
News zu Altern
Je kürzer die Schulzeit eines Menschen, desto schneller altern seine Zellen - unter sonst gleichen Bedingungen. Das Einkommen oder die berufliche Stellung spielen dabei keine Rolle. Zu diesem Schluss kommt eine britische Studie bei über vierhundert gesunden Personen. Das Tempo des Alterns lässt sich an den Chromosomen ablesen: Je kürzer deren Schutzkappen (Telomere), desto näher rückt der Zelltod. Stress ist eine mögliche Ursache für die Abnützung der Telomere, und Bildung könnte den Umgang mit Stress verbessern, vermuten die Forscher. [2865]
12. Mai 2011 – Medical News Today
Akupunktur gegen einseitige Sehschwäche?
Kinder mit einseitiger Sehschwäche müssen über dem stärkeren Auge stundenlang eine Augenklappe tragen, damit das schwächere Auge nach und nach stärker wird. Bei Kleinkindern wirkt diese Methode am besten, bei Schulkindern schon deutlich schlechter. Im Alter zwischen sieben und zwölf könnte Akupunktur rund um das schwächere Auge eine Alternative sein: In einem chinesisch-amerikanischen Versuch an 88 Schulkindern hat sich die Sehkraft des schwächeren Auges nach fünfzehn Wochen Akupunktur ebenso stark verbessert wie mit täglich zweistündigem Tragen einer Augenklappe. [2772]
15. Dezember 2010 – Spiegel
Anti-Aging bei Mäusen, Skepsis bei Menschen
Ein Enzym namens Telomerase ist zur Zeit als mögliches Wundermittel zur Verjüngung in vielen Medien. Mäuse, denen das Enzym fehlt, altern sehr schnell. Gibt man ihnen das Enzym als Medikament, verjüngen sie sich wieder. Diese Experimente von Forschern in Boston lassen aber kaum Rückschlüsse auf Menschen zu. Davon sind führende Altersforscher überzeugt. Ewige Jugend dürfte weiterhin ein unerreichbarer Traum bleiben. [2761]
30. November 2010 – Ärzteblatt
Neue Messung zeigt: Altes Gehirn wird sauer
Mit dem Milchsäurespiegel im Gehirn lässt sich dessen biologisches Alter auf verblüffend einfache Art messen. Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat die neue Methode erfolgreich an Mäusen erprobt. Milchsäure entsteht, wenn die Leistung des Stoffwechsels abnimmt, so dass die grauen Zellen Energieträger nicht mehr effizient verwerten können. Nach vorläufigen Ergebnissen läuft der gleiche Vorgang auch beim Altern des menschlichen Gehirns ab. Sollte sich das bestätigen, könnte man Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson künftig schon in einem früheren Stadium als bisher entdecken. [2746]
4. November 2010 – Welt
Die angeblichen Wechseljahre des Mannes sind eine Erfindung der Pharmaindustrie. Angeblich sei ein Mangel an Testosteron schuld an vielen Beschwerden, von Erektionsstörungen über Müdigkeit, nachlassende Leistung bis zu Depression. Doch die oft verschriebenen teuren Hormonpräparate nützen nichts, wie eine Studie an über dreitausend Männern in acht europäischen Ländern zeigt: Die Beschwerden alternder Männer haben nichts mit dem Testosteronspiegel zu tun. Nur gerade zwei Prozent der untersuchten Männer haben eine Unterfunktion der Hoden und zu tiefe Hormonwerte. Beschwerden mit Hormonpräparaten zu behandeln, könne sogar gefährlich sein, warnen die Forscher. [2647]
18. Juni 2010 – Tages-Anzeiger
Nach schwieriger Entscheidung Hände waschen!
Wer in einer schwierigen Entscheidung eine Alternative gewählt und die andere verworfen hat, fühlt sich oft unbehaglich. Vor allem wenn beide Optionen ähnlich attraktiv waren, nagen an der getroffenen Wahl oft Zweifel. Diese lassen sich auf verblüffend einfache Weise beseitigen, indem man die Hände wäscht. Das zeigt ein Experiment von US-Psychologen. Studenten hatten eine Wahl zu treffen und diese danach zu rechtfertigen: Um das Unbehagen zu beseitigen, redeten sie die gewählte Alternative schön und machten die verworfene schlecht. Jene, die nach der Wahl die Hände wuschen, hatten dies nicht nötig. [2578]
7. Mai 2010 – Standard
Wie schnell ein Mensch biologisch altert, hat er zu einem grossen Teil selbst in der Hand. Der Rest ist genetisch bestimmt. Eines der beteiligten Gene ist jetzt entdeckt worden. Es trägt die Abkürzung TERC und beeinflusst die Schutzkappen (Telomere) an den Enden der Chromosomen. Der Unterschied in den Varianten von TERC macht etwa drei bis vier Jahre biologischer Lebenszeit aus. [2399]
10. Februar 2010 – Medical News Today
Täglich eine Büchse Sardinen hält länger jung
Sardinen, Lachs, Makrele und andere ölige Fische sind reich an Omega-3-Fettsäuren. Diese bremsen unter anderem das Altern der Erbstubstanz DNA in den menschlichen Zellen. Dieser Abbau läuft bei regelmässigen Fisch-Essern etwa um ein Drittel langsamer ab als bei Menschen, die nie Fisch essen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie an über sechshundert Herzpatienten in den USA. [2318]
20. Januar 2010 – Telegraph
Melatonin ist das Geheimnis des Schönheitsschlafs
Das Schlafhormon Melatonin schlägt die Anti-Aging-Vitamine C und E um Längen, wenn es um die antioxidierende Wirkung geht. Diese bisher unbekannte Eigenschaft des Hormons ist in einem Labor in Lübeck entdeckt worden. Antioxidantien machen freie Radikale unschädlich. Diese aggressiven Produkte des Stoffwechsels beschleunigen das Altern und fördern Krebs. [2282]
11. Januar 2010 – Welt
Bewegung lässt Zellen langsamer altern
Regelmässige Bewegung, vor allem Ausdauertraining, ist eine natürliche Form von Anti-Aging. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Universität des Saarlandes. Körperliches Training bewahrt die Schutzkappen an den Enden der Chromosomen vor einem schnellen Abbau mit zunehmendem Alter. Diese Schutzkappen, die Telomere, sorgen dafür, dass die Zellen bei der Teilung ihre Erbmasse, die DNA, ohne Fehler weitergeben können. Sind die Telomere aufgebraucht, sterben die Zellen. [2252]
4. Januar 2010 – BBC
Computertomografie gefährlicher als angenommen
Eine einzige Computertomografie (CT) belastet den Körper mit vierhundert mal mehr Strahlen als eine normale Röntgenaufnahme. In einem von achtzig Fällen löst diese Strahlung im Durchschnitt einen Krebs aus, hat eine neue US-Studie errechnet. Besonders gefährdet sind Frauen, denn sie reagieren empfindlicher auf Röntgenstrahlen. Eine ungefährliche Alternative ist die Magnetresonanz-Tomografie (MRI). Sie kommt ohne jede Röntgenstrahlung aus. [2215]
18. Dezember 2009 – Bild
Macht amerikanischer Ginseng schneller alt?
Frauen nach den Wechseljahren haben in ihrem Blut mehr Substanzen, die auf erhöhte Oxidation hinweisen, wenn sie täglich zwei Kapseln mit einem Präparat aus amerikanischem Ginseng nehmen. Oxidation, zum Beispiel durch freie Radikale, bedeutet für den Körper Stress und äussert sich unter anderem in einem schnelleren Altern. Diese Wirkung des Ginseng ist an 25 Frauen in den USA untersucht worden. Diese Zahl ist zu klein, um endgültige Schlüsse ziehen zu können. Doch Vorsicht könnte sich in diesem Fall lohnen. [2153]
13. November 2009 – PubMed PMID: 19828907
Reserven für das Hirn aufbauen
Je leistungsfähiger das Hirn, desto länger kann es dem Abbau trotzen, sei es durch Alzheimer oder durch das normale Altern. Immer mehr Fakten sprechen für diese Theorie. So zeigen auch Experimente mit Mäusen und Ratten, dass die Haltung in anregenden, stets neuen Umgebungen die Nager besser vor Alzheimer schützt als jene in kahlen Käfigen. Für Menschen bedeutet dies: Bildung, Lernen und viel Bewegung bis ins hohe Alter kann dem Hirn Reserven gegen den Abbau verschaffen. [2147]
3. November 2009 – PubMed PMID: 19819293
Licht und Bewegung bessere Schlafmittel im Alter
Von älteren Menschen mit leichter Demenz, die noch nicht in einem Heim betreut werden müssen, leidet etwa ein Drittel an Schlafstörungen. Viele nehmen deshalb Schlafmittel, doch deren Wirksamkeit ist umstritten. Ihr grosser Nachteil sind die Nebenwirkungen, die auch Demenz fördern können. Bessere Alternativen sind deshalb Lichttherapie, Bewegung und eine gute Schlafhygiene, zum Beispiel Einschlafrituale und Entspannungstechniken. Diese Empfehlung von Psychiatern aus Houston, Texax, dürfte auch für geistig noch rüstige Menschen ratsam sein. [2059]
11. März 2009 – PubMed PMID: 19256583
Bewegung regt Bildung von Antioxidantien an
Der Körper von Menschen, die sich häufig bewegen, bildet mehr eigene Substanzen, die als Antioxidantien gegen Entzündungen, gegen vorzeitiges Altern und gegen Krebszellen wirken. Neben der Ernährung ist somit auch der Sport eine wichtige Quelle von Antioxidantien. [2045]
19. Februar 2009 – PubMed PMID: 19211957
Reiki scheitert im Antistress-Test
Um Patientinnen vor einem Eingriff die Angst zu nehmen, sind die einen mit Reiki in einer alternativen Praxis, die anderen konventionell pflegerisch betreut worden und danach jeweils befragt worden. Die Antworten zeigen keine Unterschiede im Stresspegel bei beiden Gruppen. [1749]
28. November 2007 – PubMed PMID: 18029964
Gelbes und rotes Gemüse nicht gegen Darmkrebs
Gelbe und rote Farbstoffe im Gemüse, so genannte Carotinoide, gehören als Antioxidantien zu den gesunden Stoffen. Sie bremsen das Altern und sollen auch Krebs vorbeugen helfen. Dies gilt jedoch nicht gegen Darmkrebs, wie jetzt eine Analyse von elf Studien mit insgesamt über einer halben Million Personen zeigt. [1532]
14. Februar 2007 – Am J Epidemiology 2007;165:246
Pfunde und Rauch lassen schneller altern
Wer zu viel Gewicht auf die Waage bringt und wer raucht, dessen Zellen altern schneller. Das zeigt ein Blick durchs Mikroskop auf die Zellen: Die so genannten Telomere sind deutlich verkürzt. Die Länge dieser Bestandteile des Zellkerns zeigt an, wie oft sich eine Zelle noch wird teilen können. Sind die Telomere ganz abgebaut, tritt der Tod ein. [1115]
23. August 2005 – Lancet 2005;366:662
Antioxidantien gut für Schwangere
Frauen, die stark mit freien Radikalen belastet sind, haben ein fünffach höheres Risiko für hohen Blutdruck (Präeklampsie) in der Schwangerschaft. Freie Radikale sind aggressive Teilchen, die unter anderem das Altern beschleunigen. Ein hoher Anteil an Antioxidantien - Gegenspielern der freien Radikale - lässt dagegen das Risiko für Präeklampsie um zwei Drittel sinken. Zu den Antioxidantien zählen die Vitamine A und E sowie eine Reihe gelben und roten Stoffen aus pflanzlicher Nahrung. [1087]
14. Juli 2005 – Am J Clin Nutrition 2005;81:1390
Mit jedem Jahrzehnt, das man älter wird, nimmt das Risiko für Hirnschlag um etwa 70 Prozent zu. Rauchen allein erhöht das Risiko auch um mehr als 70 Prozent. Was Hirnschlag betrifft, lässt Rauchen einen Menschen also um zehn Jahre altern. [699]
27. Januar 2004 – Stroke 2004;35:7
Salzkonsum lässt Herz schneller altern
Bei einigen Menschen, die stark Gesalzenes essen, steigt der Blutdruck, bei anderen nicht. Nach neustem Wissen erzeugt aber hoher Salzkonsum mehr freie Radikale, was Herz und Kreislauf schneller altern lässt. [115]
29. April 2002 – Hypertension 2002;20:555
Chelattherapie unwirksam bei Herzpatienten
Behandlung mit EDTA (Chelat) ist eine oft verwendete Alternativmethode bei Angina pectoris und Herzinfarkt, aber mit unbewiesener Wirkung. Auch eine neue Studie hat keine positive Wirkung nachweisen können [23]
26. Januar 2002 – JAMA 2002;287:481
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