
News zu Multiple Sklerose
Multiple Sklerose: Fett- statt Immunkrankheit?
Was zerstört die fettigen Hüllen der Nervenfasern und verursacht so multiple Sklerose? Seit Jahren im Visier ist das Immunsystem: Es soll, ausser Kontrolle geraten, die Nervenhüllen angreifen. Jetzt stellt eine amerikanische Forscherin eine neue Theorie auf: Ein genetisch bedingter Defekt im Fettstoffwechsel erzeugt schadhafte Nervenhüllen. Die Schäden alarmieren das Immunsystem, und die folgende Entzündung zerstört die Nervenhüllen. MS ist bei Frauen häufiger als bei Männern. Der Fettstoffwechsel funktioniert bei Frauen grundlegend anders als bei Männern. Beides spricht für die Fett-Theorie der multiplen Sklerose. Ob sie zu Fortschritten in der Behandlung führt, wird sich zeigen müssen. [3014]
3. Januar 2012 – UPI Health News
Alzheimer zeigt sich früh im Auge
Schon lange bevor das Gedächtnis nachlässt, lagern sich in der Netzhaut und in der Hornhaut des Auges die typischen Eiweisse ab, die im Hirn zu Schäden führen. Im Auge lassen sich die Eiweisse viel besser erkennen als im Gehirn. Das soll künftig die Früherkennung von Alzheimer, aber auch von multipler Sklerose verbessern. [2943]
16. September 2011 – Ärztezeitung
Reparatur-Hoffnung gegen Multiple Sklerose
Bestimmte Stammzellen im Gehirn können dazu gebracht werden, die Schäden am Nervensystem zu reparieren, die zu Multipler Sklerose (MS) führen. Das ist schottischen Wissenschaftlern gelungen - allerdings erst im Labor und erst an Ratten. Doch bis in einigen Jahren hoffen sie auf dieser Basis eine neue Behandlung gegen MS entwickeln zu können. Bei Multipler Sklerose zerstört das eigene Immunsystem die schützende isolierende Fettschicht um die Nervenfasern. [2765]
6. Dezember 2010 – BBC
Impfung gegen Multiple Sklerose in zehn Jahren?
Bei Multpler Sklerose (MS) greifen fehlgeleitete eigene Immunzellen die Nervenfasern an. Nun ist es einem deutsch-amerikanischen Forscherteam in Dresden und Boston gelungen, die schädlichen Zellen durch eine Impfung zu blockieren - allerdings erst bei Mäusen. Sollte die Forschung weiterhin so gute Fortschritte machen, könnte eine Impfung gegen MS schon in etwa zehn Jahren auf den Markt kommen. [2733]
15. Oktober 2010 – Spiegel
Multiple Sklerose bessert sich im Herbst
Die Nervenkrankheit multiple Sklerose (MS) verläuft in Schüben. Der Wechsel ist unter anderem von der Jahreszeit abhängig, wie ein Forscherteam in Boston herausgefunden hat: Im Frühjahr und Sommer nehmen die Schäden an den Nerven zu, im Herbst und Winter wieder ab. An diesem Wechsel sind die Aussentemperaturen ebenso beteiligt wie die Intensität der Sonnenstrahlung. In nördlichen und südlichen Breiten mit ihren stark ausgeprägten Jahreszeiten tritt MS häufiger auf als in der Nähe des Äquators. [2702]
2. September 2010 – Ärzteblatt
Cannabis-Wirkstoff künstlich produziert
Mit gentechnisch veränderten Bakterien ist es Forschern in Dortmund gelungen, den Wirkstoff THC (Tetrahydrocannabinol) von Hanfpflanzen künstlich herzustellen. Dieses Verfahren ist deutlich billiger als die Gewinnung aus Hanfpflanzen, die teilweise auch durch Gesetze behindert ist. THC eignet sich als Medikament zur Schmerzbehandlung bei Krebs oder gegen Symptome von Multipler Sklerose. Synthetisch produziertes THC könnte wie andere Produkte der Pharmabranche als Medikament zugelassen werden. Es könnte frühestens ab 2016 auf den Markt kommen. [2691]
18. August 2010 – Welt
MS-Forschung: Fortschritte mit Gen-Mäusen
Multiple Sklerose (MS) ist eine Krankheit, die menschliche Nerven schädigt. Sie tritt meist in Schüben auf. Um sie besser zu erforschen, muss man bestimmte Vorgänge an Mäusen untersuchen. Nun ist es erstmals gelungen, gentechnisch veränderte Mäuse zu züchten, die spontan an einem Leiden erkranken, das der menschlichen MS sehr ähnlich ist. Die Forscher erhoffen sich davon neue Erkenntisse über die Ursachen und den Verlauf der Krankheit und damit auf neue Möglichkeiten sie wirksamer zu behandeln. [2173]
8. Dezember 2009 – FAZ
Stress kann multiple Sklerose fördern
Zwischen Stress und einem schnellen Fortschreiten von multipler Sklerose (MS) haben viele Studien einen Zusammenhang festgestellt. Stress spielt dabei die Rolle des Verstärkers, ist aber nicht die einzige Ursache des Geschehens. [1851]
23. April 2008 – PubMed PMID: 17503132
Kinder, die oft im Freien an der Sonne spielen, haben ein weniger als halb so hohes Risiko, später an multipler Sklerose zu erkranken als Kinder, die sich die meiste Zeit drinnen aufhalten. Zu diesem Schluss kommt eine Studie an über siebzig Paaren von eineiigen Zwillingen in Kalifornien. [1663]
27. Juli 2007 – PubMed PMID: 17646631
Wirkung von Amalgam bleibt unklar
Giftiges Quecksilber, das in kleinsten Mengen von den Zahnfüllungen aus Amalgam in den Körper dringt, steht im Verdacht, Krankheiten wie multiple Sklerose oder Alzheimer zu fördern. Kürzlich sind alle bisher erschienenen Studien zu dem Thema neu ausgewertet worden. Das Ergebnis ist wiedersprüchlich: Die einen Studien finden einen Zusammenhang, die anderen nicht. Insgesamt steigt das Risiko für multiple Sklerose wenig, aber nicht signifikanter an. Künftige, exaktere Studien sind nötig, um den Verdacht endgültig zu klären. [1594]
23. April 2007 – PubMed PMID: 17436982
Tetanus-Impfung kann auch vor multipler Sklerose schützen
Eine Impfung gegen Starrkrampf (Tetanus) senkt das Risiko für multiple Sklerose (MS) um etwa ein Drittel. Das zeigt die Auswertung aller Studien, die seit 1966 zu dieser Frage gemacht worden sind. [1412]
6. September 2006 – Neurology 2006;67:212
Multiple Sklerose: Risiko aus dem Darm
Unter den Menschen, die an Entzündungen des Darmes leiden (Crohn, Colitis), finden sich etwa doppelt so viele Patienten mit multipler Sklerose (MS) als unter Menschen mit einem gesunden Darm. Das zeigt eine Studie an über hunderttausend Personen in den USA. [1141]
28. September 2005 – Gastroenterology 2005;129:819
Raucher neigen etwa um ein Drittel stärker dazu, an multipler Sklerose zu erkranken als Personen, die nie geraucht haben. Ist die Krankheit erst einmal ausgebrochen, schreitet sie bei Rauchern vergleichsweise sogar fast viermal stärker fort. Das zeigt eine Studie an über 200 Patienten und fast zehnmal so vielen gesunden Personen. [1073]
24. Juni 2005 – Brain 2005;128:1461
Dank jüngeren Geschwistern weniger MS
Das Risiko für multiple Sklerose (MS) ist um so kleiner, je mehr Zeit eine Person in den ersten sechs Jahren ihres Lebens zusammen mit einem bis zu zwei Jahre alten Geschwister verbracht hat. Man nimmt an, dass das Training des Immunsystems dabei eine wichtige Rolle spielt. [972]
3. Februar 2005 – JAMA 2005;293:463
Im November geboren: weniger MS
Das Risiko einer multiplen Sklerose ist am niedrigsten bei Menschen, die im November zur Welt gekommen sind. Am höchsten ist es bei den im Mai Geborenen. Das zeigt eine Studie an mehreren zehntausend Personen in Europa und Kanada. [959]
17. Januar 2005 – British Medical Journal 2005;330:120
In Sardinien sind immer mehr jüngere Menschen von multipler Sklerose (MS) betroffen: Das Alter des ersten Auftretens hat sich in den letzten 50 Jahren im Durchschnitt um etwa 20 Jahre nach vorn verschoben. Nachdem genetische Gründe dafür nicht in Frage kommen, vermutet man die Ursache in der Umwelt. [804]
14. Juni 2004 – Neurology 2004;62:1794
Stress fördert multiple Sklerose
Bei Eltern, die unerwartet ein Kind verlieren, verdoppelt sich das Risiko, in den folgenden Jahren an multipler Sklerose (MS) zu erkranken. Das zeigt eine dänische Studie an über dreihunderttausend Eltern. [744]
25. März 2004 – Neurology 2004;62:726
Vitamin D gegen Multiple Sklerose
Wer viel Vitamin D zu sich nimmt, kann sein Risiko für MS um ein Drittel senken, verglichen mit einer Person, die nur wenig von dem Vitamin nimmt. [720]
23. Februar 2004 – Neurology 2004;62:60
THC, der Wirkstoff des Hanfs, durch den Mund eingenommen, kann bei Patienten mit Multipler Sklerose (MS) Krämpfe und Schmerzen lindern. Das zeigt eine Studie an über 600 Patienten in England. [635]
8. November 2003 – Lancet 2003;362:1517
Das Risiko, einen neuen Schub von Multipler Sklerose (MS) zu erleiden, verdoppelt sich in den vier Wochen nach einem Stress-Erlebnis. Das zeigt eine Untersuchung an über 70 MS-Patienten in Holland. [586]
19. September 2003 – British Medical Journal 2003;327:646
Über ein um zwei Drittel kleineres Risiko für Multiple Sklerose kann sich freuen, wer in seiner Kindheit und Jugend in den Sommerferien und an den Wochenenden jeweils zwei bis drei Stunden an der Sonne verbracht hat. Die ultravioletten Strahlen scheinen vorbeugend zu wirken, schaden allerdings der Haut. Wie immer kommt es auch hier auf die gesunde Dosis an. [553]
11. August 2003 – British Medical Journal 2003;327:316
Multiple Sklerose (MS) verläuft in Schüben und ist bisher kaum vorhersehbar. Ein neuer Test auf Antikörper im Blut kann jetzt recht zuverlässig feststellen, ob ein Rückfall bevorsteht oder nicht. [524]
10. Juli 2003 – N Engl J Medicine 2003;349:139
Der Erreger der Multiplen Sklerose (MS) heißt wahrscheinlich Epstein-Barr-Virus. Dieses Virus ist bisher vor allem als Erreger einer Art von Lymphkrebs bekannt. [428]
27. März 2003 – JAMA 2003;289:1533
MS-Behandlung so früh wie möglich
Je schneller die Behandlung gegen Multiple Sklerose (MS) einsetzt, desto größer sind die Chancen auf Besserung oder langsameren Verlauf der Krankheit: Im ersten Jahr entstehen die größten Schäden. Im späteren Verlauf sind die Schäden geringer. [267]
30. September 2002 – Brain 2002;125:2202
Schnupfen kann MS-Schub auslösen
Bei Multipler Sklerose (MS) wechseln sich oft Schübe mit beschwerdefreien Perioden ab. Die Schübe kann man schlecht vorhersagen. Jetzt hat man gefunden, dass eine Infektion der oberen Atemwege das Risiko für einen Schub verdoppelt. [128]
12. Mai 2002 – Brain 2002;125:952
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Zu dieser Sendung
Multiple Sklerose – Therapie
Die Behandlung hat drei Ziele: erstens Schübe verhindern, zweitens deren Folgen bekämpfen und drittens das Fortschreiten der Krankheit bremsen.
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