Gesundheitstelegramm: Migräne

News zu Migräne

Migräne-Auslöser nicht meiden, rät Experte

Der weit verbreitete Rat gegen Migräne, bekannte Auslöser wie Süssigkeiten oder Alkohol zu meiden, sei falsch. Diese überraschende Ansicht begründet der deutsche Kopfschmerzspezialist Peter Kropp damit, dass die Nerven an die schädlichen Reize gewöhnt werden müssen. Wer die Reize meide, reagiere immer empfindlicher dagegen. Zudem würden Süssigkeiten und Streit in der Familie zu Unrecht als Auslöser gehandelt. Vielmehr gehören Lust auf Süsses und gereizte Stimmung zu den Vorboten eines Anfalls. [2727]

7. Oktober 2010  –  Standard

Gen-Schaden als Ursache von Migräne

Ein bestimmtes Gen ist bei Patienten mit Migräne öfter als bei anderen in einer defekten Variante vorhanden. Weil nur ungenügend aktiv, macht es die Nerven überempfindlich auf Lärm, Licht und andere Faktoren, die Migräne auslösen können. Falls es gelänge, das Gen mittels Medikamenten gezielt zu aktivieren, könnte die Entdeckung helfen, die Krankheit künftig erfolgreicher zu behandeln. Zuvor muss man aber mehr darüber erfahren, was genau dieses Gen im Körper bewirkt. [2721]

29. September 2010  –  BBC

Was man gegen Kopfschmerzen tun kann

Sich viel bewegen, nicht rauchen, wenig Alkohol und Kaffee, ein regelmässiger Tagesablauf mit festem Rhythmus von Mahlzeiten und ausreichend (nicht zu wenig und nicht zu viel) Schlaf, genügend trinken. Schmerzmittel können zwar helfen, doch beim regelmässigen Gebrauch Kopfschmerzen sogar fördern. Wer unter Stress leidet, kann Techniken zur Bewältigung und zur Entspannung lernen. Diese Tipps stammen von der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft in München. [2701]

1. September 2010  –  Welt

Ursachen von Kopfschmerzen in der Jugend

Jugendliche, die mindestens einmal pro Woche Alkohol und täglich mehr als eine Tasse Kaffee trinken, die täglich rauchen und keinen Sport treiben, leiden mehr als andere an Kopfschmerzen und Migräne. Zu diesem Schluss kommt eine Studie an über tausend jungen Menschen zwischen 14 und 20 Jahren in Deutschland. [2643]

14. Juni 2010  –  Welt

Kaffee gegen Migräne

Eine Tasse Kaffee ist das günstigste Medikament gegen Migräne, und die Chancen, dass es hilft, stehen gut. Zum einen zieht es die Blutgefässe im Hirn zusammen, die sich zu stark ausgedehnt haben und durch zu hohen Druck Schmerzen verursachen. Zum anderen hilft Koffein dem Körper, andere Medikamente gegen Migräne besser aufzunehmen. Viele Migränemittel enthalten deshalb auch Koffein. Dieses regt zudem das Hirn an und hebt die Stimmung, was die Schmerzen besser erträglich macht. [2581]

10. Mai 2010  –  Daily Mail

Migräne? Aspirin probieren!

Jeder zweite Patient mit Migräne spürt nach Aspirin eine deutliche Besserung, bei jedem vierten verschwindet die Migräne sogar ganz. Zu diesem für Experten überraschend deutlichen Schluss kommt eine Auswertung von nicht weniger als 13 Studien mit insgesamt über viertausend Patienten durch die renommierte Cochrane Library. Die wirksamste Dosis sei meist drei Tabletten Aspirin innerhalb von zwei Stunden nach dem Auftreten der Symptome. Experten raten, es erst mit selbst gekauftem Aspirin zu versuchen und erst dann, wenn diese nicht wirken, einen Migränespezialisten zu konsultieren. [2528]

14. April 2010  –  Telegraph

Migräne nach Rotwein, nicht nach Schokolade

Viele Migräniker fühlen sich vor einem Anfall nervös und gereizt. Oft greifen sie dann zur Beruhigung nach Schokolade. So ist diese in den falschen Verdacht geraten, Migräne auszulösen. Versuche an der Ludwig-Maximilians-Uni in München zeigen aber, dass dies nicht der Fall ist - wohl aber nach dem Genuss von Rotwein. Schuld daran sei aber nicht der Alkohol, sondern andere Inhaltsstoffe im Rebensaft. [2506]

30. März 2010  –  Focus

Migräne verdoppelt Risiko für Herzinfarkt

Gewöhnliche Migräne lässt das Risiko eines Herzinfarkts auf den doppelten Wert einer Person ohne Kopfschmerzen ansteigen. Leiden die Patienten zusätzlich unter Aura, das heisst Lichtempfindlichkeiten und Sehstörungen, steigt das Risiko gar auf den dreifachen Wert. Auch das Risiko für Schlaganfälle steigt. Zu diesem Schluss kommt eine Studie an über zehntausend Personen in den USA. Kein Grund zur Panik, sagen Experten. Sie raten Migränikern nur, ihre Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Cholesterin, Übergewicht und Neigung zu Diabetes gut zu kontrollieren. [2404]

12. Februar 2010  –  Süddeutsche Zeitung

Schwangerschaft kann Migräne stoppen

Zwei von drei Frauen mit Migräne leiden seltener an Anfällen, nachdem sie schwanger geworden sind. Die Besserung zeigt sich besonders ab dem dritten Monat. Bei einigen Frauen verschwindet die Migräne sogar ganz. Dies kommt daher, dass bei Schwangeren die Hormonspiegel weniger stark schwanken, was sich beruhigend auf die Hirnströme auswirkt. Zu diesem Schluss kommen Messungen an schwangeren Migränikerinnen und gesunden Frauen in Deutschland. [2313]

19. Januar 2010  –  Standard

Migräne-Behandlung lässt zu wünschen übrig

Fast zwei Drittel aller Menschen, die an Migräne oder einer anderen Form von Kopfschmerz leiden, sind mit ihrer Behandlung unzufrieden. Meist klagen sie, die Behandlung wirke nicht, Spezialärzte seien nicht erreichbar, der Abstand zwischen den Behandlungen sei zu gross und der Arzt erkläre sie unzureichend. Zwar gibt es Kopfschmerzzentren, die eine spezialisierte Beratung und Behandlung anbieten. Doch nur etwas mehr als die Hälfte der Patienten weiss, dass es solche Zentren gibt. Soweit das Fazit einer Umfrage bei über 1600 Patienten in neun europäischen Ländern. [2276]

9. Januar 2010  –  Ärztezeitung

Auslöser meiden, Migräne verhindern

Migräniker tun gut daran, regelmässig zu essen, denn Fasten gehört zu den häufigsten Auslösern eines Anfalls. Viele reagieren empfindlich auf Alkohol und Schokolade. Frauen sind in den Tagen vor ihrer Periode besonders anfällig für Migräne. Wem es gelingt, seelisch ausgeglichen zu bleiben, hat einen Vorteil, denn emotionaler Stress und schlechter Schlaf gehören zu den wichtigsten Auslösern für Migräne. Sex löst dagegen nur bei weniger als drei Prozent der Migräniker einen Anfall aus.  [1987]

21. November 2008  –  PubMed PMID: 18813707

Nietzsche war Migräniker, nicht Syphilitiker

Friedrich Nietzsche, einer der einflussreichsten Philosophen der Neuzeit, litt nach einer neuen retrospektiven Diagnose seit seiner Kindheit an Migräne mit Aura. Später kamen Depressionen hinzu, gefolgt von Demenz und Hirnschlag im vorgerückten Alter. Für die oft behauptete Syphilis gibt es nach neuster Erkenntnis keine Hinweise. [1901]

4. Juli 2008  –  PubMed PMID: 18575181

Migräne: Aura bestimmt das Risiko

Migräne kann das Risiko für Herzinfarkt und Hirnschlag erhöhen. Allerdings nur dann, wenn die Kopfschmerzen von einer Aura (z.B. Augenflimmern) begleitet sind. Gewöhnliche Migräne ohne Aura wirkt sich nicht negativ auf den Kreislauf aus. Zu diesem Schluss kommt eine Studie an über zwanzigtausend Frauen in den USA. [1654]

16. Juli 2007  –  PubMed PMID: 17622918

Migräne kann bei Frauen ein Risiko für das Herz sein

Zum Glück trifft das für die meisten Fälle nicht zu. Gewöhnliche Migräne ohne Aura ist kein Risiko für Herz und Kreislauf. Nur bei etwa zwanzig bis dreißig Prozent der Fälle, wo eine Aura in Form von Sehstörungen und Kribbeln in den Nerven auftritt, ist das Risiko für Herzinfarkt und Hirnschlag etwa doppelt so hoch wie bei Menschen ohne Migräne. Das zeigt eine Studie an über fünftausend Frauen in den USA. [1381]

25. Juli 2006  –  JAMA 2006;296:283

Mehr Migräne wegen der «Pille»?

Bei Frauen, die eine Antibabypille mit Östrogen nehmen, hat man in Norwegen ein um 40 Prozent höheres Risiko für Migräne festgestellt. Als Vergleich dienen Frauen, die keine «Pille» nehmen. Pillen auf Basis von Gestagen ohne Östrogen haben keinen Einfluss auf die Migräne. [1261]

15. März 2006  –  Neurology 2006;66:349

Akupunktur gegen Migräne

Sie wirkt. Das hat eine nach allen Regeln der Schulmedizin durchgeführte Studie an über 300 Patienten in Deutschland gezeigt. Doch für Aufregung in der Welt von TCM sorgt die Studie trotzdem: Nach dieser spielt es nämlich keine Rolle, ob die Nadeln nach den Regeln der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) exakt gesetzt oder bewusst an falschen Stellen eingestochen werden. [1043]

13. Mai 2005  –  JAMA 2005;293:2118

Migräne: Risiko für Herz und Kreislauf

Personen, die an Migräne leiden, haben eine Tendenz zu höherem Blutdruck und schlechteren Werten für Cholesterin; beides lässt das Risiko für Herzinfarkt und Hirnschlag steigen. Für Migräniker lohnt es sich also, diese Risikofaktoren gut im Auge zu behalten. [999]

14. März 2005  –  Neurology 2005;64:614

Migräne: Risiko für Hirninfarkt bestätigt

Migräniker haben ein doppelt so hohes Risiko für Hirninfarkt wie Menschen ohne Migräne. Das zeigt eine Zusammenfassung von 14 verschiedenen Studien. [955]

11. Januar 2005  –  British Medical Journal 2005;330:63

Migräne: Risiko für Hirninfarkt steigt

Menschen, die oft an einer Migräne mit oder ohne Aura leiden, haben ein deutlich höheres Risiko für einen Hirnschlag durch verengte Blutgefäße, einen so genannten Hirninfarkt. [701]

29. Januar 2004  –  JAMA 2004;291:427

Migräne und Depression

Migräniker sind häufiger depressiv als Menschen mit anderen Kopfschmerzen. Depressive leiden häufiger an Migräne als Menschen ohne Depressionen. Neuste Studien zeigen, dass beide Leiden sowohl Ursache als auch Folge des anderen Leidens sein können. [447]

23. April 2003  –  Neurology 2003;60:1308

Warnsignale der Migräne

Migräniker können bis zu 72% der Anfälle richtig voraussagen. Klarster Vorbote ist Müdigkeit, weitere sind Konzentrationsschwäche und Nackenstarre. Am wahrscheinlichsten ist ein Anfall, wenn man in den Verrichtungen des Alltags beeinträchtigt ist. [432]

31. März 2003  –  Neurology 2003;60:935

Migräne durch Viagra

Viagra kann bei den meisten Migränikern einen Anfall auslösen. Männer, die nie an Migräne leiden, brauchen diese unerwünschte Nebenwirkung in der Regel nicht zu befürchten. [368]

26. Januar 2003  –  Brain 2003;126:241

Migräne beeinträchtigt Sprachvermögen

Patienten, die an Migräne leiden, schneiden in Sprachtests schlechter ab als Patienten mit anderen Kopfschmerzen und als schmerzfreie Personen. Die Leistungen bei Lesen, Schreiben, Rechnen und räumlichem Vorstellungsvermögen sind jedoch nicht beeinträchtigt. [279]

14. Oktober 2002  –  Neurology 2002;59:904

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