Gesundheitstelegramm | Geburt
Gen-Schwemme Ursache von Alzheimer?
27. Juli 2010 - Hirnzellen, die statt dem normalen doppelten Satz von Chromosomen vier- oder gar sechsfache Kopien haben, sind schwächer und sterben schneller ab. Chromosomen sind die Träger der Gene. Auch bei gesunden Menschen sind sie manchmal überzählig. Bei Menschen mit Alzheimer sind sie jedoch mehr als doppelt so häufig wie bei Gesunden. Das haben Hirnforscher der Uni Leipzig entdeckt. Es bedeutet, dass Alzheimer eine zum Teil angeborene Krankheit ist. Die Zahl der Chromosomen in den Hirnzellen steht schon bei der Geburt fest und lässt sich später nicht mehr ändern. Die einzige Hoffnung besteht darin, die Veranlagung rechtzeitig zu erkennen und Wege zu finden, die Zellen besser vor dem Absterben zu schützen. [2674]
Quelle: Spiegel
24-Wochen-Fötus spürt keinen Schmerz
28. Juni 2010 - Ein ungeborenes Baby im Mutterleib kann bis zum Alter von 24 Wochen keine Schmerzen spüren und kein Bewusstsein haben. Zu diesem Schluss kommt ein Team von Experten am Royal College für Geburtshilfe und Gynäkologie in London. Deren Untersuchungen zeigen, dass die Nervenverbindungen im Hirn des Fötus, die für ein Schmerzempfinden nötig wären, sich noch nicht voll ausgebildet haben. Für Operationen im Mutterleib ist deshalb keine Anästhesie am Fötus nötig. Es bedeutet auch, dass der Fötus bei einer Abtreibung nicht leiden muss. [2653]
Quelle: Telegraph
Herzmuskel: Reparatur mit Zellen aus Fruchtblase?
02. Juni 2010 - Aus Stammzellen der Fruchtblase haben japanische Forscher Herzmuskelzellen gezüchtet, die sich eignen könnten, nach einem Herzinfarkt die zerstörten Stellen des Herzmuskels zu reparieren. Die gezüchteten Zellen werden vom Körper nicht abgestossen. Bei Mäusen funktioniert das schon recht gut. Doch bis zum klinischen Einsatz bei menschlichen Patienten ist noch ein weiter Weg. Die Fruchtblase ist ein Teil der Plazenta, die nach der Geburt meist weggeworfen wird. [2630]
Quelle: Ärzteblatt
Auch Männer haben den Baby-Blues
20. Mai 2010 - Postnatale Depression, das Stimmungstief nach der Geburt, kommt nicht nur bei Müttern vor: Bis zu zehn Prozent der Väter können davon betroffen sein. Zu diesem Schluss kommt eine Studie an über zwanzigtausend Männern in den USA. In den ersten drei Monaten nach der Geburt überwiegt meist die Freude. Vom dritten bis zum sechsten Monat steigt die Depressionsrate bei den Vätern auf ein Maximum und fällt danach wieder ab. [2602]
Quelle: Süddeutsche Zeitung
Nasenspray steigert Mitgefühl
30. April 2010 - Eine kleine Dosis des Hormons Oxytocin, per Nasenspray verabreicht, vermag Männer ebenso einfühlsam zu machen wie Frauen. Das zeigt ein Experiment an der Uni Bonn. Oxytocin, auch als Kuschelhormon bekannt, fördert die Bindung zwischen Partnern, steigert die Lust beim Sex, löst aber bei Frauen auch Geburtswehen aus. [2562]
Quelle: Die Zeit
Die natürliche Müllabfuhr des Immunsystems
18. März 2010 - Antikörper bildet das Immunsystem nicht nur gegen Viren, Bakterien und andere gefährliche Eindringlinge von aussen. Von Geburt an produziert es auch die natürlichen Antikörper (NAK). Diese spüren im Körper alles auf, was verschlissen ist und daher entsorgt werden muss. Mangel an Bewegung und ungesunde Ernährung fördern den Verschleiss, was die NAK überfordert. Die NAK-Forschung hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen: Man hofft, auf dieser Grundlage bessere Medikamente gegen Krebs und Alzheimer entwickeln zu können. [2483]
Quelle: NZZ
Känguruh-Methode kann «tote» Babys retten
22. Februar 2010 - In Südamerika, Afrika, Indien und Pakistan sind Totgeburten dank einer einfachen, aber wirksamen Methode um ein Drittel zurückgegangen: Das vermeintlich tote Baby wird auf den Bauch der Mutter gelegt, wo es Wärme bekommt und den Herzschlag der Mutter spürt. Zusätzlich weckt sanfte Massage am Rücken und an den Fusssohlen die Lebensgeister. Diese «Känguruh-Methode» hat sich auch im Westen bewährt, vor allem nach Frühgeburten. [2431]
Quelle: Ärzteblatt
Gen-Test ermittelt Risiko für Frühgeburt
05. Februar 2010 - Das Gen IL6R steuert bestimmte Substanzen, mit denen das Immunsystem Infektionen bekämpft. Kommt dieses Gen bei Mutter und Fötus in ungünstigen Varianten vor, verdoppelt sich das Risiko für eine Frühgeburt. Jedes Jahr kommen weltweit etwa 13 Millionen Babys zu früh zur Welt. Viele haben ein Leben lang Probleme mit der Gesundheit. Allerdings ist auch der Gen-Test bei Ungeborenen nicht ohne Risiko: In einem von hundert Fällen löst er eine Fehlgeburt aus. [2381]
Quelle: Spiegel
Retortenbabys neigen später zu Übergewicht und Diabetes
12. Januar 2010 - Babys aus einer Zeugung im Reagenzglas neigen dazu, besonders leicht auf die Welt zu kommen und an allerlei Geburtsgebrechen zu leiden. Nun hat man einen wichtigen Grund dafür gefunden: Die Gene, selbst wenn sie die Fortpflanzung unbeschadet überstanden haben, arbeiten nicht richtig. Schuld daran ist offenbar die veränderte Umgebung der Zellen im Reagenzglas. Dies zeigt eine neue Studie der Temple Uni in Philadelphia. Die Forscher befürchten, dass diese Schäden an die Nachkommen übergehen, falls die Retortenbabys später einmal selbst Kinder bekommen. [2284]
Quelle: Telegraph
Kinder im Rauch werden zappelig
04. Dezember 2009 - Kinder, die passiv dem Rauch von Tabak ausgesetzt sind, werden im Schulalter eher hyperaktiv und haben mehr Mühe, sich zu konzentrieren. Dieses Risiko ist um das Doppelte erhöht, wenn die Mutter schon als Schwangere geraucht hat und wenn die Eltern zu Hause rauchen. Kinder, die erst nach der Geburt dem Passivrauchen ausgesetzt sind, haben noch immer ein um ein Drittel erhöhtes Risiko. [2162]
Quelle: Süddeutsche Zeitung
Mehrfach ungesättigte Fette in der Muttermilch
09. Januar 2009 - Nach der Geburt enthält die Muttermilch besonders viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie DHA und Arachidonsäure. Diese spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des kindlichen Nervensystems. Im Lauf der Stillzeit nimmt ihr Gehalt ständig ab, vor allem wenn die Mutter zu wenig von den gesunden Fetten mit der Nahrung aufnimmt. Eine gute Quelle ist fetter Fisch. Auch Ergänzungspräparate können in solchen Fällen nützlich sein. [2016]
Quelle: PubMed
PMID: 19118992
Zu leichte Babys vertragen später Salz schlechter
13. Oktober 2008 - Das Essen von stark gesalzenen Speisen lässt den Blutdruck steigen. Bei Kindern im Alter von neun bis dreizehn Jahren ist dies stärker der Fall, wenn sie bei der Geburt leichter als zweieinhalb Kilos wogen. Ursache dafür sind offenbar die kleineren Nieren, die es weniger gut schaffen, den Blutdruck stabil zu halten. [1958]
Quelle: PubMed
PMID: 18695145
Sport auch in der Schwangerschaft gesund
16. Mai 2008 - Sowohl die Mutter als auch das werdende Kind profitieren von massvollem Sport in der Schwangerschaft: Das Risiko von Komplikationen bei der Geburt wird kleiner, und die bessere Fitness wird der Mutter helfen, die Anstrengungen der Geburt besser zu verkraften. Zu diesem Schluss kommt eine Auswertung zahlreicher Studien. [1867]
Quelle: PubMed
PMID: 18463475
Passivraucherinnen stillen weniger
11. März 2008 - Frauen, die in der Schwangerschaft passiv dem Rauch von Tabak ausgesetzt sind, stillen ihr Baby in den ersten sechs Monaten nach der Geburt deutlich weniger als Frauen, die in rauchfreier Umgebung leben. Das zeigt eine Studie an über vierhundert nicht rauchenden Polinnen. [1821]
Quelle: PubMed
PMID: 18317783
Rauchen schädigt Babys Wachstum
03. Dezember 2007 - Bei jedem siebten Baby, das in Spanien zu leicht auf die Welt kommt, ist das Rauchen der Mutter die Ursache. Dies ergibt sich aus einer Untersuchung von über dreizehntausend Geburten. [1752]
Quelle: PubMed
PMID: 18035476
Schwangerschaft: Der Fetus braucht Cholesterin
18. Oktober 2007 - Sinkt das Cholesterin bei schwangeren Frauen auf zu tiefe Werte, steigt das Risiko für Frühgeburten und andere Komplikationen beim Baby, selbst wenn die Mutter gesund ist. Zu diesem Schluss kommt eine Studie an über tausend Schwangeren in den USA. [1721]
Quelle: PubMed
PMID: 17908758
Leistung der Lunge entscheidet sich im Mutterleib
27. September 2007 - Die Lungen von Babys, die zu früh, aber sonst gesund zur Welt kommen, sind weniger weit entwickelt als bei einer Geburt zum Termin. Dieser Nachteil bleibt auch in den ersten beiden Jahren des Lebens bestehen, da die Lunge den Rückstand im Wachstum nicht mehr aufholen kann. Zu diesem Schluss kommt eine Studie in Brasilien. [1706]
Quelle: PubMed
PMID: 17885265
Gesundes Baby, gesunde Mutter
19. September 2007 - Mütter, die ein Baby mit einem gesunden Gewicht zur Welt bringen, haben auch die besten Chancen, von einem Herzinfarkt verschont zu bleiben. Etwa doppelt so gross ist das Risiko für Mütter, deren Baby bei der Geburt leichter als 2500 Gramm oder schwerer als vier Kilogramm wiegt. Zu diesem Befund kommt eine israelische Studie an über dreissigtausend Müttern. [1700]
Quelle: PubMed
PMID: 17855119
Schwanger Rauchen erhöht Risiko für Frühgeburt
06. September 2007 - Noch immer raucht in Europa jede vierte bis fünfte schwangere Frau. Sie riskiert damit, dass ihr Kind sich schlechter entwickelt und zu früh auf die Welt kommt. Zu diesem Schluss kommt eine grosse Studie an über neuntausend Frauen in zehn Ländern. [1691]
Quelle: PubMed
PMID: 17726581
Einfluss der Sonne auf Geburten
31. August 2007 - Dass die Gestirne das Schicksal des Menschen beeinflussen, ist und bleibt ein Märchen. Doch die Sonne hat einen gewissen Einfluss, wie eine Studie aus Isreal zeigt: In den Monaten mit einer hohen Sonnenaktivität (Sonnenflecken) nimmt die Zahl der Frühgeburten zu. [1687]
Quelle: PubMed
PMID: 17715570
Autoabgase fördern Brustkrebs
19. Juli 2007 - Bei Frauen, die in jungen Jahren und bei der Geburt ihres ersten Kindes in der Nähe einer Hauptverkehrsader gewohnt haben, ist das Risiko für Brustkrebs etwa doppelt so hoch wie bei wenig belasteten Frauen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie in den USA. [1657]
Quelle: PubMed
PMID: 17632764
Schwanger: Ein Glas pro Tag ist schon zuviel
10. Juli 2007 - Eine schwangere Frau sollte keinen Alkohol trinken oder doch wenigstens nicht jeden Tag. Ab einem Glas täglich steigt das Risiko für Untergewicht des Babys und Frühgeburt deutlich an, vor allem im ersten und im letzten Drittel der Schwangerschaft. Das zeigt eine Studie an über siebentausend Frauen in Holland. [1650]
Quelle: PubMed
PMID: 17604646
Auch Babys Länge zählt
11. Mai 2007 - Neben einem gesunden Gewicht bei der Geburt spielt auch die Länge eine Rolle, wie eine kanadische Studie zeigt: Die längsten Babys haben die besten Chancen, im Alter von vier Jahren gesunde, kräftige Lungen und Atemwege zu haben. [1608]
Quelle: PubMed
PMID: 17475692
Jojo-Effekt auch bei Babys gefährlich
25. April 2007 - Zuviel Gewicht bei Erwachsenen und zuwenig Gewicht bei der Geburt gelten als ungesund. Noch schlechter ist ein schneller Wechsel des Gewichts, der so genannte Jojo-Effekt. Er schadet schon bei zu leicht geborenen Babys, wie eine japanische Studie zeigt: Ihr Kreislauf leidet am meisten, wenn sie schnell schwerer werden. [1596]
Quelle: PubMed
PMID: 17445028
Nabelschnur-Befund aus Zürich bestätigt
24. März 2007 - Die Nabelschnur nach der Geburt nicht sofort, sondern erst nach zwei Minuten abzuklemmen, bringt auch bei normalen Geburten große Vorteile für das Baby: Die Werte für das Eisen und den roten Blutfarbstoff Hämoglobin sind massiv besser; das Risiko für Blutarmut sinkt auf die Hälfte. Das zeigt die Auswertung von 15 Studien an insgesamt fast zweitausend Geburten. [1570]
Quelle: JAMA
2007;297:1241
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