Gesundheitstelegramm: Gesicht

News zu Gesicht

Stammzellen aus der Nase

Aus der Nasenmuschel gewonnene Stammzellen wachsen in der Kulturschale zu Haut- und anderen Gewebearten heran. Diese könnten bei Verletzungen im Gesicht als «Ersatzteile» dienen. Die neue Methode, Stammzellen zu gewinnen, ist an der Universität Bielefeld entwickelt worden. Sie ist produktiver als andere Methoden, ethisch unbedenklich und liefert Zellen, die vom Körper nicht abgestossen werden. [3012]

29. Dezember 2011  –  Ärztezeitung

Schmerzempfindung mit Strafabzug

Am schmerzverzerrten Gesicht des Gegenübers lässt sich abschätzen, wie stark der Schmerz ist, den er oder sie empfindet. Dieses Mitgefühl ist nicht fix geeicht, sondern abhängig von Zu- oder Abneigung. Den Schmerz von als unsympathisch empfundenen Patienten schätzen Testpersonen als deutlich schwächer ein als jenen von sympathischen Patienten. Das zeigt ein Experiment mit vierzig Teilnehmern an der Universität Gent. [2955]

7. Oktober 2011  –  UPI Health News

Demenz: Unruhe und Wut können Schmerz bedeuten

Wenn Demenzkranke sich gegen Pflege sträuben oder durch unruhiges Verhalten auffallen, sind oft Schmerzen der Grund. Das sagt der deutsche Schmerzexperte Norbert Griessinger: Durch Demenz leide auch die Fähigkeit, Schmerzen durch Worte äussern zu können. Verdächtige Zeichen von Schmerz sind deutlich hörbarer Atem, Stöhnen, Grimassen, ängstlicher Gesichtsausdruck, starre Haltung, geballte Fäuste und das Ablehnen von körperlicher Nähe. [2848]

19. April 2011  –  Ärztezeitung

Gesundheitsklima beeinflusst Partnerwahl

In Ländern mit niedriger Lebenserwartung, hoher Kindersterblichkeit und weit verbreiteten ansteckenden Krankheiten wirken Männer mit sehr männlichen Gesichtszügen für Frauen besonders attraktiv. Das zeigt eine Studie mit über viertausend Frauen aus 30 Ländern, denen digital auf maskulin oder metrosexuell getrimmte Fotos von Männern zum Bewerten vorgelegt worden sind. Harte, maskuline Züge gelten als uraltes Signal für gute Gene, die den Nachwuchs überlebensfähiger machen. Doch in Ländern mit hohem Entwicklungsstand sind Frauen eher an Männern mit weicheren Gesichtszügen interessiert, die Bereitschaft für Ehrlichkeit und stabile Beziehungen signalisieren. [2480]

17. März 2010  –  Die Zeit

Psychiater: Medien fördern Essstörungen

Immer mehr Menschen, besonders Frauen, leiden an Essstörungen wie Magersucht und Bulimie. Daran sind zum grossen Teil die Medien schuld, klagen britische Psychiater: Digital nachbearbeitete Fotos von untergewichtigen Models, Klatsch über Prominente mit Gewichtsproblemen und heroische Abspeckkuren würden das allgemein akzeptierte Normbild des menschlichen Körpers verzerren und die Menschen angesichts unrealer Perfektion immer unzufriedener mit sich selbst machen. [2436]

24. Februar 2010  –  Medical News Today

Mona Lisa mit zu hohem Cholesterinspiegel?

Davon ist Dr. Vito Franco von der Uni Palermo überzeugt. Der pathologische Anatom hat der Schönen mit dem geheimnisvollen Lächeln genau ins Gesicht geschaut: Unter ihrer Haut zeichnen sich, eindeutig für ihn, bestimmte Fettstrukturen ab, die typisch für einen hohen Cholesterinspiegel sein sollen. Ob er nun recht hat oder nicht, sicher ist nur, dass Leonardo da Vinci ein Meisterwerk gelungen ist. Dass es dereinst zum anatomischen Lehrstück erklärt werden würde, hat sich Leonardo, selbst Anatom, wohl nicht träumen lassen. [2271]

8. Januar 2010  –  BBC

Wie wir Gesichter erkennen

Wir erkennen, auch in einer Menge, ein vertrautes Gesicht sofort. Diese Leistung ist möglich, weil das Hirn etwa hundert verschiedene Merkmale eines menschlichen Gesichts blitzschnell in zwei Klassen einteilt: gewöhnlich und aussergewöhnlich. Gewöhnliche Merkmale blendet das Hirn aus, d.h. solche, die etwa neunzig Prozent der bekannten Personen gemeinsam haben. Dieser Mechanismus versagt in fremden Ländern, wo alle Menschen «aussergewöhnlich» aussehen. Deshalb sehen für Europäer zunächst alle Chinesen gleich aus. Jeder Mensch besitzt im Durchschnitt zehn Merkmale, die ihn aus dem Durchschnitt herausheben. Es sind jene, die in Karikaturen kräftig übertrieben werden. [2138]

2. Oktober 2009  –  PubMed PMID: 19686762

Dicksein macht jünger

Ab einem Alter von vierzig bis fünfzig Jahren sehen Menschen mit einem vollen Gesicht jünger aus als solche mit einem mageren Gesicht. Bei jüngeren Menschen sehen umgekehrt die mageren jünger aus als die fülligen. Dies zeigt ein Vergleich der Fotos von fast zweihundert Paaren von eineiigen Zwillingen in den USA. [2079]

14. April 2009  –  PubMed PMID: 19337100

Handbewegung schauen hilft gegen Demenz

Soziale Kontakte gelten als ein wichtiger Faktor, der bis zu einem gewissen Grad vor Demenz schützen und deren Fortschreiten bremsen kann. Sie aktivieren das Hirn auf vielfältige Weise. Ein überraschendes Detail hat man nun in Holland entdeckt: Menschen mit Alzheimer, die eine halbe Stunde pro Tag anderen Menschen dabei zuzuschauen, wie sie ihre Hände bewegen, können sich Gesichter von Menschen besser merken als Patienten, die eine halbe Stunde pro Tag Naturfilme anschauen. Man vermutet, dass das Anschauen von Handbewegungen bestimmte Nervenzellen aktiviert, so genannte Spiegelneurone. Diese befinden sich in Regionen des Hirns, die von Alzheimer besonders stark betroffen sind. [2076]

3. April 2009  –  PubMed PMID: 19321984

Hormone steuern Sinn für Gefühle

Frauen gelingt es in der Regel besser als Männern, den Ausdruck von negativen Gefühlen wie Ärger, Furcht oder Trauer in einem Gesicht zu lesen. Zahlreiche Studien haben diesen Unterschied erforscht, doch die Ergebnisse sind zum Teil widersprüchlich. Nun kennt man den Grund: Die Treffsicherheit für das Lesen von Gefühlen ist in der ersten Phase des weiblichen Zyklus am höchsten. Mit dem nahenden Eisprung, wenn der Pegel des Hormons Östrogen ansteigt, verwischt sich der scharfe Blick für negative Emotionen und gleicht sich jenem der Männer an. Dies zeigt eine Studie an vierzig Frauen und zehn Männern in Brasilien. So sorgt Mutter Natur offenbar dafür, dass sich Frauen und Männer in der empfängnisbereiten Zeit besser vertragen. [2071]

27. März 2009  –  PubMed PMID: 19297103

Um Eisprung herum macht nackter Mann mehr Freude

Wenn Frauen in der fruchtbaren Phase ihres Zyklus das Bild eines nackten Mannes sehen, reagieren sie deutlich positiver als dann, wenn keine Empfängnis möglich ist. Dies haben Versuche mit etwa dreissig Frauen an einem deutschen Institut für Sexforschung gezeigt. Sie bekamen Bilder mit nackten Männern und zum Vergleich mit Tieren zu sehen, und dabei wurden die Bewegungen ihrer Gesichtsmuskeln exakt vermessen. Nur bei Männern, nicht aber bei Tieren reagierten die Frauen im Lauf des Monatszyklus unterschiedlich auf die Bilder. [1948]

29. September 2008  –  PubMed PMID: 18657540

Testosteron schärft weibliches Gedächtnis für Männer

Testosteron weckt nicht nur bei Männern, sondern auch bei Frauen sexuelles Interesse, wie ein Versuch an der Uni Nijmegen zeigt: Junge Frauen haben per Nasenspray das männliche Hormon oder eine unwirksame Substanz (Placebo) erhalten; danach absolvierten sie einen Test, in dem es darum ging, sich an Gesichter zu erinnern. Die mit Testosteron behandelten Frauen konnten sich danach männliche Gesichter deutlich besser merken als weibliche, während die mit Placebo behandelten sich besser an die weiblichen Gesicher erinnerten. [1942]

19. September 2008  –  PubMed PMID: 18675364

Hirn-Scanner bestätigt Kindchenschema

Nach Konrad Lorenz reagieren Menschen instinktiv, das heisst sehr schnell und spontan, auf die typischen Proportionen eines kindlichen Gesichts und Körpers. Versuche mit einem Magnet-Encephalographen (MEG) haben dies nun bestätigt: Innerhalb einer siebtel Sekunde hat der Scanner an bestimmten Regionen des Hirns angesprochen, wenn die Personen das Gesicht eines unbekannten Babys anschauten, jedoch nicht bei einer unbekannten erwachsenen Person. Die Reaktion ist zu schnell, als dass sie mit einem bewussten Vorgang zu erklären wäre. [1819]

7. März 2008  –  PubMed PMID: 18301742

Gefühle werden automatisch erkannt

Ob ein Gesicht Ärger, Verachtung, Abscheu, Verlegenheit, Furcht, Glück, Stolz, Trauer, Scham oder Überraschung ausdrückt, können gesunde Menschen in Bruchteilen von Sekunden erfassen. Dies gelingt auch bei Ablenkung durch eine geistige Aufgabe. Das Erkennen von Gefühlen wird nicht merklich besser, wenn die Versuchspersonen Zeit haben, über ihr Urteil nachzudenken und es zu begründen. Dies zeigen zwei Experimente am Institut für Psychologie der Universität von British Columbia. [1809]

22. Februar 2008  –  PubMed PMID: 18266518

Raucher sehen schneller alt aus

Rauchen beschleunigt die Bildung von Falten im Gesicht. Das hängt von der Zahl der gerauchten Zigaretten, aber auch von der Veranlagung ab. Wer früh Falten bekommt, hat auch die größten Schäden an den Lungen zu beklagen. Dieser Zusammenhang ist einer britischen Studie entdeckt worden. [1390]

7. August 2006  –  Thorax 2006;61:568

Gesichtslähmung nach Grippe-Spray

Nach einer Grippeimpfung in Form eines Nasensprays sind in der Schweiz mindestens 68 Fälle von Gesichtslähmung aufgetreten. Das Risiko einer solchen Lähmung ist durch die Impfung mindestens um das 19-fache erhöht worden. Die Impfung ist nicht mehr auf dem Markt. [725]

28. Februar 2004  –  N Engl J Medicine 2004;350:896

Schizophrene lesen Gefühle falsch

Sie empfinden einen neutralen Gesichtsausdruck öfter als negativ und einen freundlichen seltener als positiv. Das könnte erklären, warum sie oft scheinbar ohne Grund mit Angst oder Wut auf andere Menschen reagieren. [614]

16. Oktober 2003  –  Am J Psychiatry 2003;160:1768

Hirnschlag: Jetzt kommen ihr alle bekannt vor

Eine Frau, der auch völlig unbekannte Gesichter bekannt vorkommen, ist an der Uni Genf untersucht worden. Ursache ist ein Infarkt, der eine bestimmte Stelle des Hirns zerstört hat. Häufiger ist der Fall, dass Menschen nach einem Hirnschlag ihre engsten Angehörigen nicht mehr erkennen. [425]

24. März 2003  –  Brain 2003;126:889

Baby-Raten: Bub oder Mädchen?

Kann man das Geschlecht eines Neugeborenen am Gesicht erkennen? Erwachsene tippen nur in 55 % der Fälle richtig. Das zeigt ein Test mit fünfzig Erwachsenen, die Fotos von zwanzig Babys beurteilen mussten. [344]

27. Dezember 2002  –  British Medical Journal 2002;325:1446

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Auch Fehlsichtige können ohne Brille scharf sehen. Das ist möglich mit Kontaktlinsen oder – nach einer Laser-Operation – sogar ohne Hilfsmittel.

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