Gesundheitstelegramm | Impfung
Impfung: Verzerrte Info im Internet
09. März 2010 - Vor der Entscheidung, ihre Kinder impfen zu lassen, surfen viele Eltern im Internet. Neben seriöser Information finden sie dort aber auch viele Seiten von Impfgegnern. Diese schüren Angst durch aufgebauschte negative Einzelfälle und durch Verschwörungstheorien. Das Surfen auf Websites von Impfgegnern senkt tatsächlich die Impfbereitschaft. Zu diesem Schluss kommt eine Online-Studie der Uni Erfurt. Seriöse Impf-Sites zeichnen sich dadurch aus, dass sie neben den Vorteilen des Impfens auch die (minimalen) Risiken klar darstellen. Nur das Abwägen von Nutzen und Risiko erlaubt eine fundierte Entscheidung. [2463]
Quelle: Ärztezeitung
Zweifel am Nutzen von Grippe-Impfungen
18. Februar 2010 - Ob es nützt, Personen über 65 gegen Grippe zu impfen, ist fraglich. Von 75 Studien zu diesem Thema sind die meisten so mangelhaft, dass sie keine eindeutigen Schlüsse zulassen. Dieses Fazit ziehen Wissenschaftler der Cochrane Collaboration. Ältere Menschen verlassen sich da wohl besser auf das Händewaschen als auf den Pieks. [2421]
Quelle: Medpage Today
Forscher arbeiten an Impfstoff gegen Magenkrebs
09. Februar 2010 - Gegen die Magenbakterie Helicobacter pylori entwickeln Forscher in München eine vielversprechende Impfung. Sie schaltet indirekt ein Eiweiss der Bakterie aus, das diese von Angriffen des Immunsystems abschirmt. Helicobacter pylori, der Erreger von Magengeschwüren, ist auch für 90 Prozent der Fälle von Magenkrebs verantwortlich. Alle Versuche, einen Impfstoff zu entwickeln, sind bisher gescheitert. Ob der neue Ansatz mehr Erfolge bringt, wird sich zeigen. [2392]
Quelle: Standard
Weltkrebstag: Risiko lässt sich um 40 % senken
04. Februar 2010 - Der heutige Weltkrebstag steht unter dem Motto «Auch Krebs lässt sich vermeiden». Die internationale Vereinigung gegen Krebs (UICC) weist darauf hin, dass 40 Prozent der Krebsfälle vermeidbar wären: Durch regelmässige Bewegung, gesunde Ernährung, Nichtrauchen und Impfung gegen krebserregende Viren. [2374]
Quelle: Ärztezeitung
Fachjournal zieht impfkritische Studie zurück
03. Februar 2010 - Vor zwölf Jahren hat Lancet eine Studie über angebliche Nebenwirkungen der Dreifachimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln veröffentlich. Nun hat die weltweit älteste und einer der angesehensten medizinischen Fachzeitschriften diese Studie vollständig zurückgezogen. Sie hatte die Impfung mit Autismus bei Kindern in Verbindung gebracht - auf Basis ungenauer Daten, wie Lancet jetzt einräumt. Die Studie hatte vor allem in den USA für grossen Wirbel gesorgt: Besorgte Eltern weigerten sich, ihre Kinder impfen zu lassen, und Eltern von autistischen Kindern strengten Sammelklagen an. [2370]
Quelle: Süddeutsche Zeitung
Geimpfte Kinder weniger allergisch
02. Februar 2010 - Kinder, die alle empfohlenen Impfungen erhalten haben, leiden seltener an Heuschnupfen, Ekzemen oder Asthma als nicht komplett geimpfte Kinder. Das zeigt die Analyse der Daten von mehr als siebzehntausend Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Die Impfung senkt das Allergie-Risiko um etwa 7 bis 14 Prozent. Von einer Erhöhung, wie von vielen Eltern befürchtet, kann also keine Rede sein. [2368]
Quelle: Ärztezeitung
Erster Impfstoff gegen Krebs
13. Januar 2010 - Zum ersten Mal in der Geschichte der Medizin kommt jetzt eine Impfung gegen Krebs auf den Markt. Das Präparat bekämpft schwarzen Hautkrebs bei Hunden. Für Menschen ist ein ähnlicher Impfstoff erst in der dritten Phase der klinischen Prüfung. Diese wird schätzungsweise noch ein Jahr dauern. Anders als die meisten anderen Impfungen, etwa gegen Grippe, wirkt die Krebs-Impfung erst dann, wenn die Krankheit schon ausgebrochen ist. [2290]
Quelle: Welt
Wann kommt der Super-Impfstoff gegen Grippe?
17. Dezember 2009 - Jedes Jahr lassen sich weltweit über dreihundert Millionen Menschen gegen Grippe impfen. Der Impfstoff wird seit sechzig Jahren nach der gleichen Methode hergestellt. Pro Impfdosis braucht es ein Hühnerei, in dem die Viren gezüchtet und dann abgetötet werden. Die Forschung nach wirksameren Methoden läuft auf Hochtouren. Am vielversprechendsten ist der Plan, eine Impfung gegen alle Varianten des sehr wandelbaren Grippevirus zu entwickeln. Im Visier der Forscher steht ein Protein im Innern des Virus, das bei allen Viren gleich ist. Bis zu einer Anwendung dürften aber noch viele Jahre vergehen. [2211]
Quelle: NZZ
Schmerzmittel können Impfschutz schwächen
06. Dezember 2009 - Eine Impfung ist möglicherweise weniger wirksam bei Menschen, die Schmerzmittel nehmen. Diesen Verdacht äussern Forscher nach Versuchen mit Mäusen. Werden die Nager mit Paracetamol oder Acetylsalicylsäure (Aspirin) behandelt, bildet ihr Immunsystem weniger Antikörper. Das Ziel einer Impfung ist es aber, den Körper zur Bildung von bestimmten Antikörpern anzuregen. Ob die Erkenntnisse bei Mäusen sich auf den Menschen übertragen lassen, steht zwar noch nicht fest. Trotzdem ist es ratsam, vor einer Impfung die Einnahme von Schmerzmitteln eine Weile auszusetzen. Wer Aspirin als Herzpatient nimmt, sollte den Arzt fragen, ob er es eine Weile absetzen darf. [2164]
Quelle: Spiegel
Schweinegrippe: Weniger als ein Drittel lässt sich impfen
01. Dezember 2009 - Nur gerade 28 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer lassen sich gegen die Schweinegrippe impfen, weil sie zu einer Risikogruppe gehören oder weil sie sich selber und andere schützen wollen. Eine deutliche Mehrheit von 60 Prozent ist gegen die Impfung, 12 Prozent sind noch unentschlossen. Dies zeigt eine nicht repräsentative Online-Umfrage (Stand 1.12.2009). [2159]
Quelle: Beobachter
Impfung gegen Alzheimer macht langsame Fortschritte
26. Februar 2009 - Das giftige Eiweiss Amyloid beta gilt als mögliche Ursache von Alzheimer, denn es verklumpt im Hirn und lässt Hirnzellen absterben. Durch Impfung versucht man, das Immunsystem dazu zu bringen, Antikörper gegen das giftige Amyloid zu bilden. Diese machen es unschädlich, bevor es verklumpen kann. Bei Mäusen scheint es schon zu funktionieren. Erste klinische Versuche bei Menschen mussten jedoch wegen schwerer Nebenwirkungen gestoppt werden. Ein weiteres Problem liegt darin, dass man nicht sicher ist, ob die Klumpen von Amyloid wirklich die Ursache von Alzheimer sind und nicht bloss eine Begleiterscheinung. Dennoch forscht man weiter in diese Richtung und hat bei Mäusen einen neuen Impfstoff ohne Nebenwirkungen erprobt. Bis er an Menschen getestet werden kann, sind aber noch mehr Versuche nötig. [2050]
Quelle: PubMed
PMID: 19221518
Forscher suchen nach Impfung gegen Alzheimer
09. Mai 2008 - Nach Rückschlägen wegen Hirnhautentzündung ist die Erprobung eines Impfstoffs gegen Alzheimer in den letzten Jahren sistiert worden. Jetzt zeichnet sich nach Versuchen bei Mäusen eine neue Hoffnung ab. Anders als beim ersten Versuch verwenden die Forscher jetzt keine Eiweisse, sondern die Erbsubstanz DNA. Diese soll weniger allergische Reaktionen verursachen. Bis zur erfolgreichen Anwendung beim Menschen ist freilich noch ein weiter Weg. [1863]
Quelle: PubMed
PMID: 18442321
Impfen macht Kinder nicht allergisch
19. März 2007 - Die Furcht, dass geimpfte Kinder anfälliger für Asthma und andere allergische Krankheiten werden, ist unbegründet. Eine Studie hat das an mehr als achttausend Kindern in Australien untersucht, und zwar für Impfung gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Polio und Pocken. Zwar hat man im Alter von sieben Jahren kurzzeitig eine erhöhte Neigung zu Allergien festgestellt, die aber schnell wieder abklingt. Langfristig sind geimpfte Kinder nicht allergischer als ungeimpfte. Jedoch schützt die Impfung vor der Gefahr, die durch die ansteckenden Krankheiten ausgeht. [1565]
Quelle: Thorax
2007;62:270
Windpocken: Impfschutz lässt mit der Zeit nach
18. März 2007 - Bis ein Jahr nach der Impfung gegen Windpocken ist der Schutz vor einer Infektion am besten. Danach nimmt er kontinuierlich ab: Nach fünf Jahren ist er schon fünfmal schlechter; nach neun Jahren ist nur mehr ein Zwanzigstel des ursprünglichen Schutzes vorhanden. Zu diesem Schluss kommt eine Studie an mehreren hunderttausend Kindern in den USA. Sie empfiehlt deshalb eine zweite Impfung für alle Kinder. [1564]
Quelle: N Engl J Medicine
2007;356:1121
Erfolgreicher Kampf gegen die Masern
22. Januar 2007 - WHO und UNICEF ist es gelungen, die Todesfälle an Masern weltweit um 60 Prozent zu senken, von 873'000 im Jahr 1999 auf 345'000 im Jahr 2005. Am größten waren die Erfolge in den Regionen des westlichen Pazifik, Afrikas und des östlichen Mittelmeers. Durch Impfungen hat man mehr als sieben Millionen Menschen vor dem Tod an Masern retten können. [1510]
Quelle: Lancet
2007;369:191
Die 15 wichtigsten medizinischen Fortschritte
15. Januar 2007 - Laut British Medical Journal, alphabetisch geordnet: Anästhesie, Antibabypille, Antibiotika, Chlorpromazin (Psychomedikament), Computer, DNS-Struktur entschlüsselt, Evidenzbasierte Medizin, Gewebekulturen, Immunologie, Impfung, Krankheitskeime entdeckt, Rauchen als Risikofaktor erkannt, orale Rehydration (Flüssigkeitszufuhr nach Durchfall und Erbrechen), Röntgen, sanitäre Hygiene. Dies seien die größten Fortschritte, die seit der Erstausgabe des Journals von 1840 in der Medizin gemacht worden seien. Nun stimmen die Leser darüber ab, welcher dieser Fortschritte am meisten gebracht hat. [1505]
Quelle: British Medical Journal
2007;334:suppl_1
Tetanus-Impfung kann auch vor multipler Sklerose schützen
06. September 2006 - Eine Impfung gegen Starrkrampf (Tetanus) senkt das Risiko für multiple Sklerose (MS) um etwa ein Drittel. Das zeigt die Auswertung aller Studien, die seit 1966 zu dieser Frage gemacht worden sind. [1412]
Quelle: Neurology
2006;67:212
Grippe: Gesunde lassen sich eher impfen
12. Mai 2006 - Dass Grippe-Impfung wirkt, ist in vielen Studien nachgewiesen worden. Doch jetzt weckt eine neue Studie an über siebzigtausend Personen in Seattle einige Zweifel. Dort lassen sich nämlich vor allem jene Senioren gegen Grippe impfen, die sich bester Gesundheit erfreuen. Kein Wunder also, dass weniger von ihnen sterben, und zwar schon bevor die Grippe-Saison begonnen hat. Wir wirksam die Grippe-Impfung ist, muss jetzt wohl neu beurteilt werden. [1309]
Quelle: Int J Epidemiology
2006;35:337
Entzündung macht Arterien steif
11. Oktober 2005 - Leiden Personen, gesund an Herz und Kreislauf, an einer akuten Entzündung, dann werden ihre Arterien messbar härter und steifer als zuvor. Das zeigt ein
Experiment an hundert Freiwilligen an der Uni von Athen. Die Hälfte von ihnen wurde gegen Salmonellen geimpft, was eine vorübergehende, ungefährliche Entzündung auslöste. Die andere Hälfte bekam eine Scheinimpfung. Damit hat man nun zum ersten Mal Entzündung als Ursache für harte Arterien zweifelsfrei nachweisen können. Bei chronischen Entzündungen droht auf lange Sicht die Gefahr eines Infarkts. [1150]
Quelle: Circulation
2005;112:2193
Starkes Immunsystem trotz Impfung
16. August 2005 - Eine kombinierte Impfung, zum Beispiel gegen Masern, Mumps und Röteln, macht dem Immunsystem nichts aus: Es wehrt sich gegen andere, von der Impfung nicht erfasste Erreger genau so gut wie bei Kindern, die nicht geimpft worden sind. Das zeigt eine Studie an mehreren hunderttausend dänischen Kindern. [1110]
Quelle: JAMA
2005;294:699
Weniger Hirnschläge nach Grippe-Impfung
01. August 2005 - Von Senioren, die gegen Grippe geimpft sind, erleiden im Durchschnitt nur etwa halb so viele einen Hirnschlag wie gleichaltrige, die nicht geimpft sind. Der Schutz erstreckt sich vor allem über die Wintermonate, und er wirkt nur gegen den Hirnschlag durch verstopfte Gefäße. In Grippeperioden nehmen die Fälle von Hirnschlag in der Regel markant zu. Wie genau der Zusammenhang zwischen den beiden Krankheiten zu Stande kommt, bleibt aber unklar. [1099]
Quelle: Stroke
2005;36:1501
Mehr Infarkte bei Erkältung
22. Dezember 2004 - Akute Entzündungen der Atemwege lassen das Risiko für Herzinfarkt und Hirnschlag markant ansteigen. In den ersten drei Tagen kann es bis auf das Fünffache ansteigen und fällt dann langsam wieder auf den ursprünglichen Wert. Keinen Anstieg des Risikos gibt es nach einer Impfung gegen Grippe. [941]
Quelle: N Engl J Medicine
2004;351:2611
Grippe-Impfung kann Alten das Leben retten
09. November 2004 - Von dreihundert Personen über 65, die sich regelmäßig gegen Grippe impfen lassen, muss eine dank der Impfung nicht sterben. Das zeigt eine Studie an über zwanzigtausend Personen in Holland. [910]
Quelle: JAMA
2004;292:2089
Grippe: Impfung rettet alten Menschen das Leben
20. September 2004 - Wenn die Grippe grassiert, sterben etwa 16 Prozent mehr alte Menschen als sonst, falls diese nicht geimpft sind. Bei den Geimpften ist das nicht zu beobachten. Das zeigt eine Studie an über zwanzigtausend älteren Menschen in England. [874]
Quelle: British Medical Journal
2004:329:660
Kein Autismus durch Impfung
13. September 2004 - Die Befürchtung, dass Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln Autismus verursache, hat sich nicht bestätigt. Eltern können ihre Kinder also ohne Bedenken impfen lassen. [869]
Quelle: Lancet
2004;346:963
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