Gesundheitstelegramm: Grippe

News zu Grippe

Grippemittel: Studien zu positiv

Das neue Grippemittel Tamiflu von Roche macht nur mit Umsatz dank staatlicher Vorsorgekäufe positive Schlagzeilen. Seine Wirkung ist minim: Statt sechs bis sieben Tage dauert eine Grippe noch fünf bis sechs Tage. Dies aber nur, wenn der Arzt Tamiflu sofort nach Auftreten der ersten Symptome verschreibt - was in der Praxis kaum je vorkommt. Eine neue, unabhängige Auswertung von Studien kommt zum Schluss, dass die bisher veröffentlichten zu positiv sind, weil Roche negative Ergebnisse unter Verschluss hält. [3026]

19. Januar 2012  –  Ärzteblatt

Grippeimpfung: Männer morgens, Frauen nachmittags

Männer sollten sich am Morgen gegen Grippe impfen lassen, Frauen am Nachmittag. Dazu raten Forscher der Universität Birmingham. Denn die hormonelle Uhr tickt bei Frauen und Männern verschieden, und sie hat einen grossen Einfluss auf das Immunsystem. Allerdings sind weitere Studien nötig, um diesen noch vorläufigen Befund zu erhärten. [3009]

23. Dezember 2011  –  BBC

Grippeimpfung halbiert Risiko für Herzpatienten

Für Herzpatienten, die gegen Grippe geimpft sind, sinkt das Risiko, wegen einer Herzschwäche oder einem Herzanfall ins Spital zu müssen oder daran zu sterben, auf die Hälfte. Das zeigt eine thailändische Studie mit über vierhundert Patienten. [2996]

7. Dezember 2011  –  Ärztezeitung

Grippe fördert Schlafkrankheit

Die normalerweise seltene Schlafkrankheit Narkolepsie hat nach der Grippe-Pandemie des Virus H1N1 weltweit stark zugenommen. Schuld daran ist das Virus und nicht die Impfung, wie neuste Beobachtungen in China zeigen. Die Abwehr des Immunsystems gegen die Grippe greift auch Nervenzellen an, die den Schlaf regeln. Dies führt tagsüber zu unkontrollierten Schlafanfällen. [2929]

26. August 2011  –  Die Zeit

Tägliche Pendler erkälten sich weniger

Wer täglich mit Tram, Bus oder Bahn unterwegs ist, dem können Grippeviren oder andere Erreger von Erkältungskrankheiten weniger anhaben. Für seltene Nutzer erhöht sich das Risiko, angesteckt zu werden, um das Fünf- bis Sechsfache, nachdem sie ein öffentliches Verkehrsmittel benutzt haben. Bei häufiger Nutzung entwickelt der Körper stärkere Abwehrkräfte. Zu diesem Schluss kommt eine britische Studie an über hundert Personen. [2795]

20. Januar 2011  –  UPI Health News

Nach Grippeimpfung weniger Herzinfarkte?

Ob eine Impfung gegen saisonale Grippe auch gegen Herzinfarkt schützt, ist schon in einigen Studien erforscht worden, mit unterschiedlichen Ergebnissen. Die neuste Studie vergleicht über sechzehntausend Infarktpatienten mit öhnlichen, aber gesund gebliebenen Personen in Wales. Sie kommt zum Schluss, die Impfung senke das Risiko für Herzinfarkt um etwa zwanzig Prozent. Dies gilt allerdings nur bei Personen mit erhöhten Risikofaktoren für Herzinfarkt. Kritiker bemängeln, dass solche Fallvergleiche problematisch sind, sogar in grosser Zahl: Zahlreiche nicht kontrollierte Faktoren verzerren das Ergebnis und können so zu falschen Schlüssen führen. [2717]

23. September 2010  –  Ärzteblatt

Vuvuzela ist auch Virenschleuder

Die südafrikanische Fan-Tröte schadet nicht nur den Ohren, sondern hilft auch Grippe- und andere Viren verbreiten. Durch die Plastikröhre verbreitet sich die Atemluft eines kranken Menschen viel weiter als durch Husten und Schreien. Auf diese Gefahr weist das Londoner Institut für Hygiene und Tropenmedizin hin. Die Tröpfchen aus der Vuvuzela sind kleiner als beim Husten und bleiben deshalb länger in der Luft. In Südafrika ist zur Zeit Grippesaison. [2644]

15. Juni 2010  –  Focus

Grippetod meist durch Bakterien, nicht Viren

Am gefährlichsten bei einer Grippe sind nicht die Viren, die sie verursacht haben, sondern Bakterien: Als lachende Dritte profitieren sie davon, dass das Immunsystem durch den Kampf gegen die Viren geschwächt ist. Dabei spielen Stresshormone eine wichtige Rolle. Sie dämpfen das Immunsystem und hindern es so daran, allzu heftig zu reagieren und das empfindliche Gewebe der Lunge zu zerstören. Die Kehrseite: Bakterien erhalten so ihrerseits eine Chance, die Lunge zu befallen. [2424]

19. Februar 2010  –  Welt

Zweifel am Nutzen von Grippe-Impfungen

Ob es nützt, Personen über 65 gegen Grippe zu impfen, ist fraglich. Von 75 Studien zu diesem Thema sind die meisten so mangelhaft, dass sie keine eindeutigen Schlüsse zulassen. Dieses Fazit ziehen Wissenschaftler der Cochrane Collaboration. Ältere Menschen verlassen sich da wohl besser auf das Händewaschen als auf den Pieks. [2421]

18. Februar 2010  –  Medpage Today

Wegen Schweinegrippe-Panik fehlen jetzt andere Impfstoffe

Alle hatten Angst vor der Schweinegrippe - unnötig, wie sich jetzt zeigt. Der Schaden ist mehr als nur finanziell: Während man unnötige Impfdosen gegen Schweinegrippe entsorgen muss, fehlt es in Deutschland zur Zeit an Impfstoff, um Babys vor gefährlichen Kinderkrankheiten zu schützen. [2391]

9. Februar 2010  –  Welt

Leugnen von HIV tötet Hunderttausende

In Südafrika sind über dreihunderttausend Menschen unnötig früh an Aids gestorben, und über dreissigtausend Babys sind mit HIV angesteckt worden, weil die Regierung Südafrikas einem HIV-Leugner aufgesessen ist. Der Amerikaner Peter Duesberg leugnet stur die wissenschaftlich längst bewiesene Tatsache, dass das HI-Virus Aids verursacht. Auch in der Schweiz gibt es Virus-Leugner. Sie haben aber nicht Aids im Visier, sondern H1N1 und Schweinegrippe. Abstruse Verschwörungstheorien verbreiten sich dank Internet heute viel schneller als früher. [2359]

1. Februar 2010  –  NZZ

Hunger stärkt Abwehr gegen Bakterien und Viren

Statt teure Joghurts zu kaufen, die laut Werbung die Abwehrkräfte fördern sollen, könnte man auch einfach weniger essen. Bei Mangel an Kalorien und sinkendem Insulinspiegel produziert nämlich der Körper mehr Killerstoffe gegen Bakterien und Viren, vor allem in der Haut und in der Lunge. Diese Abwehrstrategie haben Forscher der Uni Bonn entdeckt. Ist ein Schnupfen oder eine Grippe im Anzug, könnte es sich also lohnen, eine Weile lang nichts zu essen und stattdessen mehr Tee zu trinken. [2327]

22. Januar 2010  –  Spiegel

Erster Impfstoff gegen Krebs

Zum ersten Mal in der Geschichte der Medizin kommt jetzt eine Impfung gegen Krebs auf den Markt. Das Präparat bekämpft schwarzen Hautkrebs bei Hunden. Für Menschen ist ein ähnlicher Impfstoff erst in der dritten Phase der klinischen Prüfung. Diese wird schätzungsweise noch ein Jahr dauern. Anders als die meisten anderen Impfungen, etwa gegen Grippe, wirkt die Krebs-Impfung erst dann, wenn die Krankheit schon ausgebrochen ist. [2290]

13. Januar 2010  –  Welt

Tamiflu-Resistenz jetzt auch in der Schweiz

Bei zwei Patienten mit Schweinegrippe in der Schweiz hat man H1N1-Viren entdeckt, die gegen das Medikament Tamiflu weniger empfindlich reagieren als die bisher bekannten Viren. Dies war zu erwarten, nachdem solche Fälle schon in Deutschland und anderen europäischen Ländern aufgetreten sind. Gefährlich seien die resistenten Viren nur für Patienten mit einem schon geschwächten Immunsystem, nicht aber für die breite Bevölkerung, sagt das Bundesamt für Gesundheit (BAG). [2231]

23. Dezember 2009  –  NZZ

Resistenz gegen Tamiflu

Bei zwei Patienten mit Schweinegrippe in Deutschland lässt sich die Krankheit nicht mit Tamiflu behandeln, weil die Viren gegen das Mittel unempfindlich sind. Die Resistenz von H1N1-Viren gegen Tamiflu ist zuerst in Norwegen und Grossbritannien entdeckt worden. Sie breitet sich offenbar nach Süden aus und dürfte wohl auch die Schweiz erreichen. [2220]

19. Dezember 2009  –  Berliner Zeitung

Wann kommt der Super-Impfstoff gegen Grippe?

Jedes Jahr lassen sich weltweit über dreihundert Millionen Menschen gegen Grippe impfen. Der Impfstoff wird seit sechzig Jahren nach der gleichen Methode hergestellt. Pro Impfdosis braucht es ein Hühnerei, in dem die Viren gezüchtet und dann abgetötet werden. Die Forschung nach wirksameren Methoden läuft auf Hochtouren. Am vielversprechendsten ist der Plan, eine Impfung gegen alle Varianten des sehr wandelbaren Grippevirus zu entwickeln. Im Visier der Forscher steht ein Protein im Innern des Virus, das bei allen Viren gleich ist. Bis zu einer Anwendung dürften aber noch viele Jahre vergehen. [2211]

17. Dezember 2009  –  NZZ

Schweinegrippe: Wirksamkeit von Tamiflu zweifelhaft

Bisher gilt Tamiflu als Wunderwaffe gegen Grippe, doch jetzt kratzt eine neue Beurteilung der bisher publizierten Studien gehörig am Ruf des Kassenschlagers von Roche. Cochrane, eine renommierte internationale Organisation zur Bewertung von medizinischen Studien, sieht keinen Nachweis mehr für eine positive Wirkung, nachdem sie einige der Beweise als nicht mehr verlässlich eingestuft hat. [2179]

10. Dezember 2009  –  Spiegel

Erkältet? Nicht räuspern, sondern husten!

Ist bei Erkältung oder Grippe die Stimme belegt, sollte man die Stimmbänder durch Husten oder Hüsteln, aber nicht durch Räuspern vom Schleim befreien. Leises Summen oder Brummen vor dem Husten eignet sich gut, um zähen Schleim zu lockern, ohne die Stimmbänder zu belasten. Räuspern schadet den Stimmbändern, weil sie sich zu heftig aneinander reiben. Das entzündet die Schleimhaut und kann auf Dauer heiser machen. [2166]

7. Dezember 2009  –  20 Minuten

Grippe: Hausmittel nur für Junge und sonst Gesunde

Egal ob Schweine- oder saisonale Grippe - für Kinder, Schwangere, Senioren über 65, chronisch Kranke (Niere, Atemorgane, Herz), Immunschwache (nach Transplantation, mit HIV) ist es ratsam, zum Arzt zu gehen. Auch junge und sonst gesunde Erwachsene sollten zum Arzt, wenn das Fieber über 40 Grad steigt, wenn Entzündungen in der Lunge, im Mittelohr oder in den Nasennebenhöhlen auftreten oder der Kopf stark schmerzt. Bewährte Hausmittel sind Essigsocken gegen hohes Fieber, Inhalation, Gurgeln, Lutschpastillen, heisser Kräutertee (mindestens zwei Liter täglich). Kein Alkohol, kein Kaffee, kein Schwarztee. [2161]

3. Dezember 2009  –  Gesundheit-Sprechstunde

Schweinegrippe: Weniger als ein Drittel lässt sich impfen

Nur gerade 28 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer lassen sich gegen die Schweinegrippe impfen, weil sie zu einer Risikogruppe gehören oder weil sie sich selber und andere schützen wollen. Eine deutliche Mehrheit von 60 Prozent ist gegen die Impfung, 12 Prozent sind noch unentschlossen. Dies zeigt eine nicht repräsentative Online-Umfrage (Stand 1.12.2009). [2159]

1. Dezember 2009  –  Beobachter

Insektenhaut gegen Vogelgrippe?

In einem Nasenspray, vorbeugend gegen Vogelgrippe, testen Forscher zur Zeit die Substanz Chitin, aus dem die Häute und Panzer der Insekten bestehen. Bei Mäusen scheint es gut zu wirken. Doch bis zu einem Medikament für Menschen ist noch ein weiter Weg. [1600]

1. Mai 2007  –  PubMed PMID: 17457919

Grippe: Zwei kleine Unterschiede können Pandemie auslösen

Weltweit arbeiten Forscher daran, eine nächste Grippe-Pandemie zu verhindern. Die letzte große Pandemie hat 1918 fünfzig Millionen Opfer gefordert. Jetzt hat man an den Zentren für Seuchenbekämpfung in Atlanta, USA, das Virus von 1918 genauer unter die Lupe genommen. Es unterscheidet sich von einem zwar tödlichen, aber nicht so ansteckenden Grippevirus nur gerade in zwei veränderten Eiweißen an der Oberfläche. Sollten diese jemals am gefährlichen Vogelgrippe-Virus H5N1 auftreten, wäre eine nächste Pandemie zu befürchten. [1525]

7. Februar 2007  –  Am J Epidemiology 2007;165:138

Grippe: Pandemie könnte mehr als 60 Millionen Opfer fordern

Eine Grippe-Pandemie wie jene von 1918 würde heute weltweit über 60 Millionen Menschen das Leben kosten, wovon 96 Prozent in den ärmsten Ländern der Welt. Diese Berechnung stützt sich auf die Auswertung von Daten aus der Pandemie von 1918 und den Vergleich mit den heutigen Verhältnissen. [1491]

26. Dezember 2006  –  Lancet 2006;368:2211

Personal gegen Grippe impfen rettet Leben

Wenn Pflegepersonen in Alters- und Pflegeheimen gegen Grippe geimpft sind, sterben weniger Bewohner im Winter. Das zeigt eine Studie an über vierzig Heimen mit zusammen über zweitausend Bewohnern in den USA. [1485]

18. Dezember 2006  –  British Medical Journal 2006;333:1241

Grippe: Gesunde lassen sich eher impfen

Dass Grippe-Impfung wirkt, ist in vielen Studien nachgewiesen worden. Doch jetzt weckt eine neue Studie an über siebzigtausend Personen in Seattle einige Zweifel. Dort lassen sich nämlich vor allem jene Senioren gegen Grippe impfen, die sich bester Gesundheit erfreuen. Kein Wunder also, dass weniger von ihnen sterben, und zwar schon bevor die Grippe-Saison begonnen hat. Wir wirksam die Grippe-Impfung ist, muss jetzt wohl neu beurteilt werden. [1309]

12. Mai 2006  –  Int J Epidemiology 2006;35:337

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