Gesundheitstelegramm | Alzheimer
Rheuma kann vor Alzheimer schützen
24. August 2010 - Rheumatoide Arthritis setzt im Körper ein Eiweiss namens GM-CSF frei. Dieses baut im Gehirn die für Alzheimer typischen Ablagerungen ab, die Amyloid-Plaques. Das haben Forscher in Florida bei Mäusen entdeckt. Es erklärt die Tatsache, dass Rheumapatienten deutlich seltener als andere an Alzheimer erkranken. Das Eiweiss GM-CSF wird schon als Medikament gegen Krebs eingesetzt. Die Forscher schlagen vor, es nun auch bei Alzheimer-Patienten zu testen. [2695]
Quelle: Focus
Jede dritte Demenz könnte vermeidbar sein
10. August 2010 - Etwa ein Drittel aller Fälle von Demenz beruht auf Faktoren, die sich durch die Lebensweise positiv beeinflussen lassen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie an der Universität von Montpellier in Südfrankreich. Laut dieser Studie ist ein niedriger Bildungsstand für 10 Prozent aller Fälle von Demenz verantwortlich. Depressionen (10 Prozent), Ernährung (6,5 Prozent) und Diabetes (4,9 Prozent) sind weitere vermeidbare Ursachen. Trotzdem lassen sich zwei Drittel der schädlichen Faktoren nicht beeinflussen. Einer der wichtigsten davon ist das Alzheimer-Gen (Apo-E) mit 7,1 Prozent. [2685]
Quelle: Ärzteblatt
Alzheimer: So sterben Hirnzellen ab
09. August 2010 - Ein Protein (Eiweiss) namens Tau sorgt in gesunden Nervenzellen von innen her für eine stabile Form. Eine zu hohe Menge an Tau-Protein zerstört jedoch die Verbindungsstellen (Synapsen) zwischen den Nervenzellen im Gehirn. Die Zellen sterben ab, und die Überreste lagern sich als so genannte Amyloid-Plaques in den Zwischenräumen ab. Solche Plaques gelten als typisches Zeichen von Alzheimer. Früher hat man sie für die Ursache der Krankheit gehalten. Die neuen Erkenntnisse von Forschern der Universität Sydney zeigen nun, dass es sich bloss um eine Folge handelt. Wie es zu einem Übermass an Tau-Protein kommt, ist nach wie vor ein Rätsel. [2684]
Quelle: Welt
Bildung hilft gegen Alzheimer
28. Juli 2010 - Jedes zusätzliche Jahr Ausbildung nach der Schulpflicht verringert das Risiko, im Alter an Alzheimer oder einer anderen Form von Demenz zu erkranken, im Durchschnitt um elf Prozent. Das haben britische und finnische Forscher berechnet, nachdem sie die Gehirne von über achthundert Personen untersucht hatten. Zwar kann Bildung die schädlichen Veränderungen der Nervenzellen nicht stoppen. Doch macht sie das Gehirn widerstandsfähiger dagegen. [2675]
Quelle: Welt
Gen-Schwemme Ursache von Alzheimer?
27. Juli 2010 - Hirnzellen, die statt dem normalen doppelten Satz von Chromosomen vier- oder gar sechsfache Kopien haben, sind schwächer und sterben schneller ab. Chromosomen sind die Träger der Gene. Auch bei gesunden Menschen sind sie manchmal überzählig. Bei Menschen mit Alzheimer sind sie jedoch mehr als doppelt so häufig wie bei Gesunden. Das haben Hirnforscher der Uni Leipzig entdeckt. Es bedeutet, dass Alzheimer eine zum Teil angeborene Krankheit ist. Die Zahl der Chromosomen in den Hirnzellen steht schon bei der Geburt fest und lässt sich später nicht mehr ändern. Die einzige Hoffnung besteht darin, die Veranlagung rechtzeitig zu erkennen und Wege zu finden, die Zellen besser vor dem Absterben zu schützen. [2674]
Quelle: Spiegel
Depressionen fördern Demenz
07. Juli 2010 - Depressionen erhöhen das Risiko für Alzheimer und andere Formen von Demenz um 70 Prozent. Das zeigt eine Langzeitstudie an fast tausend Personen in den USA. Die Forscher vermuten direkte und indirekte Ursachen für diesen Zusammenhang: Einerseits kann Depression bestimmte Zellen im Hirn schwächen, andererseits fallen durch den Rückzug aus einem aktivem Sozialleben wichtige Anregungen weg. [2660]
Quelle: Welt
Junge Sportler werden schlaue Senioren
06. Juli 2010 - Menschen, die schon in der Kindheit sportlich aktiv gewesen sind, leiden wahrscheinlich im Alter weniger an Alzheimer oder an anderen Formen von Demenz. Besonders deutlich ist dieser Zusammenhang bei Frauen. Zu diesem Schluss kommt eine kanadische Studie an über neuntausend Personen. Doch auch wer den frühen Einstieg verpasst hat, für den ist es nie zu spät, mit Sport anzufangen. Dabei kommt es weniger auf die Intensität an als darauf, regelmässig aktiv zu sein. [2659]
Quelle: Ärzteblatt
Anti-Alzheimer-Diät
01. Juni 2010 - Viel Fisch, Nüsse, Obst, Gemüse und Salat, aber nur wenig Rind- und Schweinefleisch - so sieht die Ernährung aus, mit der ältere Menschen das Risiko für Alzheimer reduzieren können - laut neusten Studien um fast 40 Prozent. Es handelt sich also um die schon bekannte Mittelmeerdiät, angereichert mit Nüssen. [2628]
Quelle: Ärztezeitung
Höheres Alzheimer-Risiko bei pflegenden Angehörigen
25. Mai 2010 - Menschen, die ihren an Alzheimer erkrankten Ehepartner pflegen, haben ein um das Sechsfache erhöhtes Risiko, die Krankheit selber zu bekommen. Das haben Ärzte in Utah herausgefunden. Die Ursachen sind noch unklar. Die Forscher vermuten, es könnte am Stress liegen, denn die Pflege eines dementen Menschen ist viel belastender als die Pflege eines körperlich behinderten Menschen. Deshalb lohnt es sich, die Angebote zur Entlastung zu nutzen, wie sie etwa die Schweizerische Alzheimervereinigung anbietet - auch im Interesse der eigenen Gesundheit. [2611]
Quelle: Ärztezeitung
Medikament löst giftige Alzheimer-Plaques auf
21. Mai 2010 - Ein neues Antikörper-Medikament löst im Gehirn von Alzheimer-Patienten die Amyloid-Plaques auf, die sich dort abgelagert haben. Die Plaques gelten als typisches Zeichen der Krankheit. Wie weit sie allerdings deren Ursache sind, bleibt umstritten. Skeptiker zweifeln deshalb an der Wirksamkeit des neuen Medikaments. Ob die Zweifel oder die Hoffnungen berechtigt sind, müssen künftige Versuche zeigen. [2604]
Quelle: Ärztezeitung
Kaputte Hirnzellen können nachwachsen
20. Mai 2010 - Ein einziges Protein reicht aus, um Stütz- und Versorgungszellen des Gehirns in Nervenzellen umzuwandeln. Das ist zwar erst im Reagenzglas gelungen, und erst mit Hirnzellen der Maus. Doch dieser Erfolg in einem Labor in München lässt hoffen, künftig Menschen nach Schlaganfall oder mit Alzheimer wirksamer behandeln zu können. [2601]
Quelle: Spiegel
Dicker Bauch fördert Alzheimer
20. Mai 2010 - Menschen, die Fett in Form eines «Rettungsrings» in der Mitte des Körpers ansetzen, haben ein kleineres Hirnvolumen als solche mit einem gesunden Verhältnis zwischen Bauchumfang und Körpergrösse. Als ideal gilt ein Waist-to-Height Ratio (WHtR) von weniger als 0,5 bei jungen Menschen und weniger als 0,6 bei Menschen ab fünfzig. Ein kleineres Hirnvolumen bedeutet eine geringere Reserve gegen Abbau, wodurch das Risiko für Alzheimer und andere Formen von Demenz im Alter zunimmt. [2603]
Quelle: Daily Mail
Demenz: Dank Farben länger in eigener Wohnung
11. Mai 2010 - Menschen mit Alzheimer oder einer anderen Form von Demenz finden sich in der eigenen Wohnung besser zurecht, wenn die Wände farbig gestrichen sind. Auch durchsichtige Türen sind von Vorteil, damit die Bewohner den Raum dahinter erkennen und sich so besser orientieren können. Solche Veränderungen sollte man möglichst bald nach der Diagnose anpacken, damit sie sich im Langzeitgedächtnis verankern können. Dieses funktioniert bei Alzheimer meist besser als das Kurzzeitgedächtnis. Ebenso wichtig ist es, die Betroffenen mit entscheiden zu lassen, raten Demenzfachleute der Uni Dresden. [2586]
Quelle: Welt
Expertengruppe sieht kaum Fortschritt gegen Alzheimer
29. April 2010 - Alzheimer lässt sich heute weder verhüten noch wirksam behandeln, seine Ursachen sind noch immer weitgehend unbekannt. Dieses ernüchternde Fazit zieht eine Gruppe von führenden, finanziell unabhängigen Experten, berufen von der amerikanischen Behörde für medizinische Forschung NIH. Weder genügend Folsäure noch Mittelmeerdiät, Fischöl und andere Omega-3-Fette, Hirnjogging und körperliches Jogging noch Statin oder andere vorbeugende Medikamente können Alzheimer wirksam verhindern. [2560]
Quelle: Medpage Today
Grüntee macht Alzheimer-Gift unschädlich
25. April 2010 - Ablagerung von giftigen Eiweissen im Gehirn gelten als eine mögliche Ursache von Alzheimer. Eine Substanz aus Grüntee, die zur Klasse der Catechine gehört, macht die giftigen Eiweisse unschädlich, so dass die Nervenzellen sie abbauen können und gesund bleiben. Das zeigt ein Versuch mit isolierten Zellen im Reagenzglas am Max-Delbrück-Zentrum für molekulare Medizin in Berlin. [2550]
Quelle: Ärzteblatt
Superstudie soll Handy-Risiko endgültig klären
23. April 2010 - Fördern Mobiltelefone Krebs? Oder schützen sie gar vor Alzheimer, wie kürzlich eine Studie an Mäusen vermuten lässt? Alle bisherigen Studien an Menschen sagen nur wenig aus, weil sie von den Symptomen ausgehend den Handygebrauch rückblickend erfragt haben. Die nun geplante europäische Superstudie erfasst gleichzeitig den Handygebrauch und die Erkrankungen von fast hunderttausend Menschen in Grossbritannien, Holland und Skandinavien. Sie ist auf dreissig Jahre angelegt und wird drei bis vier Millionen Euro kosten, finanziert von Staaten und von der Industrie. [2547]
Quelle: Telegraph
Erinnerung geht, Gefühl bleibt
13. April 2010 - Patienten mit Gedächtnisverlust (Amnesie) können sich an Erlebnisse nicht mehr erinnern, doch die damit verbundenen Gefühle bleiben haften. Das zeigen Experimente mit Amnesie-Patienten in den USA. Die Forscher sind überzeugt, dass für Menschen mit Alzheimer das gleiche zutrifft: Ein Anruf oder Besuch von Angehörigen können eine anhaltend positive Wirkung haben, auch wenn der Besuch selbst schnell wieder vergessen ist. [2523]
Quelle: Süddeutsche Zeitung
Die natürliche Müllabfuhr des Immunsystems
18. März 2010 - Antikörper bildet das Immunsystem nicht nur gegen Viren, Bakterien und andere gefährliche Eindringlinge von aussen. Von Geburt an produziert es auch die natürlichen Antikörper (NAK). Diese spüren im Körper alles auf, was verschlissen ist und daher entsorgt werden muss. Mangel an Bewegung und ungesunde Ernährung fördern den Verschleiss, was die NAK überfordert. Die NAK-Forschung hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen: Man hofft, auf dieser Grundlage bessere Medikamente gegen Krebs und Alzheimer entwickeln zu können. [2483]
Quelle: NZZ
Nervenstoff bremst Alzheimer
17. März 2010 - Noradrenalin, ein hormonähnlicher Stoff, überträgt Signale zwischen Nervenzellen, hemmt aber auch Entzündungen im Gehirn und damit das Fortschreiten von Alzheimer. Denn Entzündungen zerstören Hirnsubstanz. Die positive Wirkung des Noradrenalins ist bei Mäusen in einem Bonner Labor entdeckt worden. Ob er bei Menschen ebenso wirkt, muss sich erst noch zeigen. Und bis zu Medikamenten auf Noradrenalin-Basis ist noch ein weiter Weg. [2479]
Quelle: Focus
Impfung gegen Alzheimer macht wieder Fortschritte
11. März 2010 - Nach Rückschlägen in den vergangenen Jahren haben Forscher an der Psychiatrischen Uniklinik Zürich drei verschiedene Antikörper für eine Impfung gegen Alzheimer entwickelt. Sie werden voraussichtlich schon bald für die Prüfung am Menschen zugelassen. Zehn weitere Impfstoffe aus anderen Labors werden zur Zeit schon an Patienten erprobt, viele weitere befinden sich in der Pipeline. Ein vielversprechender Ansatz der Zürcher Forscher besteht darin, in geistig rüstigen Senioren nach natürlichen Antikörpern gegen Alzheimer zu suchen, diese zu züchten und Patienten im Frühstadium der Demenz damit zu behandeln. [2469]
Quelle: Spiegel
Alzheimer: Plaques-Theorie wahrscheinlich falsch
04. März 2010 - Beta-Amyloid-Plaques sind fleckenförmige Ablagerungen, die man in den Gehirnen verstorbener Alzheimer-Patienten gefunden hat. Seit Jahrzehnten werden sie intensiv erforscht, da man sie für die wichtigste Ursache von Alzheimer hält. Nun hat man aber entdeckt, dass die Plaques ähnlich wirken wie Antibiotika und Entzündungen im Gehirn bekämpfen. Sie sind also offenbar eher nützlich als schädlich. Zweifel an der Plaques-Theorie hatten schon frühere Oduktionen an amerikanischen Nonnen geweckt: Obwohl bis kurz vor ihrem Tod geistig noch rüstig, waren ihre Gehirne von zahlreichen Plaques befallen. [2453]
Quelle: Welt
Mit Bizeps gegen Alzheimer
27. Januar 2010 - Senioren, die zweimal pro Woche ihre Muskeln mit Hanteln und Kraftmaschinen stärken, sind geistig fitter als jene, die nie oder nur einmal pro Woche trainieren oder statt des Trainings nur leichte Gleichgewichtsübungen machen. Das zeigt eine Studie an über hundert älteren Damen in Vancouver. Die Leistungen in Gedächtnis- und Wortfindungstests verbessern sich im Lauf des Trainings. [2348]
Quelle: Ärzteblatt
Augentest entdeckt Alzheimer bevor das Hirn schwächelt
15. Januar 2010 - Die Forscher spritzen eine Substanz ins Blut, schauen später ins Auge und entdecken grün gefärbte Zellen in der Netzhaut - sichere Zeichen für absterbende Zellen. Dieser Test funktioniert noch nicht bei Menschen, aber schon bei Mäusen. Die Netzhaut des Auges ist eigentlich eine Ausstülpung des Gehirns: Sterbende Zellen dort sind ein Zeichen, dass sie auch im Gehirn sterben. Die Versuche bei Mäusen versprechen zwar viel. Doch bevor ein ähnlicher Test bei Menschen funktionieren wird, ist noch viel Arbeit nötig. Je früher Alzheimer entdeckt wird, desto besser sind die Chancen, den weiteren Verlauf der Krankheit zu bremsen. [2298]
Quelle: BBC
Gen für langes Leben hält auch Geist fit
14. Januar 2010 - Ein Gen, das den Cholesterinspiegel im Blut steuert, kommt in einer Variante vor, deren Träger überdurchschnittlich alt werden. Sie leiden auch deutlich seltener als andere Menschen an Alzheimer und anderen Formen von Demenz. Diese zweite Wirkung des Gens ist an einer Studie mit über fünfhundert Senioren in den USA kürzlich entdeckt worden. [2294]
Quelle: Spiegel
Ein einfacher Drink hilft gegen Alzheimer
08. Januar 2010 - Ein simpler Cocktail aus Omega-3-Fetten, Uridin und Cholin kann den Abbau von Hirnzellen bei Alzheimer drastisch verlangsamen. Omega-3 kommt natürlich in Fischöl vor, Uridin ist ein wichtiger Bestandteil von menschlichen Zellen, und Cholin ist ein wichtiger Bestandteil des Stoffes, der Nervensignale überträgt. Der Cocktail wirkt vor allem gegen den Verlust von Synapsen, den Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Zu diesem Ergebnis kommt ein klinischer Test an über zweihundert Alzheimer-Patienten in Cambridge, Massachusetts. Der Trank verbessert vor allem das Namens- und Wortgedächtnis. Er wirkt am besten in frühen Stadien der Krankheit. Einen bereits erfolgten Abbau kann er nicht rückgängig machen. [2272]
Quelle: Welt
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