
News zu Bakterie
Gesunder Urin sei steril - so steht es in allen medizinischen Lehrbüchern. Falsch, sagt eine Studie der Loyola-Universität von Chicago. Jetzt wollen die Forscher die Bakterien der gesunden Blasenflora untersuchen und herausfinden, welche Rolle sie bei der Bekämpfung von Infekionen spielen. [3084]
12. April 2012 – Medical News Today
Tipps gegen Legionärskrankheit im Hotel
Legionellen sind Bakterien, die eine schwere, oft tödliche Lungenentzündung auslösen können. Sie entwickeln sich vor allem in selten genutzten Warmwasserleitungen. Wer in einem Hotel eincheckt, wo noch viele Zimmer frei sind, sollte vor dem ersten Duschen das Heisswasser einige Minuten laufen lassen, aus dem Bad gehen und die Tür schliessen. Das schwemmt die Keime aus der Leitung und tötet sie durch Hitze ab. Danach das Bad gut lüften. Dazu rät die deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin. [3058]
5. März 2012 – Welt
Keine Antibiotika bei Erkältung
Gegen akute Entzündungen der Nasenschleimhaut und der Nebenhöhlen (Rhinosinusitis) nützen Antibiotika meist nichts - nicht einmal dann, wenn Bakterien die Ursache sind: Mit oder ohne Antibiotika heilt die Krankheit in einigen Wochen aus. Das zeigt eine US-Studie mit 166 Patienten. Antibiotika sind nur gegen chronische Rhinosinusitis zu empfehlen, die länger als etwa zwei Monate dauert. [3049]
21. Februar 2012 – Ärztezeitung
Kaugummi gegen Mittelohrentzündung
Kinder, die mit Xylit gesüssten Kaugummi kauen, erkranken um ein Viertel seltener an Mittelohrentzündung. Zu diesem Schluss kommen drei finnische Studien mit über 1800 Kindern. Xylit hemmt das Wachstum von Bakterien im Mundraum. Jedoch hilft der Süssstoff nur vorbeugend - nicht aber, wenn die Kinder schon erkrankt sind. [2980]
14. November 2011 – Ärztezeitung
Erste wirksame Impfung gegen Malaria
Ein neuer Impfstoff, an Tropeninstituten unter anderem in der Schweiz und in Deutschland entwickelt, kann das Risiko, an Malaria zu erkranken, um die Hälfte senken. Der Erreger von Malaria ist ein Parasit, der rote Blutkörperchen befällt. Weil komplizierter als Bakterien oder Viren, ist er für das Immunsystem schwieriger zu bekämpfen. Eine fünfzigprozentige Wirkung gilt vor diesem Hintergrund als grosser Erfolg für den neuen Impfstoff. Er könnte in den nächsten Jahren Millionen von Menschenleben retten. [2965]
21. Oktober 2011 – Süddeutsche Zeitung
Boden-Keim soll neue Waffe gegen Krebs werden
Eine Bakterie der Gattung Clostridium gedeiht nur tief im Boden, wo kein Sauerstoff hinkommt. Die gleichen Bedingungen herrschen im Innern von festen Tumoren wie Brustkrebs, Prostatakrebs oder Hirntumor. Das wollen Forscher der Universität Nottingham jetzt nutzen, um mittels Clostridium-Keimen zelltötende Medikamente in den Krebs zu schleusen. Im gesunden Gewebe, wo stets Sauerstoff vorhanden ist, könnten die Keime nicht überleben und würden die Zellen von einem Angriff verschonen. Erste Versuche mit Krebspatienten sind 2013 geplant. [2935]
5. September 2011 – BBC
Das Öl von Koriander, einer alten Gewürz- und Heilpflanze, kann Bakterien töten und so Lebensmittelvergiftungen vorbeugen. Das Öl durchlöchert die Haut der Bakterien, und zwar auch bei solchen, die gegen Antibiotika unempfindlich sind. [2931]
30. August 2011 – Welt
Bewegung schützt Gedächtnis von Senioren
Infektionen von Bakterien greifen auch Zellen im Gehirn an, besonders bei älteren Menschen. Junge Menschen haben eine wirksame Abwehr gegen diesen Angriff. Bewegung kann diese Abwehr auch bei Senioren verbessern. Das lassen Versuche an Ratten vermuten, deren Hirn ähnlich auf Infektionen reagiert wie das menschliche. [2921]
16. August 2011 – Ärztezeitung
Schützt Mageninfektion vor Asthma?
Die Magenbakterie Helicobacter pylori führt zwar zu Entzündungen der Magenschleimhaut und zu Magengeschwüren, schützt aber wahrscheinlich vor allergischem Asthma. Das zeigen Versuche an Mäusen an den Universitäten von Zürich und Mainz. Sie liefern eine weitere Bestätigung der Hypothese, dass zuviel Hygiene für die Zunahme von Allergien in modernen Industrieländern verantwortlich ist. [2898]
4. Juli 2011 – Ärztezeitung
Die Bakterie Helicobacter pylori, Erreger von Magengeschwüren, fördert möglicherweise die «Schüttellähmung» Parkinson. Dieser Verdacht stützt sich auf Versuche an Mäusen im Labor, ist allerdings bei Menschen noch nicht erhärtet. [2878]
31. Mai 2011 – Focus
Gemüse gut waschen, am besten kochen
Die aktuelle Epidemie von blutigem Durchfall in Deutschland könnte von schlecht gewaschenem Obst, Gemüse oder Salat ausgegangen sein. Der Erreger ist die Darmbakterie EHEC, die vor allem mit dem Kot von Kühen und anderen Wiederkäuern übertragen wird. Auch beim Baden in verschmutztem Wasser kann man sich mit dem Keim anstecken. [2873]
24. Mai 2011 – Ärztezeitung
Darmflora beeinflusst Stimmung
Gute Laune und die Fähigkeit, mit Stress zu leben, hängen offenbar auch von Bakterien im Darm ab: Labormäuse werden ängstlich, wenn man ihre Darmflora zerstört. Menschen mit Verdauungsstörungen leiden oft an Angst, Depressionen und Autismus. [2871]
20. Mai 2011 – Ärztezeitung
Bakterien im Darm können dick machen
Hunderte von Millionen Bakterien bilden die Darmflora des Menschen. Sie hilft bei der Verdauung mit. Forscher haben nun herausgefunden, dass es drei verschiedene Typen von Darmflora gibt. Sie unterscheiden sich unter anderem darin, wie wirksam sie dem Darm helfen, Nährstoffe aufzunehmen. Menschen mit einer gut verwertenden Darmflora neigen zu Übergewicht. Dieses hofft man mit den neuen Erkenntnissen über Darmtypen künftig besser behandeln zu können. [2854]
27. April 2011 – Welt
Elektronischer Wasserhahn ist Keimschleuder
Eigentlich ist der Wasserhahn mit optischem Sensor erfunden worden, um die Hygiene zu verbessern: Wer nichts anfasst, liest auch keine Bakterien auf. So gut die Absicht war, so sehr ging sie daneben, wie jetzt eine amerikanische Studie zeigt. Ein elektronischer Wasserhahn enthält viel mehr bewegliche Teile als ein herkömmlicher, und auf der grösseren Oberfläche können sich mehr Wasserkeime ansiedeln, zum Beispiel Legionellen. [2840]
4. April 2011 – Welt
Kochbanane und Broccoli gut gegen Crohn
Erreger der Darmentzündung Morbus Crohn sind Bakterien, die sich an der Darmwand festsetzen und diese angreifen. Bestimmte lösliche Faserstoffe, die vor allem in Kochbananen und in Broccoli vorkommen, können die Darmwand teilweise vor dem Bakterien-Angriff schützen. Das haben Forscher der Universität Liverpool entdeckt. Lösliche Fasern aus anderen Pflanzen, etwa Äpfeln, wirken nicht in diesem Sinn. Andere, wie etwa aus gedämpften Maiskolben, können die Krankheit sogar verschlimmern. [2698]
27. August 2010 – Telegraph
Cannabis-Wirkstoff künstlich produziert
Mit gentechnisch veränderten Bakterien ist es Forschern in Dortmund gelungen, den Wirkstoff THC (Tetrahydrocannabinol) von Hanfpflanzen künstlich herzustellen. Dieses Verfahren ist deutlich billiger als die Gewinnung aus Hanfpflanzen, die teilweise auch durch Gesetze behindert ist. THC eignet sich als Medikament zur Schmerzbehandlung bei Krebs oder gegen Symptome von Multipler Sklerose. Synthetisch produziertes THC könnte wie andere Produkte der Pharmabranche als Medikament zugelassen werden. Es könnte frühestens ab 2016 auf den Markt kommen. [2691]
18. August 2010 – Welt
Wer sich oft im Freien aufhält und dort mit bestimmten Bakterien in Kontakt kommt, könnte so sein Gedächtnis verbessern. Diese Vermutung äussern Forscher in San Diego, USA. Sie haben das Futter von Mäusen im Labor mit dem Keim Mycobacterium vaccae versetzt, der häufig im Boden vorkommt. Die mit Bakterien aufgeputschten Mäuse haben sich in einem Labyrinth schneller orientieren können als Mäuse mit steriler Nahrung. Ob auch Menschen durch Bakterien schlauer werden, ist noch nicht bewiesen. [2622]
30. Mai 2010 – Spiegel
Zweimal täglich Zähneputzen fürs Herz
Wer seine Zähne täglich zweimal putzt, verringert sein Risiko für Herzinfarkt. Bis zu siebzig Prozent höher ist dieses Risiko bei Menschen, die ihre Zähne selten oder nie putzen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie an elftausend Personen in Schottland. Sie bestätigt Ergebnisse früherer Studien. Vermutlich greifen Bakterien, die das Zahnfleisch entzünden, auch die Blutgefässe an und lassen sie schneller verkalken. [2621]
29. Mai 2010 – Daily Mail
Bakterien verraten Gefahr von Darmkrebs
Die Zusammensetzung der Darmflora ändert sich, wenn sich in der Schleimhaut des Darms Polypen bilden, die als Vorstufen zum Darmkrebs gelten. Bisher konnte man die Krebsgefahr nur durch Darmspiegelung erkennen, eine unangenehme Prozedur, bei der eine Sonde in den Darm eingeführt wird. Die Analyse der Bakterien im Stuhl ist bei über neunzig Patienten mit Erfolg erprobt worden Sie könnte eine billigere und zugleich schonendere Methode der Früherkennung werden. Dazu muss sie sich aber bei einer grösseren Zahl von Patienten in der Praxis bewähren. [2615]
27. Mai 2010 – Spiegel
Jahr für Jahr leiden immer mehr Menschen an Heuschnupfen und anderen Allergien. Schuld daran sei unter anderem eine übertriebene Hygiene, behauptet Duy Delespesse von der Uni Montreal. Der kanadische Mediziner kritisiert, dass moderne Kinder immer weniger mit Bakterien in Berührung kommen. Das unterfordere ihr Immunsystem, das dann übertrieben auf Pollen und andere Reizstoffe in der Umwelt reagiere. [2565]
1. Mai 2010 – Standard
Stillen kann Baby das Leben retten
Würden 90 Prozent der Mütter ihre Babys sechs Monate lang stillen, könnte das zum Beispiel in den USA jedes Jahr 900 Kindern das Leben retten. Daneben würde es Kosten in Milliardenhöhe einsparen. Zu diesem Schluss kommt eine im Fachblatt Pediatrics veröffentliche Studie. Stillen stärkt die Abwehr des Babys gegen Viren und Bakterien und senkt das Risiko für viele gefährliche Krankheiten im Kindesalter - von Asthma über plötzlichen Kindstod bis zu Leukämie. In den USA liegt die Stillquote knapp über 40 Prozent; in der Schweiz und in Deutschland ist sie um etwa die Hälfte höher. [2511]
6. April 2010 – Spiegel
Zuviel Intimpflege macht Frau krank
Für die Intimhygiene der Frau reicht warmes Wasser. Pflegeprodukte sind nicht nötig und schaden mehr als sie nützen, vor allem wenn man sie zu oft verwendet. Das sagt Christian Albring, Präsident des deutschen Berufsverbandes der Frauenärzte. Zur besten Vorbeugung gegen Scheideninfektionen sollte der Mann vor dem Geschlechtsverkehr seinen Penis gut waschen, um ihn vor Bakterien zu reinigen. [2505]
30. März 2010 – Med.info
Die natürliche Müllabfuhr des Immunsystems
Antikörper bildet das Immunsystem nicht nur gegen Viren, Bakterien und andere gefährliche Eindringlinge von aussen. Von Geburt an produziert es auch die natürlichen Antikörper (NAK). Diese spüren im Körper alles auf, was verschlissen ist und daher entsorgt werden muss. Mangel an Bewegung und ungesunde Ernährung fördern den Verschleiss, was die NAK überfordert. Die NAK-Forschung hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen: Man hofft, auf dieser Grundlage bessere Medikamente gegen Krebs und Alzheimer entwickeln zu können. [2483]
18. März 2010 – NZZ
Vitamin D aktiviert Immunzellen
Wer sich im Freien aufhält und die Sonne auf seine Haut scheinen lässt, aktiviert das Immunsystem. Um nämlich die Armee der Killerzellen im Kampf gegen Viren und Bakterien mobil zu machen, ist Vitamin D nötig. Dieses bildet sich in der von Sonne beschienenen Haut. Die immunsteigernde Wirkung des Vitamins haben dänische Forscher kürzlich entdeckt. [2461]
9. März 2010 – Spiegel
Darmbakterien können dick machen
Unter den mehr als hundert Arten von Bakterien, die sich im menschlichen Darm tummeln, gibt es wahrscheinlich solche, die dick machen. Bei Menschen hat man sie zwar noch nicht gefunden, wohl aber bei Mäusen. Fehlt ihnen ein Gen, mit dem sie schädliche Bakterien bekämpfen, werden sie bis zu 20 Prozent dicker als gesunde Mäuse und leiden an Diabetes. Eine ausgewogene Darmflora scheint also bis zu einem gewissen Grad vor Übergewicht zu schützen. Am besten erreicht man dies durch eine abwechslungsreiche und nicht zu fette Ernährung. [2459]
8. März 2010 – Welt
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