Gesundheitstelegramm: Autismus

News zu Autismus

Darmflora beeinflusst Stimmung

Gute Laune und die Fähigkeit, mit Stress zu leben, hängen offenbar auch von Bakterien im Darm ab: Labormäuse werden ängstlich, wenn man ihre Darmflora zerstört. Menschen mit Verdauungsstörungen leiden oft an Angst, Depressionen und Autismus. [2871]

20. Mai 2011  –  Ärztezeitung

Autismus-Diagnose durch Hirn-Scanner

Nach einer 15-minütigen Untersuchung des Gehirns im MRI-Scanner und anschliessender Analyse der Daten im Computer lassen sich 90 Prozent aller Fälle von Autismus erkennen. Diese Störung des Verhaltens zeigen bis zu einem Prozent der Bevölkerung. Die Software zur Diagnose ist in Grossbritannien entwickelt worden - durch Anaylse der Hirnstrukturen bei zahlreichen Autisten und gesunden Personen. [2688]

13. August 2010  –  Focus

Arzt wegen gefälschter impfkritischer Studie gesperrt

Weil er 1998 in einer gefälschten Studie behauptet hatte, die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln führe bei Kindern zu mehr Autismus, ist dem britischen Arzt Andrew Wakefield die Zulassung entzogen worden. Wegen der falschen Behauptung haben zahlreiche Eltern in Europa ihre Kinder nicht mehr impfen lassen. Die Zahl der Masernfälle ist danach drastisch gestiegen. Seit die Behauptungen widerlegt sind, nimmt die Impfbereitschaft wieder zu. Wakefield ist inzwischen in die USA ausgewandert und zeigt keine Einsicht. [2612]

25. Mai 2010  –  Welt

Autismus häufiger bei Kindern alter Mütter

Das Risiko für Autismus ist für das Kind einer 40-Jährigen um die Hälfte höher als für das Kind einer 25-Jährigen. Das zeigt eine Studie an fast fünf Millionen Kindern in Kalifornien. Zum Glück bleibt das absolute Risiko aber gering: Es steigt von 0,5-1 Prozent nur auf 0,8-1,5 Prozent. [2400]

10. Februar 2010  –  Daily Mail

Fachjournal zieht impfkritische Studie zurück

Vor zwölf Jahren hat Lancet eine Studie über angebliche Nebenwirkungen der Dreifachimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln veröffentlich. Nun hat die weltweit älteste und einer der angesehensten medizinischen Fachzeitschriften diese Studie vollständig zurückgezogen. Sie hatte die Impfung mit Autismus bei Kindern in Verbindung gebracht - auf Basis ungenauer Daten, wie Lancet jetzt einräumt. Die Studie hatte vor allem in den USA für grossen Wirbel gesorgt: Besorgte Eltern weigerten sich, ihre Kinder impfen zu lassen, und Eltern von autistischen Kindern strengten Sammelklagen an. [2370]

3. Februar 2010  –  Süddeutsche Zeitung

Mit Hirnscanner Autismus früh entdecken

Schulkinder mit Autismus erfassen die Bedeutung eines gesprochenen Wortes elf Millisekunden langsamer als nicht betroffene Kinder. Dies entspricht dem zeitlichen Unterschied zwischen der Silbe «Ele-» und dem ganzen Wort «Elefant». Zu diesem Befund kommen Versuche mit einem Magnet-Encephalografen an über vierzig Kindern im Alter von etwa zehn Jahren. Autismus tritt bei etwa einem von hundert Kindern in diesem Alter auf. Je früher man die Störung erkennt, desto besser die Chancen, die Kinder in der Schule optimal zu fördern. Weitere Versuche sollen nun zeigen, ob die Verzögerung im Hören schon bei jüngeren Kindern zu erkennen ist. [2279]

11. Januar 2010  –  Telegraph

Autisten sehen schärfer

Im Film «Rain Man» gibt es eine Szene, wo eine Packung Zahnstocher auf den Boden fällt und Raymond auf einen Blick erkennen kann, wieviele der Hölzchen auf dem Boden liegen. Nun haben Sehtest gezeigt, dass Autisten tatsächlich etwa doppelt so scharf sehen wie Nicht-Autisten: In Cambridge sind dreissig junge Menschen, je zur Hälfte mit und ohne Autismus, an den klassischen Sehtafeln getestet worden. Die Autisten erreichten im Durchschnitt eine Sehschärfe von 20:7, das heisst, sie sehen aus zwanzig Metern so viel wie eine durchschnittliche Person aus sieben Metern. Nicht-Autisten erreichten in dem Test nur 20:13.  [1915]

13. August 2008  –  PubMed PMID: 18649873

Mehr Gen-Defekte bei Autisten

Autistische Kinder haben in ihren Genen zehnmal mehr Defekte als gesunde Kinder. Das zeigen Gen-Analysen an über zweihundert Familien, wovon etwa die Hälfte solche, die von Autismus betroffen sind. Die Defekte äußern sich darin, dass bestimmte Teile der Gene fehlen, während andere doppelt vorkommen. Allerdings lässt sich Autismus nicht auf bestimmten Genen lokalisieren: Die Schäden zeigen sich weit verstreut auf vielen Genen. [1573]

27. März 2007  –  J Hypertension 2007;25:501

Kein Autismus durch Impfung

Die Befürchtung, dass Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln Autismus verursache, hat sich nicht bestätigt. Eltern können ihre Kinder also ohne Bedenken impfen lassen. [869]

13. September 2004  –  Lancet 2004;346:963

Autismus: Hirn wächst zu schnell

Autisten - Menschen mit einem gestörten, in sich abgekapselten Sozialverhalten - kommen mit einem zu kleinen Hirn auf die Welt, das dann aber im ersten Lebensjahr sehr schnell wächst und danach deutlich größer ist als bei normalen Gleichaltrigen. Das zeigt eine Studie an 48 Kindern. Sollte sich dieser Test bestätigen, wäre er eine ausgezeichnete Methode zur Früherkennung von Autismus. [533]

19. Juli 2003  –  JAMA 2003;290:337

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