Gesundheitstelegramm | Hirn
Bildung hilft gegen Alzheimer
28. Juli 2010 - Jedes zusätzliche Jahr Ausbildung nach der Schulpflicht verringert das Risiko, im Alter an Alzheimer oder einer anderen Form von Demenz zu erkranken, im Durchschnitt um elf Prozent. Das haben britische und finnische Forscher berechnet, nachdem sie die Gehirne von über achthundert Personen untersucht hatten. Zwar kann Bildung die schädlichen Veränderungen der Nervenzellen nicht stoppen. Doch macht sie das Gehirn widerstandsfähiger dagegen. [2675]
Quelle: Welt
Gen-Schwemme Ursache von Alzheimer?
27. Juli 2010 - Hirnzellen, die statt dem normalen doppelten Satz von Chromosomen vier- oder gar sechsfache Kopien haben, sind schwächer und sterben schneller ab. Chromosomen sind die Träger der Gene. Auch bei gesunden Menschen sind sie manchmal überzählig. Bei Menschen mit Alzheimer sind sie jedoch mehr als doppelt so häufig wie bei Gesunden. Das haben Hirnforscher der Uni Leipzig entdeckt. Es bedeutet, dass Alzheimer eine zum Teil angeborene Krankheit ist. Die Zahl der Chromosomen in den Hirnzellen steht schon bei der Geburt fest und lässt sich später nicht mehr ändern. Die einzige Hoffnung besteht darin, die Veranlagung rechtzeitig zu erkennen und Wege zu finden, die Zellen besser vor dem Absterben zu schützen. [2674]
Quelle: Spiegel
Warum Homöopathie ein so gutes Geschäft ist
19. Juli 2010 - Hunderte von Millionen Euro Umsatz pro Jahr machen Hersteller von homöopathischen Präparaten allein in Europa - obwohl die stark verdünnten Mittel nachweislich keinen Wirkstoff enthalten und keine einzige Studie eine Wirkung belegen kann, die besser ist als ein Placebo. Eine Theorie britischer und amerikanischer Psychologen versucht jetzt zu erklären, wie dieser Erfolg zustande gekommen sein kann, ebenso wie der weit verbreitete Glaube an Übernatürliches (Psi, Esoterik, Religion): Der Urmensch konnte in einer chaotischen und gefährlichen Umwelt am besten überleben, wenn er zwischen gleichzeitigen Vorgängen blitzschnell einen Zusammenhang oder eine gemeinsame Ursache vermutet hat - etwa einen Löwen hinter einer plötzlichen Bewegung von Steppengras. Das uralte Überlebensprogramm hat zur Entstehung von Hirnstrukturen geführt, die heute noch funktionieren und das Denken der Menschen mitbestimmen: Fast reflexartig nehmen sie zwischen einem vorausgehenden und einem nachfolgenden Ereignis einen Zusammenhang an - etwa zwischen der Futterbox-Wahl des Kraken Paul und dem Ausgang von Fussballspielen. [2668]
Quelle: Spiegel
Depressionen fördern Demenz
07. Juli 2010 - Depressionen erhöhen das Risiko für Alzheimer und andere Formen von Demenz um 70 Prozent. Das zeigt eine Langzeitstudie an fast tausend Personen in den USA. Die Forscher vermuten direkte und indirekte Ursachen für diesen Zusammenhang: Einerseits kann Depression bestimmte Zellen im Hirn schwächen, andererseits fallen durch den Rückzug aus einem aktivem Sozialleben wichtige Anregungen weg. [2660]
Quelle: Welt
Vitamin D macht auch schlau
30. Juni 2010 - Starke Knochen, aber auch ein flexibles Denkvermögen - so unterschiedlich sind die positiven Leistungen von Vitamin D. Im Stoffwechsel des Kleinhirns und in der Region des Hippocampus, wo wichtige Zentren des Erinnerungs- und Denkvermögens sitzen, spielt das Vitamin eine bisher kaum bekannte wichtige Rolle. Das haben Forscher der Tufts-Universität in Boston herausgefunden. Bei Senioren ab 65 Jahren mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel fällt die geistige Fitness deutlich ab. [2655]
Quelle: Ärzteblatt
24-Wochen-Fötus spürt keinen Schmerz
28. Juni 2010 - Ein ungeborenes Baby im Mutterleib kann bis zum Alter von 24 Wochen keine Schmerzen spüren und kein Bewusstsein haben. Zu diesem Schluss kommt ein Team von Experten am Royal College für Geburtshilfe und Gynäkologie in London. Deren Untersuchungen zeigen, dass die Nervenverbindungen im Hirn des Fötus, die für ein Schmerzempfinden nötig wären, sich noch nicht voll ausgebildet haben. Für Operationen im Mutterleib ist deshalb keine Anästhesie am Fötus nötig. Es bedeutet auch, dass der Fötus bei einer Abtreibung nicht leiden muss. [2653]
Quelle: Telegraph
Spaziergänge schützen vor Schlaganfall
25. Juni 2010 - Mehrere Stunden Spazieren pro Woche senken bei Frauen ab 45 Jahren das Risiko für Hirnschlag um fast ein Drittel - bei Frauen, die dabei schnell gehen, sogar um mehr als ein Drittel. Zu diesem Schluss kommt eine Studie an fast vierzigtausend Frauen in den USA. Ob der Schutz auch für Männer gilt, hat die Studie nicht untersucht. Doch es schadet bestimmt nicht, wenn Männer ihre Frauen auf den Spaziergängen begleiten. [2652]
Quelle: Medical Tribune
Fünf wichtigste Risiken für Schlaganfall
22. Juni 2010 - Arterieller Bluthochdruck, ein dicker Bauch, Bewegungsmangel, Rauchen und ungesunde Ernährung sind, in dieser Reihenfolge, die fünf wichtigsten Risikofaktoren für einen Hirnschlag. Alle fünf Faktoren zusammen sind für 80 Prozent der Schlaganfälle verantwortlich. Zu diesem Ergebnis kommt die Interstroke-Studie mit dreitausend Patienten in 22 Ländern. Die gleichen fünf Faktoren bedingen auch Herzinfarkt, wobei das Rauchen am meisten zum Herzrisiko beiträgt. [2649]
Quelle: Ärzteblatt
Mann erkennt attraktive Frau in Millisekunden
13. Juni 2010 - Nur wenige Millisekunden Blickkontakt genügen, und schon hat ein Mann entschieden, ob er eine Frau attraktiv findet oder nicht. Bei Frauen dauert das wesentlich länger. Das haben Tests an der Uni von Kent gezeigt: Männer und Frauen haben Bilder von Menschen des anderen Geschlechts angeschaut; dabei sind die Aktivitäten des Hirn mittels eines Scanners erfasst worden. [2642]
Quelle: Telegraph
Ähnliche Hirnstrukturen bei Kreativen und Schizophrenen
04. Juni 2010 - Die Fähigkeit zu ungewöhnlichen Einfällen, Querdenken und blühender Fantasie lässt sich an bestimmten Strukturen im Thalamus ablesen. Dieser Teil des Hirns filtert die Sinneseindrücke und gilt als «Tor zum Bewusstsein». Bei kreativen Menschen ist dieser Filter durchlässiger als bei anderen. Als negative Kehrseite steigt dadurch auch das Risiko für Schizophrenie und starke (bipolare) Stimmungsschwankungen. [2633]
Quelle: Ärztezeitung
Alkohol: Komatrinken schadet dem Gedächtnis
03. Juni 2010 - Botellones und andere Saufgelage haben für Jugendliche schlimme Folgen: Die hohen Konzentrationen von Alkohol zerstören im Hirn Zellen, in der Region des Hippocampus, die für das Langzeitgedächtnis verantwortlich ist. Das haben Versuche mit Affen gezeigt, die sich über längere Zeit täglich einen Rausch angetrunken hatten. [2632]
Quelle: Spiegel
Akupunktur-Nadeln aktivieren lokalen Schmerzkiller
01. Juni 2010 - Endlich scheint die Forschung entdeckt zu haben, wie Akupunktur Schmerzen lindert: Die Nadeln aktivieren dort, wo sie eingestochen werden, die schmerzdämpfende Substanz Adenosin. Anders als Endorphin wirkt dieses körpereigene Schmerzmittel nicht im Gehirn, sondern betäubt den Schmerz örtlich. [2626]
Quelle: Ärzteblatt
Medikament löst giftige Alzheimer-Plaques auf
21. Mai 2010 - Ein neues Antikörper-Medikament löst im Gehirn von Alzheimer-Patienten die Amyloid-Plaques auf, die sich dort abgelagert haben. Die Plaques gelten als typisches Zeichen der Krankheit. Wie weit sie allerdings deren Ursache sind, bleibt umstritten. Skeptiker zweifeln deshalb an der Wirksamkeit des neuen Medikaments. Ob die Zweifel oder die Hoffnungen berechtigt sind, müssen künftige Versuche zeigen. [2604]
Quelle: Ärztezeitung
Kaputte Hirnzellen können nachwachsen
20. Mai 2010 - Ein einziges Protein reicht aus, um Stütz- und Versorgungszellen des Gehirns in Nervenzellen umzuwandeln. Das ist zwar erst im Reagenzglas gelungen, und erst mit Hirnzellen der Maus. Doch dieser Erfolg in einem Labor in München lässt hoffen, künftig Menschen nach Schlaganfall oder mit Alzheimer wirksamer behandeln zu können. [2601]
Quelle: Spiegel
Dicker Bauch fördert Alzheimer
20. Mai 2010 - Menschen, die Fett in Form eines «Rettungsrings» in der Mitte des Körpers ansetzen, haben ein kleineres Hirnvolumen als solche mit einem gesunden Verhältnis zwischen Bauchumfang und Körpergrösse. Als ideal gilt ein Waist-to-Height Ratio (WHtR) von weniger als 0,5 bei jungen Menschen und weniger als 0,6 bei Menschen ab fünfzig. Ein kleineres Hirnvolumen bedeutet eine geringere Reserve gegen Abbau, wodurch das Risiko für Alzheimer und andere Formen von Demenz im Alter zunimmt. [2603]
Quelle: Daily Mail
Entwarnung: Kein Krebs durch Handy
18. Mai 2010 - Eine neue Studie der Weltgesundheitsorganisation hat Daten von über fünftausend Patienten mit Hirntumoren in dreizehn Ländern ausgewertet: Wenn überhaupt, dann haben Nutzer von Mobiltelefonen ein eher geringeres Risiko für Krebs als jene ohne Handy. Die Unterschiede sind jedoch statistisch nicht bedeutsam. Die untersuchten Personen haben pro Monat im Durchschnitt zwei bis drei Stunden mit dem Handy telefoniert. Ob ein deutlich längerer Gebrauch ein Risiko darstellen könnte, lässt sich mit dieser Studie demnach nicht ausschliessen. [2597]
Quelle: Medical News Today
Laptop kann Schlaf stören
17. Mai 2010 - Mindestens zwei Stunden vor dem Zubettgehen sollte man seinen Laptop ausschalten. Zum Lesen im Bett eignen sich richtige Bücher, aber kaum e-Books. Denn die hellen Bildschirme verwirren die innere Uhr und lassen sie glauben, es sei noch Tag. Vor allem der hohe Blauanteil der modernen Bildschirme wirkt anregend für das Gehirn. Der Fernseher stört dagegen den Schlaf kaum, da er weit genug vom Auge entfernt ist, als dass er es durch seine Strahlen beeinflussen könnte. [2594]
Quelle: Telegraph
Kaffee gegen Migräne
10. Mai 2010 - Eine Tasse Kaffee ist das günstigste Medikament gegen Migräne, und die Chancen, dass es hilft, stehen gut. Zum einen zieht es die Blutgefässe im Hirn zusammen, die sich zu stark ausgedehnt haben und durch zu hohen Druck Schmerzen verursachen. Zum anderen hilft Koffein dem Körper, andere Medikamente gegen Migräne besser aufzunehmen. Viele Migränemittel enthalten deshalb auch Koffein. Dieses regt zudem das Hirn an und hebt die Stimmung, was die Schmerzen besser erträglich macht. [2581]
Quelle: Daily Mail
Expertengruppe sieht kaum Fortschritt gegen Alzheimer
29. April 2010 - Alzheimer lässt sich heute weder verhüten noch wirksam behandeln, seine Ursachen sind noch immer weitgehend unbekannt. Dieses ernüchternde Fazit zieht eine Gruppe von führenden, finanziell unabhängigen Experten, berufen von der amerikanischen Behörde für medizinische Forschung NIH. Weder genügend Folsäure noch Mittelmeerdiät, Fischöl und andere Omega-3-Fette, Hirnjogging und körperliches Jogging noch Statin oder andere vorbeugende Medikamente können Alzheimer wirksam verhindern. [2560]
Quelle: Medpage Today
Chronische Schmerzen wirken ähnlich wie Chili
28. April 2010 - Bei Menschen, die chronische Schmerzen leiden, zirkulieren im Blut ähnliche Moleküle wie das Capsaicin aus den kleinen scharfen Chili-Schoten. Der Wirkstoff erzeugt schmerzhaftes Brennen und Hitzewallungen. Dank der Ähnlichkeit können Forscher jetzt den Chili-Wirkstoff dazu benutzen, um neue Medikamente gegen chronische Schmerzen zu testen. Diese setzen genau dort an, wo die Schmerzen entstehen. Im Gegensatz zu Opiaten, die im Hirn wirken, machen sie auch nicht süchtig. [2556]
Quelle: Welt
Grüntee macht Alzheimer-Gift unschädlich
25. April 2010 - Ablagerung von giftigen Eiweissen im Gehirn gelten als eine mögliche Ursache von Alzheimer. Eine Substanz aus Grüntee, die zur Klasse der Catechine gehört, macht die giftigen Eiweisse unschädlich, so dass die Nervenzellen sie abbauen können und gesund bleiben. Das zeigt ein Versuch mit isolierten Zellen im Reagenzglas am Max-Delbrück-Zentrum für molekulare Medizin in Berlin. [2550]
Quelle: Ärzteblatt
Hirnjogging wirkungslos
22. April 2010 - Computerspiele und Bücher, mit denen sich angeblich die geistige Fitness steigern lassen soll, halten ihr Versprechen nicht. Das zeigt eine Studie an mehr als elftausend gesunden Erwachsenen. Sie hatten ein sechswöchiges Computertraining absolviert. Ihr Gedächtnis, die Fähigkeit zum Planen und Problemlösen und zur Konzentration waren nach dem Training gleich gut wie zuvor. Einzig in den speziellen Aufgaben, die sie trainiert hatten, waren sie besser geworden. [2545]
Quelle: NZZ
Spiegelneuronen erstmals beim Menschen entdeckt
20. April 2010 - Die Fähigkeit, sich in andere einzufühlen, schreiben Biologen bestimmten Nervenzellen zu: Diese sprechen beim Anblick von Trauer oder Schmerz bei anderen Menschen ebenso an wie bei eigener Trauer und eigenem Schmerz. Solche «spiegelbildlich» reagierende Nervenzellen hat man bei Affen schon vor Jahren entdeckt, beim Menschen aber erst vermutet. Jetzt haben zwei kalifornische Forscher sie auch im menschlichen Hirn entdeckt. Die Fundstelle, zuvor bei Affen noch unbekannt, lässt vermuten, dass Spiegelneuronen im menschlichen Hirn verbreiteter sind als bisher angenommen. [2540]
Quelle: Welt
Multitasking hat anatomische Grenzen
19. April 2010 - Der Mensch hat nur zwei Hirnhälften. Deshalb kann er nur zwei Ziele gleichzeitig verfolgen. Beim Multitasking mit drei Aufgaben ist er überfordert. Dieses simple Fazit lässt sich aus Experimenten von Pariser Hirnforschern ziehen. Diese hatten Versuchspersonen gleichzeitig verschiedene Aufgaben gestellt und dabei das Hirn im Scanner beobachtet. Dabei hat sich gezeigt, dass sich je eine Hirnhälfte einer Aufgabe widmet. Sich gleichzeitig auf eine dritte Aufgabe zu konzentrieren ist nicht möglich, weil dazu eine dritte Hirnhälfte nötig wäre. [2537]
Quelle: Spiegel
Volle Aschenbecher dämpfen Lust auf Zigarette
17. April 2010 - Ein mit ausgedrückten Kippen gefüllter Aschenbecher verringert bei Rauchern die Lust, eine nächste Zigarette anzuzünden. Diesen Schluss ziehen deutsche Hirnforscher nach dem Auswerten von Magnetresonanz-Bildern von Raucherhirnen. Im Unterschied dazu weckt der Anblick einer frisch angezündeten Zigarette die Lust, selber eine anzuzünden. Fazit: Wer mit dem Rauchen aufhören will, sollte seine Aschenbecher möglichst selten leeren. [2535]
Quelle: NZZ
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