
News zu Bakterien
Kaugummi gegen Mittelohrentzündung
Kinder, die mit Xylit gesüssten Kaugummi kauen, erkranken um ein Viertel seltener an Mittelohrentzündung. Zu diesem Schluss kommen drei finnische Studien mit über 1800 Kindern. Xylit hemmt das Wachstum von Bakterien im Mundraum. Jedoch hilft der Süssstoff nur vorbeugend - nicht aber, wenn die Kinder schon erkrankt sind. [2980]
14. November 2011 – Ärztezeitung
Erste wirksame Impfung gegen Malaria
Ein neuer Impfstoff, an Tropeninstituten unter anderem in der Schweiz und in Deutschland entwickelt, kann das Risiko, an Malaria zu erkranken, um die Hälfte senken. Der Erreger von Malaria ist ein Parasit, der rote Blutkörperchen befällt. Weil komplizierter als Bakterien oder Viren, ist er für das Immunsystem schwieriger zu bekämpfen. Eine fünfzigprozentige Wirkung gilt vor diesem Hintergrund als grosser Erfolg für den neuen Impfstoff. Er könnte in den nächsten Jahren Millionen von Menschenleben retten. [2965]
21. Oktober 2011 – Süddeutsche Zeitung
Das Öl von Koriander, einer alten Gewürz- und Heilpflanze, kann Bakterien töten und so Lebensmittelvergiftungen vorbeugen. Das Öl durchlöchert die Haut der Bakterien, und zwar auch bei solchen, die gegen Antibiotika unempfindlich sind. [2931]
30. August 2011 – Welt
Bewegung schützt Gedächtnis von Senioren
Infektionen von Bakterien greifen auch Zellen im Gehirn an, besonders bei älteren Menschen. Junge Menschen haben eine wirksame Abwehr gegen diesen Angriff. Bewegung kann diese Abwehr auch bei Senioren verbessern. Das lassen Versuche an Ratten vermuten, deren Hirn ähnlich auf Infektionen reagiert wie das menschliche. [2921]
16. August 2011 – Ärztezeitung
Darmflora beeinflusst Stimmung
Gute Laune und die Fähigkeit, mit Stress zu leben, hängen offenbar auch von Bakterien im Darm ab: Labormäuse werden ängstlich, wenn man ihre Darmflora zerstört. Menschen mit Verdauungsstörungen leiden oft an Angst, Depressionen und Autismus. [2871]
20. Mai 2011 – Ärztezeitung
Bakterien im Darm können dick machen
Hunderte von Millionen Bakterien bilden die Darmflora des Menschen. Sie hilft bei der Verdauung mit. Forscher haben nun herausgefunden, dass es drei verschiedene Typen von Darmflora gibt. Sie unterscheiden sich unter anderem darin, wie wirksam sie dem Darm helfen, Nährstoffe aufzunehmen. Menschen mit einer gut verwertenden Darmflora neigen zu Übergewicht. Dieses hofft man mit den neuen Erkenntnissen über Darmtypen künftig besser behandeln zu können. [2854]
27. April 2011 – Welt
Elektronischer Wasserhahn ist Keimschleuder
Eigentlich ist der Wasserhahn mit optischem Sensor erfunden worden, um die Hygiene zu verbessern: Wer nichts anfasst, liest auch keine Bakterien auf. So gut die Absicht war, so sehr ging sie daneben, wie jetzt eine amerikanische Studie zeigt. Ein elektronischer Wasserhahn enthält viel mehr bewegliche Teile als ein herkömmlicher, und auf der grösseren Oberfläche können sich mehr Wasserkeime ansiedeln, zum Beispiel Legionellen. [2840]
4. April 2011 – Welt
Kochbanane und Broccoli gut gegen Crohn
Erreger der Darmentzündung Morbus Crohn sind Bakterien, die sich an der Darmwand festsetzen und diese angreifen. Bestimmte lösliche Faserstoffe, die vor allem in Kochbananen und in Broccoli vorkommen, können die Darmwand teilweise vor dem Bakterien-Angriff schützen. Das haben Forscher der Universität Liverpool entdeckt. Lösliche Fasern aus anderen Pflanzen, etwa Äpfeln, wirken nicht in diesem Sinn. Andere, wie etwa aus gedämpften Maiskolben, können die Krankheit sogar verschlimmern. [2698]
27. August 2010 – Telegraph
Cannabis-Wirkstoff künstlich produziert
Mit gentechnisch veränderten Bakterien ist es Forschern in Dortmund gelungen, den Wirkstoff THC (Tetrahydrocannabinol) von Hanfpflanzen künstlich herzustellen. Dieses Verfahren ist deutlich billiger als die Gewinnung aus Hanfpflanzen, die teilweise auch durch Gesetze behindert ist. THC eignet sich als Medikament zur Schmerzbehandlung bei Krebs oder gegen Symptome von Multipler Sklerose. Synthetisch produziertes THC könnte wie andere Produkte der Pharmabranche als Medikament zugelassen werden. Es könnte frühestens ab 2016 auf den Markt kommen. [2691]
18. August 2010 – Welt
Wer sich oft im Freien aufhält und dort mit bestimmten Bakterien in Kontakt kommt, könnte so sein Gedächtnis verbessern. Diese Vermutung äussern Forscher in San Diego, USA. Sie haben das Futter von Mäusen im Labor mit dem Keim Mycobacterium vaccae versetzt, der häufig im Boden vorkommt. Die mit Bakterien aufgeputschten Mäuse haben sich in einem Labyrinth schneller orientieren können als Mäuse mit steriler Nahrung. Ob auch Menschen durch Bakterien schlauer werden, ist noch nicht bewiesen. [2622]
30. Mai 2010 – Spiegel
Zweimal täglich Zähneputzen fürs Herz
Wer seine Zähne täglich zweimal putzt, verringert sein Risiko für Herzinfarkt. Bis zu siebzig Prozent höher ist dieses Risiko bei Menschen, die ihre Zähne selten oder nie putzen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie an elftausend Personen in Schottland. Sie bestätigt Ergebnisse früherer Studien. Vermutlich greifen Bakterien, die das Zahnfleisch entzünden, auch die Blutgefässe an und lassen sie schneller verkalken. [2621]
29. Mai 2010 – Daily Mail
Bakterien verraten Gefahr von Darmkrebs
Die Zusammensetzung der Darmflora ändert sich, wenn sich in der Schleimhaut des Darms Polypen bilden, die als Vorstufen zum Darmkrebs gelten. Bisher konnte man die Krebsgefahr nur durch Darmspiegelung erkennen, eine unangenehme Prozedur, bei der eine Sonde in den Darm eingeführt wird. Die Analyse der Bakterien im Stuhl ist bei über neunzig Patienten mit Erfolg erprobt worden Sie könnte eine billigere und zugleich schonendere Methode der Früherkennung werden. Dazu muss sie sich aber bei einer grösseren Zahl von Patienten in der Praxis bewähren. [2615]
27. Mai 2010 – Spiegel
Jahr für Jahr leiden immer mehr Menschen an Heuschnupfen und anderen Allergien. Schuld daran sei unter anderem eine übertriebene Hygiene, behauptet Duy Delespesse von der Uni Montreal. Der kanadische Mediziner kritisiert, dass moderne Kinder immer weniger mit Bakterien in Berührung kommen. Das unterfordere ihr Immunsystem, das dann übertrieben auf Pollen und andere Reizstoffe in der Umwelt reagiere. [2565]
1. Mai 2010 – Standard
Stillen kann Baby das Leben retten
Würden 90 Prozent der Mütter ihre Babys sechs Monate lang stillen, könnte das zum Beispiel in den USA jedes Jahr 900 Kindern das Leben retten. Daneben würde es Kosten in Milliardenhöhe einsparen. Zu diesem Schluss kommt eine im Fachblatt Pediatrics veröffentliche Studie. Stillen stärkt die Abwehr des Babys gegen Viren und Bakterien und senkt das Risiko für viele gefährliche Krankheiten im Kindesalter - von Asthma über plötzlichen Kindstod bis zu Leukämie. In den USA liegt die Stillquote knapp über 40 Prozent; in der Schweiz und in Deutschland ist sie um etwa die Hälfte höher. [2511]
6. April 2010 – Spiegel
Zuviel Intimpflege macht Frau krank
Für die Intimhygiene der Frau reicht warmes Wasser. Pflegeprodukte sind nicht nötig und schaden mehr als sie nützen, vor allem wenn man sie zu oft verwendet. Das sagt Christian Albring, Präsident des deutschen Berufsverbandes der Frauenärzte. Zur besten Vorbeugung gegen Scheideninfektionen sollte der Mann vor dem Geschlechtsverkehr seinen Penis gut waschen, um ihn vor Bakterien zu reinigen. [2505]
30. März 2010 – Med.info
Die natürliche Müllabfuhr des Immunsystems
Antikörper bildet das Immunsystem nicht nur gegen Viren, Bakterien und andere gefährliche Eindringlinge von aussen. Von Geburt an produziert es auch die natürlichen Antikörper (NAK). Diese spüren im Körper alles auf, was verschlissen ist und daher entsorgt werden muss. Mangel an Bewegung und ungesunde Ernährung fördern den Verschleiss, was die NAK überfordert. Die NAK-Forschung hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen: Man hofft, auf dieser Grundlage bessere Medikamente gegen Krebs und Alzheimer entwickeln zu können. [2483]
18. März 2010 – NZZ
Vitamin D aktiviert Immunzellen
Wer sich im Freien aufhält und die Sonne auf seine Haut scheinen lässt, aktiviert das Immunsystem. Um nämlich die Armee der Killerzellen im Kampf gegen Viren und Bakterien mobil zu machen, ist Vitamin D nötig. Dieses bildet sich in der von Sonne beschienenen Haut. Die immunsteigernde Wirkung des Vitamins haben dänische Forscher kürzlich entdeckt. [2461]
9. März 2010 – Spiegel
Darmbakterien können dick machen
Unter den mehr als hundert Arten von Bakterien, die sich im menschlichen Darm tummeln, gibt es wahrscheinlich solche, die dick machen. Bei Menschen hat man sie zwar noch nicht gefunden, wohl aber bei Mäusen. Fehlt ihnen ein Gen, mit dem sie schädliche Bakterien bekämpfen, werden sie bis zu 20 Prozent dicker als gesunde Mäuse und leiden an Diabetes. Eine ausgewogene Darmflora scheint also bis zu einem gewissen Grad vor Übergewicht zu schützen. Am besten erreicht man dies durch eine abwechslungsreiche und nicht zu fette Ernährung. [2459]
8. März 2010 – Welt
Grippetod meist durch Bakterien, nicht Viren
Am gefährlichsten bei einer Grippe sind nicht die Viren, die sie verursacht haben, sondern Bakterien: Als lachende Dritte profitieren sie davon, dass das Immunsystem durch den Kampf gegen die Viren geschwächt ist. Dabei spielen Stresshormone eine wichtige Rolle. Sie dämpfen das Immunsystem und hindern es so daran, allzu heftig zu reagieren und das empfindliche Gewebe der Lunge zu zerstören. Die Kehrseite: Bakterien erhalten so ihrerseits eine Chance, die Lunge zu befallen. [2424]
19. Februar 2010 – Welt
Hunger stärkt Abwehr gegen Bakterien und Viren
Statt teure Joghurts zu kaufen, die laut Werbung die Abwehrkräfte fördern sollen, könnte man auch einfach weniger essen. Bei Mangel an Kalorien und sinkendem Insulinspiegel produziert nämlich der Körper mehr Killerstoffe gegen Bakterien und Viren, vor allem in der Haut und in der Lunge. Diese Abwehrstrategie haben Forscher der Uni Bonn entdeckt. Ist ein Schnupfen oder eine Grippe im Anzug, könnte es sich also lohnen, eine Weile lang nichts zu essen und stattdessen mehr Tee zu trinken. [2327]
22. Januar 2010 – Spiegel
Antibiotika: Weil falsch dosiert, werden Erreger resistent
Immer mehr gefährliche Bakterien werden unempfindlich gegen Antibiotika. Jetzt schlagen griechische Forscher Alarm. Sie kritisieren, dass Ärzte allen Menschen die gleiche Dosis verschreiben, egal wie gross oder schwer sie sind. In grossen Menschen verdünnt sich die Dosis mehr als in kleinen. Dies gibt den Erregern eine Chance zu überleben, sich zu vermehren und so ihre Resistenz an künftige Generationen weiterzugeben. [2300]
15. Januar 2010 – Welt
Desinfektionsmittel macht Keime resistent gegen Antibiotika
Bakterien, die gegen Antibiotika unempfindlich sind, gehören zu den grössten Gefahren im Spital. Die dort verwendeten Desinfektionsmittel sind offenbar auch schuld daran. Wenn nämlich Erreger die Desinfektion überleben, können sie auch gegen Antibiotika resistent werden, mit denen sie noch nie in Berührung gekommen sind. Diese alarmierende Entdeckung haben irische Forscher gemacht. Bisher war man stets davon ausgegangen, Resistenz entstehe nur dann, wenn Antibiotika nicht alle Bakterien abgetötet haben. [2241]
29. Dezember 2009 – Spiegel
Bakterien, die Antibiotika lieben
Schon lange gibt es Krankheitserreger, denen bestimmte Antibiotika nichts mehr anhaben können. Kürzlich hat nun die so genannte Resistenz eine neue Dimension erreicht: Bei einem chinesischen Tuberkulose-Patienten haben amerikanische und chinesische Forscher eine Bakterie entdeckt, die mehr als nur unempfindlich ist gegen das Medikament Rifampicin. Der Erreger gedeiht sogar besonders gut, wenn er das Antibiotikum bekommt. Die Ärzte haben dann das Rifampicin sofort abgesetzt. Seither geht es dem Patienten wieder besser. [2239]
28. Dezember 2009 – Spiegel
Gute Zahnpflege nützt auch den Gelenken
Wenn Bakterien das Zahnfleisch angreifen und die Zähne lockern, steigt auch das Risiko einer rheumatischen Arthritis. Umgekehrt leiden Rheumatiker bis zu siebenmal häufiger als andere an Paradontitis, einer Entzündung des Zahnhalteapparates. Über Ursachen und Wirkungen sind sich die Experten zwar noch nicht einig. Doch zwei Vermutungen sind recht plausibel. Zum einen scheiden Bakterien Enzyme aus, die die Gelenke angreifen können. Zum anderen lösen sie eine übermässige Reaktion des Immunsystems aus, die sich auch gegen das körpereigene Gewebe in den Gelenken richtet. Es lohnt sich also doppelt, die Zähne gut zu putzen. [2238]
28. Dezember 2009 – Ärztezeitung
Bifidusbakterien helfen alt werden
Aus dem Darm von hundertjährigen Chinesen haben Forscher zwei Stämme von Bifidusbakterien isoliert, im Reagenzglas gezüchtet und mit Milch an Mäuse verfüttert. Deren Abwehrkräfte des Immunsystems waren danach deutlich besser als bei Mäusen, die nur sterile Milch bekamen. Fazit: Eine gesunde Darmflora stärkt die Abwehrkräfte und hilft gesund alt zu werden. [2095]
18. Mai 2009 – PubMed PMID: 19410981
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