Gesundheitstelegramm: Blut Gerinnung

News zu Blut Gerinnung

Schädlicher Gerinnungsstoff führt zum Herzinfarkt

Nur eine einzige von vielen Substanzen, die das Blut gerinnen lassen, ist dafür verantwortlich, dass die Arterien verstopfen. Es handelt sich um ein Eiweiss namens Phospholipase D 1 (PLD 1). Es aktiviert einen Klebstoff, der die Blutklumpen stabilisiert. Für die normale Blutgerinnung ist PLD 1 nicht unbedingt erforderlich. Diese Erkenntnis könnte man künftig nutzen, um mit Medikamenten das menschliche PLD 1 gezielt zu blockieren. So könnte man die Gefahr eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls bannen, ohne wie bisher die Blutgerinnung herabsetzen zu müssen. Bis dahin werden aber selbst bei raschen Fortschritten noch viele Jahre vergehen. [2262]

6. Januar 2010  –  Ärztezeitung

Knoblauch senkt Cholesterin nicht

Knoblauch gilt als gesund für Herz und Kreislauf. Unter anderem wird ihm nachgesagt, er senke den Spiegel des gefährlichen LDL-Cholesterins. Das ist in einer Studie mit gegen zweihundert Patienten getestet worden. Die einen assen täglich eine Zehe frischen Knoblauch, andere nahmen Knoblauchpulver, und wieder andere ein Scheinpräparat. Nach sechs Monaten hat man bei allen die Werte des Cholesterins gemessen und keine Unterschiede gefunden. Andere Wirkungen des Knoblauchs, zum Beispiel auf die Blutgerinnung, sind in der Studie nicht untersucht worden. [1579]

2. April 2007  –  Arch Internal Medicine 2007;167:346

Passivrauchen lässt Blut stärker verklumpen

Bei Passivrauchern hat man deutlich höhere Werte von Fibrinogen im Blut gefunden, des Stoffes, der die Gerinnung fördert und damit auch die Gefahr, dass verengte Arterien verstopfen und so zu einem Herzinfarkt führen. Schon geringe Mengen von Passivrauch reichen aus, um die Werte deutlich zu steigern. Die Belastung durch das Passivrauchen entspricht etwa 30 bis 45 Prozent der Belastung eines aktiven Rauchers. [1550]

4. März 2007  –  Circulation 2007;115:990

Tomaten helfen Blut verdünnen

Ein Extrakt aus Tomaten, dessen Menge sechs frischen Tomaten entspricht, kann die Blutgerinnung um mehr als ein Fünftel reduzieren. Besonders günstig ist diese Wirkung bei Personen, die an verengten Gefäßen leiden und deshalb für Herzinfarkt und Hirnschlag anfällig sind. Dies ist das Resultat eines Versuchs mit neunzig gesunden Personen in Schottland. [1432]

4. Oktober 2006  –  Am J Clin Nutrition 2006;84:561

Bluterkrankheit betrifft auch Frauen

An Bluterkrankheit (Hämophilie) leiden fast nur Männer. Das Leiden, ein Ausfall der Blutgerinnung, ist erblich und wird per X-Chromosom von Müttern auf ihre Söhne übertragen. Die Trägerinnen sind von der Krankheit ebenfalls betroffen, wie neue Untersuchungen in den Niederlanden zeigen: Die Blutgerinnung ist etwa um die Hälfte vermindert. Das kann zu übermäßigen Blutungen führen, etwa nach Unfällen oder Operationen. [1382]

26. Juli 2006  –  Blood 2006;108:52

Warum Thrombosen nach langen Flügen?

Flüge, die acht Stunden dauern, führen oft zu Thrombosen in den tiefen Venen der Beine. Bislang hat man das lange Sitzen ohne Bewegung dafür verantwortlich gemacht. Doch jetzt zeigt sich, dass auch der tiefere Druck und Sauerstoffgehalt der Luft während des Fluges eine wichtige Rolle spielt. Denn nur bei einem Flug, nicht aber bei einer gleich langen Kinovorführung steigt die Blutgerinnung an. Das hat ein Experiment an gesunden Freiwilligen in Holland gezeigt. [1260]

14. März 2006  –  Lancet 2006;367:832

Alkohol und Herz: Mäßig, aber regelmäßig

Wer täglich oder doch wenigstens dreimal pro Woche ein Glas eines alkoholischen Getränks konsumiert, hat ein minimales Risiko für Herzinfarkt. Das zeigen Studien an über 50'000 Personen. Alkohol wirkt vermutlich darum so positiv, weil er das Cholesterin und die Blutgerinnung senkt und die Wirkung des Insulins verstärkt. Doch in größeren Mengen schadet Alkohol auch dem Herzen. Wo die Grenze liegt, ist umstritten. Ein Glas pro Tag ist aber sicher ok. [1132]

15. September 2005  –  Circulation 2005;112:1406

Medikament aus Vampir-Speichel?

Der Speichel des Blutsaugers hemmt die Gerinnung des Blutes. Den dafür verantwortlichen Stoff hat man jetzt aus dem Speichel isoliert und bei Mäusen getestet. Der Erfolg lässt auf weitere Fortschritte hoffen. [392]

19. Februar 2003  –  Stroke 2003;34:537

Thrombosen durch beschädigte Arterien

Blutgerinnsel (Thrombosen) sind eine gefährliche Folge der Arteriosklerose. Eine neue Studie zeigt, dass Verletzungen der inneren Wand von Blutgefäßen das Blut zu stärkerer Gerinnung anregen. [160]

13. Juni 2002  –  Blood 2002;99:4475

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