
News zu Nikotin
Auf lange Sicht, und nur bei Nichtrauchern, senkt eine Tasse Kaffee pro Tag den Blutdruck um bis zu neun Millimeter Quecksilbersäule. Das zeigt eine Studie am Universitätsspital Lausanne. Die Forscher vergleichen die Wirkung des Kaffees mit der des Joggens: Nach Sport wie nach Kaffee steigt der Blutdruck kurzfristig an, sinkt aber langfristig auf tiefere Werte ab. Bei Rauchern funktioniert das nicht, weil Nikotin den Abbau des Koffeins in der Leber beschleunigt. [3096]
30. April 2012 – Standard
Videospiele lassen Belohnungszentrum wachsen
Teenager, die viel Zeit mit Spielen am Computer verbringen, haben ein grösseres Belohnungszentrum als andere. Zu diesem Befund kommt eine Studie mit über hundertfünfzig Schulkindern in Berlin. Das Belohnungszentrum ist eine Region im Gehirn, die immer dann aktiv ist, wenn der Mensch Lust und Freude erlebt. Auch Suchtmittel wie Nikotin können das Belohnungszentrum aktivieren. [2983]
17. November 2011 – UPI Health News
Riskanter Rauchstopp mit Champix
Das Medikament Champix zur Entwöhnung vom Nikotin ist seit 2007 auf dem Markt. Es enthält den Wirkstoff Vareniclin. Eine neue Studie warnt jetzt vor schweren Nebenwirkungen: Das Mittel kann depressiv machen bis hin zum Selbstmord. Das Risiko übersteige den Nutzen, sagt einer der beteiligten Forscher dazu. [2973]
3. November 2011 – Spiegel
Zigaretten: Warum Schockbilder nicht wirken
Schockbilder von verrussten Lungen und ausfallenden Zähnen auf Zigarettenpackungen halten Raucher nicht vom Rauchen ab. Jetzt haben Forscher der Universität Bonn und der Berliner Charité einen Grund gefunden: Nikotin-Abstinenz schaltet bei süchtigen Rauchern das Angstzentrum im Gehirn aus. [2905]
13. Juli 2011 – Ärzteblatt
Passivrauchen fördert Nikotinsucht
Wer eine Stunde lang in einem verrauchten Auto sitzt, nimmt so viel Nikotin auf, dass dieses die Suchtzentren im Gehirn beeinflusst. Das zeigen Versuche mit über zwanzig jungen Erwachsenen in Los Angeles. Die Raucher unter den Versuchspersonen spürten nach dem Experiment einen stärkeren Drang, unbedingt eine Zigarette rauchen zu müssen. [2860]
5. Mai 2011 – Ärzteblatt
1. Abends kein Alkohol. 2. Abends weniger essen, besonders weniger fett. 3. Keine Schlaf- und Beruhigungsmittel. 4. Kein Nikotin. 5. Nasenspülungen. 6. In Seiten- oder Bauchlage schlafen. 7. Abnehmen. Dazu raten Experten vom deutschen Berufsverband der Hals-, Nasen- und Ohrenärzte. Wird das Schnarchen so stark, dass es die Atmung behindert (Schlaf-Apneu), schadet es der Gesundheit. [2842]
7. April 2011 – Welt
Glücklicher nach erfolgreichem Rauchstopp
Wer mit dem Rauchen aufhört, fühlt sich danach glücklicher als zuvor, leidet seltener an Angst und Depression. Das zeigt eine US-Studie. Wer aber scheitert und wieder mit dem Rauchen beginnt, fühlt sich deprimiert. Dass Rauchen angeblich Angst und Stress abbaue, ist ein Mythos, der auf erste Erfahrungen zurückgeht: Ganz am Anfang wirkt Nikotin tatsächlich antidepressiv - aber nur so lange, als man sich noch nicht daran gewöhnt hat. Danach kehrt sich diese Wirkung ins Gegenteil. [2783]
30. Dezember 2010 – Süddeutsche Zeitung
Kalorien können süchtig machen
Wer viel Schokolade, Kuchen und andere Kalorienbomben isst, bekommt mit der Zeit genug davon und hört auf. Doch wer immer wieder sehr viel Fettes und Süsses isst, wird davon süchtig ähnlich wie auf Alkohol, Nikotin oder andere Drogen. Nicht mehr der Genuss steht dann im Vordergrund, sondern das ständige Verlangen nach mehr. Suchtfördernd ist aber nicht nur übertriebener Konsum, sondern auch der völlige Verzicht auf Süsses im Rahmen einer Diät. [2781]
28. Dezember 2010 – Focus
Auch Nikotin in Kleidern schadet dem Baby
Sogar wenn Eltern zum Rauchen auf den Balkon gehen, kann das Nikotin im Zigarettenrauch dem Baby schaden: Es lagert sich in den Kleidern ab und ist dort mit der Zeit sogar noch stärker konzentriert als in der Luft. Aus den Kleidern dringt das Gift in Babys Haut ein und von dort tiefer in den Körper, wo es die Nerven angreift. Das haben deutsche Forscher in Experimenten nachgewiesen. Dazu verwendeten sie ein Modell künstlicher Babyhaut, schichtweise aus gezüchteten Zellen aufgebaut. [2720]
28. September 2010 – Standard
Passivrauchen kann depressiv machen
Aktive, aber auch passive Raucher haben ein höheres Risiko für Depression. Das Risiko steigt mit der Nikotindosis. Dabei spielt es keine Rolle, ob man das Gift durch Rauchen oder durch Aufenthalt in verqualmter Luft aufnimmt. Das zeigt eine Langzeitstudie an über fünftausend Nichtrauchern und über zweitausend Rauchern in Grossbritannien. Bei allen hat man Abbauprodukte des Nikotins im Speichel gemessen, um die konsumierte Nikotinmenge zu berechnen. [2640]
11. Juni 2010 – Süddeutsche Zeitung
WHO: Tabakfirmen fixen Frauen an
Am heutigen Weltnichtrauchertag wirft die WHO den Konzernen BAT, Japan Tobacco und Philip Morris vor, mit gezielter Werbung junge Frauen vom Nikotin abhängig zu machen. Das Rauchen würde als «glamourös und sexy» dargestellt, als Akt der Befreiung von männlicher Dominanz oder gar (wider besseres Wissen) als Schlankheitsmittel. Leider mit Erfolg: Während weltweit 40 Prozent der Männer, aber nur 9 Prozent der Frauen rauchen, sind in über 70 Ländern gleichviele junge Frauen wie Männer abhängig vom Nikotin. [2624]
31. Mai 2010 – Welt
Wer sich regelmässig in einem Sonnenstudio bräunen lässt, könnte süchtig sein. Das vermuten amerikanische Forscher. Sie hatten über vierhundert Studentinnen und Studenten befragt, die regelmässig Solarien besuchen. Fast die Hälfte zeigten Anzeichen von Sucht - Entzugssymptome und eine Neigung zu Depression und Angst, wie dies auch bei Abhängigkeit von Alkohol, Nikotin und anderen Drogen bekannt ist. [2543]
22. April 2010 – Stern
Arbeitsstress erleichtert Rauchstopp
Gestresste am Arbeitsplatz greifen seltener zur Zigarette als Mitarbeiter ohne Zeit- und Leistungsdruck. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommt eine Kölner Rauchstudie. Neben dem banalen Grund, dass im Stress oft die Zeit für eine Rauchpause fehlt, haben die Kölner Forscher auch festgestellt, dass mit zunehmendem Stress der Grad der Nikotinsucht sinkt. Dies erleichtert den Ausstieg, aber nur dann, wenn man nicht in der Freizeit umso öfter raucht. [2525]
13. April 2010 – Focus
Rauchstopp gelingt auch ohne Hilfsmittel
Zwei Drittel bis drei Viertel aller Raucher brauchen keinen Nikotinersatz oder andere Mittel, um von ihrer Nikotinsucht loszukommen. Zu diesem Schluss kommt die Mehrzahl der Studien, die nicht von der Pharmaindustrie finanziert worden sind. Bei den pharma-gesponserten Studien sollen angeblich mehr als die Hälfte der Raucher nur mit Hilfe der Mittel aufhören können. Wegen dieser Manipulation greifen viele Raucher unnötigerweise zu den Produkten der Pharmaindustrie. [2395]
9. Februar 2010 – Süddeutsche Zeitung
Nikotinbelag plus Luft ergibt Krebsgift
Tabakrauch schadet der Gesundheit nicht nur beim aktiven und passiven Rauchen, sondern auch nachdem er sich als dünner Nikotinfilm auf Vorhängen, Möbeln, Boden und Wänden abgelagert hat. Saure Dämpfe, wie sie in jeder Wohnung vorkommen, wandeln die Tabakrückstände in Nitrosamine um. Diese krebserregenden Stoffe nehmen zum Beispiel Babys beim Krabbeln über die Haut auf. [2394]
9. Februar 2010 – Focus
Auch Passivrauchen kann nikotinsüchtig machen
Ratten, die länger in verqualmter Luft leben, werden mit der Zeit süchtig nach Nikotin. Dies zeigt ein Experiment an der Uni Florida. Die dem Rauch ausgesetzten Nager reagieren gestresst und versuchen mehr Nikotin zu bekommen. Die Veränderungen finden in jenen alten Teilen des Gehirns statt, die bei Ratte und Mensch sehr ähnlich sind. Deshalb ist zu vermuten, dass ähnliches auch bei menschlichen Passivrauchern geschieht. [2187]
11. Dezember 2009 – Medical Tribune
Personen, die selber nicht rauchen, aber oft dem Rauch anderer ausgesetzt sind, haben ein deutlich erhöhtes Risiko, im Alter an Demenz zu erkranken. Zu diesem Schluss kommt eine Studie an über viertausend Personen im Alter von über fünfzig Jahren in England. Bei allen Personen ist die Belastung durch das Passivrauchen durch Messung des Kotinins im Blut nachgewiesen worden. Kotinin ist ein Abbauprodukt des Nikotins. [2049]
25. Februar 2009 – PubMed PMID: 19213767
Weil Nikotin den Appetit reduziert, hegen viele Menschen, vor allem junge, eine falsche Hoffnung: Mit Rauchen schlank zu bleiben. Doch dies ist eine Illusion. Nikotin regt nämlich die Fettzellen am Bauch zum Wachstum an. Das Fett des Körpers verlagert sich somit an Stellen, wo es besonders schädlich wirkt. Es ist nämlich vor allem das Fett am Bauch, das dem Herzen und dem Kreislauf schadet. [2039]
11. Februar 2009 – PubMed PMID: 19189580
Männer reagieren besser auf Nikotinpflaster
Der mit Nikotin unterstützte Versuch, mit dem Rauchen aufzuhören, ist bei Männern etwas erfolgreicher als bei Frauen: Während jeder fünfte Mann im Durchschnitt nach sechs Monaten nicht mehr raucht, ist es nur jede siebte Frau. Nicht nur sind Frauen vom Tabak stärker abhängig als Männer, sondern auch die gesundheitlichen Risiken sind bei Frauen höher. [1968]
27. Oktober 2008 – PubMed PMID: 18629735
Nikotin als Medikament gegen Parkinson?
Schon lange weiss man, dass Raucher seltener an Parkinson erkranken. Zwar ist Nikotin ein Nervengift, aber es schützt offenbar, so paradox das tönt, jene Strukturen im Hirn, die bei Parkinson zerstört werden. Deshalb kommen Nikotinpflaster nicht nur zur Entwöhnung vom Rauchen, sondern unter Umständen auch als Medikament gegen Parkinson in Frage. [1945]
24. September 2008 – PubMed PMID: 18683238
Kein Nikotinersatz in der Schwangerschaft
Schwangere sollten nicht rauchen, weil dies dem Fetus schadet. Doch um mit dem Rauchen aufzuhören, sollten schwangere Frauen nicht zu Nikotinersatz mittels Kaugummi oder Pflaster greifen. Denn nicht nur das Kohlenmonoxid und der Teer aus dem Rauch schaden dem werdenden Kind, sondern auch das Nikotin aus dem Tabak. Laut verschiedenen Studien schadet Nikotin unter anderem der Entwicklung des Nervensystems. [1893]
23. Juni 2008 – PubMed PMID: 18554275
Gen für bitteren Geschmack prägt Nikotinsucht
Ob ein Mensch süchtig nach Zigaretten wird, liegt zum Teil auch in den Genen. Wichtig ist unter anderem ein Gen, das bestimmt, wie intensiv jemand bittere Stoffe auf der Zunge spürt. Wer sie nicht oder nur wenig spürt, empfindet offenbar auch das Rauchen als weniger abstossend und wird daher eher süchtig. Zu diesem Schluss kommt eine genetische Studie an über zweitausend Personen in den USA. [1884]
10. Juni 2008 – PubMed PMID: 18524836
Mit dem Griff zur Zigarette versuchen viele Menschen, sich zu beruhigen. Doch wie die neuste Forschung bei Mäusen zeigt, bewirkt Nikotin eher das Gegenteil: Mischt man den Nagern das Gift aus dem Tabak ins Futter, haben sie deutlich weniger Mut, die Deckung zu verlassen und sich in freie Räume zu wagen. [1883]
9. Juni 2008 – PubMed PMID: 18524488
Die schädlichen Wirkungen des Nikotins
Neben den Krebs erregenden Giften und dem Feinstaub im Tabakrauch schadet auch das Suchtmittel Nikotin der Gesundheit: Es fördert die Entzündung von Blutgefässen und die Verkalkung der Arterien. [1820]
10. März 2008 – PubMed PMID: 18307741
Nach Schlaganfall Nikotinsucht weg
So schlimm ein Hirnschlag ist - ab und zu kann er sogar eine positive Nebenwirkung haben: Findet er in einer bestimmten Region des Hirns statt, der so genannten Insel, dann die Sucht nach Tabak auf einen Schlag verschwinden: Selbst schwere Raucher hören von einem Tag auf den anderen auf zu rauchen. [1515]
27. Januar 2007 – PNAS 2007;104:1319
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