
News zu Immun
Multiple Sklerose: Fett- statt Immunkrankheit?
Was zerstört die fettigen Hüllen der Nervenfasern und verursacht so multiple Sklerose? Seit Jahren im Visier ist das Immunsystem: Es soll, ausser Kontrolle geraten, die Nervenhüllen angreifen. Jetzt stellt eine amerikanische Forscherin eine neue Theorie auf: Ein genetisch bedingter Defekt im Fettstoffwechsel erzeugt schadhafte Nervenhüllen. Die Schäden alarmieren das Immunsystem, und die folgende Entzündung zerstört die Nervenhüllen. MS ist bei Frauen häufiger als bei Männern. Der Fettstoffwechsel funktioniert bei Frauen grundlegend anders als bei Männern. Beides spricht für die Fett-Theorie der multiplen Sklerose. Ob sie zu Fortschritten in der Behandlung führt, wird sich zeigen müssen. [3014]
3. Januar 2012 – UPI Health News
Grippeimpfung: Männer morgens, Frauen nachmittags
Männer sollten sich am Morgen gegen Grippe impfen lassen, Frauen am Nachmittag. Dazu raten Forscher der Universität Birmingham. Denn die hormonelle Uhr tickt bei Frauen und Männern verschieden, und sie hat einen grossen Einfluss auf das Immunsystem. Allerdings sind weitere Studien nötig, um diesen noch vorläufigen Befund zu erhärten. [3009]
23. Dezember 2011 – BBC
Eine halbe Tasse Reis kann soviel Arsen enthalten, wie die WHO als Grenzwert festgelegt hat. Arsen ist ein Gift, das für ungeborene Kinder am schädlichsten ist: Es bremst das Wachstum, schwächt das Immunsystem und fördert Krebs. Schwangere Frauen sollten daher nicht täglich Reis essen, raten Experten. [2997]
8. Dezember 2011 – Focus
Auch normales Joghurt stärkt Immunsystem
Man kennt die aggressive Werbung für probiotisches Joghurt aus dem Fernsehen. Tatsächlich stärkt Joghurt die Abwehrkräfte. Jedoch wirken normale und probiotische Produkte statistisch gesehen gleich gut. Das zeigt ein Experiment mit gesunden jungen Frauen an der Universität Wien. [2975]
7. November 2011 – Standard
Erste wirksame Impfung gegen Malaria
Ein neuer Impfstoff, an Tropeninstituten unter anderem in der Schweiz und in Deutschland entwickelt, kann das Risiko, an Malaria zu erkranken, um die Hälfte senken. Der Erreger von Malaria ist ein Parasit, der rote Blutkörperchen befällt. Weil komplizierter als Bakterien oder Viren, ist er für das Immunsystem schwieriger zu bekämpfen. Eine fünfzigprozentige Wirkung gilt vor diesem Hintergrund als grosser Erfolg für den neuen Impfstoff. Er könnte in den nächsten Jahren Millionen von Menschenleben retten. [2965]
21. Oktober 2011 – Süddeutsche Zeitung
Grippe fördert Schlafkrankheit
Die normalerweise seltene Schlafkrankheit Narkolepsie hat nach der Grippe-Pandemie des Virus H1N1 weltweit stark zugenommen. Schuld daran ist das Virus und nicht die Impfung, wie neuste Beobachtungen in China zeigen. Die Abwehr des Immunsystems gegen die Grippe greift auch Nervenzellen an, die den Schlaf regeln. Dies führt tagsüber zu unkontrollierten Schlafanfällen. [2929]
26. August 2011 – Die Zeit
Bestimmte Arten von Hautkrebs, etwa Basaliome oder Spinaliome, entwickeln sich seltener bei Frauen, die täglich sechs oder mehr Tassen Kaffee trinken. Nur koffeinhaltiger Kaffee zeigt diese Wirkung. Es greift offenbar Enzyme an, die Krebszellen vor einem Angriff des Immunsystems schützen. [2924]
19. August 2011 – Ärzteblatt
Testosteron dämpft Entzündungen und Allergien
Männer leiden seltener als Frauen an Entzündungen und Allergien. Den Grund haben Forscher der Universität Jena im Sexualhormon Testosteron gefunden. Es drosselt die Bildung von Stoffen, die das Immunsystem zu entzündlichen Reaktionen antreiben. [2914]
28. Juli 2011 – Welt
Bessere Stimmung mit Lithium im Trinkwasser
Wasser, das Spuren des Minerals Lithium enthält, hebt statistisch gesehen die Stimmung der Menschen, die es trinken. Die Wirkung lässt sich an einer geringeren Selbstmordrate ablesen, wie eine Studie der Universität Wien zeigt. Schon werden Stimmen laut, die einen künstlichen Zusatz von Lithium fordern. Die natürlichen Vorkommen im Wasser sind etwa hundertmal geringer als die Lithium-Dosen als Medikament gegen Depressionen. [2881]
6. Juni 2011 – Welt
Darmflora beeinflusst Stimmung
Gute Laune und die Fähigkeit, mit Stress zu leben, hängen offenbar auch von Bakterien im Darm ab: Labormäuse werden ängstlich, wenn man ihre Darmflora zerstört. Menschen mit Verdauungsstörungen leiden oft an Angst, Depressionen und Autismus. [2871]
20. Mai 2011 – Ärztezeitung
Asthma und Ekzem senken Krebsrisiko
Um ein Viertel bis ein Drittel niedriger ist das Risiko, an irgendeiner Art von Krebs zu erkranken, für Asthmatiker oder Ekzempatienten - verglichen mit Personen ohne Allergie. Das zeigt eine Studie an über dreitausend Patienten und gesunden Personen in Kanada. Schuld daran sei das überaktive Immunsystem, vermuten die Forscher: Es verursacht zwar allergische Beschwerden, bekämpft aber andererseits wirksamer bösartige Zellen im Körper. [2801]
28. Januar 2011 – Ärztezeitung
Mit Bluttest Alzheimer früher erkennen
Schon bevor das Gedächtnis merklich nachlässt, verrät sich die Krankheit Alzheimer durch bestimmte Substanzen aus dem Immunsystem. Eine neue Methode, entwickelt am Scripps Forschungsinstitut in Florida, kann diese Substanzen nun im Blut nachweisen. Neu an der Methode ist der Einsatz von künstlichen statt natürlichen Antigenen, was den Test deutlich schneller und billiger macht. [2788]
7. Januar 2011 – Medical News Today
Neuer Medikament-Typ gegen Aids
Ein neu entdecktes Eiweiss (VIR-576) verhindert, dass HI-Viren in menschliche Immunzellen eindringen und diese zerstören können. An der medizinischen Hochschule Hannover sind achtzehn HIV-Positive erfolgreich damit behandelt worden. Anders als bei den bisher üblichen hochwirksamen Anti-Virus-Medikamenten treten dabei nur wenige negative Nebenwirkungen auf. Für den praktischen Einsatz taugt das neue Mittel noch nicht, da es nur durch Infusion verabreicht werden kann. Es wird noch Jahre dauern, bis es als Tablette auf den Markt kommt. [2778]
23. Dezember 2010 – Ärztezeitung
Reparatur-Hoffnung gegen Multiple Sklerose
Bestimmte Stammzellen im Gehirn können dazu gebracht werden, die Schäden am Nervensystem zu reparieren, die zu Multipler Sklerose (MS) führen. Das ist schottischen Wissenschaftlern gelungen - allerdings erst im Labor und erst an Ratten. Doch bis in einigen Jahren hoffen sie auf dieser Basis eine neue Behandlung gegen MS entwickeln zu können. Bei Multipler Sklerose zerstört das eigene Immunsystem die schützende isolierende Fettschicht um die Nervenfasern. [2765]
6. Dezember 2010 – BBC
Bald bessere Nasensprays gegen Erkältung?
Eine neue Art von Immunabwehr ist von britischen Forschern entdeckt worden. Sie beruht auf Antikörpern, die Viren auch dann noch bekämpfen, wenn sie bereits in die Zellen der Schleimhaut eingedrungen sind. Nach bisheriger Meinung wären Antikörper nur ausserhalb von Zellen wirksam gewesen. Nun hofft man, mit Hilfe der neuen Antikörper künftig bessere Nasensprays gegen Erkältungen zu entwickeln. [2745]
3. November 2010 – Daily Mirror
Impfung gegen Multiple Sklerose in zehn Jahren?
Bei Multpler Sklerose (MS) greifen fehlgeleitete eigene Immunzellen die Nervenfasern an. Nun ist es einem deutsch-amerikanischen Forscherteam in Dresden und Boston gelungen, die schädlichen Zellen durch eine Impfung zu blockieren - allerdings erst bei Mäusen. Sollte die Forschung weiterhin so gute Fortschritte machen, könnte eine Impfung gegen MS schon in etwa zehn Jahren auf den Markt kommen. [2733]
15. Oktober 2010 – Spiegel
Migräne-Auslöser nicht meiden, rät Experte
Der weit verbreitete Rat gegen Migräne, bekannte Auslöser wie Süssigkeiten oder Alkohol zu meiden, sei falsch. Diese überraschende Ansicht begründet der deutsche Kopfschmerzspezialist Peter Kropp damit, dass die Nerven an die schädlichen Reize gewöhnt werden müssen. Wer die Reize meide, reagiere immer empfindlicher dagegen. Zudem würden Süssigkeiten und Streit in der Familie zu Unrecht als Auslöser gehandelt. Vielmehr gehören Lust auf Süsses und gereizte Stimmung zu den Vorboten eines Anfalls. [2727]
7. Oktober 2010 – Standard
Verpasster Schlaf lässt sich nachholen
Schlafmangel verringert Konzentration und Reaktionszeiten, macht müde und fördert Unfälle. Nach ein paar Nächten mit zehn Stunden Schlaf ist auch ein grösseres Defizit wieder ausgeglichen, für ein kleineres genügt schon eine einzige lange Nachtruhe. Das zeigen Experimente an der Uni Philadelphia. Menschen mit chronischem Schlafmangel leben gefährlich: Das Herz leidet, Diabetes droht, und das Immunsystem vermag Krankheiten weniger gut zu bekämpfen. [2681]
4. August 2010 – Spiegel
Cholesterin gut für die Stimmung
Niedrige Werte für Cholesterin fördern Depressionen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie mit etwa achtzehnhundert Personen in Frankreich. Bei Frauen ist für gute Stimmung das HDL-Cholesterin verantwortlich, das auch als gesund für den Blutkreislauf gilt. Nicht so bei Männern: Ihre Stimmung hebt das LDL-Cholesterin. Wer also glaubt, mit Cholesterinsenkern die Gesundheit zu fördern, könnte dies mit seelischen Leiden bezahlen. [2673]
26. Juli 2010 – Ärztezeitung
Depressive sehen die Welt grau in grau
Depressionen schwächen die Netzhaut, so dass sie Kontraste zwischen Schwarz und Weiss weniger gut wahrnimmt, als dies bei guter Stimmung der Fall ist. Das zeigen Tests an der Uni Freiburg im Breisgau. Die Wirkung ist ähnlich wie wenn man den Kontrastregler am Fernseher auf tiefere Werte stellt. Die Forscher überlegen nun, ob sie einen Sehtest zur Messung von Depressionsgraden entwickeln könnten. [2670]
21. Juli 2010 – Daily Mirror
Rauchen stört Wirkung von Genen
Schon wenige Züge aus einer Zigarette reichen aus, dass Hunderte von Genen im menschlichen Körper nicht mehr so funktionieren, wie sie sollten: Sie werden anders «abgelesen» als zuvor, was die Teilung der Zellen (zum Beispiel die Vermehrung als Krebsgeschwür) oder das Immunsystem negativ beeinflusst. Das zeigt eine Studie an über tausend Personen in Texas. [2666]
15. Juli 2010 – Welt
Ein bisher unbekanntes Eiweiss namens Allergin-1 ist zuerst bei Mäusen, dann auch bei Menschen entdeckt worden. Es dämpft die Reaktion des Immunsystems, was im Fall von schweren Allergien Leben retten könnte. Zur Zeit wird die genaue Wirkung an Mäusen erforscht. Man hofft, die Substanz später einmal zur Behandlung allergischer Schocks einsetzen zu können. [2636]
8. Juni 2010 – Spiegel
Ähnliche Hirnstrukturen bei Kreativen und Schizophrenen
Die Fähigkeit zu ungewöhnlichen Einfällen, Querdenken und blühender Fantasie lässt sich an bestimmten Strukturen im Thalamus ablesen. Dieser Teil des Hirns filtert die Sinneseindrücke und gilt als «Tor zum Bewusstsein». Bei kreativen Menschen ist dieser Filter durchlässiger als bei anderen. Als negative Kehrseite steigt dadurch auch das Risiko für Schizophrenie und starke (bipolare) Stimmungsschwankungen. [2633]
4. Juni 2010 – Ärztezeitung
Krebs: Früherkennung durch Bluttest
Schon fünf Jahre bevor ein Krebs im Röntgenbild sichtbar wird, hinterlässt er Spuren im Blut. Britische Forscher haben jetzt einen Test entwickelt, mit dem sich diese Spuren entdecken lassen. Der Test kommt jetzt in den USA auf den Markt, Anfang 2011 auch in Grossbritannien. Er beruht darauf, dass Zellen des Immunsystems mit Antikörpern die Krebszellen angreifen. Die Antikörper lassen sich im Blut nachweisen. [2631]
3. Juni 2010 – Telegraph
Auch Männer haben den Baby-Blues
Postnatale Depression, das Stimmungstief nach der Geburt, kommt nicht nur bei Müttern vor: Bis zu zehn Prozent der Väter können davon betroffen sein. Zu diesem Schluss kommt eine Studie an über zwanzigtausend Männern in den USA. In den ersten drei Monaten nach der Geburt überwiegt meist die Freude. Vom dritten bis zum sechsten Monat steigt die Depressionsrate bei den Vätern auf ein Maximum und fällt danach wieder ab. [2602]
20. Mai 2010 – Süddeutsche Zeitung
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Zu dieser Serie
Menschen mit Behinderung
Mehr als ein Viertel der Schweizer fühlen sich bei Tätigkeiten des Alltags eingeschränkt. Wichtigste Anliegen sind Mobilität im Verkehr, in der Freizeit und hindernisfreies Wohnen.
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Was sind Stammzellen? Wozu braucht man sie? Wie gewinnt und lagert man sie? Gibt es ethische Bedenken? Ein Experte antwortet, ein Familienvater erzählt.
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