
News zu Aids
Neuer Medikament-Typ gegen Aids
Ein neu entdecktes Eiweiss (VIR-576) verhindert, dass HI-Viren in menschliche Immunzellen eindringen und diese zerstören können. An der medizinischen Hochschule Hannover sind achtzehn HIV-Positive erfolgreich damit behandelt worden. Anders als bei den bisher üblichen hochwirksamen Anti-Virus-Medikamenten treten dabei nur wenige negative Nebenwirkungen auf. Für den praktischen Einsatz taugt das neue Mittel noch nicht, da es nur durch Infusion verabreicht werden kann. Es wird noch Jahre dauern, bis es als Tablette auf den Markt kommt. [2778]
23. Dezember 2010 – Ärztezeitung
Hilft Pockenimpfung auch gegen Aids?
Bis in die 1950er Jahre ist die Bevölkerung fast weltweit gegen Pocken geimpft worden. Der Kampf gegen die Pockenviren war so erfolgreich, dass die Pocken als ausgerottet galten und die Impfung überflüssig wurde. Kurze Zeit später begann sich ein anderes Virus weltweit auszubreiten: HIV und die Krankheit Aids. Nun vermuten US-Forscher, die Impfung gegen Pocken habe auch die Verbreitung des HI-Virus verhindert. Diese Vermutung muss aber erst noch genauer untersucht werden, bevor man allenfalls Pockenimpfungen gegen HIV empfehlen könnte. [2598]
19. Mai 2010 – Süddeutsche Zeitung
Die meisten Menschen sind dem HI-Virus schutzlos ausgeliefert. Doch unter zweihundert Infizierten gibt es im Durchschnitt einen, der nur sehr langsam oder überhaupt nicht an Aids erkrankt - selbst wenn er nicht mit antiviralen Medikamenten behandelt wird. Diese Menschen tragen ein bestimmtes Gen, dessen Wirkung nun genauer erforscht werden konnte. Es befähigt Killerzellen des Immunsystems, die HI-Viren gezielt aufzuspüren und zu vernichten. Mit Hilfe dieses Gens hoffen Forscher, künftig einen wirksamen Impfstoff gegen Aids entwickeln zu können. [2580]
9. Mai 2010 – Süddeutsche Zeitung
Aids-Erreger versteckt sich im Knochenmark
HI-Viren, Erreger von Aids, nisten sich im Knochenmark der infizierten Menschen ein und überstehen dort alle Angriffe von Medikamenten. Diese sind inzwischen so wirksam, dass sie den Ausbruch der Krankheit um Jahre verzögern können. Das Versteckspiel des Erregers ist mit ein Grund dafür, dass Betroffene die Medikamente ein Leben lang einnehmen müssen und es keine dauerhafte Heilung gibt. Zudem haben in den Ländern des Südens, wo Aids am stärksten wütet, viele Menschen nach wie vor keinen Zugang zu hochwirksamen Medikamenten. [2464]
10. März 2010 – Spiegel
Aids häufigste Todesursache junger Frauen
Bei Frauen im gebärfähigen Alter ist Aids weltweit die Todesursache Nummer eins, sagen die neusten Statistiken der UNO. Die Organisation UNAids kommt zu dem erschreckenden Schluss, dass bis zu 70 Prozent aller Frauen ein- oder mehrmals in ihrem Leben zu ungeschütztem Sex gezwungen werden. Dreissig Jahre nach Entdeckung des Erregers HIV ist der Anteil Infizierter bei Frauen in bestimmten Altersgruppen bis zu dreimal höher als bei Männern. Besonders schlimm ist die Situation in Afrika. [2455]
4. März 2010 – BBC
Leugnen von HIV tötet Hunderttausende
In Südafrika sind über dreihunderttausend Menschen unnötig früh an Aids gestorben, und über dreissigtausend Babys sind mit HIV angesteckt worden, weil die Regierung Südafrikas einem HIV-Leugner aufgesessen ist. Der Amerikaner Peter Duesberg leugnet stur die wissenschaftlich längst bewiesene Tatsache, dass das HI-Virus Aids verursacht. Auch in der Schweiz gibt es Virus-Leugner. Sie haben aber nicht Aids im Visier, sondern H1N1 und Schweinegrippe. Abstruse Verschwörungstheorien verbreiten sich dank Internet heute viel schneller als früher. [2359]
1. Februar 2010 – NZZ
Etwa die Hälfte der jungen Erwachsenen, die eine neue Partnerschaft eingehen, sind infiziert mit dem Papillomvirus HPV. Falls man kein Kondom verwendet, kann man sich sehr leicht damit anstecken. Das Virus erzeugt kleine Warzen in den Schleimhäuten der Geschlechtsorgane. Aus diesen können sich im schlimmsten Fall auch Krebsgeschwüre entwickeln. Das Kondom lohnt sich also auch beim Sex mit einem garantiert HIV-freien Partner. [2319]
20. Januar 2010 – Bild
Koala-Aids gibt Forschung neue Impulse
Koalas, eine bedrohte Art, sind auch durch eine Aids-ähnliche Viruskrankheit in Gefahr. Sie schwächt das Immunsystem der Beutelbären. Doch die Forschung ist hier schon weiter als beim Menschen: Veterinärmediziner des Berliner Robert Koch Instituts sind auf bestem Weg, einen Impfstoff gegen Koala-Aids zu entwickeln. Die Erfahrungen bei Koalas könnten auch der Entwicklung eines Impfstoffs gegen HIV neue Impulse verleihen. [2213]
17. Dezember 2009 – Die Zeit
Sex: Gewalt gekoppelt mit Ansteckungsrisiko
Frauen, die sexuell missbraucht worden sind, haben ein deutlich höheres Risiko, mit Aids oder einer anderen sexuell übertragbaren Krankheit angesteckt zu werden als Frauen, die keine sexuelle Gewalt erlebt haben. Die Unterschiede zeigen sich bei fast allen Risikofaktoren: Depression, Drogen, Sex gegen Drogen oder Geld, früher erster Sexualkontakt, zahlreiche Partnerwechsel und die Unfähigkeit, auf sicherem Sex zu bestehen. Dies zeigt eine Studie an über zweihundert Frauen in den USA. [1999]
9. Dezember 2008 – PubMed PMID: 19049353
HIV-Ansteckung: Beschneidung halbiert Risiko
Das Risiko, sich mit HIV, dem Erreger von Aids, oder mit einer anderen sexuell übertragbaren Krankheit anzustecken, ist bei beschnittenen Männern nur halb so hoch wie bei nicht beschnittenen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie in Neuseeland. [1487]
20. Dezember 2006 – Pediatrics 2006;118:1971
Aids-Behandlung schwächt Knochen
Die moderne, aggressive Behandlung gegen HI-Viren kann deren Ausbreitung zwar deutlich bremsen, hat jedoch negative Nebenwirkungen. Zu diesen zählt auch der Abbau von Knochen. Das Risiko für Osteoporose ist bei Aids-Patienten mehr als dreimal so hoch als bei gesunden Personen. Zu diesem Schluss kommt die Auswertung von zwanzig Studien. [1468]
23. November 2006 – AIDS 2006;20:2165
Mäuse mit menschlichem Immunsystem
Forschern in Harvard ist es gelungen, menschliche Immun-Stammzellen so auf Mäuse zu übertragen, dass diese ein menschliches Immunsystem entwickeln. Nun hofft man, an diesen Mäusen Aids und andere Krankheiten des Immunsystems besser erforschen zu können. [1383]
27. Juli 2006 – Blood 2006;108:487
Barfuß-Diagnose für Aids in Afrika
An grauen Fingernägeln kann man auf einfachste Art feststellen, ob ein Mensch in Afrika an Aids in einem fortgeschrittenen Stadium erkrankt ist. Die Methode funktioniert so zuverlässig, dass sie sich in der Praxis einsetzen lässt, wenn Medizintechnik fehlt. Für eine exakte Diagnose sind aufwendige, in Afrika kaum je verfügbare Tests im Labor nötig. [1366]
8. Juli 2006 – AIDS 2006;20:1415
HIV bleibt unverändert gefährlich
Der Erreger von Aids ist seit 1984, als er zum ersten Mal entdeckt wurde, weder gefährlicher noch harmloser geworden: Die Virulenz oder Aggressivität von HIV-1 ist in den mehr als zwanzig Jahren bis heute praktisch unverändert geblieben. Das zeigt eine Studie an HIV-Infizierten in der Schweiz. HIV-1 kommt in mehreren Stämmen vor, die verschieden virulent sind. [1313]
16. Mai 2006 – AIDS 2006;20:889
HIV-positive Männer können Samen spenden, der von HIV gereinigt und dann für eine künstliche Befruchtung verwendet wird. So läuft die Frau oder das Baby keinerlei Risiko, später an Aids zu erkranken. Die Methode mittels einer speziellen Flüssigkeit und einer Zentrifuge ist in Japan entwickelt worden. Dort sind schon 27 Babys auf diese Weise zur Welt gekommen. [1310]
13. Mai 2006 – AIDS 2006;20:967
Aids: Behandlung fördert Safer Sex
Männer in Uganda, die mit Anti-Retrovirus-Therapie (ART) gegen Aids behandelt werden, verhalten sich danach beim Sex deutlich sicherer als vor der Behandlung. Dieser Erfolg ist darauf zurückzuführen, dass die Behandlung mit Information und Beratung gekoppelt ist. [1210]
3. Januar 2006 – Heart 2006;20:85
Aids-Erreger vermehrt sich langsamer
Der Aids-Erreger HIV hat sich früher schneller vermehrt als heute. Das zeigt ein Vergleich von Proben aus der Zeit des ersten Auftretens beim Menschen mit solchen aus jüngster Zeit. Das ist wohl mit ein Grund dafür, dass die Krankheit Aids heute weniger schnell ausbricht und sich besser als früher mit Medikamenten behandeln lässt. Zur Entwarnung gibt es aber keinen Grund: Das Virus tötet nach wie vor. [1154]
17. Oktober 2005 – AIDS 2005;19:1555
Im Hirn von Patienten mit HIV lagert sich mehr Beta-Amyloid ab als bei gesunden Personen. Das Amyloid gilt als eine Ursache für Alzheimer. Vermutlich handelt es sich nicht um eine Wirkung des HI-Virus, sondern um eine Nebenwirkung der Medikamente gegen Aids. [1029]
25. April 2005 – AIDS 2005;19:407
Fachleute befürchten, dass sich in China bald eine ähnliche Aids-Tragödie abspielen könnte wie heute in Afrika. Schuld daran ist die Ein-Kind-Politik, die zu einem großen Überschuss an Männern geführt hat. Sobald diese ins sexuell aktive Alter kommen, erwartet man eine starke Zunahme der Prostitution und eine Ausbreitung von HIV, falls die Prävention mit Safer Sex und Kondomen scheitern sollte. [1020]
12. April 2005 – AIDS 2005;19:539
Aspirin schützt nicht vor Alzheimer
Die so genannten nicht-steroidalen Entzündungshemmer (NSAIDs), zu denen auch das Aspirin gehört, hat man schon als Vorbeugung gegen Alzheimer und andere Demenz im Alter preisen wollen. Zu früh, wie sich jetzt zeigt: Eine Anzahl von Studien hat keine schützende Wirkung nachweisen können. [986]
23. Februar 2005 – Am J Epidemiology 2005;161:114
Beschnittene Männer stecken sich weniger mit den Aids erregenden Viren an. Die Vorhaut ist offenbar voll von Zellen, die ein leichtes Ziel für Angriffe des HI-Virus sind. Doch dieser Schutz reicht bei weitem nicht aus: Das einzige sichere Mittel ist das Kondom. [746]
29. März 2004 – Lancet 2004;363:1039
HIV-Positive überleben länger, wenn sie mit einem nicht krank machenden Virus namens GBV-C infiziert sind. Das Virus nistet sich in weißen Blutkörperchen ein und stört offenbar die Vermehrung von HIV. [730]
5. März 2004 – N Engl J Medicine 2004;350:981
In China sind laut offiziellen Angaben bis zu einer Million Menschen mit HIV infiziert. Von den 1,2 Milliarden Chinesen haben fast 20 Prozent noch nie etwas von Aids gehört; nur 20 Prozent wissen, dass es durch Sex übertragen wird , und nur 2,6 Prozent, dass man sich durch Kondome schützen kann. [670]
17. Dezember 2003 – Lancet 2003;327:1383
Die Bemühungen um eine Impfung gegen Aids haben einen Rückschlag erlitten: In Thailand hat sich ein neuer Impfstoff als unwirksam erwiesen. Weder schützt er vor Ansteckung noch bremst er den Verlauf der Krankheit. [651]
24. November 2003 – JAMA 22.11.2003
Test für Aids-Impfstoff in der Schweiz
In Lausanne und in London werden ab Juni zwei neue Impfstoffe gegen HIV an Freiwilligen getestet. Die Impfungen sind an der Uni Regensburg (D) und von einer französischen Firma entwickelt worden. [458]
5. Mai 2003 – British Medical Journal 2003;326:952
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