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Cholesterin: Fakten, Antworten, Tipps und News

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Was ist Cholesterin?

Fettähnlicher Stoff (Lipid), wichtig u.a. für Zellwände und Hormone. Im Blut als «schlechtes» LDL und «gutes» HDL.
 


 

Spiegelei mit Schinken
 

Normwerte für Cholesterin

alte Einheit  neue Einheit  
 < 240 mg/dl   < 6,2 mmol/l  Gesamtcholesterin
 < 180 mg/dl   < 4,7 mmol/l  LDL-Cholesterin
 > 45 mg/dl   > 1,2 mmol/l  HDL bei Frauen
 > 35 mg/dl   > 0,9 mmol/l  HDL bei Männern

Quelle: Laborlexikon
 

Richtwerte für Risikopatienten

Für Diabetiker und Menschen, die schon einmal einen Herzinfarkt oder Hirnschlag erlitten haben, gelten nach Absprache mit dem Arzt tiefere Richtwerte.

alte Einheit  neue Einheit  
 < 195 mg/dl   < 5,0 mmol/l  Gesamtcholesterin
 < 100 mg/dl   < 2,6 mmol/l  LDL-Cholesterin
 > 40 mg/dl   > 1,0 mmol/l  HDL-Cholesterin

Quelle: Schweizerische Herzstiftung
 

Lipoproteine

Cholesterin ist wie alle Lipide unlöslich in Wasser. Für den Transport im Blut bekommen Lipide eine Hülle aus Eiweiss (Protein): So entstehen Lipoproteine. Sie werden nach ihrer Dichte in Klassen eingeteilt.
 

LDL-Cholesterin

Low Density Lipoprotein - mit geringer Dichte, transportiert das Cholesterin von der Leber, wo es gebildet wird, zu den anderen Organen und Geweben. Dort dient es als Baustein der Zellwände (Membranen) und verschiedener Hormone. Es ist also höchst nützlich. Der oft verwendete, aber falsche Ausdruck «schlechtes» Cholesterin kommt daher, dass bei einem hohen LDL-Spiegel die Arterien eher verkalken.
 

HDL-Cholesterin

High Density Lipoprotein - mit hoher Dichte, transportiert das Cholesterin vom Gewebe zur Leber zurück, wo es abgebaut und über die Galle ausgeschieden wird. Weil es den Cholesterinspiegel in Blut senkt, gilt es als das «gute» Cholesterin.
 

Cholesterin senken ohne Medikamente

Folgende Massnahmen können die Cholesterinspiegel in der gewünschten Richtung beeinflussen - LDL senken und HDL erhöhen:

-regelmässige Bewegung
-gesunde Ernährung
-Rauchstopp
-Abnehmen
 

Cholesterinsenker

Synthesehemmer: Blockieren ein Enzym, das die Leber zur Herstellung (Synthese) von Cholesterin benötigt. Dadurch sinkt die Produktion und damit der Cholesterinspiegel im Blut. Diese Medikamente heissen Statine. -mehr

Resorptionshemmer: Hindern den Darm daran, Cholesterin und Gallensäuren aufzunehmen. Der Körper muss seinen Bedarf aus den eigenen Reserven decken. Dabei greift er vor allem auf das LDL zu, dessen Spiegel sinkt. Der HDL-Spiegel steigt dagegen an.
 

Cholesterin-Hypothese oder Cholesterin-Lüge?

Die Cholesterinhypothese geht davon aus, dass ein hoher Cholesterinspiegel die Verkalkung der Arterien (Arteriosklerose) fördert und so das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöht. Tatsächlich hat man in den Ablagerungen, den Plaques, Cholesterin gefunden. Ob aber die Gleichung «viel Cholesterin = viel Plaques» stimmt, ist trotz vieler Studien nicht endgültig geklärt.

Als «Cholesterinlüge» bezeichnen manche Kritiker diese Hypothese. Sie weisen darauf hin, dass die Pharmaindustrie riesige Umsätze mit Cholesterinsenkern macht, die meisten Studien finanziert und so die Fachmeinung beeinflusst. Die Kritik ist wahrscheinlich angebracht. Doch sie berechtigt nicht nur Annahme, ein hoher Cholesterinspiegel sei überhaupt kein Risiko.

Cholesterin: Fragen und Antworten

Senkt cholesterinfreie Diät das Cholesterin?

Nicht wesentlich. Der Körper produziert das meiste Cholesterin in der Leber selbst.

Erhöhen Eier den Cholesterinspiegel?

Kaum. Zwar ist Eigelb reich an Cholesterin, doch bei Zufuhr von aussen produziert der Körper weniger eigenes Cholesterin. Seltene Ausnahme bei gestörtem Cholesterin-Stoffwechsel.

Ist Cholesterin ein Risiko für Herz und Kreislauf? 

Umstritten. Zu den Ursachen für einen hohen Cholesterinspiegel gehören Bewegungsmangel, Rauchen und Übergewicht. Alle drei sind auch Risikofaktoren für Herz und Kreislauf. Unklar bleibt, wie weit das Cholesterin an sich zu diesem Risiko beiträgt.

Mindern Lipidsenker das Herzrisiko? 

Ja. Lipid- oder Cholesterinsenker (Statine) gehören zu den meistverkauften Medikamenten weltweit. Ihre Wirkung ist zwar durch viele (oft von Herstellern finanzierte) Studien belegt, doch nur bescheiden. Zudem bleibt unklar, ob sie auf der Senkung des Cholesterinspiegels beruht, siehe oben.

Cholesterin entschärfen statt senken, geht das?

Ja. Gesunde Ernährung mit viel Vitaminen, Antioxidantien und Omega-3-Fetten schützt den Körper besser gegen die schädlichen Wirkungen des LDL-Cholesterins. Zugleich senkt sie auch den Cholesterinspiegel.

 

Cholesterin-Telegramm

Gen für langes Leben hält auch Geist fit
14. Januar 2010 - Ein Gen, das den Cholesterinspiegel im Blut steuert, kommt in einer Variante vor, deren Träger überdurchschnittlich alt werden. Sie leiden auch deutlich seltener als andere Menschen an Alzheimer und anderen Formen von Demenz. Diese zweite Wirkung des Gens ist an einer Studie mit über fünfhundert Senioren in den USA kürzlich entdeckt worden.  [2294]
Quelle: Spiegel  
 
Mona Lisa mit zu hohem Cholesterinspiegel?
08. Januar 2010 - Davon ist Dr. Vito Franco von der Uni Palermo überzeugt. Der pathologische Anatom hat der Schönen mit dem geheimnisvollen Lächeln genau ins Gesicht geschaut: Unter ihrer Haut zeichnen sich, eindeutig für ihn, bestimmte Fettstrukturen ab, die typisch für einen hohen Cholesterinspiegel sein sollen. Ob er nun recht hat oder nicht, sicher ist nur, dass Leonardo da Vinci ein Meisterwerk gelungen ist. Dass es dereinst zum anatomischen Lehrstück erklärt werden würde, hat sich Leonardo, selbst Anatom, wohl nicht träumen lassen.  [2271]
Quelle: BBC  
 
Gutes Cholesterin schützt besser vor Herzinfarkt als gedacht
10. Dezember 2009 - Um das Risiko für Herzinfarkt zu senken, kann man in Bezug auf Cholesterin zwei Dinge tun: das schlechte LDL-Cholesterin senken und das gute HDL-Cholesterin erhöhen. Letzteres bringt mehr, als die Ärzte bisher dachten, wie eine neue Studie zeigt: Ein HDL-Anstieg um 5 Milligramm pro Deziliter Blut senkt das Risiko um 20 Prozent - nicht nur für Herzinfarkt, sondern auch für Schlaganfall.  [2180]
Quelle: Ärztezeitung  
 
Tödliche Medikamente aus dem Internet
07. Dezember 2009 - Europäische Zollbeamte haben in nur zwei Monaten über 34 Millionen gefälschte Medikamente beschlagnahmt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass jedes zehnte übers Internet verschickte Medikament gefälscht ist. Dazu gehören so lebenswichtige wie Antibiotika, Cholesterin- und Kreislaufmittel, Medikamente gegen Krebs und viele andere. Für Laien sind gefälschte Medikamente kaum von echten zu unterscheiden. Deshalb gilt: Nur in Online-Apotheken einkaufen, die ein Gütesiegel tragen und mit vollständiger Adresse auftreten.  [2167]
Quelle: Bild  
 

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-Kein Problem für den Cholesterinspiegel. Foto @joefoodie