Migräne: Auslöser, Vorbeugung, Behandlung
Migräne

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Migräne-Anfall

Mit oder ohne Vorbotenphase, mit oder ohne Aura.

Auslöser

  • Stress
  • Erholung nach Stress
  • Alkohol
  • unregelmässiger Lebensrhythmus
  • Schlafmangel
  • zuviel Schlaf
  • Nahrungsmittel umstritten: Schokolade? Käse? Kaffee?

1. Vorbotenphase

In ca. 30 % der Fälle eines oder mehrere der folgenden Symptome, wenige Stunden bis zwei Tage vor dem Anfall:

  • Müdigkeit
  • Geräuschempfindlichkeit
  • Heisshunger
  • Verdauungsstörungen

2. Auraphase

In ca. 15–20 % der Fälle eines oder mehrere der folgenden Symptome bis zu einer Stunde vor dem Beginn der Kopfschmerzen, kann 5 min. bis 1 Std. dauern:

  • Sehstörungen
  • Lichtblitze
  • Kribbeln
  • Taubheitsgefühl
  • Sprachstörungen

3. Kopfschmerzphase

Kopfschmerzen dauern in der Regel (unbehandelt) zwischen einer Stunde bis drei Tagen. In seltenen Fällen folgt auf eine Aura kein Kopfschmerz:

  • einseitig
  • Seitenwechsel möglich
  • mittel bis stark
  • pulsierend, pochend
  • verstärkt bei Anstrengung

Begleitsymptome

Meist mindestens eines, oft mehrere:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Lichtempfindlichkeit
  • Geräuschempfindlichkeit

4. Rückbildungsphase

Kann bis 24 Stunden dauern:

  • Abklingen aller Symptome
  • Müdigkeit

Habe ich Migräne?

Migräne

Keine Migräne

Anfälle dauern 4 Stunden bis 3 Tage.

Keine oder kürzere Anfälle.

Pulsierender Schmerz.

Dauerschmerz.

Mindestens eine dieser Begleiterscheinungen:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Lichtempfindlichkeit
  • Geräuschempfindlichkeit.

Keine Begleiterscheinungen.

Einseitige Kopfschmerzen.

Über den ganzen Kopf verteilte Schmerzen.

Schmerzen stärker bei körperlicher Anstrengung.

Schmerzen bleiben bei körperlicher Anstrengung gleich.

Migräne vorbeugen

Selbsthilfe

Medizinische Prophylaxe

  • kein Alkohol
  • kein Tabak
  • Stress beherrschen
  • regelmässiger Lebensrhythmus
  • Ausdauersport
  • ausreichend Schlaf
  • Entspannungsübungen
  • Betablocker
  • Kalziumantagonisten
  • Antiepileptika

Nahrungszusätze:

  • Magnesium
  • Riboflavin
  • Coenzym Q10

Zusatztherapie:

  • Biofeedback
  • Akupunktur

Migräne behandeln

Selbsthilfe

Akutbehandlung

  • Abschirmung von Sinneseindrücken (Licht, Lärm)
  • Bettruhe
  • Stress meiden
  • Triptane (spezifisch gegen Migräne wirksame Medikamente)
  • NSAR (allgemein wirksame Schmerzmittel)
  • Antiemetika (Medikamente gegen Erbrechen)

Welche Nahrungsmittel lösen Migräne aus?

Dass Alkohol Migräne fördert, gilt als gesichert. Als weitere mögliche Auslöser von Migräne sind oder waren verschiedene andere Genuss- und Nahrungsmittel im Gespräch:

  • Rotwein
  • Schokolade
  • Käse
  • Kaffee

Die Mehrheit der Migräniker ist überzeugt, dass sie eher einen Anfall bekommen, nachdem sie bestimmte Speisen gegessen haben. Konsequenterweise versuchen sie dann, diese zu meiden.

Zu den Vorboten eines Migräne-Anfalls gehört auch Heisshunger. Es ist wahrscheinlich egal, was der Migräniker dabei verspeist; der Anfall wird so oder so kommen.

Die Meinung, einen Auslöser gefunden zu haben, könnte sich als Irrtum erweisen. Fachleute raten jedenfalls davon ab, die Ernährung für die Prophylaxe allzu wichtig zu nehmen.

Links

Organisationen

Nationale Ligen und Gesellschaften, die Betroffene und Fachleute beraten und Hilfe anbieten.

Selbsthilfegruppen

Erfahrungsaustausch, Kurse, Beratung.

Medizinerlatein

-algie: -Schmerz

Analgetikum: (Mz. Analgetika) Schmerzmittel

Aura: Begleiterscheinungen einer Migräne

Cephalgie: Kopfschmerz

Neuralgie: Nervenschmerz

NSAR: nicht steroidales (nicht mit Cortison verwandtes) Antirheumatikum

prodromal: einer Migräneattacke vorausgehend

Trigeminus: dreifach verzweigter Gesichtsnerv

News zu Migräne

Wikipedia

Formen