
News zu Cannabis
Lunge: Besser Kiffen statt Rauchen?
Jahrelanges regelmässiges Kiffen von Cannabis (Marihuana, Haschisch) schade der Lunge nicht - ganz im Gegensatz zum Rauchen von Tabak. Das will eine Studie mit über fünftausend jüngeren Personen in den USA herausgefunden haben. Ob der Rauch aus Haschisch harmloser sei als jener aus Tabak, ist damit aber nicht bewiesen: Kiffer konsumieren im Durchschnitt drei Joints pro Monat, Raucher dagegen dreihundert Zigaretten. Seit Paracelsus ist bekannt: Die Menge macht das Gift. Zudem steht Cannabis im Verdacht, dem Gehirn und der Verdauung zu schaden. [3021]
12. Januar 2012 – Ärzteblatt
Es ist fast unmöglich, nur ein Stück Chips zu essen. Die Lust auf mehr kommt aus dem Darm. Das haben amerikanische Forscher bei Ratten gefunden. Zellen der Darmschleimhaut sondern einen dem Cannabis ähnlichen Stoff ab, sobald die Tiere Fett nur schon riechen. Die drogenähnliche Wirkung von Fett ist auch bei Menschen zu beobachten. Sie hat sich in Urzeiten entwickelt, als Fett noch ein eher seltener Energieträger war. [2900]
6. Juli 2011 – Focus
Schneller geisteskrank mit Cannabis
Wer die Hanfdroge Cannabis konsumiert, erkrankt im Durchschnitt etwa drei Jahre früher an Schizophrenie oder einer anderen Psychose als ein Nicht-Konsument. Das zeigt sich nach einer Analyse von 83 Studien mit fast zwanzigtausend Patienten. Die Experten schliessen daraus, dass Cannabis Psychosen fördert. Je früher im Leben eine Psychose auftritt, desto schwerer ist sie zu heilen. [2807]
11. Februar 2011 – Ärzteblatt
Lebensgefährliche Kräuterdroge «Lava Red»
Immer neue Kräutermischungen, versetzt mit synthetischen cannabis-ähnlichen Drogen werden im Internet angeboten, meist verharmlosend als Raumduft- oder Räucherware. Das zur Zeit neuste Produkt heisst «Lava Red». In Deutschland sind Schüler nach dem Rauchen dieser Droge mit Kreislaufstörungen zusammengebrochen. Die Drogendealer sind dem Gesetz stets einen Schritt voraus: Sobald eine Substanz verboten ist, wird sie chemisch leicht abgewandelt und unter neuem Namen auf den Markt geworfen. [2770]
13. Dezember 2010 – Welt
Cannabis-Wirkstoff künstlich produziert
Mit gentechnisch veränderten Bakterien ist es Forschern in Dortmund gelungen, den Wirkstoff THC (Tetrahydrocannabinol) von Hanfpflanzen künstlich herzustellen. Dieses Verfahren ist deutlich billiger als die Gewinnung aus Hanfpflanzen, die teilweise auch durch Gesetze behindert ist. THC eignet sich als Medikament zur Schmerzbehandlung bei Krebs oder gegen Symptome von Multipler Sklerose. Synthetisch produziertes THC könnte wie andere Produkte der Pharmabranche als Medikament zugelassen werden. Es könnte frühestens ab 2016 auf den Markt kommen. [2691]
18. August 2010 – Welt
Schlafmittel machen ähnlich süchtig wie Heroin
Schlaf- und Beruhigungsmittel wirken ähnlich wie Heroin und Cannabis auf die Belohnungszentren im Hirn. Mit der Zeit gewöhnt sich das Hirn an die Droge. Diese Wirkung von Benzodiazepinen (Valium, Xanax) ist von Schweizer und amerikanischen Forschern entdeckt worden. Mit Hilfe der dabei gefundenen Details hofft jetzt die Pharmaindustrie, bald neue Mittel zu entwickeln, die wohl beruhigen, aber nicht süchtig machen. [2407]
12. Februar 2010 – Daily Mail
Weshalb das Kiffen von Marihuana Männer unfruchtbar macht, haben Forscher jetzt herausgefunden: Cannabis sieht jenem körpereigenen Stoff ähnlich, der die Samenzellen in Bewegung setzt. Normalerweise schlummern sie im Hoden still vor sich hin und werden erst nach dem Erguss in der Scheide aktiv. Cannabis weckt sie aber schon im Hoden auf, wonach sie ihre Energie zu früh verbrauchen. [2387]
8. Februar 2010 – Spiegel
Warum Kiffen impotent machen kann
In den Schwellkörpern des männlichen Penis hat man empfindliche Stellen gefunden, so genannte Rezeptoren, die auf Substanzen im Cannabis reagieren. Bei Menschen und anderen Primaten schwächen sie die Erektion. Nicht so bei Ratten; dort wirken sie genau umgekehrt. Aus einigen Studien ist bekannt, dass Kiffer öfter als andere an Impotenz leiden. [2032]
2. Februar 2009 – PubMed PMID: 19147270
Herzinfarkt nach Konsum von Cannabis
Haschisch ist nach Ansicht von Experten für die Gesundheit weitaus schädlicher, als viele Laien annehmen. Das gilt auch für Herz und Kreislauf. Italienische Ärzte haben kürzlich über einen Fall eines jungen Mannes berichtet, der nach dem Rauchen von Cannabis einen Herzinfarkt erlitten hatte. [1892]
20. Juni 2008 – PubMed PMID: 18545075
Alarmierende Befunde am Berner Inselspital: Regelmässiges Rauchen von Cannabis-Joints zerstört schon bei jungen Menschen die Lungenbläschen in einem Ausmass, das sonst nur bei starken Rauchern nach vielen Jahren beobachtet worden ist. [1740]
14. November 2007 – PubMed PMID: 17931876
In Australien konsumiert etwa die Hälfte der Jugendlichen Cannabis. Auf der Suche nach den Ursachen haben Fachleute nun gefunden, dass Kinder von geschiedenen Müttern etwa 70 Prozent öfter kiffen als Kinder aus intakten Familien. Das gilt für Kinder, die zum Zeitpunkt der Scheidung 5 bis 14 Jahre alt sind. Die Studie stützt sich auf Daten von dreitausend Müttern und ihren Kindern. [1338]
10. Juni 2006 – Int J Epidemiology 2006;35:673
Junge Menschen, die kiffen, haben ein deutlich höheres Risiko für psychische Krankheit als solche, die kein Cannabis nehmen. Das zeigt eine Studie an über zweitausend Jugendlichen in Deutschland. [951]
5. Januar 2005 – British Medical Journal 2005;330:11
Jugendliche, die mit 17 Jahren schon Hanf geraucht haben, nehmen später 2- bis 5-mal häufiger andere (auch illegale) Drogen als ihre Zwillings-Geschwister, die mit 17 noch kein Hanf konsumiert haben. [365]
23. Januar 2003 – JAMA 2003;289:427
Mädchen, die Cannabis (Haschisch) rauchen, werden doppelt so häufig depressiv und ängstlich als solche, die auf die Droge verzichten. [321]
27. November 2002 – British Medical Journal 2002;325:1195
Personen, die Cannabis konsumieren, haben ein höheres Risiko, an einer Psychose zu erkranken, sagt eine holländische Studie. [230]
24. August 2002 – Am J Epidemiology 2002;156:319
Schlechter lernen mit Cannabis
Wer oft Cannabis (Hanf, Haschisch) konsumiert, hat ein schlechteres Gedächtnis und kann sich weniger gut konzentrieren. Je länger der Konsum, desto schwerer die Störung. [62]
7. März 2002 – JAMA 2002;287:1123
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