
News zu Drogen
Ein Drittel der Europäer psychisch krank
Mehr als 160 Millionen Europäer, 38 Prozent der Bevölkerung, sind psychisch krank. Dieses alarmierende Fazit zieht eine Studie aus Statistiken in dreissig Ländern. Am häufigsten sind Angststörungen, gefolgt von Schlaflosigkeit, schwerer Depression, Alkoholismus und Drogensucht. Nur ein Drittel der Betroffenen wird behandelt, und dies oft mit veralteten oder unwirksamen Methoden. Die volkswirtschaftlichen Kosten betragen jährlich mehr als 300 Milliarden Euro. [2936]
6. September 2011 – Spiegel
Es ist fast unmöglich, nur ein Stück Chips zu essen. Die Lust auf mehr kommt aus dem Darm. Das haben amerikanische Forscher bei Ratten gefunden. Zellen der Darmschleimhaut sondern einen dem Cannabis ähnlichen Stoff ab, sobald die Tiere Fett nur schon riechen. Die drogenähnliche Wirkung von Fett ist auch bei Menschen zu beobachten. Sie hat sich in Urzeiten entwickelt, als Fett noch ein eher seltener Energieträger war. [2900]
6. Juli 2011 – Focus
Kalorien können süchtig machen
Wer viel Schokolade, Kuchen und andere Kalorienbomben isst, bekommt mit der Zeit genug davon und hört auf. Doch wer immer wieder sehr viel Fettes und Süsses isst, wird davon süchtig ähnlich wie auf Alkohol, Nikotin oder andere Drogen. Nicht mehr der Genuss steht dann im Vordergrund, sondern das ständige Verlangen nach mehr. Suchtfördernd ist aber nicht nur übertriebener Konsum, sondern auch der völlige Verzicht auf Süsses im Rahmen einer Diät. [2781]
28. Dezember 2010 – Focus
Lebensgefährliche Kräuterdroge «Lava Red»
Immer neue Kräutermischungen, versetzt mit synthetischen cannabis-ähnlichen Drogen werden im Internet angeboten, meist verharmlosend als Raumduft- oder Räucherware. Das zur Zeit neuste Produkt heisst «Lava Red». In Deutschland sind Schüler nach dem Rauchen dieser Droge mit Kreislaufstörungen zusammengebrochen. Die Drogendealer sind dem Gesetz stets einen Schritt voraus: Sobald eine Substanz verboten ist, wird sie chemisch leicht abgewandelt und unter neuem Namen auf den Markt geworfen. [2770]
13. Dezember 2010 – Welt
Wer sich regelmässig in einem Sonnenstudio bräunen lässt, könnte süchtig sein. Das vermuten amerikanische Forscher. Sie hatten über vierhundert Studentinnen und Studenten befragt, die regelmässig Solarien besuchen. Fast die Hälfte zeigten Anzeichen von Sucht - Entzugssymptome und eine Neigung zu Depression und Angst, wie dies auch bei Abhängigkeit von Alkohol, Nikotin und anderen Drogen bekannt ist. [2543]
22. April 2010 – Stern
Ratten kann man wie Menschen mit Heroin oder Kokain süchtig machen. Das gelingt auch mit Junk Food, reich an Fett und Zucker. Laborversuche zeigen, dass die Kalorienbomben im Belohnungszentrum des Hirns ähnlich wirken wie Drogen. Sind Ratten erst einmal von menschlichem Junk Food abhängig geworden, fressen sie unter Stress mehr davon, während gesunde Ratten aufhören zu fressen. Zwar lassen sich diese Ergebnisse nicht direkt auf den Menschen übertragen. Doch erklären sie wahrscheinlich, warum Konsumenten von Fast Food oft übergewichtig sind. [2503]
29. März 2010 – CNN International
Weibliche Kurven wirken wie Drogen auf Männer
Die Kombination von schlanker Taille und dickem Hinterteil macht Männer ähnlich high wie ein Glas Alkohol oder ein Joint: Im Hirn werden dann die gleichen Belohnungszentren aktiv, die auch auf Drogen ansprechen. Das zeigen Aufnahmen mit einem Hirn-Scanner in den USA. [2441]
26. Februar 2010 – Telegraph
Hirntumor löst spirituelle Erfahrungen aus
Hirntumore, die an einer bestimmten Hirnwindung unterhalb der rechten Schläfe wachsen, haben bei vielen Patienten in Udine spirituelle Erfahrungen ausgelöst: Sie hatten das Gefühl, Raum, Zeit und Körpergrenzen würden sich auflösen zu einer Einheit des Selbst mit der Natur. Die vom Tumor zerstörte Hirnregion ist für das Bewusstsein über den eigenen Körper zuständig. Sie lässt sich offenbar auch durch Meditation, Drogen oder Sauerstoffmangel auf hohen Bergen zeitweise ausschalten. [2408]
12. Februar 2010 – Ärzteblatt
Die Ehe ist gut für die Psyche
Verheiratete Frauen und Männer sind seltener depressiv und seltener abhängig von Alkohol und Drogen. Endet allerdings die Ehe durch Scheidung oder Tod, schnellen diese Risiken in die Höhe und sind dann höher als bei Singles. Zu diesem Schluss kommt eine Auswertung von Studien mit mehr als dreissigtausend Befragten in fünfzehn Ländern. Sie zeigt auch, dass sowohl Männer als auch Frauen von einer Ehe profitieren - nicht bloss die Männer, wie oft behauptet worden ist. [2204]
16. Dezember 2009 – Berliner Zeitung
Menschen, die im allgemeinen oder gegenüber anderen Menschen oft Angst empfinden, neigen mehr als andere dazu, schon in jungen Jahren Zigaretten zu rauchen und Alkohol zu trinken. Sie werden auch schneller als andere abhängig von diesen und anderen Drogen, zum Beispiel auch von Marihuana. Dies zeigt eine Studie an über fünfhundert Schülern in Pittsburgh, die von der ersten Klasse bis zur High School in regelmässigen Abständen untersucht worden sind. [2149]
5. November 2009 – PubMed PMID: 19821024
Neben Tabak, Alkohol, legalen und und illegalen Drogen haben jetzt Mediziner aus Houston, Texas, einen weiteren Suchtstoff identifiziert: industriell produzierte Lebensmitel mit einem hohen Gehalt an Zucker, Salz und Fett. Denn in Umfragen bei starken Konsumenten dieser Lebensmittel zeigen sich offenbar Verhaltensmuster, die auch für den Konsum von Suchtdrogen typisch sind. Die Mediziner schlagen deshalb vor, Junkfood in die Liste der Suchtmittel aufzunehmen. [2048]
24. Februar 2009 – PubMed PMID: 19223127
Sex: Gewalt gekoppelt mit Ansteckungsrisiko
Frauen, die sexuell missbraucht worden sind, haben ein deutlich höheres Risiko, mit Aids oder einer anderen sexuell übertragbaren Krankheit angesteckt zu werden als Frauen, die keine sexuelle Gewalt erlebt haben. Die Unterschiede zeigen sich bei fast allen Risikofaktoren: Depression, Drogen, Sex gegen Drogen oder Geld, früher erster Sexualkontakt, zahlreiche Partnerwechsel und die Unfähigkeit, auf sicherem Sex zu bestehen. Dies zeigt eine Studie an über zweihundert Frauen in den USA. [1999]
9. Dezember 2008 – PubMed PMID: 19049353
Burschikose Lesben rauchen mehr als feminine
Unter den Lesben gibt es zwei Typen, in der Szene «Butch» und «Femme» genannt. Die ersteren rauchen mehr Tabak, trinken mehr Alkohol und werden eher abhängig von illegalen Drogen als die letzteren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage eines Instituts für Psychologie bei über siebzig Lesben in New York. Zum Teil, aber nicht nur, liegt es am grösseren Stress, der offenbar mit der Butch-Rolle verbunden ist. [1926]
28. August 2008 – PubMed PMID: 18649226
Essen mit der Familie kann vor Drogen schützen
Mädchen, die im Alter von zwölf Jahren regelmässig zu Hause im Kreis der Familie essen, greifen über Jahre hinaus weniger zu Tabak, Alkohol und anderen Drogen als solche, die auswärts essen. Für Burschen dagegen bieten Mahlzeiten in der Familie keinen Schutz vor Drogen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie an achthundert Jugendlichen in Minnesota. [1914]
12. August 2008 – PubMed PMID: 18639788
Impulsive und Unsichere leben riskanter
Die Neigung zu Alkohol, Rauchen, Drogen, Fahren im angetrunkenem Zustand und ungeschütztem Sex ist bei zwei Typen besonders ausgeprägt: einerseits bei extravertierten, genussorientierten und andererseits bei unsicheren, neurotischen Menschen. Dies zeigt eine Studie an sechshundert norwegischen Studenten. [1857]
1. Mai 2008 – PubMed PMID: 18419592
Wrestling-Zuschauer schlagen sich öfter
Amerikanische High-School-Studenten, die oft Wrestling am Fernsehen schauen, schlagen sich im Ausgang unter Einfluss von Alkohol und Drogen deutlich mehr mit anderen als Studenten, die selten oder nie Wrestling schauen. Bei Studentinnen ist dieser Befund noch deutlicher als bei Studenten. Das zeigt eine Untersuchung an über zweitausend Personen. [1413]
7. September 2006 – Pediatrics 2006;118:e265
Depressiv: Mehr Risiko beim Sex
Depressive Jugendliche neigen mehr als andere dazu, beim Sex kein Kondom zu benützen, auch sonst nichts gegen eine Schwangerschaft zu tun und Alkohol oder andere Drogen zu nehmen. Das hat eine Studie an amerikanischen High Schools ergeben. [1389]
4. August 2006 – Pediatrics 2006;118:189
Jugendliche, die Opfer oder Zeugen von Gewalt werden, rauchen mehr und nehmen mehr illegale Drogen. [416]
15. März 2003 – Pediatrics 2003;111:535
Jugendliche, die mit 17 Jahren schon Hanf geraucht haben, nehmen später 2- bis 5-mal häufiger andere (auch illegale) Drogen als ihre Zwillings-Geschwister, die mit 17 noch kein Hanf konsumiert haben. [365]
23. Januar 2003 – JAMA 2003;289:427
Schlechte Aussichten für Kinder aus armem Haus
Kinder aus Familien mit tiefem Einkommen erkranken als Erwachsene häufiger an Herz und Kreislauf, an Karies und Parodontose, und werden häufiger abhängig von Alkohol, Tabak und anderen Drogen. Sozialer Aufstieg verbessert die Chancen auf Gesundheit nicht: Die entscheidenden Weichen werden offenbar schon in der Kindheit gestellt. [317]
23. November 2002 – Lancet 2002;360:1640
Mehr Drogen und Selbstmorde bei adoptierten Ausländern
Kinder aus dem Ausland, die von schwedischen Eltern adoptiert werden, nehmen fünfmal häufiger Drogen und bringen sich dreimal häufiger um als Kinder, die in Schweden geboren worden sind. [219]
13. August 2002 – Lancet 2002;360:443
Tattoos, Piercings und Charakter
Jugendliche mit Tattoos und Piercings gehen auch sonst im Leben mehr Risiken ein: Sie seien sexuell aktiver und tendieren zu mehr Drogenkonsum, sagt eine Studie aus Kalifornien. [161]
14. Juni 2002 – Pediatrics 2002;109:1021
Mehr Drogen nach dem 11. September
In New York ist der Konsum von Tabak, Alkohol und Drogen nach dem 11. September deutlich gestiegen. Fast ein Drittel von etwa 1000 befragten Personen gab an, mehr davon zu konsumieren. Besonders deutlich ist der Anstieg bei depressiven Menschen. [153]
6. Juni 2002 – Am J Epidemiology 2002;155:988
Wenn Frühchen erwachsen werden
Babys mit sehr kleinem Geburtsgewicht erreichen, statistisch gesehen, eine weniger gute Schulbildung. Positiv: sie nehmen auch weniger Alkohol und Drogen. Die Unterschiede sind allerdings nicht dramatisch, so dass auch Frühgeburten die Chancen ihres Lebens packen können. [16]
19. Januar 2002 – N Engl J Medicine 2002;346:197
Später kriminell, wenn Schwangere raucht
Söhne und Töchter von Raucherinnen werden später häufiger kriminell und drogenabhängig, wenn ihre Mutter in der Schwangerschaft geraucht hat. [6]
9. Januar 2002 – Am J Psychiatry 2002;159:48
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