
News zu Nerven
Multiple Sklerose: Fett- statt Immunkrankheit?
Was zerstört die fettigen Hüllen der Nervenfasern und verursacht so multiple Sklerose? Seit Jahren im Visier ist das Immunsystem: Es soll, ausser Kontrolle geraten, die Nervenhüllen angreifen. Jetzt stellt eine amerikanische Forscherin eine neue Theorie auf: Ein genetisch bedingter Defekt im Fettstoffwechsel erzeugt schadhafte Nervenhüllen. Die Schäden alarmieren das Immunsystem, und die folgende Entzündung zerstört die Nervenhüllen. MS ist bei Frauen häufiger als bei Männern. Der Fettstoffwechsel funktioniert bei Frauen grundlegend anders als bei Männern. Beides spricht für die Fett-Theorie der multiplen Sklerose. Ob sie zu Fortschritten in der Behandlung führt, wird sich zeigen müssen. [3014]
3. Januar 2012 – UPI Health News
Die besten Nahrungsmittel gegen Stress
Putenfleisch, Geflügel, Thunfisch, Spinat und anderes Gemüse, Soja, Milch, Lachs und Eier enthalten viel Tryptophan, einen Bestandteil von beruhigenden Substanzen im Gehirn. Vollkornprodukte helfen dem Körper, das Tryptophan besser aufzunehmen. Walnüsse, Lachs und Sardinen enthalten Omega-3-Fette, wichtige Bausteine für Nerven. Diese benötigen auch das Spurenelement Zink, enthalten in Spinat, Lammfleisch und natürlich gehaltenem Rind. Kamillen- und andere Kräutertees beruhigen, entspannen und helfen beim Einschlafen. Die Tipps stammen vom amerikanischen Supermarktguru Phil Lempert. [3008]
22. Dezember 2011 – UPI Health News
Körperhaare schützen vor Parasiten
Mücken, Zecken, Wanzen und andere Blutsauger haben schlechtere Karten auf unrasierter Haut: Körperhaare und ihre Nerven dienen als Antennen, die den Berührungsreiz verstärken. So entdeckt der Mensch den Angriff früher und kann sich besser schützen. Haare behindern die Insekten auch ganz direkt; diese brauchen mehr Zeit, bis sie zum Blutsaugen kommen. Zu dicht sollten die Körperhaare aber auch nicht sein, da sich Insekten sonst besser darin verstecken können. [3004]
16. Dezember 2011 – BBC
Mehr Demenz bei Mangel an Vitamin B12
Senioren mit einem Mangel an Vitamin B12 im Nervensystem erkranken in den folgenden Jahren eher an Demenz als ihre Altersgenossen mit genug Vitamin. Das zeigt eine Studie mit über hundert Personen in den USA. Gute Quellen für B12 sind Innereien, Fisch und Fleisch. Unklar bleibt aber, ob mehr Konsum vor Demenz schützt, denn auch bei normalem B12-Spiegel im Blut können Nervenzellen Mangel leiden. [2949]
29. September 2011 – Focus
Grippe fördert Schlafkrankheit
Die normalerweise seltene Schlafkrankheit Narkolepsie hat nach der Grippe-Pandemie des Virus H1N1 weltweit stark zugenommen. Schuld daran ist das Virus und nicht die Impfung, wie neuste Beobachtungen in China zeigen. Die Abwehr des Immunsystems gegen die Grippe greift auch Nervenzellen an, die den Schlaf regeln. Dies führt tagsüber zu unkontrollierten Schlafanfällen. [2929]
26. August 2011 – Die Zeit
Eine gestörte Reparatur von Eiweissen im Gehirn und Rückenmark haben Forscher in den USA als Ursache der Nervenkrankheit ALS erkannt. Bei der Amyotrophen Lateralsklerose sterben Nerven ab, was danach Muskeln verkümmern lässt. Die Krankheit ist unheilbar. Nun hofft man auf Chancen, endlich Medikamente dagegen entwickeln zu können. [2928]
25. August 2011 – Ärztezeitung
Alzheimer-Forschung gescheitert
Trotz jahrelanger Forschung mit zahlreichen Erkenntnissen über die Veränderungen im Gehirn hat man bei der Behandlung gegen die Krankheit Alzheimer noch keine Erfolge vorzuweisen. Immer mehr Experten bezweifeln, dass die Suche nach weiteren Details in der Chemie der Nervenzellen je zu einer wirksamen Behandlung führen wird. [2912]
22. Juli 2011 – Süddeutsche Zeitung
Meditation stärkt Gehirn gegen Abbau
Meditation ist Training für das Gehirn. Sie stärkt die Nervenfasern in der weissen Hirnmasse, die die grauen Zellen miteinander verbinden, und wirkt so dem altersbedingten Abbau entgegen. Das haben Untersuchungen an der Universität von Kalifornien in Los Angeles gezeigt. Doch Menschen mit stark vernetzten Hirnzellen könnten sich mehr als andere zu Meditation hingezogen fühlen, wenden Skeptiker ein. [2907]
15. Juli 2011 – UPI Health News
Im Durchschnitt 70 Nebenwirkungen pro Medikament
Jedes Medikament hat im Durchschnitt 70 unerwünschte Nebenwirkungen. Bei den am häufigsten verschriebenen Medikamenten sind es sogar etwa hundert. Am meisten Nebenwirkungen zeigen Antidepressiva, antivirale Medikamente und solche gegen Parkinson und andere Nervenkrankheiten. Einzelne Medikamente bringen es sogar auf über fünfhundert Nebenwirkungen. Die reine Zahl sagt allerdings noch nichts über die Gefährlichkeit aus. Viel eher geht es darum, dass die Hersteller sich damit vor Klagen auf Schadenersatz schützen. [2874]
25. Mai 2011 – UPI Health News
Musik verbessert Lebensqualität im Alter
Wer von klein auf regelmässig ein Musikinstrument spielt, hat im Alter zwei Vorteile: Ein besseres Gedächtnis und eine bessere Fähigkeit, Sprache bei hohem Lärmpegel zu verstehen. Dies zeigen Tests mit je über einem Dutzend Musikern und Nichtmusikern in den USA. Dank Musik bleiben offenbar bestimmte Nervenzellen im Gehirn länger leistungsfähig. [2866]
13. Mai 2011 – Spiegel
Wirkung der Passionsblume wissenschaftlich erforscht
Extrakt aus Passionsblume beruhigt, löst Ängste und Krämpfe und hilft beim Einschlafen. Forschung zeigt, dass der Extrakt die Wirkung von Substanzen verlängert und verstärkt, die Signale zwischen Nervenzellen übertragen. Dabei lässt er jene Stellen im Nervensystem unberührt, die für Sucht und Abhängigkeit von Alkohol, Beruhigungs- und Schmerzmitteln bekannt sind. Passionsblume verstärkt auch die Wirkung von Johanniskraut gegen leichte Depressionen. [2850]
21. April 2011 – Ärztezeitung
Magenschrittmacher hilft beim Abnehmen
Einer Frau, die von 100 auf 75 Kilogramm abnehmen will, haben Chirurgen in Schwabach (Bayern) ein Gerät etwa vom Format einer Visitenkarte in der Nähe des Magens eingepflanzt. Der Magenschrittmacher sendet Impulse aus, die den Nerven vorgaukeln, die Frau sei satt. Sensoren messen darüber hinaus, wann und wieviel die Frau isst. Die Daten sind per Scanner von aussen ablesbar. Die Bayerin ist die erste deutsche Patientin mit einem Magenschrittmacher. Laut Studien sind die Erfolgsaussichten gut, sofern die Patienten nach der Operation intensiv ärztlich begleitet werden. [2838]
31. März 2011 – Ärztezeitung
Stehen Nervenzellen im Gehirn unter Stress, brauchen sie ein bestimmtes Eiweiss auf, das die Zellen vor Stress schützt. Ist der Schutzstoff aufgebraucht, beginnt die Zerstörung der Hirnzellen. Diesen Mechanismus haben japanische Forscher entdeckt. Er zeigt möglicherweise eine Ursache von Alzheimer und anderen nervenzerstörenden Krankheiten auf. Auf der Ebene der Zellen bedeutet Stress nicht nur psychische Spannungen, sondern auch Belastung durch Schadstoffe in der Umwelt. [2771]
14. Dezember 2010 – Ärzteblatt
Reparatur-Hoffnung gegen Multiple Sklerose
Bestimmte Stammzellen im Gehirn können dazu gebracht werden, die Schäden am Nervensystem zu reparieren, die zu Multipler Sklerose (MS) führen. Das ist schottischen Wissenschaftlern gelungen - allerdings erst im Labor und erst an Ratten. Doch bis in einigen Jahren hoffen sie auf dieser Basis eine neue Behandlung gegen MS entwickeln zu können. Bei Multipler Sklerose zerstört das eigene Immunsystem die schützende isolierende Fettschicht um die Nervenfasern. [2765]
6. Dezember 2010 – BBC
Impfung gegen Multiple Sklerose in zehn Jahren?
Bei Multpler Sklerose (MS) greifen fehlgeleitete eigene Immunzellen die Nervenfasern an. Nun ist es einem deutsch-amerikanischen Forscherteam in Dresden und Boston gelungen, die schädlichen Zellen durch eine Impfung zu blockieren - allerdings erst bei Mäusen. Sollte die Forschung weiterhin so gute Fortschritte machen, könnte eine Impfung gegen MS schon in etwa zehn Jahren auf den Markt kommen. [2733]
15. Oktober 2010 – Spiegel
Migräne-Auslöser nicht meiden, rät Experte
Der weit verbreitete Rat gegen Migräne, bekannte Auslöser wie Süssigkeiten oder Alkohol zu meiden, sei falsch. Diese überraschende Ansicht begründet der deutsche Kopfschmerzspezialist Peter Kropp damit, dass die Nerven an die schädlichen Reize gewöhnt werden müssen. Wer die Reize meide, reagiere immer empfindlicher dagegen. Zudem würden Süssigkeiten und Streit in der Familie zu Unrecht als Auslöser gehandelt. Vielmehr gehören Lust auf Süsses und gereizte Stimmung zu den Vorboten eines Anfalls. [2727]
7. Oktober 2010 – Standard
Gen-Schaden als Ursache von Migräne
Ein bestimmtes Gen ist bei Patienten mit Migräne öfter als bei anderen in einer defekten Variante vorhanden. Weil nur ungenügend aktiv, macht es die Nerven überempfindlich auf Lärm, Licht und andere Faktoren, die Migräne auslösen können. Falls es gelänge, das Gen mittels Medikamenten gezielt zu aktivieren, könnte die Entdeckung helfen, die Krankheit künftig erfolgreicher zu behandeln. Zuvor muss man aber mehr darüber erfahren, was genau dieses Gen im Körper bewirkt. [2721]
29. September 2010 – BBC
Auch Nikotin in Kleidern schadet dem Baby
Sogar wenn Eltern zum Rauchen auf den Balkon gehen, kann das Nikotin im Zigarettenrauch dem Baby schaden: Es lagert sich in den Kleidern ab und ist dort mit der Zeit sogar noch stärker konzentriert als in der Luft. Aus den Kleidern dringt das Gift in Babys Haut ein und von dort tiefer in den Körper, wo es die Nerven angreift. Das haben deutsche Forscher in Experimenten nachgewiesen. Dazu verwendeten sie ein Modell künstlicher Babyhaut, schichtweise aus gezüchteten Zellen aufgebaut. [2720]
28. September 2010 – Standard
Multiple Sklerose bessert sich im Herbst
Die Nervenkrankheit multiple Sklerose (MS) verläuft in Schüben. Der Wechsel ist unter anderem von der Jahreszeit abhängig, wie ein Forscherteam in Boston herausgefunden hat: Im Frühjahr und Sommer nehmen die Schäden an den Nerven zu, im Herbst und Winter wieder ab. An diesem Wechsel sind die Aussentemperaturen ebenso beteiligt wie die Intensität der Sonnenstrahlung. In nördlichen und südlichen Breiten mit ihren stark ausgeprägten Jahreszeiten tritt MS häufiger auf als in der Nähe des Äquators. [2702]
2. September 2010 – Ärzteblatt
Alzheimer: So sterben Hirnzellen ab
Ein Protein (Eiweiss) namens Tau sorgt in gesunden Nervenzellen von innen her für eine stabile Form. Eine zu hohe Menge an Tau-Protein zerstört jedoch die Verbindungsstellen (Synapsen) zwischen den Nervenzellen im Gehirn. Die Zellen sterben ab, und die Überreste lagern sich als so genannte Amyloid-Plaques in den Zwischenräumen ab. Solche Plaques gelten als typisches Zeichen von Alzheimer. Früher hat man sie für die Ursache der Krankheit gehalten. Die neuen Erkenntnisse von Forschern der Universität Sydney zeigen nun, dass es sich bloss um eine Folge handelt. Wie es zu einem Übermass an Tau-Protein kommt, ist nach wie vor ein Rätsel. [2684]
9. August 2010 – Welt
Jedes zusätzliche Jahr Ausbildung nach der Schulpflicht verringert das Risiko, im Alter an Alzheimer oder einer anderen Form von Demenz zu erkranken, im Durchschnitt um elf Prozent. Das haben britische und finnische Forscher berechnet, nachdem sie die Gehirne von über achthundert Personen untersucht hatten. Zwar kann Bildung die schädlichen Veränderungen der Nervenzellen nicht stoppen. Doch macht sie das Gehirn widerstandsfähiger dagegen. [2675]
28. Juli 2010 – Welt
24-Wochen-Fötus spürt keinen Schmerz
Ein ungeborenes Baby im Mutterleib kann bis zum Alter von 24 Wochen keine Schmerzen spüren und kein Bewusstsein haben. Zu diesem Schluss kommt ein Team von Experten am Royal College für Geburtshilfe und Gynäkologie in London. Deren Untersuchungen zeigen, dass die Nervenverbindungen im Hirn des Fötus, die für ein Schmerzempfinden nötig wären, sich noch nicht voll ausgebildet haben. Für Operationen im Mutterleib ist deshalb keine Anästhesie am Fötus nötig. Es bedeutet auch, dass der Fötus bei einer Abtreibung nicht leiden muss. [2653]
28. Juni 2010 – Telegraph
Nicht weniger als 24 verschiedene Krebsarten sind bei Diabetikern des Typs 2 häufiger als beim Durchschnitt der Bevölkerung. Besonders stark betroffen sind Pankreas, Leber, Niere, Schilddrüse, Speiseröhre, Dünndarm und das Nervensystem. Schuld daran ist der hohe Insulinspiegel bei vielen Diabetikern. Insulin regt das Wachstum von Krebszellen an. Nur eine einzige Krebsart kommt bei Diabetikern seltener vor: Prostatakrebs. [2605]
21. Mai 2010 – Ärzteblatt
Kaputte Hirnzellen können nachwachsen
Ein einziges Protein reicht aus, um Stütz- und Versorgungszellen des Gehirns in Nervenzellen umzuwandeln. Das ist zwar erst im Reagenzglas gelungen, und erst mit Hirnzellen der Maus. Doch dieser Erfolg in einem Labor in München lässt hoffen, künftig Menschen nach Schlaganfall oder mit Alzheimer wirksamer behandeln zu können. [2601]
20. Mai 2010 – Spiegel
Grüntee macht Alzheimer-Gift unschädlich
Ablagerung von giftigen Eiweissen im Gehirn gelten als eine mögliche Ursache von Alzheimer. Eine Substanz aus Grüntee, die zur Klasse der Catechine gehört, macht die giftigen Eiweisse unschädlich, so dass die Nervenzellen sie abbauen können und gesund bleiben. Das zeigt ein Versuch mit isolierten Zellen im Reagenzglas am Max-Delbrück-Zentrum für molekulare Medizin in Berlin. [2550]
25. April 2010 – Ärzteblatt
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