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Gesundheitstelegramm | Gehirn

Nervenstoff bremst Alzheimer
17. März 2010 - Noradrenalin, ein hormonähnlicher Stoff, überträgt Signale zwischen Nervenzellen, hemmt aber auch Entzündungen im Gehirn und damit das Fortschreiten von Alzheimer. Denn Entzündungen zerstören Hirnsubstanz. Die positive Wirkung des Noradrenalins ist bei Mäusen in einem Bonner Labor entdeckt worden. Ob er bei Menschen ebenso wirkt, muss sich erst noch zeigen. Und bis zu Medikamenten auf Noradrenalin-Basis ist noch ein weiter Weg.  [2479]
Quelle: Focus  
 
Alzheimer: Plaques-Theorie wahrscheinlich falsch
04. März 2010 - Beta-Amyloid-Plaques sind fleckenförmige Ablagerungen, die man in den Gehirnen verstorbener Alzheimer-Patienten gefunden hat. Seit Jahrzehnten werden sie intensiv erforscht, da man sie für die wichtigste Ursache von Alzheimer hält. Nun hat man aber entdeckt, dass die Plaques ähnlich wirken wie Antibiotika und Entzündungen im Gehirn bekämpfen. Sie sind also offenbar eher nützlich als schädlich. Zweifel an der Plaques-Theorie hatten schon frühere Oduktionen an amerikanischen Nonnen geweckt: Obwohl bis kurz vor ihrem Tod geistig noch rüstig, waren ihre Gehirne von zahlreichen Plaques befallen.  [2453]
Quelle: Welt  
 
Unerwartetes bleibt länger haften
01. März 2010 - Wenn etwas passiert, das ein Mensch nicht erwartet hat, werden die gleichen Teile des Gehirns aktiv, die auch für angenehme Ereignisse zuständig sind: Das Belohnungszentrum schüttet dann mehr von dem Hirnhormon Dopamin aus. Je mehr Dopamin, desto länger bleibt das Ereignis im Langzeitgedächtnis gespeichert. Das zeigt eine Studie an der Uni Bonn.  [2445]
Quelle: Ärzteblatt  
 
Wo im Hirn die Intelligenz sitzt
26. Februar 2010 - Die grauen Zellen, die Menschen schlau machen, sitzen verteilt in verschiedenen Regionen im vorderen und seitlichen Teil des Schädels. Entscheidend für die Intelligenz ist vor allem, wie gut die Verbindungen zwischen diesen Regionen funktionieren. Zu diesem Schluss kommen amerikanische Hirnforscher, die über zweihundert Patienten mit jeweils genau bekannten örtlichen Schäden am Gehirn untersucht haben.  [2443]
Quelle: Spiegel  
 
Nach Schlaganfall erst singen, dann sprechen
23. Februar 2010 - Menschen, die nach einem Hirnschlag nicht mehr sprechen können, hilft Singen weiter. Während das Sprachzentrum in der linken Hirnhälfte sitzt, ist der Sinn für Musik auf beide Seiten des Gehirns verteilt. Von dort aus knüpfen die grauen Zellen neue Verbindungen zum zerstörten Sprachzentrum. Die Musiktherapie erfordert aber Geduld, denn der Fortschritt stellt sich bei täglichem Üben erst nach zwei bis drei Monaten ein.  [2432]
Quelle: Süddeutsche Zeitung  
 
Neue 3D-Hirnkarte ersetzt hundertjährigen Atlas
16. Februar 2010 - Am Forschungszentrum Jülich arbeiten die Neurologen Zilles und Amunts an einer dreidimensionalen Karte des Gehirns. Sie zeigt, dass der heute noch verwendete, inzwischen hundertjährige Hirnatlas von Brodmann in vielen Teilen ungenau und sogar falsch ist. Die neue Karte hat schon mehr als die Hälfte der Hirnregionen erfasst und kann auf der Website des FZ Jülich heruntergeladen werden.  [2416]
Quelle: Spiegel  
 
Bindungshormon macht Autisten sozialer
16. Februar 2010 - Das Hormon Oxytocin, als Nasenspray verabreicht, verbessert die soziale Kompetenz von Autisten: Sie werden fähig, anderen Menschen in die Augen zu schauen, was sie sonst stets vermeiden. Das zeigt ein Experiment mit dreizehn Autisten in Frankreich. Oxytocin wird vom Gehirn ausgeschüttet, besonders in vertrauten Situationen wie beim Stillen oder in einer engen Liebesbeziehung. Es fördert Vertrauen und soziale Bindung und reduziert den Stress.  [2417]
Quelle: Focus  
 
Intelligenz wichtigster Schutzfaktor gegen Herzkrankheit
12. Februar 2010 - Risikofaktor Nummer eins für Angina pectoris und Herzinfarkt ist das Rauchen. Und der wichtigste Schutzfaktor ist eine hohe Intelligenz. Das hat eine Studie an über tausend Personen in Schottland gezeigt. Wer mehr weiss, weiss auch besser, was für die Gesundheit wichtig und was gefährlich ist, folgern die Autoren der Studie. Zusätzlich können die gleichen Faktoren, die dem Herz gefährlich werden, auch die Leistung des Gehirns beeinträchtigen.  [2406]
Quelle: Telegraph  
 
Patienten im Wachkoma können sich verständlich machen
06. Februar 2010 - Auf einfache Fragen sind Patienten im Wachkoma in der Lage, mit «ja» oder «nein» zu antworten. Ein solches Gespräch ist Forschern der Uni Lüttich in Belgien gelungen. Mit einem Kernspin-Scanner haben sie die noch vorhandene Aktivität im Gehirn aufgezeichnet. Da bei positiver oder negativer Antwort je andere Hirnzellen aktiv sind, können die Forscher die Aussagen der Patienten im Scanner erkennen.  [2384]
Quelle: Süddeutsche Zeitung  
 
Ist Depression Folge einer Entzündung im Gehirn?
26. Januar 2010 - Da die üblichen Medikamente gegen Depression nur schlecht wirken, steht die bisher führende Theorie unter Druck, wonach ein Mangel an Botenstoffen wie Serotonin und Noradrenalin die Ursache sei. Nun haben Psychiater der Uni Magdeburg in den Gehirnen verstorbener Depressiver deutliche Zeichen für Entzündungen entdeckt. Sie haben sich in den Zellen entwickelt, die die Nervenzellen im Gehirn stützen und nähren. Für die neue Theorie spricht auch, dass eine Erkältung aufs Gemüt schlägt und dass Entzündungshemmer die Wirkung von Antidepressiva verstärken.  [2343]
Quelle: SonntagsZeitung  
 
Hirnverletzung zu oft verharmlost
19. Januar 2010 - Wie gut eine Verletzung des Gehirns behandelt wird, hängt auch davon ab, wie die Diagnose formuliert ist: Eine «milde traumatische Gehirnverletzung» wird deutlich länger und intensiver behandelt als eine simple «Gehirnerschütterung». Dabei bezeichnen beide Diagnosen eigentlich dasselbe. Dass sich selbst Ärzte von einem vermeintlich harmlosen Begriff beeinflussen lassen, gibt einem kanadischen Forscherteam zu denken. Die Experten plädieren dafür, den Begriff Gehirnerschütterung nicht mehr für Diagnosen zu verwenden.  [2312]
Quelle: Spiegel  
 
Augentest entdeckt Alzheimer bevor das Hirn schwächelt
15. Januar 2010 - Die Forscher spritzen eine Substanz ins Blut, schauen später ins Auge und entdecken grün gefärbte Zellen in der Netzhaut - sichere Zeichen für absterbende Zellen. Dieser Test funktioniert noch nicht bei Menschen, aber schon bei Mäusen. Die Netzhaut des Auges ist eigentlich eine Ausstülpung des Gehirns: Sterbende Zellen dort sind ein Zeichen, dass sie auch im Gehirn sterben. Die Versuche bei Mäusen versprechen zwar viel. Doch bevor ein ähnlicher Test bei Menschen funktionieren wird, ist noch viel Arbeit nötig. Je früher Alzheimer entdeckt wird, desto besser sind die Chancen, den weiteren Verlauf der Krankheit zu bremsen.  [2298]
Quelle: BBC  
 
Magersüchtige haben Zerrspiegel im Hirn
06. Januar 2010 - Magersüchtige Frauen sehen sich im Spiegel als dick, obwohl sie tatsächlich mager sind. Solche Frauen haben in zwei bestimmten Regionen des Gehirns weniger graue Zellen als gesunde Frauen. Dies haben Untersuchungen mit Kernspintomografen (MRI) in Bochum gezeigt. Beide betroffenen Hirnregionen sind für das Erkennen von menschlichen Körperformen zuständig. Die Veränderungen am Hirn können sowohl ein Grund als auch eine Folge der Essstörung sein.  [2261]
Quelle: Ärztezeitung  
 
Weiblicher Sex ist komplizierter
06. Januar 2010 - Beim Mann ist alles ganz einfach: Sexuelle Reize sprechen sein Gehirn an (das wichtigste Sexualorgan bei beiden Geschlechtern) und bringen gleichzeitig sein Blut in Wallung. Bei Frauen ist die Sache viel komplizierter. Mal springt heisse Erregung das Hirn an, während der Körper kalt bleibt. Mal gerät das Blut in Wallung, während das Gehirn nichts von Sex wissen will. Und manchmal geschieht das Wunder, von dem jeder Mann träumt - Kopf und Körper im Taumel der Lust. Zu diesem Schluss kommt Meredith Chivers, eine der weltweit führenden Sexforscherinnen, nach einer Auswertung von über hundert Studien. Fazit: Die Kunst der Verführung verlangt Männern mehr ab als Frauen.  [2264]
Quelle: Welt  
 
Schizophrenie zeigt sich im Hirnscanner
17. Dezember 2009 - Schizophrenie ist eine Krankheit des Gehirns, die sich im Magnetresonanz-Scanner (MRI) erkennen lässt. Während Menschen nachdenken oder Probleme lösen, zeigen sich im MRI-Bild typische Muster in den verschiedenen Regionen des Gehirns. Bei Schizophrenen funktionieren die grauen Zellen in den Bereichen der Stirn, der Schläfen und in tieferen Regionen nicht so wie bei Gesunden. Solche Veränderungen zeigen sich schon Jahre bevor die Krankheit ausbricht. Vergleiche bei Zwillingen zeigen, dass die Schizophrenie nicht angeboren ist, sondern im Lauf des Lebens entsteht. Die Neigung dazu kann aber auch genetisch bedingt sein.  [2212]
Quelle: Basler Zeitung  
 
Bio-Chip erkennt Hirnschäden
15. Dezember 2009 - Ob ein Gehirn nach einem Unfall einen Schaden erlitten hat, ist oft nur schwer festzustellen. Eine neue Methode könnte die Diagnose bald erleichtern: Ein elektronischer Chip, ausgestattet mit aus menschlicher Haut nachgezüchteten Nervenzellen. Der Bio-Chip wird mit dem Hirnwasser des Patienten umspült. Das Wasser eines beschädigten Hirns enthält Substanzen, auf die der Bio-Chip reagiert. Bei Mäusen hat es schon funktioniert. Jetzt ist die Erprobung bei Menschen geplant.  [2203]
Quelle: Standard  
 
Kommt nach dem Lügendetektor jetzt der Betrugsdetektor?
13. Dezember 2009 - Forscher der Universitäten Zürich und Konstanz haben Personen in einem sozialen Versuch an einem Spiel um Geld teilnehmen lassen und dabei ihr Hirn mit einem Scanner überwacht. Bei jenen Personen, die ihr Wort gebrochen haben, konnten sie in bestimmten Regionen des Gehirns eine höhere Aktivität feststellen. Die verräterischen Muster gingen der Tat sogar schon voraus. Die Ergebnisse sind aber noch vorläufig, und bis zu einer eventuellen polizeilichen Anwendung ist noch ein weiter Weg.  [2193]
Quelle: NZZ  
 
Wann kommt die Lustpille für die Frau?
11. Dezember 2009 - Was Sildenafil (Viagra) für den Mann, könnte bald Flibanserin für die Frau sein. Anders als die blaue Männerpille wird die (vielleicht rosa) Frauenpille auf das Lustzentrum im Gehirn wirken. Dort sorgt es für eine stärkere Libido. Experten am 12. Kongress der europäischen Sexualmediziner schätzen, dass das neue Medikament 2011 auf den Markt kommen wird.  [2184]
Quelle: Focus  
 
Auch Passivrauchen kann nikotinsüchtig machen
11. Dezember 2009 - Ratten, die länger in verqualmter Luft leben, werden mit der Zeit süchtig nach Nikotin. Dies zeigt ein Experiment an der Uni Florida. Die dem Rauch ausgesetzten Nager reagieren gestresst und versuchen mehr Nikotin zu bekommen. Die Veränderungen finden in jenen alten Teilen des Gehirns statt, die bei Ratte und Mensch sehr ähnlich sind. Deshalb ist zu vermuten, dass ähnliches auch bei menschlichen Passivrauchern geschieht.  [2187]
Quelle: Medical Tribune  
 
Training schafft Gefäss-Reserve gegen Alzheimer
19. Mai 2008 - Dass regelmässiger Sport das Risiko für Alzheimer senkt und sogar bei schon erkrankten Personen den Verlauf der Krankheit bremst, ist durch zahlreiche Studien belegt. Neue Forschung zeigt nun, dass sich dank Sport im Gehirn neue Blutgefässe bilden, so die grauen Zellen besser mit Energie und Sauerstoff versorgen und sie fitter machen gegen den Abbau durch die Krankheit.
 [1868]
Quelle: PubMed  PMID: 18474414
 
Koma-Patienten reagieren auf den eigenen Namen
26. März 2007 - Der eigene Name, von einer vertrauten Stimme gesprochen, löst bei einigen, wenn auch nicht bei allen Patienten, die im Koma liegen, messbare Reaktionen im Gehirn aus. Diese lassen sich mit einem Scanner aufzeichnen, wie eine Studie in China zeigt. Diese Methode kann dazu dienen, einen minimalen Rest von Bewusstsein bei Patienten nachzuweisen, die sonst keine Reaktionen mehr zeigen.  [1572]
Quelle: Neurology  2007;68:895
 
Blockierte Gefäße auch bei Alzheimer
14. Mai 2006 - Demenz kann entstehen durch Zerstörung von Hirnzellen (Alzheimer) oder durch schlechte Blutversorgung, die ebenfalls das Hirngewebe schädigt (vaskuläre Demenz). Nun hat man entdeckt, dass auch bei Alzheimer oft Gerinnsel in den Adern des Gehirns zu finden sind. Das wirft die Frage auf, ob sich die verschiedenen Formen von Demenz noch strikt trennen lassen.  [1311]
Quelle: British Medical Journal  2006;332:1119
 
Hoher IQ, niedriger Blutdruck
03. Juni 2004 - Diesen Zusammenhang haben Statistiker in Schottland gefunden. Noch ist unklar, ob intelligente Menschen gesünder leben, oder ob ein niedriger Blutdruck sich günstig auf das Gehirn auswirkt. [797]
Quelle: J Hypertension  2004;22:893
 
Zusammenhang zwischen EEG und EKG
31. August 2002 - Etwa fünf Sekunden bis eine Minute, bevor eine Herzrhythmusstörung im Elektrokardiogramm (EKG) sichtbar wird, kann man im Elektroenzephalogramm (EEG) eine typische Veränderung feststellen. Bestimmte Störungen im Herzrhythmus gehen also vom Gehirn aus.  [237]
Quelle: Heart  2002;88:217