Gesundheitstelegramm: Parkinson

News zu Parkinson

Fördert Magenkeim Parkinson?

Die Bakterie Helicobacter pylori, Erreger von Magengeschwüren, fördert möglicherweise die «Schüttellähmung» Parkinson. Dieser Verdacht stützt sich auf Versuche an Mäusen im Labor, ist allerdings bei Menschen noch nicht erhärtet. [2878]

31. Mai 2011  –  Focus

Im Durchschnitt 70 Nebenwirkungen pro Medikament

Jedes Medikament hat im Durchschnitt 70 unerwünschte Nebenwirkungen. Bei den am häufigsten verschriebenen Medikamenten sind es sogar etwa hundert. Am meisten Nebenwirkungen zeigen Antidepressiva, antivirale Medikamente und solche gegen Parkinson und andere Nervenkrankheiten. Einzelne Medikamente bringen es sogar auf über fünfhundert Nebenwirkungen. Die reine Zahl sagt allerdings noch nichts über die Gefährlichkeit aus. Viel eher geht es darum, dass die Hersteller sich damit vor Klagen auf Schadenersatz schützen. [2874]

25. Mai 2011  –  UPI Health News

Neue Messung zeigt: Altes Gehirn wird sauer

Mit dem Milchsäurespiegel im Gehirn lässt sich dessen biologisches Alter auf verblüffend einfache Art messen. Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat die neue Methode erfolgreich an Mäusen erprobt. Milchsäure entsteht, wenn die Leistung des Stoffwechsels abnimmt, so dass die grauen Zellen Energieträger nicht mehr effizient verwerten können. Nach vorläufigen Ergebnissen läuft der gleiche Vorgang auch beim Altern des menschlichen Gehirns ab. Sollte sich das bestätigen, könnte man Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson künftig schon in einem früheren Stadium als bisher entdecken. [2746]

4. November 2010  –  Welt

Mit etwas Skepsis wirkt Medizin am besten

Am besten wirkt ein Medikament, wenn der Patient glaubt, es helfe mit einer Chance von 75 Prozent. Das zeigt ein Versuch in Kanada an Patienten mit Parkinson: Alle wurden sie mit einem Scheinmedikament (Placebo) behandelt, aber zuvor in vier Gruppen eingeteilt. Diesen sagte man, das Medikament sei mit einer Chance von 25, 50, 75 beziehungsweise 100 Prozent wirksam. Die Mischung aus drei Vierteln Glaube und einem Viertel Skepsis erzielt den besten Placeboeffekt. Dies erklären die kanadischen Forscher damit, dass sich die Patienten so am intensivsten mit der Therapie beschäftigen und die Selbstheilungskräfte am besten aktivieren. [2683]

6. August 2010  –  Welt

Parkinson: Ein Müllproblem der Hirnzellen?

Mangelnde Entsorgung von verbrauchten Strukturen aus den Hirnzellen kann eine Ursache der Parkinson-Krankheit sein. Das vermuten Forscher der Uni Tübingen. Hirnzellen sind besonders reich an Mitochondrien, kleinen Kraftwerken, die alle Zellen des Körpers mit energiereichen Substanzen versorgen. Verbrauchte Mitochondrien werden mit bestimmten Stoffen markiert und dann von der Zelle entsorgt. Fehlen die Markier-Stoffe, reichern sich die toten Mitochondrien in der Zelle an und lassen sie absterben. [2377]

4. Februar 2010  –  Medizinauskunft

Tango ist die beste Medizin

Argentinischer Tango hat sich gegen Depression, Stress und Eheprobleme, aber auch gegen Parkinson als wirksam gezeigt, wie mehrere Studien belegen. Um zu entschlüsseln, warum Tango, nicht aber Walzer und Foxtrott so günstig auf die Gesundheit wirkt, haben Forscher der Uni Frankfurt in Speichelproben der Tänzer die Konzentration der Hormone vor und nach dem Tanz gemessen. Fazit: Tango regt einerseits, durch die erotische Nähe zum Partner, das Testosteron an. Andererseits senkt die rhythmische Musik das Stresshormon Cortisol. Die Bewegung steigert zudem die Fitness. [2243]

30. Dezember 2009  –  Focus

Nikotin als Medikament gegen Parkinson?

Schon lange weiss man, dass Raucher seltener an Parkinson erkranken. Zwar ist Nikotin ein Nervengift, aber es schützt offenbar, so paradox das tönt, jene Strukturen im Hirn, die bei Parkinson zerstört werden. Deshalb kommen Nikotinpflaster nicht nur zur Entwöhnung vom Rauchen, sondern unter Umständen auch als Medikament gegen Parkinson in Frage. [1945]

24. September 2008  –  PubMed PMID: 18683238

Sport hilft vorbeugend gegen Demenz

Bei Menschen, die regelmässig körperlich aktiv sind, ist das Risiko, im Alter an Alzheimer zu erkranken, um 45 Prozent geringer als bei Sportmuffeln. Für alle Formen von Demenz zusammen ist das Risiko um 38 Prozent und für Parkinson um 18 Prozent geringer. Das zeigt eine Auswertung von sechzehn medizinischen Studien mit insgesamt über hundertsechzigtausend Personen, von denen über dreitausend später erkrankt sind. [1900]

3. Juli 2008  –  PubMed PMID: 18570697

Tango besser als Turnen

Menschen mit Parkinson können von Tango-Kursen mehr profitieren als von den üblichen Turnübungen. Zwar lindern Turnen wie Tanzen zahlreiche Symptome der Krankheit im gleichen Masse, doch in Sachen Gleichgewicht und Sicherheit gegen Stürze schneiden die Tänzer deutlich besser ab. [1781]

15. Januar 2008  –  PubMed PMID: 18172414

Parkinson-Kranke können nur schlecht riechen

Menschen, die an Parkinson leiden, haben einen deutlich schwächeren Geruchssinn als Gesunde gleichen Alters. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie an über hundert Patienten und gesunden Personen in Brasilien. Besonders schlecht können jene Patienten riechen, die an starkem Zittern und Bewegungsstörungen leiden. Der Zusammenhang ist so deutlich, dass sich der Geruchtstest als ein zusätzliches Mittel zur Diagnose von Parkinson eignet. [1702]

21. September 2007  –  PubMed PMID: 17876408

Was hilft bei Parkinson?

Training ist eher geeignet als Vitamine oder andere Nahrungszusätze, um die gestörte Beweglichkeit zu verbessern. Sprechtherapie kann helfen, die oft leise und undeutliche Aussprache zu verbessern. Es gibt bisher keine Behandlung, die die Nerven vor Degeneration zu schützen vermag und so das Fortschreiten der Krankheit verhindern könnte. [1315]

18. Mai 2006  –  Neurology 2006;66:976

Mehr Nachtschicht, weniger Parkinson

Frauen, die von Zeit zu Zeit auch nachts arbeiten, haben ein um die Hälfte kleineres Risiko für die Krankheit Parkinson als Frauen mit einer regelmäßigen Arbeit. Zu diesem überraschenden Schluss kommt eine Studie an über achtzigtausend Frauen in den USA. Unklar bleibt, ob nächtliche Arbeit vor Parkinson schützt oder ob ein stärkeres Bedürfnis nach Schlaf ein erstes Anzeichen der beginnenden Krankheit sein könnte. [1300]

3. Mai 2006  –  Am J Epidemiology 2006;163:726

Gute Fette gegen Parkinson

Mehrfach ungesättigte Fette können das Risiko für die Krankheit Parkinson senken. Das zeigt eine Studie an über 5000 Personen in Rotterdam. [1081]

6. Juli 2005  –  Neurology 2005;64:2040

Viel bewegt, wenig Parkinson

Männer und Frauen, die intensiv Sport treiben, haben ein etwa halb so hohes Risiko für Parkinson wie solche, die sich selten oder nie bewegen. Dafür gibt es zwei mögliche Erklärungen: Bewegung könnte vor Parkinson schützen, oder Menschen mit einer Anlage zu Parkinson könnten Sport eher meiden. [998]

11. März 2005  –  Neurology 2005;64:664

Parkinson: Ursachen wahrscheinlich in der Umwelt

Wie und warum entsteht Parkinson? Die Krankheit ist kaum erblich bedingt, denn sie kommt bei Personen, die einen erkrankten Zwilling haben, nicht häufiger vor als bei anderen. Das zeigt eine Studie an über zehntausend Zwillingspaaren in Schweden. Die Suche nach den Ursachen wird sich also auf die Umwelt konzentrieren müssen. [853]

20. August 2004  –  Neurology 2004;63:305

Vitamin E gegen Parkinson?

Wer viel Vitamin E konsumiert, kann das Risiko für Parkinson um bis zu ein Drittel senken. Allerdings nicht mit Vitaminpräparaten, sondern nur mit Nahrung, die reich an Vitamin E ist: dunkelgrünes Gemüse, Weizenkeime sowie einige Arten von Fetten und Ölen. Deshalb ist man nicht sicher, ob das Vitamin E hilfreich ist oder andere Substanzen, die zusammen mit dem Vitamin in der Nahrung vorkommen. [296]

2. November 2002  –  Neurology 2002;59:1161

Medikamente gegen Parkinson machen schläfrig

Bei etwa 7 Prozent der Patienten, die Medikamente gegen Parkinson nehmen, kommt es zu Schlafattacken, zum Teil ohne Vorwarnung. Vorsicht beim Autofahren! [172]

25. Juni 2002  –  British Medical Journal 2002;324:1483

Mehr Parkinson nach Depression

Depressive Menschen haben ein dreifach höheres Risiko, an Parkinson zu erkranken. [164]

17. Juni 2002  –  Lancet 2002;359:2089

Parkinson: Vorsicht am Steuer!

Medikamente gegen Parkinson können unvermittelt schläfrig machen. [24]

27. Januar 2002  –  JAMA 2002;287:455

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