Gesundheitstelegramm | Krebs
Rauchen stört Wirkung von Genen
15. Juli 2010 - Schon wenige Züge aus einer Zigarette reichen aus, dass Hunderte von Genen im menschlichen Körper nicht mehr so funktionieren, wie sie sollten: Sie werden anders «abgelesen» als zuvor, was die Teilung der Zellen (zum Beispiel die Vermehrung als Krebsgeschwür) oder das Immunsystem negativ beeinflusst. Das zeigt eine Studie an über tausend Personen in Texas. [2666]
Quelle: Welt
Weniger Krebs dank Stress?
12. Juli 2010 - Bei Mäusen, die ständig unter leichtem Stress leben, wachsen Krebsgeschwüre langsamer als bei ruhig gehaltenen Tieren. Zum Teil bilden sich die Tumore sogar zurück. Stress drosselt bei Mäusen das Hormon Leptin, das auch bei Menschen als Appetitzügler bekannt ist. Ob Stress auch menschliche Krebszellen bremst, ist damit aber noch nicht bewiesen. [2663]
Quelle: Süddeutsche Zeitung
Mädchen immer früher geschlechtsreif
17. Juni 2010 - Schon mit neun Jahren treten Mädchen heute in die Pubertät ein - im Durchschnitt ein Jahr früher als noch 1991 und mehr als fünf Jahre früher als noch vor hundertfünfzig Jahren. Das berichten Forscher der Uniklinik Kopenhagen. Sie schlagen Alarm, weil eine sehr frühe sexuelle Entwicklung die Mädchen psychisch überfordern kann. Auch die Risiken für Brustkrebs und Herzkrankheiten nehmen zu. Als Ursachen für die frühe Reife gelten eine bessere Ernährung und ein hoher Fleischkonsum. Aber auch Umweltchemikalien mit hormonähnlichen Eigenschaften, etwa Bisphenol A, kommen in Frage. [2646]
Quelle: Welt
Krebsmittel auch gut gegen altersschwache Augen
12. Juni 2010 - Das Krebsmittel Avastin von Roche hilft auch gegen altersbedingte Makuladegeneration, einem Verlust der Sehschärfe. Avastin ist etwa zehnmal billiger als Lucentis von Novartis, das als Standardbehandlung gilt. Noch gibt es keine Vergleichsstudie zwischen beiden Medikamenten, und Roche will für Avastin keine Zulassung als Augenmedikament beantragen. Trotzdem fordern Fachleute, das Mittel in armen Ländern zur Behandlung schwacher Augen einzusetzen. [2641]
Quelle: Daily Mail
Krebs: Früherkennung durch Bluttest
03. Juni 2010 - Schon fünf Jahre bevor ein Krebs im Röntgenbild sichtbar wird, hinterlässt er Spuren im Blut. Britische Forscher haben jetzt einen Test entwickelt, mit dem sich diese Spuren entdecken lassen. Der Test kommt jetzt in den USA auf den Markt, Anfang 2011 auch in Grossbritannien. Er beruht darauf, dass Zellen des Immunsystems mit Antikörpern die Krebszellen angreifen. Die Antikörper lassen sich im Blut nachweisen. [2631]
Quelle: Telegraph
Solarium fördert Hautkrebs stärker als gedacht
28. Mai 2010 - Mehr als viermal höher ist das Risiko für schwarzen Hautkrebs (Melanom) bei Menschen, die regelmässig ins Solarium gehen und sich dort unter schnell bräunende Geräte legen. Wer mehr als fünfzig Stunden in seinem Leben auf üblichen Sonnenbänken verbracht hat, muss mit einem mehr als dreimal höheren Risiko rechnen. Generell haben Nutzer von Solarien ein um 75 Prozent höheres Risiko als Menschen, die sich nicht künstlich bräunen lassen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie an über tausend Melanom-Patienten in den USA. Sie lässt vermuten, die Krebsgefahr durch Solarien sei höher als bisher angenommen. [2618]
Quelle: Ärztezeitung
Haifischknorpel versagt gegen Lungenkrebs
28. Mai 2010 - Extrakt aus Haifischknorpel ist unwirksam gegen fortgeschrittenen Lungenkrebs vom nicht kleinzelligen Typ. Das zeigt ein Versuch an über dreihundert Patienten in den USA und in Kanada. Haifischknorpel geniesst bei vielen Patienten und Angehörigen einen zweifelhaften Ruf als Wundermittel. Angeblich sollen Haie nie an Krebs erkranken. [2620]
Quelle: Ärzteblatt
Bakterien verraten Gefahr von Darmkrebs
27. Mai 2010 - Die Zusammensetzung der Darmflora ändert sich, wenn sich in der Schleimhaut des Darms Polypen bilden, die als Vorstufen zum Darmkrebs gelten. Bisher konnte man die Krebsgefahr nur durch Darmspiegelung erkennen, eine unangenehme Prozedur, bei der eine Sonde in den Darm eingeführt wird. Die Analyse der Bakterien im Stuhl ist bei über neunzig Patienten mit Erfolg erprobt worden Sie könnte eine billigere und zugleich schonendere Methode der Früherkennung werden. Dazu muss sie sich aber bei einer grösseren Zahl von Patienten in der Praxis bewähren. [2615]
Quelle: Spiegel
Diabetes fördert auch Krebs
21. Mai 2010 - Nicht weniger als 24 verschiedene Krebsarten sind bei Diabetikern des Typs 2 häufiger als beim Durchschnitt der Bevölkerung. Besonders stark betroffen sind Pankreas, Leber, Niere, Schilddrüse, Speiseröhre, Dünndarm und das Nervensystem. Schuld daran ist der hohe Insulinspiegel bei vielen Diabetikern. Insulin regt das Wachstum von Krebszellen an. Nur eine einzige Krebsart kommt bei Diabetikern seltener vor: Prostatakrebs. [2605]
Quelle: Ärzteblatt
Gewürztes Steak erregt weniger Krebs
21. Mai 2010 - Beim Braten oder Grillen von Rindfleisch entstehen krebserregende Stoffe. Gewürze wie Rosmarin, chinesischer Ingwer (Fingerwurz) und Kurkuma (Gelbwurz) können die Krebsgifte um bis zu 40 Prozent verringern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Kansas State University. [2606]
Quelle: Standard
Entwarnung: Kein Krebs durch Handy
18. Mai 2010 - Eine neue Studie der Weltgesundheitsorganisation hat Daten von über fünftausend Patienten mit Hirntumoren in dreizehn Ländern ausgewertet: Wenn überhaupt, dann haben Nutzer von Mobiltelefonen ein eher geringeres Risiko für Krebs als jene ohne Handy. Die Unterschiede sind jedoch statistisch nicht bedeutsam. Die untersuchten Personen haben pro Monat im Durchschnitt zwei bis drei Stunden mit dem Handy telefoniert. Ob ein deutlich längerer Gebrauch ein Risiko darstellen könnte, lässt sich mit dieser Studie demnach nicht ausschliessen. [2597]
Quelle: Medical News Today
Hautkrebstag: So beugt man vor
10. Mai 2010 - Die Krebsliga Schweiz empfiehlt, zwischen 11 und 15 Uhr im Schatten zu bleiben, im Sommer im Freien Hut, Sonnenbrille und schützende Kleidung zu tragen und nackte Haut reichlich mit Sonnenschutzmittel einzureiben. Besonders gut sollten Kinder und Jugendliche geschützt werden, denn ihre Haut ist empfindlicher als die von Erwachsenen. Sonnenbrände in den ersten 18 Lebensjahren führen später am häufigsten zu Hautkrebs. [2583]
Quelle: Medical Tribune
Teures Krebsmittel in der Kritik
04. Mai 2010 - Das Roche-Mittel Avastin, ein Umsatzrenner gegen Krebs, zeigt keine wesentliche Wirkung. Die Lebenszeit der Patienten verlängere sich kaum, und dies stehe in keinem Verhältnis zu den monatlichen Behandlungskosten von 5000 Euro. Zu diesem vernichtenden Schluss kommt ein Gutachten im Auftrag einer deutschen Krankenkasse. Zahlreiche Studien hätten eine Wirkung nachgewiesen, kontert Roche. Doch zahlreiche dieser Studien sind von der Industrie gesponsert, was die Aussagekraft der Ergebnisse mindert. [2572]
Quelle: Spiegel
Sport vertreibt Angst
30. April 2010 - Patienten mit Herzproblemen, Krebs, Rheuma und anderen chronischen Krankheiten leiden oft an Ängsten. Mit regelmässigem halbstündigem Training lässt sich diese Angst deutlich reduzieren. Ob Walking, Aerobic oder Krafttraining spielt keine Rolle. Zu diesem Schluss kommt eine neue Auswertung von ingesamt 40 Studien mit etwa 3000 Patienten. [2563]
Quelle: Ärztezeitung
Muttermilch schützt vor Krebs
23. April 2010 - Muttermilch enthält Stoffe, die Zellen von bis zu vierzig verschiedenen Krebsarten abtöten können. Von diesem Schutz sollen nicht nur gestillte Babys profitieren: Schwedische Forscher haben aus krebshemmenden Substanzen der Muttermilch einen Cocktail gemixt und diesen an Patienten mit Blasenkrebs getestet. Die ersten Erfolge sind vielversprechend: Krebszellen sind abgestorben. Ob sich Krebs aber damit heilen lässt, muss sich erst noch zeigen. [2546]
Quelle: Welt
Superstudie soll Handy-Risiko endgültig klären
23. April 2010 - Fördern Mobiltelefone Krebs? Oder schützen sie gar vor Alzheimer, wie kürzlich eine Studie an Mäusen vermuten lässt? Alle bisherigen Studien an Menschen sagen nur wenig aus, weil sie von den Symptomen ausgehend den Handygebrauch rückblickend erfragt haben. Die nun geplante europäische Superstudie erfasst gleichzeitig den Handygebrauch und die Erkrankungen von fast hunderttausend Menschen in Grossbritannien, Holland und Skandinavien. Sie ist auf dreissig Jahre angelegt und wird drei bis vier Millionen Euro kosten, finanziert von Staaten und von der Industrie. [2547]
Quelle: Telegraph
Steak medium ist gesünder
21. April 2010 - Ein halb durchgebratenes Steak (medium, rosé) ist gesünder als ein ganz durchgebratenes (well done, bien cuit). Zu diesem Schluss kommt eine Studie an über 1700 Personen in Texas: Das Risiko für Blasenkrebs ist bei den Liebhabern des halbgaren Fleisches um die Hälfte kleiner als bei jenen, die es durchgebraten mögen. Grund dafür sind krebserregende Substanzen, die sich beim scharfen Anbraten bilden. Der Tipp für die kommende Grillsaison lautet also: Fleisch schonend erhitzen und nicht schwarz werden lassen! [2542]
Quelle: Spiegel
Experten warnen vor Diabetes-Epidemie
12. April 2010 - Am Weltkongress für Diabetes in Dresden warnen Spezialisten vor den Folgen dieser Krankheit, die sich immer mehr ausbreitet: 70 Prozent der Herzinfarkte gehen inzwischen auf das Konto von Diabetes; hinzu kommen weitere oft tödliche Folgen wie Depressionen, Demenz, Impotenz, Erblindung, Amputationen und Krebs. Einer der wichtigsten Risikofaktoren ist der Bauchumfang. Die beste Vorbeugung ist viel Bewegung und eine ausgewogene, nicht zu fette Ernährung. [2522]
Quelle: Welt
5 am Tag schützt kaum vor Krebs
08. April 2010 - Die weltweite Kampagne, die fünfmal am Tag Obst und Gemüse empfiehlt, schützt kaum vor Krebs. Nur um winzige 3 Prozent, statistisch zwar signifikant, aber praktisch unbedeutend, sinkt das Risiko laut einer Langzeitstudie an fast einer halben Million Menschen in den USA. Zehnmal grösser ist jedoch die positive Wirkung auf Herz und Kreislauf: Hier sinkt das Risiko um 30 Prozent. Hinzu kommen ein besserer Schutz gegen Diabetes und zahlreiche weitere positive Wirkungen. «Fünf am Tag» ist also weiterhin ein guter Rat. [2517]
Quelle: Ärztezeitung
Besser während Operation bestrahlen als danach
29. März 2010 - Mit einem neuen tragbaren Bestrahlungsgerät lassen sich Brustkrebs-Patientinnen schon während der Operation bestrahlen. Erste Tests in London zeigen eine sehr gute Wirkung: Von 77 so behandelten Patientinnen hatten nur gerade zwei innerhalb von sieben Jahren einen Rückfall. Sollten sich dieses vorläufige Ergebnis bestätigen, könnte man in vielen Fällen auf eine teure Nachbestrahlung in Zentren mit zum Teil langen Wartelisten verzichten. [2502]
Quelle: Telegraph
Stillen schützt vor Brustkrebs
24. März 2010 - Frauen, die ihr Baby stillen, erkranken seltener an Brustkrebs. Günstig ist auch, früh ein Kind zu bekommen. Dies sind die beiden Hauptgründe, dass Brustkrebs in westlichen Industrieländern sechsmal häufiger vorkommt als in ländlichen Regionen Asiens und Afrikas. Doch auch mit einem westlichen Lebensstil können Frauen ihr Risiko senken: Nicht zuviel zunehmen, nur wenig Alkohol trinken, in den Wechseljahren keine Hormone nehmen. [2494]
Quelle: Ärztezeitung
Passivraucher-Gen: Variante erhöht Krebsrisiko
23. März 2010 - Ein Viertel der Lungenkrebspatienten hat nie zuvor geraucht. Bei ihnen haben jetzt Forscher zwei Varianten eines Gens auf dem Chromosom 13 entdeckt. Dieses Gen hat offenbar eine wichtige Schutzfunktion gegen Krebs. Die beiden entdeckten Varianten schwächen diese Funktion, so dass schon kleine Mengen Rauch, etwa beim Passivrauchen, Krebs auslösen können. [2491]
Quelle: Spiegel
Frühe Glatze senkt Risiko für Prostatakrebs
19. März 2010 - Um 29 Prozent geringer ist das Risiko für Prostatakrebs bei Männern, die schon mit 30 Jahren eine Glatze bekommen. Das zeigt eine US-Studie bei etwa zweitausend Männern mittleren Alters. Frühe Glatzen zeigen einen hohen Spiegel des männlichen Hormons Testosteron an, und ein hoher Testosteronspiegel ist offenbar gut für die Prostata. [2485]
Quelle: Ärztezeitung
Die natürliche Müllabfuhr des Immunsystems
18. März 2010 - Antikörper bildet das Immunsystem nicht nur gegen Viren, Bakterien und andere gefährliche Eindringlinge von aussen. Von Geburt an produziert es auch die natürlichen Antikörper (NAK). Diese spüren im Körper alles auf, was verschlissen ist und daher entsorgt werden muss. Mangel an Bewegung und ungesunde Ernährung fördern den Verschleiss, was die NAK überfordert. Die NAK-Forschung hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen: Man hofft, auf dieser Grundlage bessere Medikamente gegen Krebs und Alzheimer entwickeln zu können. [2483]
Quelle: NZZ
Gene bei Tier ohne Krebs entschlüsselt
16. März 2010 - Die Gene des Süsswasserpolypen (Hydra) sind jetzt vollständig entschlüsselt worden. Dieses unscheinbare Tierchen, das in heimischen Gewässern vorkommt, altert nicht und kennt auch keinen Krebs. Dank diesen im Tierreich einzigartigen Eigenschaften ist es für die Forscher interessant. Zwischen der primitiven Hydra und dem Menschen liegen allerdings Welten. So bleibt abzuwarten, ob die neuen Erkenntnisse für die Verhütung und Behandlung von Krebs später nützlich sein werden. [2477]
Quelle: Ärztezeitung
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