins Körpergewebe, wo sie die Bildung neuer Blutgefässe anregen. An der fehlenden Durchblutung des Penis leiden viele Männer mit Potenzstörungen. Viagra, Levitra oder Cialis steigern die Durchblutung ebenfalls. Doch nach drei Wochen Schallbehandlung konnten fünfzehn von zwanzig Patienten in Haifa, Israel, die blauen Pillen wieder absetzen. Die israelische Methode ist erst im Versuchsstadium; bei hiesigen Urologen wird sie noch eine Weile auf sich warten lassen. [2269]

7. Januar 2010  –  Bild

Pille gegen Ansteckung mit HIV

Eine Pille mit den Wirkstoffen Tenofovir und Emtricitab kann das Risiko, sich mit HIV anzustecken, deutlich senken. Dies zeigt eine Studie an über 19000 Personen, veröffentlicht in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift. Der Schutz ist allerdings nicht so gut, dass er Kondome ersetzen könnte. Aber die Pille lohnt sich auf jeden Fall für Risikopersonen und für Prostituierte. Sinnvoll ist sie auch für Paare, die sich Kinder wünschen und bei denen ein Partner HIV-positiv ist. Die Pille schützt nur vor HIV, nicht aber vor anderen Geschlechtskrankheiten wie Syphilis oder Gonorrhoe (Tripper). [2185]

11. Dezember 2009  –  Bild

Wann kommt die Lustpille für die Frau?

Was Sildenafil (Viagra) für den Mann, könnte bald Flibanserin für die Frau sein. Anders als die blaue Männerpille wird die (vielleicht rosa) Frauenpille auf das Lustzentrum im Gehirn wirken. Dort sorgt es für eine stärkere Libido. Experten am 12. Kongress der europäischen Sexualmediziner schätzen, dass das neue Medikament 2011 auf den Markt kommen wird. [2184]

11. Dezember 2009  –  Focus

Die gesunden Wirkungen von Grüntee

Wer regelmässig Grüntee trinkt, hat ein kleineres Risiko, an verschiedenen Krankheiten vorzeitig zu sterben. Nur gegen den Krebstod scheint er nicht zu helfen. Zu diesem Schluss kommen zahlreiche in medizinischen Zeitschriften veröffentlichte Studien. Dabei ist es sicherer, Grüntee in traditioneller Form zu brauen. Zwar gibt es auch Pillen und Tinkturen mit Extrakten aus Grüntee. Doch diese können in zu hohen Dosen die Leber schädigen. [2092]

11. Mai 2009  –  PubMed PMID: 19378876

Vitaminpillen können das Leben von Senioren verkürzen

Raucher über 75 leben weniger lang, wenn sie regelmässig Pillen mit Vitaminen der B-Gruppe und C nehmen. Bei Senioren, die nicht rauchen, haben die Pillen ebenfalls keine günstige Wirkung auf die Gesundheit. Zu diesem Schluss kommt eine Studie an je über neunhundert Frauen und Männern in fünfzehn europäischen Städten. [1849]

21. April 2008  –  PubMed PMID: 18414768

Pille hat keinen Einfluss auf Brustkrebs

Die Antibabypille wirkt sich weder positiv noch negativ auf das Risiko für Brustkrebs aus. Zu diesem Schluss kommt eine Studie an über viertausend Frauen in den USA. [1716]

11. Oktober 2007  –  PubMed PMID: 17906011

Fett, Krebs und die Pille

Je höher der Body Mass Index einer Frau, desto eher wird sie Krebs an der Gebärmutter bekommen. Dieses Risiko ist am höchsten für Frauen, die nicht mit der Pille verhüten. [1589]

16. April 2007  –  PubMed PMID: 17297555

Vitaminpillen können das Leben verkürzen

Vitamine sind gesund und daher gut, doch man kann des Guten auch zuviel tun. In Form von Pillen zusätzlich zum Essen können Vitamine unter Umständen mehr schaden als nützen, ganz abgesehen davon, dass sie teuer sind. Das hat die Auswertung von über sechzig Studien mit über zweihunderttausend Personen ergeben. Kritisch sind vor allem die Vitamine A und E, bei denen eine Überdosis am negativsten wirkt. Durch Pillen mit Vitamin A steigt die Sterblichkeit um 16 Prozent, was durch die große Zahl an Fällen statistisch einwandfrei belegt ist. [1549]

3. März 2007  –  JAMA 2007;297:842

Hormon: Pflaster sicherer als Tabletten?

Östrogen-Tabletten für Frauen nach den Wechseljahren sind in Verruf geraten, unter anderem weil sie die Neigung zu Blutgerinnseln (Thrombosen) in den Venen fördern. Hormone als Pflaster statt als Pillen sind möglicherweise sicherer. Dies lässt eine Studie an einigen Hundert Frauen in Frankreich vermuten. Um das zu erhärten, sind nun weitere Studien nötig. [1547]

1. März 2007  –  Circulation 2007;115:840

Die 15 wichtigsten medizinischen Fortschritte

Laut British Medical Journal, alphabetisch geordnet: Anästhesie, Antibabypille, Antibiotika, Chlorpromazin (Psychomedikament), Computer, DNS-Struktur entschlüsselt, Evidenzbasierte Medizin, Gewebekulturen, Immunologie, Impfung, Krankheitskeime entdeckt, Rauchen als Risikofaktor erkannt, orale Rehydration (Flüssigkeitszufuhr nach Durchfall und Erbrechen), Röntgen, sanitäre Hygiene. Dies seien die größten Fortschritte, die seit der Erstausgabe des Journals von 1840 in der Medizin gemacht worden seien. Nun stimmen die Leser darüber ab, welcher dieser Fortschritte am meisten gebracht hat. [1505]

15. Januar 2007  –  British Medical Journal 2007;334:suppl_1

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«Wächst mein Kind schnell genug?» Die meisten Eltern brauchen sich darüber keine Sorgen zu machen. In anderen Fällen kann Hormontherapie helfen.

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