Aspirin: Erwünschte und unerwünschte Wirkungen
Weidenrindentee

Weidenrindentee enthält eine natürliche Art von Aspirin. Foto LianeM – Fotolia.com

«Aspirin»

Eingetragenes Markenzeichen von Bayer seit Ende des 19. Jahrhunderts, mit Unterbrüchen. Oft als Gattungsbezeichnung für Schmerzmittel verwendet.

Präparate mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) sind auch als Generika erhältlich.

Anwendung

Hoch dosiert (bis 500 mg) gegen akute Schmerzen, Fieber und Entzündungen. Frei verkäuflich in Apotheken und Drogerien.

Nicht länger als drei Tage ohne ärztliche Verschreibung einnehmen! Nicht zusammen mit Alkohol einnehmen!

Niedrig dosiert (bis 300 mg) mit Zusatzbezeichnungen «N», «cardio» oder «protect» als Dauermedikament zur Vorbeugung gegen Herzinfarkt. In der Schweiz nur gegen ärztliches Rezept in Apotheken.

Darreichungsformen

Acetylsalicylsäure als Monopräparat oder kombiniert mit Vitamin C, Paracetamol oder Coffein.

Als Tabletten, Dragés, Kapseln, Granulat, Pulver, Zäpfchen (Suppositorien) und Injektionslösungen.

News zu Aspirin

Wirkungen von Acetylsalicylsäure (Aspirin)

Schmerzen und Fieber

Wirkt gut gegen: Wirkt schlecht gegen:
  • Migräne
  • Spannungskopfschmerz
  • Zahnschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Cluster-Kopfschmerzen
  • Sekundäre Kopfschmerzen (durch andere Krankheiten verursacht)
  • Blähungen
  • Hautreizungen
  • Muskelkrämpfe
  • Rheumatisches Fieber
  • andere rheumatische Erkrankungen
    (wegen Blutungsrisiko nicht mehr zu empfehlen)

Blutverdünnung

Erwünscht: Unerwünscht:
  • Vorbeugung eines Herzinfarkts bei Angina pectoris
  • Vorbeugung eines Rückfalls nach Herzinfarkt
  • Vorbeugung eines Verschlusses nach Stent-Operation
  • Magenblutungen
  • Darmblutungen
    (sehr häufig* kleinste Blutungen, selten schwere Blutungen)

Andere Wirkungen

Mögliche Nutzen: Mögliche Risiken:
  • Vorbeugung von Darmkrebs
  • verminderte Fruchtbarkeit bei Frauen
  • Magenbeschwerden, Sodbrennen
    (häufig)
  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Asthma
    (gelegentlich)
  • Hirnblutungen
  • Schwellungen
  • Nasenbluten
  • Tinnitus
    (selten)
  • Schädigung der Netzhaut
  • Verminderte Wirksamkeit von Impfstoffen
Häufigkeit
Prozent der Fälle
*) sehr häufig: mehr als 10 %
häufig: 1-10 %
gelegentlich: weniger als 1 %
selten: weniger als 0,1 %

Wer kann Acetylsalicylsäure nehmen?

Geeignet für: Ungeeignet für:
  • Erwachsene mit Schmerzen oder Fieber
  • Kinder mit rheumatischem Fieber
  • Kinder mit Kawasaki-Syndrom
  • Kinder unter 12 Jahren
  • Patienten nach Operation (Blutungsrisiko)
  • Personen mit Magen- oder Darmentzündungen
  • Personen mit Herz-, Leber- oder Nierenfunktionsstörung
  • Bluter oder Patienten mit Blutverdünner
  • Asthmatiker mit Nasenpolypen und Aspirin-Unverträglichkeit (Widal- oder Samter-Trias)
  • Schwangere und Stillende
  • Personen mit erhöhtem Risiko eines Herzinfarkts
  • Gesunde Personen

So funktioniert es

Prostaglandine sind Hormone, die nötig sind, um Schmerzsignale ins Gehirn zu leiten, Entzündungen zu verstärken und Blutplättchen (Thrombozyten) für die Blutgerinnung zu verklumpen.

Um Prostaglandine herstellen zu können, braucht der Körper Enzyme vom Typ Cyclooxygenase (COX).

Aspirin hemmt eine Variante dieser Enzyme, COX-1.

Medizinerlatein

Acetyl: Essigsäure als Bestandteil von chemischen Verbindungen, z.B. Aspirin

Cluster: Häufung, Form von Kopfschmerz mit sehr schweren Anfällen

Kawasaki-Syndrom: schwere fiebrige Erkrankung bei Kleinkindern

NSAR: nicht steroidales (nicht mit Cortison verwandtes) Antirheumatikum; Wirkstoffklasse des Aspirins

Reye-Syndrom: schwere Erkrankung des Gehirns und der Leber

Salicylsäure: Wirkstoff der Weidenrinde und der Heilpflanze Filipendula ulmaria (früher Spiraea, daher der Name Aspirin)

Syndrom: Gruppe gleichzeitig auftretender Krankheitszeichen (Symptome)

Trias: Syndrom mit drei typischen Symptomen

Links

Wikipedia

Bayer AG

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